there and back again - zwei Tage auf der Musikmesse 2013, Schwerpunkt Bass + E-Gitarre

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So, der Schlaf ist nachgeholt, die Fotos (leider nur aus dem Handy) sind gesichtet, sortiert und nachbearbeitet, die Notizen sind aufbereitet und - das Wichtigste von allem - der Messebericht ist fertig. Ich werde ihn strukturiert in einzelnen Blöcken einstellen und dann Formatierungen und Bilder ergänzen - also nicht wundern, wenn vorübergehend noch nicht alles vollständig ist, manches noch unformatiert ist etc. ... Werde ich alles im Laufe des Abends sukzessive ergänzen!

EDIT: So, Bilder sind drin - ein harter Kampf, ich wusste vorher nicht, dass die Gesamtzahl der Bilder auch bei extern eingebundenen Grafiken auf 50 Stück beschränkt ist, und Smileys DAZU zählen ... OK, noch mal mehrfach aussortiert und überarbeitet, die Preview-Bilder passen jetzt! Die Verlinkung auf die große Ansicht kommt später, jetzt erst mal 'n Päuschen ...

EDIT II: So, die Verlinkung auf die größere Ansicht der Bilder iss auch drinne!

DONNERSTAG 11.04.2013

-> there ...
Um 8:50 Abfahrt München Hauptbahnhof - grade noch Zeit für ein schnelles Frühstück im Stehcafé, dann geht's pünktlich los nach Frankfurt. Dort treffe ich mit bahnuntypisch nur wenigen Minuten Verspätung kurz nach 12 Uhr ein und mache mich auf den erfreulich kurzen Fußweg zum Messezentrum.

Dort gebe ich noch schnell mein Gepäck in der Garderobe ab. Ich reise zwar - mit Zahnbürste & Wechselunterwäsche ;) - möglichst leicht bepackt, aber man muss es ja nicht den ganzen Tag mitschleppen. Im Hotel kann ich nämlich erst ab 15 Uhr einchecken …

-> Black Metal Star
Ich steuere gleich die Halle 4 an - mein Schwerpunkt liegt ja auf Bass und (E-)Gitarre, da bin ich hier richtig! Den Laney-Stand, der den Eingangsbereich wie schon im Vorjahr dominiert, hebe ich mir für später auf, und steuere Blackstar (http://www.blackstaramps.com) an. Hier interessiert mich die neue HT Metal Serie, eine neue Version der sehr guten und preiswerten HT-Röhrenamps speziell für die Hartwurstfraktion. Die ganze Palette mit 1, 5, 60 und 100W in teils Combo-, teils Head-Version steht bereit - zum Ankucken, spielen kann man die Teile leider nicht. Das erledigt allerdings etwas später Mr. Blackstar himself Jamie Humphries, der den HT Metal ungleich professioneller durch alle Sound-Varianten spielt ...
Tatsächlich entlockt er dem Amp erstaunlich gute Clean- und Crunch-Sounds, bevor er das reichlich vorhandene High-Gain-Potential unter Beweis stellt. All das im Rahmen einer sehr sympathischen und Kompetenten Produktvorführung - auch wenn nach mehrmaligem Bitten um Fragen aus dem Publikum die einzige, die kommt, ist: "Can you play some more?" Naja, alles, was man zu den Teilen wissen muss, steht eh ausführlich dran ...



-> Meeting the Board
Mehr Zeit bleib nicht, denn um 13 Uhr trifft sich traditionell das Musiker-Board vor der Yamaha-Halle. Dank den tollen T-Shirts von Thomann findet sich schnell ein stolzes Grüppchen. Einige bekannte Gesichter, einige neue, und natürlich unsere CvDs Johannes und Martin (im gewohnten Terminstress). Schell findet sich ein Grüppchen aus Gitarristen und immerhin einem Co-Bassisten (Dreizehn), mit denen ich mich nach einer Weile wieder aufmache in die Halle 4.



-> Goin' Hillsboro
Der Weg führt vorbei am Stand von Dean Guitars (http://www.deanguitars.com/home.php). Neben einigen schicken Signature-Bässen und vielen - für meinen Geschmack teils etwas zu - bunten Gitarren bleibe ich vor allem bei den vergleichsweise preiswerten Hillsboro Bässen hängen. Kann sie nur trocken anspielen, aber von Verarbeitung und Handling machen sie einen erstaunlich wertigen und soliden Eindruck. Hier scheint es viel Bass für's Geld zu geben! Von der klanglichen Qualität des Doppelspuler-Hillsboro kann ich mich allerdings am Folgetag noch am Meteoro-Stand überzeugen, da kann ich diesen nämlich beim ausgiebigen Meteoro-Amp-Test spielen. Dazu später mehr - jedenfalls ein sehr interessanter Bass, gerade für den kleineren Geldbeutel!



-> Profile me!
Am Stand von Kemper (http://kemper-amps.com) verweilen wir etwas länger. Neben dem bekannten Kemper Profiling Amp gibt es die neuen Rack-Versionen zu sehen - und v.a. zu testen, sowohl über Headphones als auch laut über Monitorboxen. Ich spiele mich selbst eine ganze Weile mit dem Kemper Profiler Rack über Kopfhörer. Ein erstaunlich dynamischer, organischer und warmer Sound, habe ich über Headphones in der Qualität tatsächlich bisher nicht erlebt! Dann lausche ich noch kompetenteren und begabteren Gitarristen, die über die Monitore spielen. Klingt sehr überzeugend, ein spannendes Konzept, das tatsächlich hervorragende Ergebnisse liefert - und dank der Rack-Version jetzt sowohl für Studio- als auch v.a. für Live-Anwendungen in noch praktischerem Format kommt. So cool ich die Retro-Optik der ursprünglichen Version finde, 19" hat einfach praktische Vorteile.



-> Dein Name im Kristall …
Das spannende auf der Musikmesse sind ja auch besonders die kleineren Hersteller, die man u.U. noch gar nicht kennt … Durchaus ein Höhepunkt ist für mich der Stand von Kristall Bass (http://www.kristallbass.com/) - da komm' ich aus München, und kenn' diesen großartigen Münchner Bassbauer noch gar nicht!
Da Dreizehn und ich uns als Hart-und-heftig-Basser outen, stellt er uns ein besonderes Exemplar seiner Solid-Serie vor. Ein mattschwarzer Bass in schlichtem No-Bullshit-Outfit, mit simpler passiver Elektronik und besonders heiß gewickelten Singlecoils mit doppelten Pole-Pieces, der mächtig Alarm macht. Trotz Singlecut-Design mit sehr langem oberen Korpusbogen ist dieses Exemplar dank ausgesuchter Sumpfesche ein echtes Leichtgewicht mit unter 3kg, klingt aber nichts desto Trotz mächtig fett. Durch die ausgeklügelte Bolt-On-Konstruktion sind auch die obersten Lagen optimal bespielbar, und der Hals hat ein sehr komfortables, nicht zu dünnes Profil. Die handwerkliche Ausführung ist rundum überzeugend. Gefällt mir!



-> Compress your Head!
Schon vor der Halle wartet die erste Attraktion aus dem Hause Gibson (http://www.gibson.com) - die Robo-"Band" Compressorhead performt regelmäßig live, einer der größten Zuschauer-Magnete der diesjährigen Messe …

Aber auch am ausufernden Gibson-Stand voller schöner Gitarren und Bässe gibt es jede Menge zu sehen. Ein weiteres Messe-Highlight für mich: Der neue Gibson EB-Bass. Darauf warte ich schon lange, den mal in die Finger zu kriegen ... Beim ausgiebigen Trocken-Test überzeugt er von Handling und Verarbeitung rundum, das etwas vollere Halsprofil ist außerdem genau mein Ding. Den werd' ich im Auge behalten müssen! "Laut" kann man nur über mäßig brauchbare Amp-Plugs spielen - klingt vielversprechend, aber wirklich beurteilen lassen sich die klanglichen Möglichkeiten so nicht …
Zweite Überraschung bei Gibson: Die neue, extra-preiswerte SGJ … Tatsächlich beweist sich dieses schlichte Exemplar der Gattung SG, das zwecks Preisreduktion auf alles verzichtet, was nicht lebensnotwendig ist, als erfreulich gut spielbares, top verarbeitetes Arbeitstier mit toller Ansprache und einwandfreien Schwingungseigenschaften. Definitiv auch ein Grund, zuhause mal zu schauen, was das Konto derzeit zu möglichen Neuanschaffungen sagt :D



-> Paint it Orange
Unweit von Gibson residiert Orange Amps (http://www.orangeamps.com). Ich werfe einen Blick auf die neuen OR Amps, ansonsten gibt es wenig Neues - für Basser stehen die AD und Terrorbass Amps bereit. Leider nur zum Ankucken - zu hören oder gar zu testen gibt es zumindest im Augenblick nichts.



-> Marshall Arts
Bei Marshall (http://www.marshallamps.com) gibt's was Besonderes zu sehen - hier werden live vor Ort Amps der erlesenen Handwired Serie gebaut. Man kann einem Marshall Amp-Techniker über die Schulter kucken, während er die Schaltung eines Topteils aufbaut … Geradezu niedlich sind die Verstärker der 50th Anniversary Serie (JTM1, JMP1, JCM1, DSL1, JVM1), und richtig stylish wird es bei der Marshall Class5 Pinup Range. Leider gibt es außer den kleinen Combos im Kopfhörer-Betreib nix zu testen - bis auf den Marshall Kühlschrank, von dessen Qualitäten ich mich dank eines vom Marshall Stand-Betreuer kredenzten kühlen Energy-Drinks überzeugen kann. Schickes Teil. Aber wie bringt Musiker seiner Frau bei, dass genau DAS noch fehlt in der Küche? :D



-> Alter Schwede!
Überraschung bei EBS (http://www.bass.se): Zu sehen gibt es nicht nur das neue Billy Sheehan Signature Drive, sondern auch noch Billy Sheehan persönlich, der geduldig alles signiert, was lange genug still hält ... Vorführungen gibt's auch, selbst testen ist entsprechend zumindest im Moment leider nicht möglich … Schade, den kleinen Reidmar hätte ich doch gerne noch mal ausgiebig angecheckt!



-> Braunschweig, California ...
Auch Sandberg (http://www.sandberg-guitars.de) ist natürlich wieder am Start … Besonders die günstigen Electra Modelle sehe ich mir genauer an, ansonsten fallen mir besonders einige sehr schicke California Modelle in mattem Schwarz in's Auge. Tolle Instrumente, mit dem Sandberg Halsprofil werde ich aber nach wie vor nicht warm. Ich mag's dann doch gerne etwas üppiger ;)



-> Viva LeFay!
Als weiterer kleiner, aber besonders feiner deutscher Hersteller zeigt LeFay (http://www.lefay.de) einige wirkliche Schmuckstücke. Zu sehen gibt es eine breite Auswahl aus dem Angebot, darunter einige Neuheiten. Der altbekannte Herr Schwarz hat's mir von der Optik immer noch angetan - aber leider gilt auch hier: Der Hals ist einfach nicht das meine … Ansonsten kann man nur sagen: Sehr schicke Instrumente auf höchsten Verarbeitungsniveau.



-> Exkurs(ion) in die Nebenhalle …
Nach so viel interessanten Bässen, Amps und Gitarren gönnen Dreizehn und ich uns eine kleine Auszeit, wir wagen uns nach nebenan, wo sich alles um die Themen Recording, Synthies, MIDI etc. dreht. Hängen bleiben wir u.a. beim focusrite iTrack Solo, dem wir am Teststand allerdings keine Töne entlocken können, da die Stromversorgung wohl versagt … Schade, und natürlich ein kleeeines bissl peinlich an 'nem Messestand. Ansonsten gibt's viel Interessantes zu sehen, von der Rückkehr der modularen Synthies über DJ-Zubehör, Mikrofone, Software-Klangerzeuger uvm. …



-> Marathon, Mann
Später am Nachmittag treffe ich einen Bekannten, der als Tour-Manager der Münchner Hardcore/Postcore-Truppe "Marathonmann" in Frankfurt ist, und den Nachmittag bis zum Soundcheck auf der Musikmesse verbringt. Die Marathonmänner hat er auch dabei, sehr nette, entspannte Jungs - man tauscht Grüße aus, die Münchner Szene ist überschaubar, und über allerhöchstens zwei Ecken kennt doch jeder jeden ;)
Wir verbringen einen gechillten Nachmittag auf der Messe, unter anderem auf dem Gig von Electric Love (https://www.facebook.com/electricloveofficial) auf der Agora Stage - wenn ich es richtig verstanden habe, die Band von der Freundin vom Marathonmann-Sänger, oder so ähnlich? Jedenfalls sehr überzeugender, punkiger Gitarrenrock, gefällt! Die Stimmung im Publikum ist Messe-typisch nicht gerade purer Rock'n'Roll, trotzdem schaffen sie es, zumindest etwas Bewegung in das Grüppchen vor der Bühne zu bringen …



Später verweilen wir noch am Gibson-Stand, wo Matt Heafy (Trivium) sein Siganture-Modell vorstellt und einen kleinen Metal-Guitar-Workshop hält.



Für Marathonmann geht's dann los zu Aufbau und Soundcheck in der legendären Batschkapp in Frankfurt als Support für Iztchy Poopzkid, ich mache mich erst mal auf in's Hotel. Praktischerweise direkt an der Messe - ich residiere ungewohnt nobel im Maritim Pro Arte. Nicht wirklich meinen Preisklasse - aber angesichts der Messepreise in allen Etablissements jeglicher Art der Stadt kommt's darauf auch nicht mehr an, selbst die Gammelbude am Straßenstrich ist nur unwesentlich günstiger zu haben ...

Ich checke ein, unterhalte mich etwas mit der jungen Dame am Empfang und nehme mein luxuriöses Zimmer in Besitz, wo ich mich frisch mache und den Abend plane. Denn die Gelegenheit auf Marathonmann out of Munich und Itchy Poopzkid sowie einen nach viiiiiielen Jahren erneuten Besuch der legendären Batschkapp - wohl die letzte Chance vor dem erzwungenen Umzug an's andere Ende der Stadt :/ - lass ich mir nicht entgehen. Den Board-Kollegen Burn-E kann ich dabei nicht nur zum Mitkommen überreden, dankenswerterweise bietet er sich auch noch freiwillig als Fahrer an :)

-> A Night in the City
Die Jungs von Marathonmann legen einen verdammt coolen Auftritt hin, und das Frankfurter Publikum feiert ordentlich ab. Hier muss ich den Frankfurtern noch mal offiziell meinen Respekt aussprechen: Die Leute machen schon beim Support-Act mehr Stimmung, als man in München bei den meisten Hauptbands erlebt, Klasse! Itchy Poopzkid überraschen mich ebenfalls auf ganzer Linie - ich habe sie noch aus ihren Anfangstagen in Erinnerung, und seitdem etwas aus den Augen verloren, ist an sich musikalisch nicht so ganz mein Metier … Aber ich muss echt sagen - Respekt, die Jungs sind verdammt gut geworden, legen zu dritt auf der Bühne 'n krasses Brett hin und machen mächtig Party.
Das eine oder andere Bierchen später machen wir uns auf den Rückweg, und ich ziehe mich in mein teuer bezahltes Nachtrefugium zurück. Ich bin hundemüde, aber mächtig hungrig - irgend wie habe ich das Abendessen vergessen, und Bier macht nur vorübergehend satt ;) Noch während ich auf der Leseliege meines Hotelzimmers überlege, ob es nicht rund um den Frankfurter Hauptbahnhof ob der dort ansässigen Amüsierbetriebe auch mitten in der Nacht noch etwas zu essen geben müsste, fallen mir die Augen zu, und ich schlafe an Ort und Stelle ein ...





FREITAG 12.04.2013

Ich erwache gerade noch rechtzeitig, um in Ruhe zu duschen, zusammenzupacken und rechtzeitig vor 12 Uhr auszuchecken. Ein freundlicher Hotelangestellter nimmt meine Chipkarte entgegen, das war's - sehr nett, aber die Rezeptionsdame vom Vorabend war deutlich charmanter ;) Das Frühstückbuffet im Hotel habe ich komplett verpasst, angesichts des dafür fälligen Unkostenbeitrags von 28,50€ hatte ich das aber sowieso aus der Frühstücksplanung gestrichen ...
Die erste Mahlzeit des Tages gibt's im "Kleine Anna", ein nettes, kleines, alternatives Lokal in der Nähe, dass sehr günstig gegrillte Brote mit einer Riesen-Auswahl an sensationellen Belagsvarianten bietet, und das ich schon vom letzten Jahr kenne. Ich entscheide mich für Ziegenkäsetaler auf rotem Zwiebelgemüse und Kichererbsenpaste mit Schafskäse. Das vegetarische Angebot dort ist Klasse, auch Nichtvegetarier kommen aber ggf. voll auf ihre Kosten, einen Besuch dort bei Gelegenheit kann ich jedem nur empfehlen!



-> Chillin' in the sun
Zurück auf der Messe zeigt sich auch die Sonne wieder, und ich beginne den zweiten Messetag gechillt bei einer Open-Air-Akustiksession eines guten Trios aus Deutschland, dessen Name mir leider entfallen ist - schade, waren wirklich gut, die zwei Jungs und v.a. das Mädel mit 'ner Hammer-Stimme! Jetzt bin ich bereit, mich erneut dem trotz strenger Lautstärkegrenzen immensen Pegel der Halle 4 zu stellen ...



-> Weiß Gott, es muss ein Engl sein!
Ein Besuch bei Engl (http://www.englamps.de) muss als begeisterter e530-Nutzer sein, und ich komme genau richtig zu einer Vorführung des Retro Tubes. Tatsächlich ein sehr warmer, runder Rock-Sound, klingt richtig gut, das Teil! Besonders interessiert mich natürlich der neue kleine Röhren-Giftzwerg "Ironball" - leider nur über Headphones zu testen, während nebenan noch die Präsentation des Retro-Tubes läuft. Klingt ordentlich über Kopfhörer, aber was das Gerät wirklich kann, werde ich wohl bei einer anderen Gelegenheit testen müssen. Besonders die interessanteste Frage - kann der Kleine im Bandkontext bestehen? - lässt sich sowieso beim Antesten auf der Messe (oder auch im Laden) nicht klären.



-> Back to Ashdown
Als langjähriger Ashdown-Spieler treibt's mich natürlich auch zum diesjährigen Ashdown-Stand (http://ashdownmusic.com). Ich wohne einer ausgiebigen und angesichts eigentlich geltender Lautstärkegrenzen erstaunlich druckvollen Präsentation des Röhrenboliden CTM-300 bei. Klingt fett, warm, rund, tief, geil - Ashdown deluxe sozusagen ;) Wär' mir persönlich inzwischen zu schwer und unhandlich - aber kann was, das Ding! Nur zu sehen gibt's diverse sehr interessante Röhren-Zwerge aus dem neuen Sortiment … Den MiBass 2.0, der mich besonders interessiert, entdecke ich leider nirgends.



-> Beim polnischen Stier
Der polnische Hersteller Taurus Amps (http://www.taurus-amp.pl) ist mir schon desöfteren mit interessanten neuen Konzepten aufgefallen, jetzt habe ich erstmals die Gelegenheit, die Dinger "live" zu sehen … Besonders die Stomp-Heads - vollwertige (bis auf die kleinste Version Hybrid-)Amps im Bodentreterformat zu angenehm zurückhaltenden Preisen. Mit dem großen Stomp Head High Gain kann ich mich näher beschäftigen - klingt sehr gut, schöner Grind mit viel Gain-Reserven. Wie weit man mit den nominell 60W kommt, kann ich natürlich so nicht beurteilen - klanglich überzeugt das kleine Ding schon mal auf voller Linie und braucht sich vor großen Heads nicht zu verstecken! Brennend interessieren mich auch die Bass-Amps, vor allem die kleinen Hybrid-Leichtgewichte, die Taurus am Start hat. Wegen eines Händlergesprächs direkt vor der Amp-Wand des kleinen Standes vertröstet man mich auf später, leider finde ich vor der Abreise nicht mehr die Zeit für's Anspielen ...



-> Von neuen Klassikern und Dinosauriern
Bei Tecamp (http://www.tecamp.de) ist dieses Jahr richtig was geboten - auf einer kleinen Bühne gibt es fast laufend Vorführungen, und der besondere Clou: Man kann den Darbietungen über Kopfhörer lauschen, und zwar auf einer ganzen Strecke von Pleasure Boards, die die tiefen Frequenzen mittels Vibration direkt auf die Füße schicken. Lohnt sich absolut, das mal auszuprobieren! Leider sind die Verstärker, die die Boards antreiben, so hochgedreht, dass man nach wenigen Minuten mit etwas weichen Beinen von dannen läuft :D
Außerdem gibt es die "new classics" zu sehen - alle Classic-Topteile sowie die Cabs kommen in einer - meiner Meinung extrem gelungenen - schicken neuen Optik. Auch zu sehen gibt's den Raptor, den High-End-Röhrenboliden von Tecamp. Leider erwische ich keine Vorführung von dem Teil, hätte mich sehr interessiert!



-> Die schönen Dinge des Lebens
treffen allesamt aufeinander bei Schecter Guitars (http://www.schecterguitars.com). Schöne Gitarren, coole Bässe, laute Amps und hübsche Frauen - hier gibt es alles, was das Musiker-Herz höher schlagen lässt ;)
Sehr spannend ist natürlich die neue Amp-Reihe von Schecter mit der Hellraiser-Serie und der Synyster-Gates-Sginature-Version Hellwin. Von beiden Amps ist das große Top in der USA-Version zu sehen und zu hören - es wird außerdem noch einen deutlich preiswertere China-Serie der Amps geben. Beide Modelle verfügen über eine EL34-bestückte 100W-Endstufe. Der Hellraiser bietet zwei Kanäle, der Hellwin ist dreikanalig aufgebaut. Klanglich haben mich beide durchaus überzeugt, ein schöner, tiefer Grind mit ausreichend Transparenz und durchaus eigenem Charakter. Kann ich mir v.a. für fette Downtunings mit ordentlich Gain gut vorstellen!
Noch mehr interessieren mich aber die Stiletto Bässe, die ich schon lange im Auge habe. Und ich muss sagen, die Verarbeitung ist selbst bei den günstigsten Modellen großartig, das Halsprofil liegt mir absolut, Handling und Schwingungseigenschaften sind gerade bei den besseren Modellen hervorragend. Ein lauter Test am Amp ist leider nicht drin, ich bin aber mehr als angetan von den Teilen!
Zu guter Letzt' darf ich noch die Bekanntschaft der großartigen und sehr netten Mrs. Gravedigger (https://www.facebook.com/pages/Mrs-Gravedigger/169091209820676) aus Frankfurt machen, die den Schecter-Stand nicht nur optisch bereichert, sondern sich auch mit ihrer sehr sympathischen Art um die Gäste und Besucher kümmert :)



-> Viva Brasilia
An dem Stand der brasilianischen Amp-Schmiede Meteoro (http://www.amplificadoresmeteoro.com.br) laufe ich fast vorbei - aus den Augenwinkeln erspähe ich ihn noch, und denke mir spontan, kenn' ich nicht, muss ich mir genauer ansehen ;) Tatsächlich genießt diese Firma nicht nur auf dem südamerikanischen Markt zunehmend einen guten Ruf (u.a. die Jungs von Sepultura spielen die Teile) - auch darüber hinaus machen sie mehr und mehr auf sich aufmerksam, u.a. David Vincent von Morbid Angel lässt seinen Bass inzwischen von Meteoro verstärken … Die (bis auf das Design identische) Standard-Version seines Custom-Amps, den MW1600 Proline, kann ich auf Herz und Nieren prüfen. Der Meteoro-Endorser und Deutschland-Vertreter Alex Jansen erklärt mir das Gerät erst ausführlich, und schleppt dann die annähernd 30kg in die Amp-Kabine, wo ich ausgiebig spielen und nach Lust und Laune mit den Settings und zahlreichen Möglichkeiten experimentieren kann.
Mein erster Gedanke ist beim Anblick des Amps ehrlich gesagt: Hm, ein astreiner SVT-4pro-Clone … Der mittige, runde Ampeg-Sound war, wie ich mir erklären lasse, auch das Vorbild bei der klanglichen Ausrichtung. Tatsächlich hat man es dann aber mit einer Eigenentwicklung zu tun, die auf einen ähnlichen Grundsound, aber einen schnellere, direktere Ansprache und ordentlich Potential für dreckigere Sounds sowie ein auf Wunsch noch deutlich präsenteres Top-End abzielt. Das bestätigt sich beim Anspielen durchaus - mit Ampeg bin ich generell nie so wirklich warm geworden, aber dieser Amp mit seiner direkten, offensiven und je nach Setting auch gegenüber den SVTs noch deutlich aggressiveren Art gefällt mir auf Anhieb sehr! Wobei ich auch sehr warme, fette, runde Sounds aus dem Ding rausbekomme … Momentan sucht man einen deutschen Vertrieb, durchaus ein Name, den ich mir merken muss!



-> From Russia with Solid State Tubes
Anschließend mache ich Station bei AMT (http://www.amtelectronics.com). Hier sind die neuen "Solid State Tubes" zu bewundern, außerdem stehen die neuen TPA-50 "Satellite" Tube Poweramps bereit. Leider gibt es momentan nichts zu hören … Dann entdecke ich noch den schon länger erhältlichen Röhrenpreamp SS-10, der im Rack fast noch weniger Platz braucht als ein moderner Racktuner - quasi extensive Rackblende mit integriertem Vollröhrenpreamp ;) Würde ich gerne mal hören, bzw. noch lieber spielen ...



-> Die wunderbare Welt des Amp-Modellings
Bei Peavey (http://www.peavey.com) steht dieses Jahr das Thema Amp-Modelling im Vordergrund. Ich kann mich ausgiebig mit der Revalver-Software und dem iLink-Interface mit der aktuellen Ampkit-App spielen. Klingt gut, was ich da höre - bin durchaus am Überlegen, für's Üben zwischendurch und gelegentliche Sessions über PA mein iPad mit dem Ampkit-Paket auszustatten. Gerade die High-Gain-Sounds klingen sehr organisch, der gefürchtetet "Plastik-Sound" ist erfreulicherweise kaum auszumachen!
Auch spannend ist die neue Vypyr VIP Serie: Ein Modelling-Amp, der E-Gitarre, Akustik-Gitarre und Bass zu Gehör bringt. Ein kleinerer Combo aus der Serie wird gerade vorgeführt, klingt nicht schlecht. Viel interessanter wäre natürlich, wie sich der große Bruder im Bandkontext schlägt ...



-> Britisch Iron
Nach dem ich Laney (http://www.laney.co.uk) zu Beginn meines diesjährigen Messeaufenthalt so schnöde habe rechts liegen lassen, beende ich meinen diesjährigen Besuch in Frankfurt mit einem Blick auf die neuen kleinen Ironhearts - den IRT-15H im ansprechenden Indsutrial-Design und v.a. den IRT-Studio, der auch als Reamping-Tool und dank integrierter Powersoak als Preamp ultra-flexibel eingesetzt werden kann. Zu hören gibt's ihn leider grade nicht, aktuell werden die großen Brüder vorgeführt - schade, ein spannendes Konzept, und v.a. ein erfreulich niedrig angesetzter Verkaufspreis! Sehr cool, was Laney im letzten Jahr so alles auf den Markt gebracht hat …



-> … back again
Es ist kurz nach vier, ich muss mich auf den Weg machen zum Bahnhof, damit ich meinen Zug zurück nach München möglichst stressfrei erwische. Am Bahnhof werden schon ellenlange Verspätungslisten diverser ICEs durchgegeben - der ICE723 nach München ist gottseidank nicht dabei, und ich trete pünktlich die Heimreise an, wo ich beinahe genau so pünktlich ankomme … Ein völlig neues Bahngefühl, den Durchsagen am Frankfurter Bahnhof nach hatte ich wohl einfach Glück ;)
Ich bin geschafft, müde, fertig - aber es waren zwei spannende Messetage, ich habe viel gesehen, gehört und ausprobiert, einiges Neue kennengelernt, nette Menschen getroffen, neue Bekanntschaften gemacht - hat sich absolut gelohnt, an dieser Stelle noch mal herzlichen Dank an die MiCom und das Musiker-Baord für das Messe-Ticket, an die vielen netten Board-Member, die ich vor Ort treffen konnte, an die Aussteller, die sich die Zeit genommen haben, alle meine Fragen zu beantworten, und mir zum Teil die Gelegenheit zu ausgiebigen Tests gegeben haben, an die Jungs von Marathonmann für den chilligen Nachmittag auf der Messe und den coolen Gig am Abend und alle anderen, die ich in Frankfurt kennenlernen durfte!
 
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