Synthesizer für Gitarrist gesucht

  • Ersteller DrLove95
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Das liegt vor allem daran, daß Synthesizer weit weniger wild behandelt werden als Gitarren. Daher gibt's bei Synths auch kein "Relic".
Im Rock & Roll gibt's keine Synthesizer. Im Punk gibt's keine Synthesizer. In den meisten anderen gitarrenlastigen Vollgas-Bretter-Genres gibt's auch keine Synthesizer. Mit Synthesizern wird nicht herumgesprungen und herumgewirbelt, und sie werden gemeinhin pfleglich behandelt,



Die virtuell-analogen Synths, die dir hier vorgeschlagen werden, sind sowieso gemeinhin keine Bühnentiere. Die wurden meist neu gekauft und direktweg ins Homerecording-Studio gestellt, das sie nie verlassen haben, und in dem sie alle Jubeljahre überhaupt mal bewegt wurden. (Du mußt sie ja nicht bewegen, um sie zu spielen.) Daß sie da mechanisch Schaden nehmen, ist extrem unwahrscheinlich.

Ja, und die ganzen Bilder, die der offizielle Access-Virus-Account postet, sind Fakes.


In einer Sache geb ich Martman aber recht. Relic bei Synth's ist nicht. Das liegt grundsätzlich daran, dass ein Synth ein Dasein auf destruktiven Bühnen der Welt nicht bis in die Kleinanzeigen überlebt.
Synth auf der Bühne gibt's sowieso nur in zwei Varianten - penibelste Schonung oder völlige Sorglosigkeit, abhängig von der Refinanzierbarkeit (welche wiederum abhängig vom Budget ist). Als Keyboarder hat man da auch relativ schnell ein Gespür für entwickelt.
Bei Nine Inch Nails gab's noch zu 90er-Zeiten den Moment, wo der Keyboarder kurz vor Set-Ende seinen Riser grösstenteils abbaute, um die teuren Modulars vor der Reznor'schen Zerstörung zu retten. Die heutigen Nails-Konzerte sind etwas gesitteter, auch Reznor hackt nicht mehr die Axt ins Piano, deshalb steht da mittlerweile auch was qualitatives - und wenn man mal wieder die Sau rauslässt, trifft's das 120€-Midikeyboard, das ist ruckzuck ersetzt.

Rammstein machen das ja ähnlich, da ist der Keyboardverschleiss bei mindestens 1 pro Show, trifft aber auch nur die 60€-Teile -
(ab 6:30)
- am Keyboardplatz stehen währenddessen Geräte wie Oberheim PG1000, Roland VR-760 oder Ensoniq ASR10, die nicht nur alle bereits vorm Kriech gebaut worden sind, sondern (gerade der Ensoniq) auch gern mal nur schon vom blossen Anschauen auseinanderfallen (nichtsdestotrotz ist der Mann damit 5 Jahre um den Globus getourt...). Die zündet man dann aber auch nicht an.


Die Ausnahme von der Regel bilden die meist von Indiebands und/oder Elektronikmuckern durch die Clubs geschleppten Teile, gerne auch mal gemoddet, mit Aufklebern zugepappt oder sonstwie personalisiert - aber wie gesagt, die sind a) meistens virtuell-analog oder Controller und keine < 1000 - Schiffe, also relativ preisgünstig und landen b) sowieso nicht in den Kleinanzeigen, sondern werden entweder kaputtgerockt oder liebevoll bis zum Exitus selbst gespielt...
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Ach ja, Empfehlungen.

Ich würde grundsätzlich erst mal die Frage behandeln, ob's mehr in Richtung Rompler oder Synth gehen soll - "authentische" Sounds vs. Schraubbarkeit sozusagen. Da Rechner / Interface und DAW vorhanden sind, ist der interne Sequenzer nicht unbedingt vonnöten... Ebenfalls sollte man noch der Frage ob Minikeys oder echte Keys nachgehen.

Mehr in Richtung Rompler gedacht wäre das naheliegendste Lösung der Yamaha MX49 (da steht btw. n gut erhaltener relativ günstig im Flohmarkt *hust*) oder für wenig mehr Kohle einen Roland Juno Di/DS oder MoX/MoXF - da hört's aber fast schon auf (nein, keine Empfehlung für den Korg Kross), der Gebrauchtmarkt bietet noch Einstiegstriton (LE), Fantom Xa, ältere Motifs, Tritons oder Fantoms oder die Korg X50. 90er-Synths wären fast schon eine Stufe zu reduziert, fürchte ich, sind aber billiger zu haben, man muss sich aber auch bewusst sein, da ist klanglich zwar Wumms drin, aber state of the art is was anderes...(8mb-speicher, zum vergleich, 7gb bei manchen heutigen workstations)

Wenn's klar um Schraubbarkeit geht, dann die erwähnte Mininova, mit Fullsizekeys die nahezu gleichausgestattete Ultranova, MicroKorg(XL)(+)(S) bzw. R3 (fullsizekeys), JD-Xi (Kopfaua), Sledge (teuer), Minilogue (auch nicht so günstig, dafür analog) oder Konsorten, da kenn ich mich dann aber weniger aus. Wirklich multitimbral (mehr als einen Sound gleichzeitig) können die im Gegensatz zu den Romplern fast alle nicht.


Die letzte Option wäre dann günstiges Masterkeyboard an den Rechner, aber da heisst es wiederum Rechner an, wenn gespielt wird, keine internen Sounds und der Markt bietet neben ein paar guten Sachen auch ziemlich viel Mist an...
 
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Die letzte Option wäre dann günstiges Masterkeyboard an den Rechner, aber da heisst es wiederum Rechner an, wenn gespielt wird, keine internen Sounds und der Markt bietet neben ein paar guten Sachen auch ziemlich viel Mist an...

Kannst du da was empfehlen? Bzw. was ist denn kein Mist?
 
Also ich kann den Microkorg XL+ wirklich empfehlen als Einsteiger kann man damit verdammt viel anfangen und er ist echt handlich^^
 
Also die genannten Songs sind sehr DX7-lastig also wäre es bestimmt mal gut den Yamaha Reface DX anzusehen bzw anzuspielen :)

Es gibt aber auch einige synths im lowbudget die sample-playback erlauben.
Weiters ein Korg Kingkorg hat wahnsinns fette Sounds also wäre möglicherweise auch geeignet. ;)
Korg Triton, weiters :)
 
Kannst du da was empfehlen? Bzw. was ist denn kein Mist?

Gute Frage.
Ich würd's mal von drei Faktoren her sehen:
-> die Tastatur - damit steht und fällt alles, denn ausstattungstechnisch geben sich die Geräte meist nicht allzuviel
-> Preis/Leistung - braucht man den überflüssigen Schickimicki, wo sind die Einsparungen und wie ist das Teil verarbeitet
-> Inklusivpaket - meist unwichtig, aber trotzdem gut zu wissen, manchmal ist da echt gutes Zeug dabei


Was ich NICHT empfehlen kann:

- alles, wo IK-Multimedia, Swissonic, Acorn, Fame, Medeli oder sonst ne Hausmarke draufsteht.
- alles, was beim antesten in grösseren Shops schon bei drauf rumtatschen absolut billig wirkt (jap, auch hier würde ich anspielen gehen, die unterschiede sind gross)
- alles, wo dir ne "VIP-Soundmanager"-Software drauf verkauft wird. Schrottdings und die Keys dazu sind auch nicht gut. (Akai Advance, Alesis VX, M-Audio CTRL)

Was ich unter Beachtung der Voraussetzungen empfehlen kann:

mit Minitasten:
- Akai LPK (Tastatur only) oder MPK (mit Pads und Knöpfen)
- M-Audio Keystation mini (selber im Einsatz, ganz gutes Ding)
- Korg MicroKey-Serie (bewährt, robust, vielseitig)
- KMI K-Board (anderer Ansatz, aber coole Features mit den touchsensitiven Tastern)

mit "normalen" Tasten:
- Alesis Q49/QX49 (kompakt und günstig, ganz okaye Tastatur)
- Alesis VI/V-Serie (mit oder ohne viele Controller, man muss die Tastatur mögen)
- Arturia Keylab-Serie (da gibt's beides, die einen sagen "Schrott", die anderen touren damit um die Welt, antesten wäre vielleicht ne Idee.
- Behringer UFX-Serie (die alte sei besser, sagen einige, aber die neue rote Serie ist auch ganz gut)
- M-Audio Oxygen- oder Keystation- Serie (günstig) oder die alte Axiom-Serie (die schwarzen, kein "Air", kein "Pro")
- Novation Impulse (gute Tastatur), Launchkey (Abletonspezialist) oder Remote (Vollausstattung) (beim Remote gehen beide Serien).
- Roland A-300/500/800 (nicht A-49).


das mal als groben Überblick. Antesten würde ich vorher trotzdem, weil mit der Tastatur und dem persönlichen Empfinden derer steht und fällt die Entscheidung.
 
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- alles, wo dir ne "VIP-Soundmanager"-Software drauf verkauft wird. Schrottdings und die Keys dazu sind auch nicht gut. (Akai Advance, Alesis VX, M-Audio CTRL)


...selbst wenn sie "XPand2" heisst und bloss einen Euro kostet... :whistle:
 
Die Ausnahme von der Regel bilden die meist von Indiebands und/oder Elektronikmuckern durch die Clubs geschleppten Teile, gerne auch mal gemoddet, mit Aufklebern zugepappt oder sonstwie personalisiert - aber wie gesagt, die sind a) meistens virtuell-analog oder Controller und keine < 1000 - Schiffe, also relativ preisgünstig und landen b) sowieso nicht in den Kleinanzeigen, sondern werden entweder kaputtgerockt oder liebevoll bis zum Exitus selbst gespielt...
Ausnahme von der Ausnahme ist wohl die immer wieder gern zitierte Roland TR-909 von Alec Empire (Atari Teenage Riot). Sieht aus wie Schwein, soll aber wohl noch tadellos funktionieren, und in gutem Zustand kostet das Modell auf dem Gebrauchtmarkt seit der Acid-, Techno- und House-Welle der frühen 90er ein Vielfaches des Neupreises. (Wahrscheinlich wäre Alecs 909-Ratte nochmal dreimal so teuer, wenn er sie veräußern würde...)


Martman
 
image.jpeg Wie siehts damit aus? Das ist der Setup von einem Bekannten von mir der nebenbei Gitarre spielt ...
 
Ein Juno alleine wird's nicht richten...
Da könnte sogar die Ultranova mehr.


:hat:
 
Ein Juno alleine wird's nicht richten...
Da könnte sogar die Ultranova mehr.


:hat:

Ja dachte ich auch. Aber mit vielen Bands die backing tracks fahren heutzutage fand ich diesen Juno only Setup ganz nice.
 
Der Wertverlust bei jüngeren digitalen Synthesizern kommt nicht vom mechanischen Verschleiß, sondern vom technologischen Fortschritt. Wenn du vor 20 Jahren eine Gitarre und eine Workstation für jeweils 4000 Mark gekauft und dann konserviert hättest, wäre die Gitarre immer noch mindestens soviel wert wie neu. Die Workstation wäre nur noch 500 € wert, weil sie hoffnungslos veraltet wäre.

Das ist was dran:

E-Gitarre von 1983 zum Preis von 399 DM erworben, um 2003 herum auf EBAY zu Euro 215,- vertickt. wenig wertverlust.
Roland VA-76 2001 zum Preis von >5000 gekauft, bringt heute um die 500,- Euro.
Daher baue ich mein Zeug in VHDL und portiere es auf die jeweils neueste HW :)

Zu der Frage des TE: Ich würde eine alte HW aus den 90ern holen. Der KORG MS2000 ist ein super Teil. Auch der Roland JP8080.
 
Also in meiner engeren Auswahl sind bis jetzt die Ultranova und JD-XI. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, was die jeweiligen Vorteile/Nachteile dem anderen Produkt gegenüber sind.

Über die Ultranova habe ich gelesen, dass die Integration in eine DAW super sein soll - gilt das für JD-XI gleichermaßen?

Irgendwie sieht die "Oberfläche" von JD-XI für mich sympathischer und simpler aus als bei der Ultranova :cool:
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein "Geheimtipp" wäre ein Korg R3.

:hat:
 
Ich versuche mich nun seit Tagen zu entscheiden :D

Kann mir jemand helfen, mir die Entscheidung zwischen JD-XI und Ultranova zu erleichtern?
 
Kann mir jemand helfen, mir die Entscheidung zwischen JD-XI und Ultranova zu erleichtern?
Die Ultranova hat normalgroße Tasten, der JD-XI hat verkleinerte Tasten.
Die Sounds im Ultranova sind ziemlich "speziell", per Computer kann man weitere Sounds reinladen, Sounds umsortieren, ist Aufwand. Sounds schrauben ist sehr zugänglich, weil alles am Gerät sehr gut erreichbar und einstellbar. Die Sounds sind aber nicht direkt mit Nummern aufrufbar. Zum schnellen Umschalten zwischen verschiedenen Sounds bräuchte man evtl. noch was externes. Den JD-XI kenne ich nicht aus der Praxis.
 
Der JD Xi besticht vor allem durch den Sequenzer, mit dem man schon Ideen einfangen, oder auch Live mal was abspielen kann. Die SN Synths sind mMn schon sehr nett, davon gibts zwei, plus den monophonen analog Part und den Drum Part. Die Ultranova würde ich nur vorziehen, wenns normal große Tasten sein müssen, bzw. wenn der Novation Sound explizit gesucht/bevorzugt wird.
 
Was könnte das denn sein? Tut mir Leid, ich bin noch nicht so drin im Thema..
Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Wenn man es mit dem Umschalten nicht eilig hat wie es z.B. die Live-Situation erfordern kann, so kann man direkt am Gerät am Patch Select Dial drehen, per [+]/[-] weiter schalten oder per Klangkategorien browsen.
 

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