Theorieeinstieg nach 15 Jahren Gitarre?

von Shredator22, 01.04.20.

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  1. Shredator22

    Shredator22 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.20   #1
    Hallo liebe Leute :),

    da ich mich momentan vor einer kleinen persönlichen Sinneskrise wiederfinde, wende ich mich an euch, in der Hoffnung, hier ein paar Denkanstöße und Tipps zu bekommen.
    Zunächst folgt eine kurze Zusammenfassung meines musikalischen Werdegangs, damit sich auch jeder ein grobes Bild meines aktuellen Wissensstands machen kann:

    Wenn man denn so will, spiele ich nun seit ca. 15 Jahren aktiv Gitarre, angefangen im zarten Alter von ca. 12 Jahren mit meiner ersten Akustikgitarre inklusive begleitendem Einsteigerunterricht.
    Dieser Unterricht bestand zu großen Teilen daraus, einfache Lieder und Melodien nachzuspielen und die grundlegensten Noten zu erlernen.

    Mit der beginnenden Pubertät hat es mich dann nach ca. einem Jahr auch schon zur E-Gitarre gezogen, für welche ich zunächst auch Einzelunterricht - in einer anderen Musikschule - bekam und stets mit regem Interesse eigenständig übte.
    Im Gegensatz zum Unterricht mit der Akustikgitarre, griff dieser Lehrer sofort auf Tabulatoren zurück, was mir zu diesem Zeitpunkt einfach günstiger und zielführender für meine Ziele erschien.
    "Mal eben schnell ein paar Lieder lernen", denn was wollte ich denn erstmal mehr, als die Songs meiner Lieblingsband nachspielen zu können?
    Ausserdem waren die Unterrichtsinhalte eher Metal- und Rocklastig, schlugen damit also sowieso voll in die Kerbe meiner Interessen.
    Meiner Einschätzung nach hatte ich gute Fortschritte, wenn auch nicht überragende. Ich hatte einige Kollegen im gleichen Alter, die meiner Meinung nach schon viel versierter am Instrument rüberkamen.
    Das habe ich dann aber eher als ansporn gesehen besser zu werden.

    Der Unterricht mit der E-Gitarre dauerte ca. 1 1/2 Jahre, bis mein Gitarrenlehrer aufgrund privater Umstände seine Schülerschaft kürzen musste und ich fortan auf mich allein gestellt war.
    Anstatt mir einen neuen Lehrer zu suchen, habe ich mich für die autodidaktische Methode entschieden, denn so konnte ich mir schließlich auch selbst aussuchen, was mir da so über Griffbrett rutscht.
    Gesagt getan, klappte das auch zunächst recht gut und ich habe, wie sicherliche viele andere in meiner Situation auch, Songs aus den verschiedensten Genres meiner Gusto anhand von Tabs auswendig gelernt und mit großem Spaß nachgespielt.
    Hier und da gab es natürlich auch mal das ein oder andere Techniktutorial.

    So strichten die Jahre ins Lands und ich bemerkte irgendwann einfach, dass ich total stagniere und eigentlich gar nicht so richtig weiß, was ich dort auf dem Griffbrett tue, ausser das Auswendiggelernte umzusetzen. Von der Notenlehre aus meinem Akustikgitarrenunterricht ist bis dato auch nicht wirklich was hängen geblieben. Das lies meine Begeisterung zunächst aber nicht abschwächen, denn es machte mir trotzdem noch großen Spass, die Lieder meiner meiner Vorbilder auf meiner eigenen Gitarre im "Kinderzimmer" nachzuspielen. Und es gelang mir ja schließlich auch, etwas komplexere zu spielen.

    Dann jedoch, kam der große Cut. Nicht nur, dass ich technisch eine lange Zeit auf dem selben Stand geblieben bin. Es kam hinzu, dass ich immer noch auf meinem Einsteigerequipment spielte und bis dato einfach keinen Cent in mein Hobby investiert hatte.
    Finanziell konnte ich es mir damals noch nicht erlauben etwas besseres zu kaufen. Meiner Einschätzung nach was aber der größte Knackpunkt mein nicht vorhandenes technisches Verständnis für das Instrument und dessen Perpherie. Der für mich scheinbar undurchdringbare Dschungel an Technik lies mich zu guter Letzt die Lust am weiterlernen verlieren. Und so habe ich das Gitarre spielen von nun an für ca. 3 Jahre komplett an den Nagel gehangen und keinerlei Fortschritte mehr erziehlt.

    Der Wendepunkt kam dann, als der Onkel meiner Freundin - seines Zeichens eingefleischter Musiker und Gitarrenenthusiast - meiner Leidenschaft neues Feuer entfachen konnte. Er schenkte mir seine ausrangierte Version des GuitarRig und das zugehörige Interface inklusive einer neuen LTD Gitarre.
    Für mich die ideale Lösung mit wenig zusätzlichem Equipment auch an schöne und vielseitige Sounds zu kommen.
    Mit höherem Alter kam scheinbar auch die Reife hinzu, und ich setzte mich zudem auch immer mehr mit den technischen Hintergründen des Instruments auseinander, und vorallem, dass es eben nicht immer nur ums reine Spiel an der Gitarre geht.
    Und genau da liegt der Hase zurzeit im Pfeffer begraben. Denn meine "Lern-Vergangenheit" scheint mich nun einzuholen und ich merke im Moment, dass ich immernoch auf einem Stand bin, auf dem ich nach knapp 13 Jahren aktiven Gitarrespielens eigentlich nicht mehr sein sollte.

    Natürlich weiß ich, dass man seinen Fortschrifft nicht 1:1 in Jahren umrechnen kann. Aber mich stört diese Zahl einfach immens.
    Das möchte ich in Zukunft unbedingt wieder ausgleichen. Also meine Fragen in die Runde:

    Wie fängt ein Gitarrist an die Theorie und das System dahinter zu erlernen, der seit 15 Jahren mit dem Instrument an sich vertraut ist, aber zuvor weder mit Harmonielehre, Tonleitern, Noten und sonst was zu tun hatte?

    Meine Ziele habe ich mittlerweile neu definiert. Ich möchte vorallem das Solospiel und die Improvisation auf dem Griffbrett lernen. Zurzeit spiele ich schon viel mit der C-Dur-Pentatonik herum, möchte aber sichergehen dass ich nicht wieder was halbgares lerne.
    Ich weiß natürlich, es gibt so viel Material allein auf YouTube zu diesen Themen. Aber jeder "Lehrer" hat dabei auch seine eigene herangehensweise. Und das womit ich nun Anfangen soll, kristallisiert sich für mich irgendwie nicht heraus.

    Ich bin um jeden Vorschlag von euch dankbar. Und sorry für den langen Text, aber musste mir das mal von der Seele schreiben!

    Viele Grüße


    Timo
     
  2. Dr Dulle

    Dr Dulle Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.20   #2
    Zuerst würde ich mal die Dur- und Molltonleiter lernen und dann die Durtonleiter harmonisieren.
    Harmonisieren heisst nur aus den Tönen dieser Durtonleiter sieben Stufenakkorde zu bilden.
    Die 7 Akkorde bilden ein System die Diatonik

    Nimmt man noch die Optionstöne dazu heissen die Akkorde

    1) C maj 7/9/11/13 = Ionisch
    2) d moll 7/9/11/13 = Dorisch
    3) e moll 7/b9/11/13 = Phrygisch
    4) F maj 7/9/#11/13 = Lydisch
    5) G dom 7/9/11/13 = Mixolydisch
    6) a moll 7/9/11/b13 = Aeolisch
    7) h moll 7/b5/b9/11/b13 = Lokrisch

    Solange ein Song nur aus diesen Akkorden besteht ist er diatonisch.
    Man kann die ganze Zeit mit der Tonleiter der Tonart darüber solieren.
    Aber natürlich kann ein Song auch die Diatonik verlassen, je nachdem
    welche Akkorde da auftauchen. Um das zu fühlen (wissen) ist es von
    Vorteil zu wissen was Diatonik ist. Damit würde ich anfangen ......
     
  3. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #3
    Ich würde vielleicht noch einen kleinen Vorhalt einschieben:
    Weißt du, ohne nachzudenken, im Schlaf, einfach sofort welcher Ton auf welcher Saite/Bund sitzt?
    Viele Gitarristen, die ihre bisherige Laufbahn wie zitiert beschreiben haben in Wahrheit nur einige"Ankertöne" und müssen davon ausgehend sich immer wieder herleiten, welcher Ton denn jetzt genau am 9. Bund der D- Saite liegt.
    Oder denken alles über Oktaven auf die E- Saite hinunter, weil da weiß man idR vom Barrespiel, wo welche Töne sitzen.

    Meiner unmaßgeblichen Einschätzung nach stagnieren viele Theorieanfänger unter anderem deswegen, weil sie das niemals gelernt haben. Beim Notenlesen lernt man das automatisch, so weit muss man nicht gehen aber "welchen Ton spiel ich gerade?" muss man komplett verinnerlicht haben, sonst ist man dauerausgelastet damit, sich andauernd herzuleiten was man da ja eigentlich gerade macht. Womit recht schnell jeglicher weitere Erkenntnisgewinn verbaut ist.

    Grüße
     
  4. mjchael

    mjchael Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #4
  5. BeWo

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    Erstellt: 02.04.20   #5
    Ich finde das es kein Alter und Wissensstand gibt etwas zu lernen, man kann immer lernen. Der Vater von einem Arbeitskollegen hat gleich bei Rentenantritt angefangen zu studieren, da er das immer wollte und vorher einfach keine Zeit hatte. Könnte man ja sagen ist Sinnlos, aus welchem Grund noch? Aber es ist halt ein Lebenswunsch gewesen.

    Mir geht es ähnlich wie dir, auch wenn ich nicht ganz so viele Jahre spiele und auch das ein oder andere theoretisch weiß. Aber ich falle immer wieder in mein altes Muster zurück, dass ich Songs einfach lerne, spiele und nur minimal erarbeite, vor allem immer dann wenn ich so wie aktuell Druck bekomme in ein paar Wochen einige Songs zu lernen. Das größte Problem ist einfach Zeit ...

    Den Song halbwegs zu verstehen hilft mir aber den Song solider zu lernen. Es ist ein ganz anderes "verinnerlichen" wenn du Tonart kennst, auf welcher Note startet das Solo, wenn man die möglichen Töne auf dem Griffbrett sieht, folgt das Solo den Akkorden oder bleibt es in der Grund Tonart usw.
    Ich denke regelmäßig beim spielen im Song mit zB zumindest die Grundtöne der Akkorde und/oder Stufen, die Lage in der ich gerade spiele auf dem Griffbrett zu sehen, wo sind die Grundtöne in der Lage und Tonart. Das verstehen sorgt bei mir dafür, dass ich im Song selbstsicher werde.
    Das Griffbrett zumindest halbwegs solide zu lernen war auch bei mir einer der ersten Schritte auf dem dann viel aufbaut.

    Ich lerne alles nach wie vor über Bücher und Ergänze mit Youtube nur. zB Harmonielehre endliche verstehen! von Wolfgang Meffert.
     
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  6. käptnc

    käptnc Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #6
    Was mich nach langer relativ ergebnisloser Zeit mit E-Gitarre weiter gebracht hat ist die Konzertgitarre /spanische Gitarrenschule mit Noten
    und das Keyboard /klassische Klavierschule mit Noten. Auch wenn viele das Notenlesen ablehnen wird man dadurch einfach viel flexibler.
    Gerade die Kombination aus Beiden hat mir für beide Instrumente viel gebracht und es wird auch viel einfacher auf andere Instrumente
    umzusteigen. Aber Üben, üben üben und zwar täglich mit beiden Instrumenten ist Grundvorausetzung und die Notentheorie wird durch das
    Keyboard viel anschaulicher.

    Und ich hatte noch nie Unterricht/ Alles autodiktatisch mit alten Notenweken.
     
  7. nasi_goreng

    nasi_goreng Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #7
    Hallo,

    ein gutes Buch kaufen (z.B. Haunschild Harmonielehre Band 1, oder andere geeignete Lehrwerke) und dieses von Anfang an gründlich durcharbeiten. Dabei immer das neue erworbene Wissen mit der Praxis verknüpfen.
    Nicht versuchen eine Masse von unspezifischem und nicht verifiziertem Wissen aus den Foren abzugreifen, denn sonst kommst Du in den Wald und findest nicht mehr raus.


    Um gut solieren zu können benötigst Du m.M. erst Mal keine Theoriekenntnisse. Das mag anders aussehen, wenn Du irgendwann auf abgefahrenen Jazz oder Fusion solieren willst.

    Viel Erfolg
     
  8. B.B

    B.B Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 02.04.20   #8
    @Palm Muter @käptnc

    schließe mich dieser Haltung an. Ich kann Notenlesen und kenne alle Töne auf dem Griffbrett. Was für scheinbar jedes andere Instrument der ganz normale Standard ist, ist bei der Gitarre komischerweise immernoch eine Seltenheit.

    Lese ich in meinem Alltag viel. Nein eigentlich kaum.... Gelernt habe ich das Notenlesen auf der Geige. Am Klavier kann ich besser Blattspielen als auf der Gitarre, einfach weil es da viel leichter ist. (obwohl ich ansich garnicht Klavierspiele) Wenn ich nicht grade ein klassisches Stück spiele oder Solotranskriptionen ansehe, lese ich in meinem musikalischen Alltag auf der Gitarre kaum... Das stimmt schon.

    ABER: Es gibt eine mentale Repräsentation eines allgemeingültigen Systems in meinem Kopf, das ich abrufen kann. Diese Möglichkeiten haben "nichtleser" einfach nicht. Selbst wenn ich auf der Gitarre vll eher denke:. die b9 löst sich in die Quinte der Tonika auf, anstatt in konkreten Notenamen, so kann ich diese jederzeit aus dem Hut zaubern, und ggf auch einem Altsaxophonisten nach Eb transponieren. Unglaublich wertvoll....

    Wenn du also eh am Anfang stehst, würde ich gleich von Anfang an ganzheitlich an die Sache rangehen. Daher unterstütze ich auch der Vorschlag von @nasi-goreng.

    Erstmal ein Buch nehmen und durcharbeiten, nicht von Youtube ablenken lassen. Wenn die Basis da ist, kann man diese Sachen dann ergänzend dazunehmen.

    grüße B.B
     
  9. Willy58

    Willy58 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #9
    Mein Tipp: In Büchern stöbern.
    Es gibt auf den Markt genug Bücher, die sich mit der Musiktheorie beschäftigt.
     
  10. gustavz

    gustavz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #10
    die eigentliche Frage muss doch lauten: wo will ich hin, was ist mein Ziel? Musik machen, ist schon mal klar!
    Eigene Stücke entwickeln oder Songs in erster Linie iwie nachspielen?
    Für mich allein, oder mit Gleichgesinnten just for Fun?
    Oder in einer Band mit dem Ziel Konzerte zu geben?

    Wenn du weißt was dein Ziel ist, mach einfach Schritt für Schritt darauf zu. Es gibt wie immer viele Wege.
    Und ganz wichtig: Nicht vergessen, es sollte auch Spaß machen!
     
  11. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #11
    Hör auf den Mann ;)

    Musiktheorie ist das Selbe wie Grammatik für Sprache. Eigentlich sind es unterm Strich einfach nur verschiedene Übersetzungen und Betrachtungsweisen, um Gehörtes auf eine abstrakte Ebene zu übersetzen und damit vergleichbar, einordnbar und letztendlich natürlich diskutierbar zu machen.

    Das das Schlussendlich natürlich auch wieder viel abwerfen kann bestreitet keiner, aber wer glaubt es kommt ein "Klick-Kapiert"- Moment und dann kann man frei solieren ist auf dem Holzweg.

    Du hast ja vermutlich in der Schule mal die Wortarten gelernt. Und dann, wie man Sätze bezüglich Fall, Zeit,..... analysieren kann. Was der Unterschied zwischen Konjunktiv und Imperativ ist, was eine Präposition ist, was Modalverben, was bestimmte, was unbestimmte Artikel.....
    Und tatsächlich wirst du genug Buchautoren finden, die davon keine Ahnung haben. Und trotzdem gute Bücher schreiben.
    Wieder genug andere, die nicht verstehen wie man sich als Autor selbst ernst nehmen kann, wenn man nicht weiß was Interrogativpronomen ist.

    Was aber beiden gemein ist: Beide haben auf jeden Fall viel gelesen und viel geschrieben :o

    Grüße
     
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  12. rle

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    Erstellt: 03.04.20   #12
    Das Problem an der Gitarre und solchen Dingen wie zB. der Pentatonik oder Akkorden ist meiner Meinung nach, dass man sich viele Dinge visuell auf dem Griffbrett aneignet.
    Aber eigentlich geht es ja nicht ums Sehen, sondern ums Hören.
    Ich bin für mich persönlich erst etwas weitergekommen, als ich versucht habe die Pentatonik als 5 Töne zu begreifen. Wenn ich jetzt versuche die 5 Töne
    mit den Akkorden, die ich spiele in Verbindung zu bringen, dann geht mir zwar selten, aber ab und zu ein Licht auf.

    Auch was Dr Dulle beschrieben hat. hat mir im Verstehen weitergeholfen. Die C-Dur Tonleiter und die daraus erstellbaren Stufenakkorde.
     
  13. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.20   #13
    Gitarre ist insofern das theorieunfreundlichste Instrument. :engel:
    Ein Klavier ist sowieso perfekt, jede Note hat genau eine zugehörige Taste und im Gegensatz zu den gleichberechtigten Bundstäben einer Gitarre hat man noch eine diatonische Unterteilung.

    Und sowohl Streicher als auch Bläser müssen ihre Instrumente Ton für Ton lernen. Deswegen können die auch so gut wie immer Noten lesen, wenn man eben jeden Ton sich erarbeiten muss ist sich den zugehörigen Kringel auf einem Notenblatt zu merken der geringste Mehraufwand.
    Auch bei Sängern ist es ähnlich, was die von Anfang an machen ist an den jeweils tiefsten und höchsten Tönen arbeiten, die sie so lala aber eben noch nicht wirklich gut schaffen - um dann den jeweils nächsthöheren/tieferen anzugehen. Man zeige mir mal einen Gitarristen, der mit dem E, F# und G auf Bund 7,9,10 der A- Saite anfängt und wenn das geht er damit kämpft, das A am 12. Bund schön zum klingen zu bringen :rolleyes:
    Aber genau der Bezug fehlt dann, so ziemlich jeder andere Musiker hat zu einzelnen Tönen einen wesentlich spezielleren Bezug, bei (nicht klassischer) Gitarrenausbildung gehts ja in erster Linie darum aus dem Umstand, dass auf dem Instrument alle Töne so +- gleich schwer zu produzieren sind, man alle Arten von Akkorden spielen kann usw. Rechnung zu tragen. Heißt im Gegensatz zu so einem elementaren Aufbau von Ton zu Ton, wie es fast alle anderen Instrumente aufzwingen eine pragmatische Reduktion auf "greif mal da, dann da,..", "diesen Fingersatz einmal lernen, kannst dann überall hin verschieben",....

    Dafür ist aus einer Gitarre mittels "Akkord XY so greifen, YX so" und Barres verschieben recht schnell etwas hörbares raus zubringen, und kein Mensch wird einen E-Gitarren Anfänger damit ärgern, dass er seine ersten Licks via Noten lernen soll - und bevor er sich am Instrument quälen darf mal überlegen soll, wo er diese Noten denn überall spielen kann und sich mal dementsprechend mögliche Fingersätze überlegen soll :ugly:

    Aber anstatt Noten und Tönen haben Gitarristen dadurch schnell mal in erster Linie Griffmuster im Kopf. Bei genügend Musikalität reicht das vielen auch (zum spielen), aber wenn es um das abstrakte Verstehen geht eben nicht mehr.
     
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