tonart erkennen

von EugenesTrickBag, 28.04.07.

  1. EugenesTrickBag

    EugenesTrickBag Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.04.07   #1
    bei sämtlichen seiten im internet, die ich zum thema tonart erkennen gefunden habe, wird im prinzip nur auf den quintenzirkel verwiesen und dort als immergültiges wundermittel angepriesen.

    nur hilft mir dieser nicht weiter, wenn ich wissen will, in welcher tonart ein stück besteht, dass zum beispiel auf grundakkorden

    f-mol
    g-mol
    c-dur
    g-dur

    oder nur
    fmol
    gdur
    cdur
    gdur

    aufgebaut ist...
    kann mir das jemand erklären oder auf eine seite verweisen wo erklärt wird, wie man die tonart von solch "ungenomrnte" akkordfolgen herausfindet?
     
  2. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 29.04.07   #2
    Ein Deinen beiden Beispielen gbt es jeweils keine gemeinsame Tonart, weil weder im Tonvorrat noch in der Funktionen untereinander Beziehungen bestehen. Es ist eine "sinnlose" Aneinanderreihung von Akkorden. Somit ist die Suche nach der Tonart ausssichtslos.

    Beispiel 1:

    1.f-moll und g-moll haben Eb-Dur als Grundtonart. Da passen dann aber G-Dur und C-Dur nicht rein.

    2. G-Dur könnte die Dominatne von C-Dur sein. Dann wäre das Stück in C-Dur, wo allerdings weder f- noch g-moll vorkommen.

    3. C-Dur könnte die IV. Stufe von G-Dur sein. In G-Dur kommen aber weder f-moll noch g-moll vor.

    Bei 2. sieht es ähnlich aus.

    Beschäftige Dich am besten erstmal mal mit der (Stichwort!) "Stufentheorie" bzw. damit Du erkennst, welche 7 Akkorde innnerhalb einer Tonart grundstätzlich möglich sind, bevor Du Akkorde sinnlos zusammenstellst und dann nach dem nicht vorhandenen Zusammenhang suchst.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Stufentheorie_(Harmonik)


    .
     
  3. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 01.05.07   #3
    Es gibt auch innerhalb von Stücken Tonartwechsel (z.B. durch Rückungen) und Wechsel von Dur nach moll (und umgekehrt).

    Eine Akkordfolge, in der sowohl g-moll, als auch G-Dur vorkommt, hat somit keine eindeutige und durchgängige Grundtonart.
     
  4. Amad3us

    Amad3us Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.05.07   #4
    Sei angemerkt:
    Du kannst eine Tonart NUR erkennen, wenn alle drei Dur-Akkorde drin vorkommen.
    Denn dann kannst du eindeutig die Funktionen der Akkorde bestimmen und somit die Stufen und die dazugehörige Tonart.

    Beispiel:

    Betrachten wir zunächst Verbindungen von je zwei der drei Hauptfunktionen miteinander:

    I Stufe - C/e (Tonika) mit IV Stufe F-Dur (Subdominante)

    V Stufe - G/d (Dominante) mit I Stufe C/e (Tonika)

    I Stufe C/e (Tonika) mit V Stufe G/d (Dominante)

    IV Stufe F-Dur (Subdominante) mit I Stufe C/e (Tonika)


    Die Tonika ist das tonale Zentrum. Die Subdominante und die Dominante sind jeweils quintverwandt zur Tonika. In der Verbindung T-S können wir die Subdominante als eine Ausdehnung, Erweiterung oder Intensivierung der Tonika erleben. Die Dominante enthält eine Spannung, die sich in das Zentrum T auflöst. Die Verbindung D-T heisst authentischer Schluss. Die Verbindung T-D wird Halbschluss genannt, weil sie oft am Ende eines Abschnitts in einem Stück vorkommt. Die Verbindung S-T schließlich heisst Plagalschluss. Er war vor allem in älterer Kirchenmusik gebräuchlich und hat über Spirituals und Gospel-Songs seinen Weg in manche Jazzstücke (zB. Moanin von Bobby Timmons) gefunden.

    Hört man zwei quintverwandte Akkorde hintereinander, so lässt sich ohne Zusammenhang noch keine Tonart ausmachen. So kann zB. die Verbindung der G-Dur und C-Dur-Dreiklänge miteinander T-S in G-Dur oder aber D-T in C-Dur sein. Erst eine verbindung, in der alle drei Grunddreiklänge auftreten, klärt den tonalen Zusammenhang. Die wichtigste derartige Verbindung, die klassische (Dur-)Kadenz (T-S-D-T), tritt deshalb auch oft am Schluss eines Stückes auf.

    Hoffe, ich konnte weiterhelfen.
    mfg amadeus
     
  5. Janiboy

    Janiboy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.05.07   #5
    Zu deinem *Problem*: Wenn du etwas hörst und die Tonart wissen willst, einfach ne kleine Improvisation und die Pentatonik verschieben, bis es passt, wenn du eine Akkordfolge vor dir hast und die Tonart wissen willst, hilft dir vielleicht der Anhang weiter (Ich hoffe, es ist keine Verletzung von Copyrights, übernommen aus *Schule der Rockgitarre, Band I*).

    Ich hoffe, ich konnte helfen,
    Janiboy

    €: Es fehlt aus Scanngründen leider die 6. Stufe^^.
     

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  6. kokosnuss5

    kokosnuss5 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 13.05.07   #6
    Moin,
    ich hätte auch mal eine Frage zu Erkennung der Tonart. Also ich hab hier den Quintenzirkel vormir liegen. Jetzt hab ich eine ganz simple Folge von Tönen. Dort drin kommt ein Bb, ein Eb und ein Ab drin vor. Seh ich das jetzt richtig das dieses Stück in Ab ist? So wie ich das erklärt bekommen hab müssten, wenn es in Ab ist genau diese Töne drin vorkommen...
    Stimmt das so?
    Edit: Ach kann mir nich mal jmd das Prinzip erklären!?^^
    mfg kokosnuss5
     
  7. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 13.05.07   #7
    Nur wenn du dir sicher bist, daß das Stück in Dur oder Moll steht und du auch alle 7 Töne der Tonleiter finden konntest, kannst du so auf die Tonart schließen.

    Sicherer ist immer noch die Harmonik und der harmonische Rhythmus. Ein Stück könnte nämlich bei den gleichen Tönen wie z.B. F-Dur/D-Moll genauso gut c-mixolydisch sein:
    |: Bb/F . . . | F . . . | C . . Dm7 | C . . . :|​

    In dem Beispiel wäre C-Dur die Tonart, C = Tonika, F die Subdominante, Bb die Doppelsubdominante (Subdominante der Subdominante).

    Gruß
     
  8. relact

    relact Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 22.06.07   #8
    Hy Janiboy,

    das ist sehr hilfreich!

    Ich denke, das hilft vielen hier im Board, die eher praktisch orientiert sind und sich zunächst nicht allzu intensiv mit der Stufentheorie auseinander setzen wollen.

    Wäre fein, wenn Du es ein zweites mal scannen könntest ... und zwar so, dass Stufe VI drauf ist ... dafür darf dann der linke Rand abgeschnitten sein! ;)

    Greetz relact
     
  9. roofonfire

    roofonfire Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.06.07   #9
    @eugenestrickbag:

    Ging es dir eigentlich um die Tonartbestimmung eines gehörten Stücks oder mehr und die harmonische Analyse einer notierten Akkordfolge? Bei ersterem hilft mir auch oft der oben genannte Tip mit dem drüberimprovisieren. Da hört man recht schnell, wo der Grundton ist, welches Tongeschlecht vorliegt (kleine oder große Terz zum Grundton) und ob die anderen Töne "passen" oder sich mit dem Lied noch beissen. So findet man sogar als nicht so geübter Musiker (ich zB) recht schnell die ganze, gerade vorherrschende Skala raus. Die Analyse von notierten Akkordfolgen kann dagegen - je nach Akkordfolge - in geradezu detektivische Ausmaße gehen und kiloweise Vorwissen erfordern, so zB wenn ein Akkord nur noch als Modal Interchange-Funktion oder mit dem pitch-axis-system erklärbar wird.

    Grüße
     
  10. jafko

    jafko Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.06.07   #10
    Hi,

    auch wenn es nicht in allen Fällen zutrifft, stehen die Chancen daß der letzte Ton oder Akkord eines Stückes der Grundton der Tonart, bzw. die Tonika ist ziemlich gut.

    Behaupte ich einfach mal...

    Gruß

    Wolfgang
     
  11. josh_p

    josh_p Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.07.07   #11
    hey,...

    bist du dir sicher, dass du weißt, was du da machst????
    schau doch mal hinne!!!! wenn du da gmoll und gdur in einem stück hast, dann is doch jedem klar, dass dieses stück einen tonartenwechsel drinnen hat,...

    aber um deine frage zu beantworten... es scheint wohl keine seite zu geben, die das kann,... vllt kannst du dir ja einfach irgendein forum suche, wo du irgendwen einfach konkret nach dem stück fragen kannst,... (also titel, interpret,....)

    hoffe, ich konnte dir helfen und war nicht zu böse, aber eins noch: ohne quintenzirkel würde die welt aussterben!!!! merk dir das!!!
     
  12. Janiboy

    Janiboy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.07   #12
    So, habe auf den Beitrag von relact hin nochmal die Tabelle abegetippt, jetzt mit 6. Stufe :) , hoffe, das hilft dem ein oder anderen.

    So far,
    Janiboy
     

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  13. simia

    simia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.07   #13
    Das ist dann für die Benennung interessant. Es gibt diese Grundregel, wenn du die zum Beispiel eine "Sonate in D-Dur" durchliest, dass sie mit D-Dur aufhört. Allerdings kann die verwendete Tonart für ein Thema dann schonmal A sein, und sich das Stück, eben wenn das zweite Thema exponiert wird, dann auch in einem einwandfreiem A-Dur bewegen.

    @topic: Schau dir einmal die Skala an, die die Akkorde bilden:
    c, d, e, f, g, as, h, c
    Damit ließe sich z.B. eine Art melodisches Ziegeunermoll auf f vermuten, die Kombination von C-Dur im ersten Tetrachord mit C-moll harm. im zweiten Tetrachord.
    Nehmen wir nun einmal diese beiden Möglichkeiten als die einzigen, dann musst du nun feststellen um welches tonale Zentrum sich die (evtl. vorhandene) Melodie bewegt.

    Eine letzte Idee ist es, wovon (Name vergessen, ein Jazzer halt ;) ) gerne spricht, dass du die Tongeschlechter wegdenkst, und nur nach der C-igkeit, oder der F-igkeit des Stückes suchst.
     
  14. fugato

    fugato Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.08.07   #14
    @ EugenesTrickBag

    ist dass denn ein Stück, das du gehört hast, welches diese Akkorde verwendet?
    Wie heißt der Schlussakkord des Stückes - wenn es einen gibt?

    sonst hört sich das ja sehr phygisierend an!

    grundsätzlich kann ja jeder akkord auf einen anderen Folgen - welche harmonischen und tonartlichen Beziehung sich dahinter verbergen, ist ja noch einen ganz andere Sache.
     
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