SZ-Artikel: "Was nicht knallt, hat keine Chance"

von ars ultima, 22.01.08.

  1. ars ultima

    ars ultima HCA Recording HCA

    Im Board seit:
    19.03.05
    Zuletzt hier:
    21.11.14
    Beiträge:
    16.702
    Ort:
    Düsseldorf
    Zustimmungen:
    867
    Kekse:
    36.410
    Erstellt: 22.01.08   #1
    Über dem Titel der Süddeutschen steht immer ein Teaser für einen bestimmten Artikel. Am Freitag, 18. Januar, las ich dort: "Nur noch laut: Warum Musik immer schlechter klingt". Hab dann auch gleich zum Feuilleton geblättert. Wirklich ein großer Artikel zu einem Thema, das hier wohl auch so manche interessiert. Und es ist interessant zu lesen, dass dieses Thema dann auch für die Masse aufbereitet wird (wobei man jetzt drüber streiten kann, inwiefern der Feuilleton der Süddeutschen Zeitung ein Massenpublikum erreicht), und nicht nur z.B. in Toningenieur-Fachkreisen.

    Es geht eben um das Ende der Dynamik aufgrund massiver Kompression bei heutigen Popmusik-Produktionen. Ich hab ihn heute auch online gefunden:
    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/416665/TrkHomeMagTsr3

    Wie seht ihr das? Ich muss zugeben, dass ich selbst auch dazu neige, stark zu komprimieren. Gerade als Anfänger hat man eben das Gefühl, dass ein Song so viel besser klingt, wobei man dabei eben eine ansonsten schlechte Produktion fürs erste kaschieren kann. Und er „professioneller“ klingt. Im Text steht ja auch, dass man an der Welleform oft erst das ganze Ausmaß sieht. Da erschrecke ich mich manchmal auch, wenn ich mir so manche Produktion „ansehe“. Bei manchen Songs hört man auch extrem, dass ein „ruhiges Intro“ nur mit Akustikgitarre und sanftem Gesang genauso laut ist wie der anschließende Einsatz der kompletten Band samt brüllendem Sänger. Umgekehrt vermisse ich dann aber doch in manchen Situationen eine stärkere Kompressionen, nämlich beim Hören von Klassik in lauterer Umgebung (Auto, MP-3Player in der Bahn).
     
  2. rumbaclave

    rumbaclave Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    06.07.05
    Zuletzt hier:
    25.12.12
    Beiträge:
    1.833
    Ort:
    Großraum Stuttgart
    Zustimmungen:
    13
    Kekse:
    2.272
    Erstellt: 22.01.08   #2
    Der Artikel ist sehr lesenswert. Er erklärt auch dem Laien, der sich mit dieser Problematik noch nie befasst hat, in verständlicher Form um was es geht.

    Beim Pop sehe ich die Schlacht als verloren an, beim Jazz und bei der Klassik wird sie es bald sein - auch die Gentechnik will keiner und sie kommt.

    Ob die Jazz- und Klassikhörer - eher der Leserkreis der genannten Zeitung - die Tonstudios in ihrem Tun werden aufhalten können? Immerhin sind das nicht die Leute, die ihre Musik offen über den Handylautsprecher anhören.

    mfg
     
  3. Koebes

    Koebes Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    02.03.07
    Zuletzt hier:
    25.11.16
    Beiträge:
    2.520
    Zustimmungen:
    279
    Kekse:
    16.337
    Erstellt: 22.01.08   #3
    Hochinteressanter Artikel, das. Ich neige ja selber dazu, den Kompressor auf 11 aufzudrehen, weil es dann doch mehr schiebt. Aber andererseits wird doch das produziert, was gefällt und die Kompressionsmonster kamen ja z.T. auch aus der etwas härteren Rockmusik. Bob Rocks Produktionen komprimieren stark. Und die wurden lange Zeit als Referenzproduktionen bezeichnet, die Nachwuchsmischer orientieren sich daran und schwups! komprimiert alles bis zum es-geht-nicht-mehr.

    Radios legen noch einmal einen zweiten Kompressor drauf und verstärken den Effekt noch.

    Aber ist denn stärkere Komprimierung wirklich so schlecht für die Musik? Wenn ein Stück per se starke Dynamik besitzt, wird der Charakter des Stückes auf der Aufnahme nicht mehr wiedergegeben, aber wenn Slayer ihren Metal rocken, dann sollte das die ganze Zeit hart an der 0 db Grenze sein, damit es amtlich in der Rübe zuckt. Manche Musik gehört einfach brutal rechteckig. Bei Bob Dylan sieht die Sache anders aus. Gabber Techno mit 20 db Dynamik wäre aber auch nicht tanzbar.

    Ich würed starke Kompression nicht generell verteufeln. Die Loudness-Schlacht treibt sicherlich bizarre Blüten, aber auch dieser Trend wird sich wieder gesundschrumpfen, momentan ist halt 0 db angesagt. Wird das nicht genauso wieder aus der Mode kommen, wie die lustigen Snaredrums aus den 80ern und die extremen Gate-Halls auf den Bassdrums?
     
  4. ambee

    ambee Mod Emeritus Ex-Moderator

    Im Board seit:
    20.03.06
    Beiträge:
    3.731
    Ort:
    Günzburg/München
    Zustimmungen:
    882
    Kekse:
    24.643
    Erstellt: 22.01.08   #4
    ich hab erst vor kurzem einen vortrag eines studiochefs darüber gehört, seiner meinung nach geht der trend ganz langsam wieder zurück geht zu besser klingender musik mit mehr dynamik. erfahrene leute bekommen auch laute mischungen mit genug klang und dynamik hin, er betrachtet es als zusätzliche herausforderung.

    ich denke man muss auch unterscheiden zwischen technischer und klanglicher kompression, nur weil das peak-meter eine durchgehende lautstärke anzeigt kann man nicht darauf schließen wie es klingt. es gibt geräte die bei richtigem einsatz den pegel technisch um ein paar dB verringern, ohne klangliche beeinflussung oder einbußen.
     
  5. DonStefano

    DonStefano Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    30.05.04
    Zuletzt hier:
    31.01.12
    Beiträge:
    312
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    164
    Erstellt: 22.01.08   #5
    kurz meine 5 cent dazu:
    ich war noch nie ein fan von übermäßiger kompression, daher benutzt ich den kompressor "nur" zum abfangen von pegelspitzen oder wenn der effekt gewollt ist, zb eine cleane e-gitarre mit einem bass-anschlag und melodie anschlägen klingt stark kompremiert sehr geil.
    hab früher mal über meinen endmix alles platt gebügelt und dann wieder normalisiert und dann wars immer noch nicht die wellenwurst die man so kennt wenn man mal kommerzielle rock/pop songs analysiert also noch kompressor nochmal den limiter runterregeln am ende vom lied war die spur zwar schön ausgefüllt (vom rein optischen her) jedoch war alles leblos matt - seit dem geh ich nur noch nach gehör

    edit: nein lautheit ist für mich rein subjektiv kein kriterium für etwas klanglich ansprechendes

    und:

    ich weiß das klingt etwa verallgemeinert aber: Nur ein ausgeschalteter EQ ist ein guter EQ - lässt sich auch wunderbar auf den Kompressor anwenden
     
  6. Deftoner

    Deftoner Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    28.10.04
    Zuletzt hier:
    30.01.12
    Beiträge:
    185
    Ort:
    Into a fly
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    90
    Erstellt: 23.01.08   #6
    Oha das ist ja mal die provakanteste These, die ich seit langem gehört habe :)

    Ich muss dir leider aufs schärfste widersprechen!

    Ich denke mal du willst damit aussagen:
    "Ein gut aufgenommenes Signal braucht weder EQ noch Kompressor, da es schon alleine gut klingt. Wenn man solche Hilfsmittel braucht, sollte man lieber an seinen Aufnahmefähigkeiten arbeiten."
    Naja den Tontechniker will ich mal sehen, der solche Aufnahmen hin kriegt.

    Zum EQ:
    Equalizer = Entzerrer
    Die eigentlich Aufgabe eines EQ's ist im Studio genau wie im Live-Bereich Stör- und Resonanzfrequenzen zu filtern.
    Störfrequenzen lassen sich durch richtige Mikrofonauswahl und Positionierung natürlich minimieren. Vorrausgesetzt man arbeitet mit extrem guten Instrumenten und Musikern.
    Was sich jedoch praktisch nicht verhindern lässt, sind Resonanzfrequenzen!
    Oder nimmst du immer bei Sennheiser im Schalltoten Raum auf?
    Klar gibt es einige Räume die für bestimmte Sachen extrem geil klingen, aber in einem Raum wo ein Insrument geil klingt, klingen halt evtl. alle anderen Instrumente scheiße.

    Das weiteren gibt es ja noch das nicht zu unterschätzende Thema Frequenzsstaffellung.
    Nur mit Mikros ist das wohl kaum machbar.

    Zum kompressor und damit fast Back to Topic:
    Der Kompressor ist dein Freund!
    Da ich mich vor einer Stunde schon dazu ausgelassen habe, verweise ich einfach mal auf diese Thema:
    https://www.musiker-board.de/vb/knowhow/254452-muss-denn-immer-kompressor-sein.html


    to Topic:
    Ich möchte jetzt nicht die totale Kompression gut heißen, mich nervt das besonders im Radio teilweise auch, aber einige Passagen in diesem Artikel sind einfach sachlich falsch:

    "Die Folge: Es geht verloren, was seit jeher neben der Tonhöhenveränderung eines der wichtigsten Gestaltungsmittel von Musik ist, die unterschiedliche Stärke, mit der die Töne gespielt werden können. All das also, woraus die "Dynamik" eines Stücks entsteht und wofür die notierte Musik ein festes Repertoire an Stärkegraden (von fortissimo bis pianissimo) und Ausdrucksbezeichnungen (von amabile/liebenswürdig bis zu tremolando/zitternd) besitzt."

    Wie ich im anderen Thread bereits sagte:
    Das menschliche Ohr ist sehr wohl dazu in der Lage auch ohne Lautstärkeunterschiede zwischen fortissimo und pianissimo zu unterscheiden!

    Wenn ein Stück wirklich gut gemastert ist, sprich nichts pumpt und der Bassbereich trotzdem knackig ist, dann finde ich es nicht schlimm, wenn die Wellenform eine einzige Wurst ist.
    Man kann es auch als zusätzliche Herausforderung ansehen, ein Stück laut und trotzdem gut zu mastern.

    Es laufen viel wichtigere Sachen in der Musik-Industrie schief, da ist zu lautes Mastern wirklich das kleinste Problem:screwy:
     
  7. Navar

    Navar Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    08.07.04
    Zuletzt hier:
    2.12.16
    Beiträge:
    1.904
    Ort:
    Irgendwo im Nirgendwo
    Zustimmungen:
    155
    Kekse:
    6.402
    Erstellt: 23.01.08   #7
    Natürlich ist das menschliche Ohr dazu in der Lage auch ohne Lautstärkeunterschiede Dynamik zu unterscheiden, du nimmst ihm aber trotzdem ein wichtiges Entscheidungskriterium.
    "Schuld" daran ist auch nicht der Hörer, der immer lautere Musik haben wollte sondern die Musik - Massenmedien, die für eine angenehmere Übertragung eine gleichmäßige Lautstärke brauchen, sonst schaltet das Publikum weg.

    Ich bin auch ein Freund druckvoller Musik, ich mag zum Beispiel Tool, auch wenn das nun wirklich absolut totkomprimiert und schon über dem Limit produziert ist.

    Aber vielen Dank für den Link zu dem Artikel, ich finde ihn wirklich gelungen.

    Ich suche ja schon seit ich hier im Board bin nach einer passenden Signatur... ich glaub ich hab sie... Kompressor ist Krieg! :-)

    Vielleicht noch so am Rande eine kleine Begebenheit die bedingt etwas mit dem Thema zu tun hat...
    Ich habe vor kurzem mit einem Livetechniker bei einem Festival zusammen gearbeitet, der ebenfalls bewusst nicht die Lautstärke bis zum äußersten ausreizt und da passierte etwas was ich so sehr selten erlebt habe... einige Zuhörer kamen nach dem Konzert zum FOH und haben sich bei dem Techniker für den tollen Sound bedankt und dass es nicht so quälend laut war, wie bei den anderen Bands an dem Abend.
     
  8. Badga

    Badga Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    18.10.05
    Zuletzt hier:
    28.11.12
    Beiträge:
    679
    Ort:
    Oelde, Westfalen
    Zustimmungen:
    2
    Kekse:
    1.118
    Erstellt: 23.01.08   #8
    Ich muss auch sagen, ein sehr interessanter, und auch gut geschriebener Artikel. Allerdings muss ich auch, wie schon einige andere hier sagen, dass ich persönlich bei meinen Produktionen recht stark komprimiere. Das kommt allerdings daher, dass die Kompression ein zusätzliches Mittel zum Ausdruck der Musik ist. Es ist größtenteils ziemlich harter Metal, wo starke Kompression teilweise gewünscht sein kann.

    Absolut zustimmen kann ich allerdings generell zum Lautheitswahn. Viele Song finde ich im Radio leblos und damit auch nicht hörenswert. Speziell wenn die Musik von Dynamik lebt (z.B. zart gespieltes Piano Intro). Und auch bei der Frage der Hörgewohnheiten muss ich leider zustimmen, MP3 ist falsch eingesetzt meiner Meinung nach der Tod eines Songs. Aber die Leute müssen halt davon leben, und wenn die breite Masse nicht mehr im Geringsten Maße audiophil ist, dann passiert so etwas. Vielleicht hoffen sie auch durch die dadurch entstehende Wucht oder Druck hinter dem Song doch noch ein paar Plattenverkäufe und nicht nur (illegale) Downloads zu erzielen. Musik wird nicht mehr als zu bezahlendes Gut angesehen, damit sinkt mit Sicherheit auch der Anspruch an deren klanglicher Qualität. Es muss nebenbei hörbar sein --> starke Kompression.

    Traurig, aber wahr, es ist wie mit so vielem: richtig eingesetzt kann starke Kompression dienlich sein, aber bei manchen Sachen gehört einfach ein gewisser Dynamikwert dazu.

    MfG Badga
     
  9. DonStefano

    DonStefano Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    30.05.04
    Zuletzt hier:
    31.01.12
    Beiträge:
    312
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    164
    Erstellt: 23.01.08   #9
    @DEFTONER
    also das was ich gesagt habe war natürlich überspitzt und provokant und gebe dir völlig recht, sowohl der eq als auch der kompressor sind freunde, ich freue mich wenn ich einen gutklingenden hab und wenn er genau das macht was ich will - ich benutze ja auch eq kompressoren enhancer exicter delays und pipapo und das möchte ich ja gar nicht mehr missen - jedoch halte ich es für falsch stupid einen kompressor zu fahren ohne auf das ergebnis zu hören, dann doch lieber ohne. Und das selbige gilt für den EQ - natürlich ist es oberste Pflicht das trockene Signal so gut klingend wie möglich aufs "band" zu bekommen und DANN nach GEHÖR einen Eq zu fahren - aber ich habs schon erlebt, dass Leute sowohl bei BassDrum als auch beim Bass einfach mal von 40hz-200hz 6-7 oder 9 db geboostet haben mit der Begründung: Dann drückts mehr! Gut ja kann ja sein aber das alles ohne einmal vorher probegehört zu haben.
    also um mich nochmal kurz zu fassen:
    ich habe nichts gegen Dynamik und Klangbearbeitungstools.
    Ich finde ein dezenter Einsatz immer mit dem Ohr aufs Ergebnis ist obligatorisch.
    Ich denke jedoch auch, dass heutzutage der fokus einer bearbeitung nicht mehr auf der Musik, Dynamik, Bewegeung, Spannungsbogen usw liegt, sondern dass vieeel zu sehr darauf geschaut wird, dass es "drückt".
    Just my 5 cents
     
  10. dasmoermel

    dasmoermel Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.02.06
    Zuletzt hier:
    21.12.11
    Beiträge:
    87
    Ort:
    Rostock
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    63
    Erstellt: 23.01.08   #10
    Hey!

    Vielen Dank für diesen Artikel....ist echt intressant.

    Ich persönlich stehe auch eher auf einen Sound ala Pink Floyd o.ä. wo man dann bei den leisen Passagen lauter dreht und einem dann, wenn es wieder voll zur Sache geht, fast die Ohren abfallen.
    Ich finde, sowas macht die Musik erst richtig lebendig.

    Es ist ja auch nicht nur die Dynamikmanipulation durch Kompressoren, die mich nervt.
    Was heutzutage ja auch gerne genutzt wird sind solch tolle tools, die aus einem Sänger mit absolut mieser Intonation einen Topsänger machen....Juli ist das beste Beispiel...
    Als ich da mal nen Konzi im TVgesehen hab, bin ich fast aus den Latschen gekippt...so schief wie die gesungen hat...

    Es ist einfach nur Schade, dass es bei der (Pop)Musik heute nur noch um Zahlen und Plattenverkäufe geht. Die Qulität der Musik gerät dabei komplett ins Hintertreffen.
    Es wird doch eigendlich garnicht mehr so sehr auf die Qulität der einzelnen Künstler geachtet...
    dieses "laut is geil" lenkt doch mMn nur noch vom eigendlichen Können der Künstler ab.
    Heutzutage kann jeder ne Platte aufnehmen, dazu muss er noch net mal singen können...

    lg, der marc :-)
     
  11. DonStefano

    DonStefano Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    30.05.04
    Zuletzt hier:
    31.01.12
    Beiträge:
    312
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    164
    Erstellt: 23.01.08   #11
    warum hat juli denn live nicht einen intonationskorrekteur ala antares eingesetzt....?

    abba nun gut das geht zu weit
     
  12. Kiview

    Kiview Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    06.04.04
    Zuletzt hier:
    31.07.16
    Beiträge:
    1.904
    Ort:
    Gelsenkirchen
    Zustimmungen:
    56
    Kekse:
    2.059
    Erstellt: 23.01.08   #12
    Hab mich letztens mit nem Kollegen drüber unterhalten und ich seh das genauso wie du.
    Es kommt immer auf die Musik an. Bei mordernen Metal-Produktionen, empfinde ich das Ganze nicht unbedingt als Nachteil.
    Da finde ich andere Sachen deutlich dynamik beeinflussender, z.B. mördermäßig verzerrte Gitarren oder getriggerte Drums. Dadurch geht doch viel mehr Dynamik verloren, das Mastering setzt dem dann nurnoch die Spitze auf. Und für den erstrebten Sound geht das Ganze eigentlich noch in Ordnung, finde ich.

    Beim Homerecording neige ich auch eher zu leicht aufgeblasenem Mastering, man will ja bisschen beeindrucken, was man mit Homerecording so auf die Beine stellen kann^^
    Noch dazu, bei modelierten Gitarren und Drums VSTi's seh ich die wahren Dynamikprobleme da auch wieder ganz woanders.
     
  13. IMN

    IMN Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    07.04.05
    Zuletzt hier:
    13.11.16
    Beiträge:
    644
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    207
    Erstellt: 23.01.08   #13
    Wirklich sehr lesenswerter Artikel!

    Aber man merkt - als Schüler - ziemlich gut, wie einen das "Problem" verfolgt.
    Man sitzt morgens in Bus, stöpselt sich seine 20-Euro Ohrhörer ins Ohr und macht die Augen zu. Angenehm. Zwei Haltestellen weiter steigen zwei kleine 6.-Klässler ein, die sich so lautstark im Bus unterhalten, dass jegliches Umsetzen, trotz doppelter Buslänge wie üblich, zwecklos wäre. Was tun? Die Lautstärke seines MP3-Players erhöhen... nun tut es zwar fast schon in den Ohren weh, aber wenigstens hat man so seine Ruhe.
    Jedenfalls solange, bis eine leise gespielte Stelle eintritt. Dann schaltet man aufs nächste Lied, weil die provokativen Stimmen der 6.-Klässler jetzt wieder freien Zugang zum Hörorgan haben.

    Für so eine Situation hat man im Prinzip nur drei Möglichkeiten. Entweder man findet sich damit ab, oder man hört nur noch stark komprimierte Musik, oder man kauft sich nach außen hin gedämmte Ohrhörer.
    Und genau das ist meiner Meinung nach schon mal ein guter Schritt der Industrie. Das soll kein Product Placement sein, aber mit den "neuen" Ohrhörern hat man erstens kaum noch Probleme mit der Umgebungslautstärke und zweitens schützt man - besonders wichtig für Musiker :) - sein Gehör.
     
  14. Ingo Ladiges

    Ingo Ladiges Gesperrter Benutzer

    Im Board seit:
    19.05.07
    Zuletzt hier:
    29.11.15
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    2
    Kekse:
    2.780
    Erstellt: 24.01.08   #14
    Was mich am Radio nervt,ist neben den totkomprimierten Nummern vor allem die ewige Solorausschneiderei.
    Z.B. Bon Jovis bed of roses,mag ja vielleicht nicht jedermanns Geschmack treffen,aber die Jungs wissen,wie man so etwas macht und können es einfach.
    Und dann kommt da ne Bridge hinterm 2. Refrain,die ordentlich Spannung aufbaut ,die sich eigentlich dann in nem tollen Solo wieder abbaut.
    Und was machen die ??
    Ohne jedes Gefühl und Verständnis für Musik werden da ein paar Sekunden gespart und die Nummer total entstellt.
    Das geht mir echt auf den Geist.
    Was soll man da erwarten ??
    Ahnung,wie Musik klingen soll ??
    Ich sage immer : Musik ist wie Wurst herstellen.
    Wenn ne Firma merkt,dass ihre Wurst nicht mehr gekauft wird,ändern sie so lange die Geschmacksrichtung,bis es den Leuten wieder schmeckt.
    Und die Radiosender werden solche Schneidereien und den Kompressionswahn spätestens dann lassen,wenn die Masse es nicht mehr hören will und nen anderen Sender wählt.
    Ich komprimiere auch gerne die Summe,aber immer so,dass es möglichst nicht auffällt,also kein Pumpen und in die Knie gehen.
    Was man da so im Radio hört,hat ja teilweise die Dynamik eines Sinustons.....

    Gruss
    Ingo
     
  15. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

    Im Board seit:
    09.11.03
    Beiträge:
    16.141
    Zustimmungen:
    1.113
    Kekse:
    49.592
    Erstellt: 24.01.08   #15
    Das Problem gibt es, seit es "private" Rundfunk- und Fernsehsender geben darf. Im "befreiten" Markt kämpft jeder um Einschaltquoten. Die lassen sich nur aus der Masse herstellen und die Masse reagiert erfahrungsgemäß auf das lauteste Marktgeschrei. Hauptsache, es klingt auch noch aus dem billigsten Gerät laut.

    Was für mich dabei ein absolutes Phänomen ist: Seit Beginn von Schallplatten, VErstärkern, Lautsprechern und Bandmaschinen wurden über Jahrzehnte extreme Verbesserungen geschaffen. UNd was passiert? Man spielt sich seine Lieblingssongs auf dem Handy vor in einer Qualität, die selbst von einem 20-DM- Taschenradio der 60er Jahre um Längen getoppt wird.
     
  16. Ingo Ladiges

    Ingo Ladiges Gesperrter Benutzer

    Im Board seit:
    19.05.07
    Zuletzt hier:
    29.11.15
    Beiträge:
    1.091
    Zustimmungen:
    2
    Kekse:
    2.780
    Erstellt: 24.01.08   #16
    höhöhö,ja,kann man so sagen.
    Aber wer hat heute noch ein 60er Jahre Radio ??
    Vielleicht noch `n paar Maler und die haben in nem leeren Haus oft nen guten Klang mit ihrer alten Pumpe.
    Ausserdem : versuch mal mit nem Radio zu telefonnieren.....
    Ich frage mich ja,was die in Handys noch alles reinpacken wollen,nach Camera,bluetooth,MP3 Player
    und grösserem Speicher als mein PC vielleicht noch ne Kaffemaschine ??

    Gruss
    Ingo
     
  17. IMN

    IMN Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    07.04.05
    Zuletzt hier:
    13.11.16
    Beiträge:
    644
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    207
    Erstellt: 24.01.08   #17
    ne kaffeemaschine wär dann aber wenigstens mal was nützliches :D
    ich find das auch schlimm mit den handys... aber das zeigt auch, welcher musikkultur die musikqualität egal ist... man hört nämlich zu 99% immer die gleiche art von musik aus handys... :screwy:
     
  18. Kfir

    Kfir HCA Recording Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    24.10.04
    Zuletzt hier:
    4.03.14
    Beiträge:
    3.174
    Ort:
    Plochingen (Stuttgart/Esslingen)
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    5.730
    Erstellt: 24.01.08   #18
    Aus dem Grund ist die Diskussion über (zu wenig) Dynamik in der Musik ja auch vollkommen an der Realität vorbei.
     
  19. the_seeker

    the_seeker Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.11.06
    Zuletzt hier:
    11.09.09
    Beiträge:
    78
    Ort:
    Kreis Viersen
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    97
    Erstellt: 24.01.08   #19
    ganz meine meinung. wer regt sich schon über die kompression und die fehlende dynamik auf? nur freaks wie wir... tschuldigung musikkenner wie wir:great:
    masse bringt geld.

    ich würde lieber darüber diskutieren wollen, warum leute so ein scheiß hören und kein plan von richtig guter muke haben
     
  20. Kfir

    Kfir HCA Recording Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    24.10.04
    Zuletzt hier:
    4.03.14
    Beiträge:
    3.174
    Ort:
    Plochingen (Stuttgart/Esslingen)
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    5.730
    Erstellt: 24.01.08   #20
    Ach...nee, lass mal. Das ist zum einen einfach subjetiv (was ist gute Musik?), und zum anderen bin ich die Diskussion warum das so ist ziemlich leid :o
     
Die Seite wird geladen...

mapping