SuperSaw...wer ist es?

von tosss, 15.06.08.

  1. tosss

    tosss Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.06.08   #1
    Hallo an alle,

    soeben habe ich mich hier erst angemeldet. Das hat
    Gründe. Ganz kurz zu mir und dann zu meiner Frage.

    Lange ist es her, dass ich mich für Synthesizer interessiert habe. In den 80ern war das mein ganz großes Hobby. Zwar hatte ich nie die ganz großen Geräte unter meinen Fingern, aber Spaß und Begeisterung waren trotzdem da, als ich DX7, Juno 6, SH-01, Poly 800, MS-10 u.a. bedienen durfte.

    Zu dieser Zeit hatte ich auch Klavierunterricht genommen. Leider ließ meine Begeisterung in den Jahren mehr und mehr ab. Nun sind bestimmt 20 Jahre vergangen, in denen ich nicht mehr gespielt habe.

    Vor einigen Wochen entschied ich mich, wieder Klavierspielen zu lernen (das war mir mit der Zeit abhanden gekommen). Ich suchte nach einem Instrument, dass einen hervorragenden Klaviersound bietet aber trotzdem nicht zu arg in meine Portemonnaie greift.

    Auf der Wunschliste waren zunächst Yamaha S90 ES oder der ältere S80. Aber beide wurden von mir als doch wesentlich zu teuer eingestuft. Ich entschied mich zunächst für einen Kompromiss und erwarb einen sehr gut erhaltenen Yamaha S30. Ok, nur fünf Oktaven und keine Hammertechnik mit Plastiktasten. Aber ansonsten hat das Gerät hervorragende Klaviersounds. Das ist also mein Gerät und ich über wieder :great:

    Nun aber zum Eigentlichen.
    Der S30 hat ja auch einige Samplesounds an Board, die die komplette Synthi-Historie abdecken. Was ich da für Sounds wiedergefunden habe.....schon klasse. Und dann entdeckte ich, dass das Teil die Techno-Sounds wiedergeben kann, die mich seit Ende der 90er Jahre fasziniert haben. Ich wusste bis vor kurzem nicht, dass es eine neue Wellenform gibt, die diese Sounds erst möglich machen.

    Stichwort: Roland JP-8000. Damit fing wohl alles an. Und die Technoproduzenten kitzelten da alles raus. Nun sind wir aber 11 Jahre weiter und somit komme ich nun endlich zu meiner Frage:

    Da ich den Gerätemarkt in den letzten zwei Jahrzenten nicht mehr verfolgt habe, ist mir auch relativ unbekannt, welche Synthesizer der letzten Jahre die SuperSaw (HyperSaw etc.) beherrschen. Und welche beherrschen sie besser oder schlechter?

    Ist der JP-8000 noch up to date? Gibt es mittlerweile Besseres? Würde ein heutiger Techno-Produzent immer noch den 8000 heranziehen oder gibt es schon wieder Entwicklungen am Klang, die andere Geräte beherrschen?

    Meine heutigen Recherchen brachten mich auf Roland SH-02, Quasimidi Sirius und Access Virus TI (aber unbezahlbar).

    Gibt es noch andere? Welche sind gut wenn es um SuperSaw geht? Ist Roland JP-8000 noch DAS Gerät?


    Jetzt ist mein Anfangsbeitrag recht lang geworden. Ich hoffe, es hat jemand bis hierher durchgehalten. Danke.


    Viele Grüße
    Thorsten
     
  2. sonicwarrior

    sonicwarrior Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.08   #2
    Mal abgesehen davon, dass die SuperSaw seit Jahren völlig ausgelutscht wurde gibt es die aktuell direkt in (Hardware):

    - Roland SH-201
    - Roland V-Synth XT
    - Access Virus TI (als HyperSaw, haste ja schon selber gefunden)

    Da es aber nur mehrere gegeinander verstimmte Sägezahn-Wellen sind, dürfte man die mit einer Vielzahl anderer Synths/Sampler so ähnlich hinbekommen, jedenfalls wenn genug Schichten vorhanden sind. Mangels Interesse daran, habe ich das aber selber nie ausprobiert.

    Die Fragen sind meiner Meinung nach falsch gestellt:
    Was besser ist, liegt im Auge des Betrachters. Ob der JP-8000 für Dich up-to-date ist, liegt an Deinen Klangschrauber-Künsten. Wenn ich einen hätte, würde ich den auch benutzen und ich vermute, dass genuge Leute den auch immernoch einsetzen.

    "Der Klang" - vermutlich meinst Du damit die Klänge, die hip sind - ist ständig in Bewegung.
    Mit einem einzigen Gerät wirst Du eh nicht alles abdecken.
    Und: Ist es nicht langweilig immer hinterher zu rennen?

    Mach doch lieber Dein eigenes Ding.

    Ein Techno-Produzent benutzt das, was er sich leisten kann und was ihm klang- und bedientechnisch gefällt. So einfach ist das.

    Es gibt Talente, die holen aus den billigsten Kisten (und externen Effekten) den geilsten Sound raus.

    Allgemein kann man da keine Aussage treffen. Die besseren und vielseitigen Produzenten haben einen vielseitigen Gerätepark (vielseitig muss nicht gross heissen!) in dem alle wichtigen Syntheseformen enthalten sind.
    FM-Synthesizer, Analoge/Digitale Subtraktive (digital = VA) und Sampler sind die wichtigsten, die man haben sollte (gibt's bis auf die Analogen alle auch in Software). Additive Synthesizer sind für Leute geeginet, die viel Zeit mit dem Klangschrauben verbringen wollen. Wer wirklich sehr tief in die Klangsynthese eingreifen will, wird heutzutage eh zu Software greifen. Da gibt es dann Native Instruments Reaktor, Max/MSP, Pure Data und ähnliche Schweinereien, bei denen man Tage mit der Klangprogrammierung verbringen kann.

    Synthesetechnisch hat sich seit Jahren nicht viel getan, aber auch die alten Synthesen sind noch lange nicht ausgereizt.

    Oder kurz: Wenn Du SuperSaw willst, nimm das Original und hol Dir nen JP-8000.

    Wenn Du aktuellen Klang willst brauchst Du wesentlich mehr Equipment und solltest Dich intensiv mit den existierenden Syntheseformen auseinander setzen. Das ist harte Arbeit, soviel kann ich Dir schonmal sagen.
    Da würde ich eher empfehlen, erstmal Software zu probieren, statt Hardware.
    Wenn es ganz günstig sein soll: Es gibt mittlerweile etliche Linux-Distributionen, die sich auf Audio spezialisiert haben:
    Jacklab, UbuntuStudio, 64Studio, dynebolic sind da so die wichtigsten.
    Für Windows gibt es aber auch etliche Freeware. Für SuperSaw z.B. "Superwave P8".

    Für Techno ziemlich wichtig (grad für Live) sind auch Sequencer. Die können aber in Hardware auch schnell teuer werden (naja, in Software teilweise auch). Z.B. kostet der genOqs Octopus 2400 Euro.
    Eine günstigere Alternative sind hier die Electribes von Korg. EMX und ESX gibt es gebraucht schon ab ca. 400 Euro. Die ESX muss man selber mit Samples füttern, hat dann aber eine grössere Flexibilität.
    Muss dazu sagen, dass die Electribes nix für mich waren (zu eingeschränkt, z.B. nur Accent, statt kompletter Velocity, geht zwar über den Umweg Motion-Sequence, wird dann aber schwer kontrollierbar und unübersichtlich), aber das muss jeder selbst rausfinden.

    Aber brauchst Du wirklich schon ein neues Teil?
    Vielleicht sollteste erstmal den S-30 voll ausnutzen und eigene Sounds damit erstellen.

    Viele Leute machen den Fehler (ich selber auch oft genug) zu viele Geräte in zu kurzer Zeit zu kaufen und sich dadurch gar nicht richtig damit auseinander zu setzen.
    Das nennt man auch G.A.S. oder Gear Acquisition Syndrome und dem sollte man frühzeitig durch Vernunft entgegen wirken.

    Edit: Wie Du siehst habe ich gemessen an meinen Beiträgen wenig Karma-Punkte, schreibe also nach gängiger Logik nur Mist. Daher bitte nicht auf mich hören! ;)
     
  3. treblerotor

    treblerotor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.10.08   #3
    SuperSaw oder HyperSaw sind doch mehrere minimal gegeneinander verstimmte Sägezahnoszillatoren oder? Also mein Alesis Micron hat so was ähnliches, die nennen das "Unison Detuned" , geht mono bis zu den vorhandenen 8 Stimmen. Man muß halt die Saw-Wellenform verwenden, dann hat man Supersaw. Hab es probiert, klingt fett.

    Das nur als Antwort auf die Frage "Welche Synths können alle SuperSaw".
     
  4. Martman

    Martman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.10.08   #4
    Mit Unison ist es keine Kunst. So gesehen könnte sogar der MicroKorg mit 8 Sägezähnen rumtrancen, zumal SuperSaw & Co. sowieso zu fett sind, um Akkorde damit zu spielen. Der Trick ist, ein halbes oder gar ganzes Dutzend und mehr Sägezahn-Oszillatoren auf einer Stimme zu haben.


    Martman
     
  5. sonicwarrior

    sonicwarrior Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.10.08   #5
    Im Prinzip kriegt man das mehr oder weniger mit jedem polyphonen Synth mit Saw-Wellenform und Detuning hin (z.B. auch mit dem Yamaha FS1R).
    Wenn es aber "direkt" eingebaut ist (= als Wellenform), braucht man nicht rumfummeln (bis es richtig klingt) und spart sich Stimmen.

    Gibt es mittlerweile aufgrund des Hypes sogar für analoge Modularsysteme:
    http://www.cyndustries.com/modules_sawtooth.cfm

    In DIY gibt's auch nen Versuch, der aber irgendwie anders klingt:
    http://yusynth.net/Modular/EN/SAWANIM/index.html

    Von Doepfer gibt's mit dem A-137-2 Wave Mulitplier II auch ein in Planung befindliches Modul, was die Idee aufgreift:
    http://www.doepfer.de/a1372.htm
     
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