Synthesizer Kaufempfehlung

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BlauerFrosch
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Ich verzichte jetzt mal auf die übliche Aufzählung, da ich die Auswahl schon eingegrenzt habe. Mein Problem ist eher ein Luxusproblem. Ich habe die folgenden Synthies angetestet, brauche aber noch eine Entscheidungshilfe. Bis jetzt besteht mein Setup aus einem Waldorf Blofeld + Midikeyboard.
Dieses Setup soll nun durch einen Synth ergänzt werden, mit dem ich vor allem Lead und Bassounds erzeugen will. In Frage kommen:

Moog Little Fatty
Dave Smith Mopho
Novation Ultranova
Roland Gaia

Bei den ersten beiden reizt mich der Analogsound, für die letzten beiden spricht die relative vielseitigkeit. Klar muss ich mich letzten endes selbst entscheiden, aber mal ein paar andere Meinungen zu hören schadet ja nicht.
Besten Dank

Daniel
 
Eigenschaft
 
Wenns jetzt "finden Sie den Fehler" heißen würde, wäre der letzte in der Liste genau das. Den Gaia würde ich da als erstes außen vor lassen. Klingt mir zu sehr nach Plastik und außerdem komisches Konzept: statt einen Synth mit 2 oder 3 Oszillatoren zu bauen, hat man gleich 3 komplette Synthis in einem (plus GM-Hupe), die man auch noch unterschiedlich einstellen kann/muss (oder synchron lassen kann). Dann noch diese billige Spielzeughaptik - das würde ich mir wirklich gut überlegen.

Du hast bereits einen VA und willst ihn ergänzen, in die Auswahl hast 2 analoge und 2 VAs genommen. Warum? Ich würde nur noch die beiden Analogen drinlassen, VA hast ja schon, und gerade bei Leads und Bässen spielen die schon ihre Stärken aus.

Moog vs. Mopho (ich hoffe, Du meinst das Mopho Keyboard und nicht die tastaturlose Schachtel) ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Der Moog ist ein recht einfach aufgebauter, aber gut klingender Synthi (den es auch ohne Tastatur gibt), der Mopho Keyboard hat neben dem ebenfalls sehr guten Grundklang doch etliche Möglichkeiten mehr zu bieten, was die Synthese angeht. Die Tastatur selbst gefiel mir beim Mopho besser, dafür sind dessen Regler wackeliger.
Vorteil Mopho Keyboard: Du stellst einen Mopho ohne keyboard dazu, hängst ihn an Polychain und hast einen duphonen Synth, der nicht viel Platz braucht. Oder einen Tetra, dann hast 5 Stimmen. Geht beim Moog ebenfalls, aber die Slim Phattys sind platzraubender (und auch teurer).

Den Moog hat man schnell durchschaut und auch ebenso flott eingestellt, da ist nicht viel dran, aber der Sound ist eben Moog. Einen Moog Prodigy kaufte man sich in den 80ern auch nicht wegen dessen komplexen Synthesemöglichkeiten, sondern weil er die bezahlbarste Alternative zum Minimoog darstellte und vom Sound her sehr dicht an diesen rankam.

Willst Du einen simplen und gut klingenden Synth, dann nimm den Moog. Willst Du aber auch gerne mal komplexe Sounds bauen, ist der Mopho möglicherweise die bessere Wahl. Wenn Bässe und Leads gleichzeitig gefragt sind lassen sich beide ja noch mit einem zweiten Modell erweitern.

Noch ein Wort zur Ultranova: die kann natürlich beides gleichzeitig, also Bässe und Leads zusammen, da multitimbral, aber ist von denen aus Deiner Liste das Gerät mit den wenigsten Knöpfen zum Schrauben. Vom Sound her meiner Meinung nach dem Gaia weit voraus, mal abgesehen von der Anfass- und Bedienqualität.

Ich rate Dir zu einem der beiden Analogen, die haben Knöppe statt Menüs mit Softbuttons. Da bekommt das Klangschrauben gleich eine ganz andere Qualität.
 
Gut, damit hast du mich zumindestens in der Grundrichtung bestätigt. Obwohl ich gerade das Konzept vom Gaia (3 parallele Oszilatoren) mal ganz spannend fand. Allerdings hat man beim test im laden ja nie die Zeit um da wirklich die Sinnhaftigkeit und die Möglichkeiten von sowas auszutesten. Bezüglich der Haptik stimme ich dir aber zu.
Ob Keyboard oder Expanderversion beim Mopho weiß ich noch nicht. letzlich läuft es ja auf den gleichen Preis hinaus ob man sich noch ne vernünftige Tastaturdazu holt, oder das gleich in einer einheit kauft. Bei der Größe kann man auch nicht mit dem Transport argumentieren.
Bleibt natürlich noch das Problem vonwegen Moogsound Vs. Vielseitigkeit.
Ich werd da nochmal in mich gehen ;)

Danke bis hier
 
Das Konzept mit den 3 Oszillatoren gibts anderswo besser, zB Novation (Super)Nova, KS-Serie etc., und auch in besserer mechanischer Qualität. Beim Gaia sind das ja 3 komplett getrennte 1Osc-Synthis, was ich persönlich etwas unsinnig empfinde. Wenn Gebrauchtkauf auch ginge, wäre eine Nova, Supernova oder KS-4/5/Rack auch eine Idee. Nova/Supernova sind die Vorgänger der Ultranova, aber mit deutlich mehr Knöpfen zum Klangschrauben. KS ist ähnlich, allerdings nur halb VA: Die Oszillatoren haben Samples als Wellenformen, aber für Leads und Bässe sind die Dinger sehr brauchbar. Hab selbst noch einen KS Rack ungenutzt rumstehen derzeit.

Moog vs. Mopho ist auch eine Preisfrage, das hatte ich etwas außer Acht gelassen. Vom Preis-Leistungsverhältnis her ist das Mopho Keyboard so gut wie nicht zu toppen, bedenkt man die Tatsache, daß es sich dabei um einen echten Analogen handelt. Und einen Sequenzer gibts noch gratis dazu. Der Moog bietet das alles nicht und ist deutlich teurer, da müßte man schon die tastaturlose Version nehmen (Slim Phatty).

Moog-Sound hin oder her, ich bin da Prodigy-Fan, und in dieser Hinsicht fand ich den Little Phatty nicht so überragend, das kleine gelbe Biest (Mopho Keyboard) hat mich im Laden deutlich mehr angesprochen, dabei mag ich bei Analog lieber die einfachen, übersichtlichen Teile.

Wenn Du Dir einen Mopho zulegen willst, dann nimm unbedingt die Tastaturversion. Das Modul macht beim Klangschrauben lange nicht so einen Spaß.
 
Nachtrag, weil ganz vergessen und nicht unwichtig: Wenn Du den Direktzugriff auf die Parameter bevorzugt, ist der Mopho Key ebenfalls die bessere Wahl. Der Moog hat pro Sektion einen Dreh-Encoder und muß den zu ändernden Parameter per Tastendruck zugewiesen bekommen. Beim Mopho Key hast Du die ganzen syntheserelevanten Parameter im Direktzugriff, selbst wenn Du zwischen den Oszillatoreneben und Envelopes umschalten mußt.
 

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