Wie entsteht eine Tonart?


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MaBa
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...

Die meisten werden Tonarten lernen, in dem man ihnen den Aufbau der Durtonleiter erklärt. Sie werden Intervalle als Stufenverhältnisse erklärt bekommen, Dreiklänge werden anhand der Tonleiterstufen erklärt, usw....

Von der Logik her ist das genau falsch herum, denn die Tonart ergibt sich eigentlich durch harmonische Verhältnisse, die sich wiederum in physikalischen Eigenschaften der Harmonien widerspiegeln. Nur wäre jeder Anfänger überfordert, würde man bei den physikalischen Grundlagen beginnen zu erklären, zumal dieses Wissen zum Musikmachen überhaupt nicht gebraucht wird.

Hallo MaBa, könntest du den 3. Absatz näher erklären? Von welchen physikalischen Eigenschaften sprichst du im dem Zusammenhang? Meinst du die Obertonreihe?

Genau.

Die Obertonreihe bestimmt, wie zwei Töne zusammenklingen. Je einfachen Schwingungsverhältnissen der Töne zueinander, desto konsonanter klingen die Intervalle.
Der Dur- und Molldreiklang enthält nur konsonante Intervalle. Stellt man drei Durdreiklänge im Quintverhältnis (größte Konsonanz nach der Oktave) zueinander, ergeben sich die Töne einer Tonart.

Harmonisch macht das ganze auch Sinn: Die Akkorde entsprechen genau den Hauptstufen S, T, D.
Wird die Tonart so abgeleitet, ist es z.B. auch einleuchtend, warum eine Tonart gerade aus 7 Tönen besteht.
Nimmt man von den drei Dreiklängen auf der einen Seite einen weg und fügt auf der anderen Seite einen hinzu, ergibt sich die nächstverwandte Tonart.

f - a - c - e - g - b - d => C-Dur
\_ S _/\_ T _/\_ D _/

. . . . .c - e - g - b - d - f#-a => G-Dur
. . . . .\_ S _/\_ T _/\_ D _/

Das, was man hier wiedererkennt, ist der altbekannte Quintenzirkel. :)

Apropos Quintenzirkel - man kann die Töne einer Tonart auch nur über Quintenstabelungen ableiten. Nach 6 Quinten haben wir auch hier die Töne einer Tonart zusammen. Verwandtschaftsbeziehungen sind hier noch einfacher zu erkennen. Wir nehmen an einem Ende eine Quinte weg, und fügen am anderen Ende eine hinzu:

f - c - g - d - a - e - b => C-Dur

. . c - g - d - a - e - b - f# => G-Dur
Nur warum gerade 6 Quinten??? Mir fällt kein Grund ein...
Und welcher Ton der Grundton ist, ist auch nicht ersichtlich. Deshalb erscheint mir die Herleitung über Dreiklänge logischer.

Bei der Ableitung der Tonarten über Tetra Chords geht man schon davon aus, daß der Aufbau der Tonleiter klar ist. Man geht sozusagen von einem Ergebnis aus und leitet weitere Ergebnisse her, ohne zu erklären, warum das erste Ergebnis richtig ist.

EDIT: Nicht daß ich falsch verstanden werde...
Ich sehe auch, daß es notwendig ist, erst die Begriffe zu verstehen, und die beziehen sich schon auf das Ergebnis - die Tonleiter.
Und wenn man wirklich mehr verstehen will, hat man es jetzt leichter, weil man die verschiedenen klanglichen Beziehungen benennen kann. (Intervall, Dreiklang, Konsonanz)

Gruß
 
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Nur warum gerade 6 Quinten??? Mir fällt kein Grund ein...
Und welcher Ton der Grundton ist, ist auch nicht ersichtlich.

Naja, sechs Quintsprünge ergeben sieben Töne - das ist doch das, was wir brauchen...
 

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