Tonart bestimmen, ich raffs nicht

von Templar, 09.08.07.

  1. Templar

    Templar Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.07   #1
    Hallo!

    Ja, es gibt schon einiges Threads darüber, aber ich hab ganz spezielle Fragen dazu, denke ich :).

    Vorgeschichte:
    Das Problem ist, dass ich bis jetzt immer Songs nach Gefühl geschrieben hab. Ich hatte ein cooles Riff, dann hab ich rumgefrickelt bis ich eine passende Brücke hatte, dann kam das schwierigste, der Refrain, der natürlich wie ein Refrain klingen und zum Rest passen musste. Alles hab ich nach Gefühl gemacht, was auch gut geklappt hat.
    Nur schränkt mich das irgendwo tierisch ein. Ich muss immer suchen, um passende Akkorde zu finden. Bei Soli geht das mittlerweile, da schreib ich mir die Akkorde des Liedes heraus, zerleg sie und finde so die einzelnen Töne und genau diese Töne benutz ich im Solo.

    Nur wie komm ich weg von dieser mühseligen Vorgehensweise? Ich scheitere regelmäßig daran, die verdammte Tonart zu bestimmen um weitere Akkorde zu finden. Da hilft mir auch der Quintenzirkel irgendwie nicht weiter :o

    Aktuelles Beispiel: Ich habe ein echt cooles Intro + Riff bestehendes aus

    C,D#,F,G,G#, C8 (die Oktave vom Grundton)

    Alternativ

    C,es,F,G,as,C8

    1. Frage:
    Wie bestimme ich jetzt die Tonart? Ich weiß, es gibt Varianten wie "schau dir den letzten Akkord an" usw., aber ich hab ja kein fertiges Lied. Wie soll ich da jetzt den Quintenzirkel benutzen, ich hab 2"bs" oder 2 #. Kann also b-dur, g-Moll, d-dir, h-moll sein. Das kommt mir aber spanisch vor, weil das C für mich der dominante Ton ist und sogar 2x vorkommt.

    2. Frage:
    Ich will etwas trauriges/böses schreiben. Böse, klingt es schon, traurig noch nicht wirklich. Kann es sein, das ich noch gar keine feste Tonart habe, sondern dass mehrere Tonarten in Frage kommen? Wie kann ich herausfinden welche Tonarten das sind und mir dann die entsprechenden Töne für eine traurige Tonart hinzuziehen?

    3. Frage:
    Gibt es irgendwo eine Auflistung, welche Akkorde gut und welche gar nicht zusammenpassen? Ich war auf einer Party und meinte scherzhaft und ohne zu überlegen zu einem Gitarristen "Spiel doch mal was in e h a g f " (mir fallen die genauen Akkorde nicht mehr ein, hab wahllos irgendwas gesagt). Der meinte sofort "h passt aber nicht zu f".


    Vielleicht könnt ihr mir ja ein wenig helfen, was nicht hilft sind diverse Links, die durchstöber ich nämlich parallel und schnalls nicht ;)
     
  2. Roland Kramer

    Roland Kramer Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 09.08.07   #2
    zur 1. Frage:
    Erst mal weisst Du nicht *genau*, wieviele Bes Du hast. Meine Vermutung: wenn ich eine passende Skala dazu konstruieren sollte, könnte ich entweder D oder Des als zweiten Ton nehmen. Bei D täte es zu C Moll (Paralleltonart zu Es-Dur passen) = 3 B (das dritte wäre das B). => C Moll. (Prinzipiell passt ja auch Des dazu, dann hättest Du den 3. Modus von As-Dur: C phrygisch ... das ist dann eher ungewöhnklich, aber ungewöhnklich ist ja nicht falsch.)

    zur 2. Frage:
    Traurig/bedrückend sind Tonarten, die kleine Intervalle haben: Moll, dorisch, Phrygisch, Lokrisch

    zur 3. Frage:
    Harte Frage!
    Man kann zumindest die Stufenakorde konstruieren usw. .... aber zusammenpassen oder nicht: die Musikentwicklung des 20. Jhd. sollte eigentlich gezeigt haben, dass es keine "richtigen" oder "falschen" Töne, Sklalen, Akkorde...usw. gibt.
    Es gibt aber Akkorde, die eher verwandt sind (weil sie von einer Skala kommen oder sogar aus der Kadenz sind, oder weil sie terzverwandt sind) und welche, die weit auseinanderliegen, z.B. H-Moll und F-Moll liegen so weit auseinander, auseinanderer geht's nicht! (Keinen Ton gemeinsam, im Quinenzirkel genüberliegend).


    Wenn Du theoretische "Erklärungen" haben willst, wirst Du um etwas Musiktheorie (Dur, Moll, deren wichtigste Modi, Akkordaufbau via Terzschichtung, Kadenz, Terzverwandschaften, ...) nicht drum herum kommen. Immerhin hast Du dann auch das theoretische Rüstzeug an der Hand, um bewusst(!!) Regeln einzuhalten, zu biegen oder zu brechen. Nur, wer das Klischee kennt, kann es bewusst herbeiführen - oder vermeiden!

    Grüße
    Roland
     
  3. fugato

    fugato Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.07   #3
    "C,es,F,G,as" ...na dann wirds wohl c-Moll sein :)

    Wenn du den Quintenzirkel (einschließlichen der Paralleltonarten) und die entsprechenden Vorzeichen gut kennen würdest, hättest du das auch allein rausbekommen.

    c-Moll hat zwar drei bs (bb, es und as), lediglich das bb taucht nicht in deinem Riff auf.

    die bs sind ja im Wuintenzikrel auch geordnet: also
    1 b für bb in F-Dur und d-Moll
    2 bs für bb und es in B-Dur und g-Moll
    3 bs für bb, es und as in Es-dur und c-Moll
    4 bs für bb, es, as und des in As-Dur und f-Moll

    usw...

    wenn jetzt mit Grundton c (in deinem genannten Fall) die Töne es und as auftauchen, dann hast du folglich automatisch auch bb in der Skale. (bb ist ja allemal das erste b im Qintenzirkel)
    Also ist dein Stück wahrscheinlich in c-Moll.

    konnt ich dir da helfen?

    zu Frage 2:
    traurig ist ja nun ein sehr subjektiver Ausdruck, der nun nicht zwingend nur etwas mit der Tonart zu tun hat, als denn auch mit Tempo, Melodieführung, Klangfarben etc...
    Mit deinem Moll bist du doch schonmal auf der sicheren Seite.
    Aber klar ist auch, dass du dich nicht zwingend auf eine Tonart beschränken musst. Große harmonische Abstände zwischen den Tonarten können sehr reizvoll sein.
    Du sagtest doch, dass du eher intuitiv musikalsich Idee formst - ich kann die nur raten das auch beizubehalten... dadurch entstehen all zu oft die schönsten Ideen... erklären, was da genau passiert und warum es klingt, können andere!

    zu Frage 3:
    h passt schon zu f - das sind doch Tritonus-Substitute...und somit sogar verwandt.
    der Gitarrero hatt keine Ahnung... :-)

    in deinem genannten Fall (e h a G F) ist das F sogar sehr berechtigt und durchaus üblich, wenn danach wieder e kommt. In diesem Fall ist es eben wirklich das Tritonus-Substitut der Dominante von e.
     
  4. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 09.08.07   #4
    Die oberen Töne kommen nicht in frage, weil die meisten Intervalle zweier benachbarter Töne übermäßig oder vermindert wäre:

    C D# = übermäßige Sekunde
    D# F = verminderte Terz
    G G# = übermäßige Prime
    G# C = verminderte Quarte ​

    Die unteren Töne sind korrekt:
    C Eb = kleiner Terz
    Eb F = große Sekunde
    F G = große Sekunde
    G Ab = kleine Sekunde
    Ab C = große Terz
    Außerdem sind werden hier keine Stammtöne doppelt verwendet.

    Beim Konstuieren einer Tonleiter kannst du jetzt die Lücken so zu füllen, daß keine zwei Halbtonschritte aufeinander folgen.

    c . . d . . eb . . f . . g . . ab . . bb . . . . oder
    c . .db. . eb . . f . . g . . ab . . bb
    Die erste Tonleiter stammt aus c-moll/Eb-Dur, die zweite aus f-moll/Ab-Dur

    So eindeutig ist das für mich nicht.

    Die Tonart F-moll funktioniert genauso gut, vielleicht sogar besser, da diese Phrase in F-moll keine avoide-note enthält.

    Man kann diese Wendung problemlos über der reinen Mollkadenz in f-moll spielen: Fm | Bm | Cm | Fm

    Gruß
     
  5. fugato

    fugato Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.08.07   #5

    ich sagte ja schon, dass es auch andere Tonarten geben wird, die hier zutreffen sind, es ist vielleicht einfach f-hypodorisch :)

    [c, d, es, f, g, as, b, c] - sieht aus wie c-Moll ist es aber nicht.

    Dass mann die Töne mit den Akkorden f, b, c, begleiten kann ist kein Argument für die Tonart. Man kann "Alle meine Entchen" in C auch mit den Akkorden aus a-Moll etc. vollständig begleiten.

    mich stört nämlich das [des], das hier ins Spiel gebracht wurde sehr.


    Ich empfehle also - bezug nehmend auf Mabas weise Worte, dass der Grundton der Geschicht f ist, aber die Akkorde aus der skale von c-Moll stammen... :)

    Es sollte hier keine Unwahrheiten verbreitet werden!
    Die Tatsache, dass übermäßige Intervalle in seiner reihe aufleuchten heißt nicht, dass es falsch ist. Es gibt nämlich diese Intervalle in ganz normalen Tonarten - die Folge f' - dis' macht z.B. in E-Moll absolut Sinn (Neapolitaner, Dominante hin zu Tonika) z.B.

    Die falsche Angabe der Töne wird Templar bestimmt nicht mehr passieren, wenn er die Tonarten und Skalen besser kennt. Besonders im Fall so einer einfachen diatonischen Figur zeigte er ja bereits im zweiten Ansatz, dass er selbst weiß, dass es nich dis sondern es heißen muss.

    objektiv gesehen könnte er bei schreiben auf das gewollte Intervall eingehen.
    Dann hört man nämlich erstmal die kleine Terz am Anfang und weiß: "Mensch, Terz über c kann nur e sein - also kleine Terz (es). Dis kommt gar nicht in Frage weil die Hoch-Alteration von d immer noch keine Terz ist, auch wenns genau so klingt - das eine ist ne terz und das andere ne übermäßige sekunde, die zwar vorkommt, aber beim normalen Terz hörten in der regel nicht auftaucht. (Die Folge c - dis hätte dann nämlich als Konsequenz in der Folge ein e) :)

    am Ende kriegt mann doch nur c-Moll raus und wundert sich über den passenden Grundton f :great:

    es versteht blos kein Mensch mehr :)
     
  6. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 10.08.07   #6
    Ich will mich nicht mit dir streiten, aber mir gefällt das des sogar sehr gut: CEbFGAbC_in_Fm.mp3 (ca 150kB). Mir ist beim spontanen Spielen des Arpeggiatos sogar zu erst Ab-Dur in den Sinn gekommen, nur dann wäre es nicht dunkel/traurig...

    Und wenn ich alle meine Entchen in a-moll begleite oder höre, ist es für mich in a-moll. Warum sollte ich von einem Stück, daß ich in moll höre, sagen, es wäre in Dur?

    Vielleicht hätte ich das mit den Intervallen ganz weglassen sollen. Ich weiß ja nicht einmal, wie weit sich Templar damit auskennt.

    Ich wollte nur darauf hinaus, daß ich keine Skalen kenne, die fast nur aus übermäßigen und verminderten Intervallen bestehen. Meistens ist das Intervall, daß man hört, auch das, welches notiert wird.

    Gruß
     
  7. Templar

    Templar Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 10.08.07   #7
    Danke danke :)

    Ich glaube, ich hab wieder einiges dazugerlernt.
    Kann es sein, dass die Variante "Vorzeichen zählen -> in den Quintenzirkel schauen" nur bedingt funktioniert? Was, wenn in einem Lied nicht alle Vorzeichen-Akkorde einer Tonart verwendet wurden? Dann geht das doch gar nicht, oder seh ich das falsch :)?

    Was ich jetzt gemacht habe und was recht gut funktioniert:
    Ich schaue mir die Akkorde von Liedern an, Liste sie der Reihenfolge nach auf, beim Grundton lasse ich mich von meinem Gefühl leiten, und wäge, wenn es möglich ist, schon grob ab ob das jetzt Moll oder Dur ist.

    Dann hab ich meinetwegen 5 Akkorde in der richtigen Reihenfolge und schaue, welche fehlen um eine normale Tonleiter zusammenzubekommen. Jetzt achte ich auf die Halbtonschritte (Terzen ? ;) ), die ja bei Moll bei 2 und 3 sowie 5 und 6 und bei dur bei 3 und 4 und 7 und 8 liegen.
    Ich passe die Akkorde an und wenn alles aufgeht lag ich richtig und hab die Tonart.


    Habt ihr da noch Verbesserungsideen? Z.B. soll ja it's my life von bon jovi in c-moll sein, aber von den gitarrenakkorden komm ich da nicht drauf :D
     
  8. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 10.08.07   #8
    Dein Vorgehen ist so in Ordnung.

    Ich würde eher mit dem Grundton beginnen. Unsere Musik ist stark auf einen Grundton fixiert und wir reagieren unterbewußt darauf. Auf dem Grundton steht die Tonika und sie bestimmt hauptsächlich die Tonart. Etwas komplizierter könnte es werden, wenn die weiteren Akkorde nicht zu dieser Tonart passen. (z.B. Kirchentonart, nicht-diatonische Funktionen, ...)

    Zumindest wenn man ein Stück hört, stellt sich sehr schnell ein Grunttongefühl ein.

    Ein Tonschritt eine Sekunde. Er ist das Interval von einer Tonleiterstufe zur nächsten und umfaßt deshalb 2 Tonleiterstufen. HT = kleine Sekunde (b2), GT = große Sekunde (2).
    Die Terz (3) umfaßt schon 3 Tonleiterstufen (von einer Stufe zur übernächsten).

    Ich habe nicht die Akkorde vor mir, aber ich habe kurz reingehört.

    Beim Hören nimmt man in der Strophe eindeutig den Ton c als Grundton wahr. Hört man auf die Töne aller Instrumente (verzerrte Gitarre, cleane Gitarre, Baß und Gesang), steht c-moll eindeutig fest.

    Irritieren wird dich vielleicht der F Akkord am Ende der Strophe, der etwas fremd wirkt. Er fügt sich aber gut in die Guide-Line ein. Ein Synth-Sound (?) spielt in den Gesangspausen immer die Töne g ab g. Am Ende der Strophe dann die Steigerung g ab a, mit dem Ton a kommt auch der F Akkord.

    Beim Refrain kippt das Ohr eventuell in die parallele Eb-Dur. Am Ende des Refrains kehrt die Akkordfolge aber über Bb B° Cm wieder nach c-moll zurück.

    Gruß.
     
  9. fugato

    fugato Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.08.07   #9
    Vorzeichen zählen hat wirklich nur bedingt Sinn.
    Wahr ist doch, dass man anhand der Vorzeichen schnell erkennt was es sein könnte.
    so ist doch jedem klar, dass drei bs (b, es und as) sowohl ein Indiz für Es-Dur oder die Paralleltonart c-Moll sind. Ein Blick an den Schluss des Stückes wird häufig Aufklärung über den Grundton des Stückes bringen und somit wird sich in vielen Fällen verhärten obs nun Es-Dur oder c-Moll war. Ist der letzte Basston ein c - ist es bestimmt c-Moll... etc.

    Richtig ist aber auch, dass drei bs auch noch etwas anderes als Es-Dur oder c-Moll sein können.
    Z.B. Kirchentonarten (wenn man so will alte Tonarten - das kommt z.B. häufig in Gesangbüchern vor)
    g-phrygisch hat ja die Töne: g, as, b, c, d, es, f, g als Skale - das sind drei bs
    f-dorisch hat auch drei bs: f, g, as, b, c, d, es, f
    b-mixolydisch hat auch drei bs: b, c, d, es, f, g,as, b
    as-lydisch hat auch drei bs: as, b, c, d, es, f, g, as

    also können drei bs schonmal mind. 6 Tonarten sein:

    Es-dur
    c-Moll
    f-dorisch
    g-phrygisch
    as-lydisch
    b-mixolydisch

    Ich tippe aber mal, dass dir die letzten vier "alten" Tonarten nicht so häufig unterkommen werden.

    _________________________________________________________________________

    Ich denk mir aber drage, dass du noch was anderes meinen könntest:
    Ob es z.B. möglich wäre vorzeichenkombinationen vorzuschreiben...?
    also z.B. b und as und sonst nichts
    oder z.B. es und des; oder gis und cis
    oder gar es und fis

    das geht aber nicht!

    jedenfalls ergeben sich dann nicht die Tonarten in der Ordnung die hier gemeint ist.
    In der "Neuen" Musik ist das jedoch schon mal anzutreffen... ich hatte da neulich auch ein Stück von JohnCage und da waren des und ges Vorgezeichnet...

    __________________________________________________________________________

    Übe doch mal Tonartenskalen spielen: Spiel z.B. reines g-Moll rauf und runter bis es flüssig ist und dann versuche mit den Tönen Melodien zu Improvisieren ud in g-Moll zu bleiben - d.h. da auch wieder anzukommen.

    Man zwingt sich so jeweils die Vorzeichen (und damit auch die originär diatonische Abfolge von Ganz- und Halbtonschritten) zu beachten - selbst wenn man dann Melodien etc. improvisiert.

    Das ganze kannste in Dur und in Moll machen.
    [In Moll empfiehlt sich aber zu beachten, dass Moll in drei Skalen darstellbar ist (rein, harmonisch und melodisch). d.h. in a-Moll sind die Töne fis und gis - selbstverständlich enthalten. gis als Leitton und damit Terzton der originären Dur-Dominante und fis zum Ausgleich des Hiatus, der übermäßigen Sekunde zwischen f und gis.]

    Wenn du dann - sagen wir - bis vier Vorzeichen in #- und b-Richtung und das in Moll und Dur durchexerziert hast, werden dir diese Vorzeichen sowas von selbstverständlich sein, dass du über deine Fragen heute lachen musst ....
     
  10. Guendola

    Guendola Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.07   #10
    Ob ein Stück traurig, fröhlich, zickig, böse oder düster klingt, oder noch anders, hängt nicht nur von Dur und Moll ab. Ganz wichtig ist die Spielweise. Wenn man beim Spielen z.B. intensiv denkt "ich bin gaaaaaaaaaaanz traurig", wird es automatisch traurig klingen und die Ironie der vielen as schwingt auch mit.
     
  11. jacofan

    jacofan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.10.07   #11
    Nee , Vorzeichen zählen alleine bringt es nicht. Ich hab auch nicht viel ahnung von Musiktheorie, aber wenn ich eine Tonart bestimmen will, geh ich immer den Quintenzirkel durch. Als erstes siehst du ja, dass du das b-Vorzeichen brauchst, damit du nicht g und g# hast (jeder Grundton nur einmal). Du hast dann also es und as und sonst keine Vorzeichen. Ich geh dann immer den Quintenzirkel durch. Also in diesem Fall die Seite mit den bs . F-Dur hat nur das bes ( int. Schreibweise bes= deutsches B ). Da du kein B benutz, widerspricht es dem schonmal nicht. Also weiter. Bei B-Dur (deutsch: H-Dur) hast du dann ein bes und ein Es.Das passt ja auch. Wenn du dann noch eine Stufe weiter gehst, zu Es dur, hast du dann ein es, ein as und ein bes und liegen dann alle deine Töne in der Tonleiter.
    Jetzt musst du beachten, dass du, wenn du in einer Bridge oder so ein B einbauen willst, dieses auf ein bes erniedrigen musst, falls du in der Tonart bleiben willst. Außerdem musst du, falls du in der Tonart bleiben willst, auch deine Akkorde entsprechend wählen. Du dürftest zum Beispiel kein C-Dur spielen, sondern nur C-moll, weil sonst die Akkordtöne nicht in der Tonart liegen ( bei c-dur würde ja das e vorkommen, welches aber nicht in der Es-Dur-Tonart vokommt).
    Aber wie jemand vorher auch schon gesagt hat: Wenn etwas gut klingt, spiel es, auch wenn es nicht Tonart-konform ist. Es gibt viele gute Lieder, die nicht Tonart-konform sind.
     
  12. Guendola

    Guendola Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.07   #12
    Es wird Zeit für meinen üblichen Link:

    http://www.lehrklaenge.de/index.html

    Um Tonarten zu erkennen und damit zu arbeiten, ist es am besten, man weiß erstmal, wie die Tonarten überhaupt entstehen und was sie ausmacht. Vieles ergibt sich daraus schon von selbst.

    Gerade wenn man nach Gefühl Akkorde aneinander reiht, ist es musikalisch natürlich völlig akzeptabel, wenn es gut klingt, aber es geraten einem schnell Modulationen hinein und das bedeutet, die Tonart ändert sich. Das wird in dem Kursus, der sich hinter dem Link versteckt auch behandelt.

    Um aber die richtige Tonart für ein Solo herauszufinden, darf man nur den Part betrachten, über den das Solo gespielt wird. Man kann auch ganz pragmatisch alle Töne der verwendeten Akkorde aufeinanderschichten und hat im Idealfall dann die passende Tonleiter. Einfach nur die Töne zu spielen, die in dem jeweiligen Begleitakkord vorkommen ist jedenfalls meistens zu öde.

    Es gibt noch eine weitere Methode, mit der man einigermaßen sicher die Tonart eines Stückes herausfinden kann: Man muß erfühlen, zu welchem Akkord es hinstrebt. Der bezeichnet auch die Tonart. Damit vermeidet man das Problem, daß manche Stücke eben nicht in dem Grundakkord der Haupttonart anfangen oder enden.
     
  13. MarkFrisch20

    MarkFrisch20 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.07.09   #13
    Also ich habs auch lange nicht verstanden aber jetzt weiß ich man kann sein kleines "Rezept" entwickeln ohne auswendig lernen usw.
    Als beispiel nehmen wir die Akkorde Am;G;dm;F
    Schrit 1.
    Moll Akkorde in Dur Akkorde umwandeln sozusagen. Die parallele dur ist immer drei halbtonschritte höher als die Moll
    Am gleich C dur; dm gleich F dur
    Schritt 2. Jetzt hast du die Dur Akkorde F;C und G
    Dann schaust du welcher Ton ein Ganztonschritt auseinander liegen, das wäre hier F und G und welcher ist der höhere von den beiden? G-dur.
    Vielleicht weißt du ja das bei Dur tonarten die Halbtonschritte bei dem 3 und 4 und 7 und 8 ton liegen. Du zählst dann ab, G dur ist der höchste also ist er der kleine Finger( so nimmst du dir deine Hand zu hilfe, wie mit den fingern rechnen ;)) von da an fängst du an zu zählen.
    Ein ganztonschritt von G ist F(Ringfinger 4) dann ein halbtonschritt ist dann E (3) von E einen Ganztonschritt ist D (dein Zeigefinger 2) und dann das letzte mal einen ganztonschritt runter das ist dann ein C (dein Daumen also 1) nummer eins ist dann die Tonart. Fertig dann weiste wie du tonarten ruasfindest.
    Wenn du die Bs und # weisst dann ein merksatz:
    Geh 1#
    Du 2#
    Alter 3#
    Esel 4#
    Hol 5#
    Fische 6#

    Freche 1B
    Buben 2B
    Essen 3B
    Asperin 4B
    Des 5B
    Geschäffts.

    Gruß neviani
     
  14. Kurt01

    Kurt01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.09   #14
    Hi,lerne auch gerade erst schwimmen :)
    und was fange ich mit dem Merksatz an ?

    mfg
    Kurt

    ps. bitte zitieren,damit ichs wiederfinde,danke.
     
  15. Effjott

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    Erstellt: 07.08.09   #15
    Das sind Merksätze für den Quintenzirkel, damit kannst Du Dir die verwandtschaftlichen Beziehungen der Tonarten untereinander gut merken:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Quintenzirkel
     
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