die Greifhand. Bei Barre Akkorde auf einer Westerngitarre fangt die Hand nach ca. 10 Minuten an zu schmerzen.
Ja, Okay.
Ich gehe davon aus, dass deine
E-Gitarre* recht gut für deine Bedürfnisse eingestellt ist.
Ist eigentlich die Halsform/Halsprofil deiner jetzigen Western - abgesehen von den Saiten (Stärke und Lage) - gut für dich zu greifen?
Oder ist der Hals deiner jetzigen Westerngitarre zu dick/zu breit/zu dünn, ...?
Denn dann könntest du ja als erste günstige Maßnahme dünnere Western- oder E-Gitarren-Saiten (in der Stärke deiner
E-Gitarre*) aufziehen, um zu schauen, ob das allein schon eine kleine Verbesserung darstellt.
Wenn dass schon in die richtige Richtung geht, könntest du als nächstes die Saitenlage deiner Western niedriger einstellen, durch Abfeil-Maßnahmen an den Unterseiten von Sattel und Stegeinlage.
Ich würde da als erstes die Unterseite vom Sattel (die "Nut" am Headstock) soweit runterschleifen, dass die Saitenlage am 1. Bund recht gut mit der Saitenlage deiner
E-Gitarre* am 1. Bund übereinstimmt.
Sodann würde ich die Krümmung des Halses über Spannstab so einstellen, dass die Krümmung mit der deiner
E-Gitarre* übereinstimmt.
Und dann die Unterseite der Stegeinlage Schritt für Schritt soweit runterfeilen, dass die Saitenlage am 12. oder 14. Bund mit der Saitenlage deiner E-Gitarre übereinstimmt. Und zwischendurch immer mal wieder die Oktavreinheit überprüfen.
Weil, wenn die Oktavreinheit (12.Bund) wegläuft, müsste man die Oberseite der Stegeinlage entsprechend nachfeilen.
Da du ja eine E-Gitarre hast, weißt du selber schon, in welche Richtung du die Saitenreiter verschieben musst, wenn die Saite im 12. Bund gegriffen, zu hoch klingt: Nach hinten, schwingende Saite länger machen, weg vom Sattel/Headstock verschieben. (Oder, umgekehrt eben, nach vorne.)
Um die schwingende Saite länger zu machen, müsstest du also an der dem Sattel zugewandten Seite der Stegeinlage Material wegfeilen, damit die Kante, auf der die Saite aufliegt, mehr in Richtung Steg/Steg-Pins verschoben wird.
Dabei nimmt du Material weg und machst "potenziell" die Saitenlage auch niedriger. Deswegen eben immer mal "zwischendurch", wenn du die Unterseite der Stegeinlage weg feilst, die Oktavreinheit überprüfen, durch feilen einstellen, und dann testen, ob die Saitenlage vielleicht danach schon niedrig genug ist.
Das alles ist kein Hexenwerk. Mit etwas handwerklichem Geschick kann man das durchaus selber machen. Ich habe sowas auch mal bei einer meiner Gitarren gemacht, um die Saitenlage etwas niedriger und somit angenehmer zu spielen, zu bekommen. Ich hatte dabei auch in Sattel- und Stegeinlagen-Rohlinge die Saitenkerben selber eingefeilt - das kann man also durchaus selber hinbekommen.
Oder, wenn man das nicht selber machen will, sollte das ein Gitarrenbauer machen können.
Käufliche Westerngitarren sind eben Westerngitarren, mit Saitenlage wie bei Westerngitarren. Um das Feeling wie mit E-Gitarren zu bekommen, müsstest du vermutlich auch bei einer neu gekauften Gitarre die Saitenlage niedriger einstellen. Also an Sattel und Stegeinlage rumfeilen.
Meiner Erfahrung und meinem Empfinden nach, spielen sich E-Gitarren so "mühelos", weil zum einen dünnere Saiten aufgezogen sind, zum anderen aber auch die Saitenlagen sehr niedrig ist, im Vergleich zu Western-Gitarren.
Bei meiner E-Gitarre muss ich die Saiten praktisch fast nur berühren, um die Note zu drücken. Der "Drück-Weg" zwischen Saite und Bund ist sehr gering, die erforderliche Kraft ist deswegen sehr klein.
Deine Western-Gitarre wird durch Runterstellen der Saitenlage an Klangfülle und Lautstärke verlieren, weil du auch nicht mehr so heftig mit Plektrum in die Saiten dreschen kannst, ohne dass sie schnarren.
Niedrige Saitenlage heißt weniger Spielraum, weniger Abstand zwischen Saite und Griffbrett. Schwingt die Saite sehr heftig senkrecht zum Griffbrett ("in die Saiten gedroschen"), so "knallt" die Saite gegen das Griffbrett und schnarrt.
Das wären also meine Tipps zu deinem Problem.
Was du natürlich auch machen kannst, ist dir die verschiedenen hier im Thread empfohlenen Gitarren von den großen Versendern (Musicstore, Session, ..) zuschicken zu lassen, eine Woche ausprobieren, und wenn sie nicht für dich passen, wieder zurück senden.