Tonart wechseln

von Clawhammer, 21.10.08.

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  1. Clawhammer

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    Erstellt: 21.10.08   #1
    Hallo,
    wie der Titel schon sagt, geht es bei meiner Frage um einen Tonartwechsel. In meinem speziellen Fall geht es dabei um einen Wechsel von h-moll in d-moll. Ich hab schon ausgiebig im Netz nach einer Erklärung gesucht, wie man sowas macht, aber nichts hilfreiches gefunden. Deshalb hab ich mir gedacht, ich frage einfach mal hier nach und ich hoffe es kann mir jemand helfen. Mit dieser Thematik tu ich mir wirklich nicht leicht.

    Also wie gesagt möchte ich von h-moll in d-moll wechseln. Ich hab mal die beiden Akkordfolgen als Bild bzw. gp4-Datei angehängt. Wie stelle ich diesen Wechsel jetzt am geschicktesten an? Was denke ich nicht so wichtig ist, aber ich möchte es trotzdem mal erwähnen, ist, dass ich parallel zum Tonartwechsel das Tempo verdoppeln möchte.

    Es wäre echt net wenn mir jemand da einen Denkanstoß geben könnte oder zeigt wie er das lösen würde. Auch über eine einfache allgemeine Erklärung zu diesem Thema würde ich mich freuen, es ist ja vielleicht nicht das letzte Mal, dass ich sowas machen will.

    Schonmal vielen Dank im Vorraus!
     

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  2. PVaults

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    Erstellt: 21.10.08   #2
    Eine neue Tonart muß man e i n f ü h r e n und f e s t i g e n, das ist das Prinzip.
    Einführen kann man es sehr gut über Dominanten. In deinem Beispiel wäre das sehr einfach, indem du aus A-Dur ein A7 machst.

    Festigen kannst du sie, indem du eine für die neue Tonart charakteristische Kadenz einbaust, also z.B. indem du - vielleicht nur kurz - in die Subdominante noch wechselst, oder die Dominante nochmals mit einbaust.

    Generell kann man vor Dominanten wieder Dominanten setzen, oder eben Verbindungen aus der großen diatonischen Kadenz (VIIm/b5-IIIm7-VIm7-IIm7-V7-Ij7-IVj7, wobei letzerer gerne auch vor die VIIm7/b5 gesetzt wird). Bei Moll eignet sich auch eine IIm7/b5-V7(-I)-Verbindung, die natürlich auch wegen der Besonderheit des Dom7 nach Dur funktioniert.

    Der beste Trick ist aber, Akkorde zu suchen, die in beiden Tonarten vorkommen, und aufgrund der Verschiedenartigkeit der Funktionen besonders reizvoll und elegant wirken.

    Liegt die Zieltonart auf der Subdominantenseite der Ausgangstonart, eignet sich auch ein Ausschnitt aus der großen Diatonischen Kadenz.

    Ein Beispiel hierzu: Hm => Dm, Dm liegt drei Quintenzirkelgrade links, liegt also auf der Subdominantenseite. Hm würde dann gleichzeitig Tonika der alten Tonart sein, ist aber gleichzeitig Tonikaparallele von D-Dur, und Dm ist nur einen Tongeschlechtswechsel entfernt. Also würde mann die Subdominante von Hm beispielsweise als Doppeldominante von Dm umbauen, dann würde man einen E7-Akkord und die Dominante der neuen Tonart A7 spielen, also Hm-E7-A7-Dm.
    Eleganter wäre aber, die Subdominante der Ausgangstonart in Moll zu setzen (SDM) und die Reihe fortzusetzen: Hm-Em7/b5-A7/(b9)-Dm

    Schließlich: Kleine Terzabstände kann man auch sehr schön "hart" modulieren, entsprechen sie einem Tongeschlechtswechsel und sind von daher relativ harmonisch und irgendwie interessant, wie ich finde.

    Der Möglichkeiten sind viele mehr...
     
  3. Funkeybrother

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    Erstellt: 22.10.08   #3
    Würde ich erstmal auch sagen. Ich denke, es ist vor allem auch eine Frage der Stilrichtung.
    Den A-Dur Akkord am Ende des H-moll Teiles in einen A7 umzuwandeln sehe ich auch nur als Möglichkeit. Ohne Septime würde der Akkord auch funktionieren und zu D-moll überleiten.

    Noch ne Frage: die Großbuchstaben über den Noten sollen doch wohl nicht die Akkordsymbole darstellen, oder?
    Sonst wäre da auf jeden Fall noch was zu berichtigen.;)
     
  4. Hans_3

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    Erstellt: 22.10.08   #4
    @clawhammer

    1. Stimmen die Akkordbezeichnungen teils überhaupt nicht mit den Noten überein

    2. Sind die Tabs weitgehend auf der Gitarre so nicht spielbar

    3. Kannst Du - wenn Du willst - von einer Molltonart in eine, die 3 Halbtöne höher liegt, auch ohne Übergang wechseln, da eine recht starke Verwandschaft besteht. Beispiel:

    Hm --> Dm unterscheidet sich nur in einem Ton, bzw. Dm ist ist die "vermollte" Durparallele von Hm.
     
  5. PVaults

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    Erstellt: 22.10.08   #5
    Wollte der Threadsteller nicht eine "allgemeine" Erklärung bzw. Einführung...?
    Ich kann das ganze durchaus komplizierter erklären, habe aber aufgrund der Folgeposts den Eindruck, daß man mein Posting schon nicht richtig verstanden hat, zumal ich schon die schlichte II-V-I weggelassen habe...

    Das Notenbeispiel ist fehlerhaft, drum sollten wir das ganze viel allgemeiner halten, zumal ich nichts davon halte, anderer Leute Kompositionen fertigzuschreiben...
     
  6. Hagenwil

    Hagenwil Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.08   #6
    Man spielt einfach den H-moll Akkord, dann den D-moll Akkord und schon hat man die Tonart gewechselt, ist doch ziemlich einfach oder?
     
  7. Clawhammer

    Clawhammer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.08   #7
    Richtig. Sollen auch keine Akkordbezeichnungen sein. Sollte mir nur auf den ersten Blick möglich machen, zu sehn was der jeweilige Grundton ist (eigentlich nicht mal das, wegen den Vorzeichen).

    Ich hatte nie vor das auf der Gitarre zu spielen. ;-)

    Jetzt wo ihr das alle sagt, sehe ich dies auch als Möglichkeit. Erschien mir einfach zu leicht :-D

    Stimmt schon, ich will ja auch was für die Zukunft lernen. Allerdings muss ich sagen, dass ich mit meinen Lernbemühungen noch ziemlich am Anfang der Harmonielehre stehe und deshalb mit einigen der von dir benutzten Bezeichnungen so meine Probleme habe (VIIm/b5-IIIm7-VIm7-IIm7-V7-Ij7-IVj7).

    Ansonsten vielen Dank an alle bis hierher. Ich werde versuchen die bisher geschilderten Möglichkeiten einmal auszuprobieren. Das mit den Bezeichnungen und die damit verbundene Verwirrung tut mir leid, die hätte ich raus machen sollen, wo sie doch eher für mich waren. Macht ja einen komplette laienhaften Eindruck von mir ;-)
     
  8. Funkeybrother

    Funkeybrother Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.10.08   #8
    Habe doch gar nichts gegen Deine Vorschläge gesagt.:confused:
    Wollte doch nur klarmachen, daß der Übergang so wie er allgemein ist auch nicht falsch ist.
     
  9. TobyLoc

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    Erstellt: 24.10.08   #9
    Das sind römische Zahlen, die für die Stufe des Dreiklangs einer harmonisierten Tonleiter stehen.
    Wenn wir von einer C-Dur-Tonleiter ausgehen, sieht das folgendermaßen aus:
    1. (I) = C-Dur maj7
    2. (II) = D-Moll 7
    3. (III) = E-Moll 7
    4. (IV) = F-Dur maj7
    5. (V) = G-Dur 7
    6. (VI) = A-Moll 7
    7. (VII) = H-Moll 7/b5

    das kleine j steht bei "PVaults" für "major". Also die große Septime (11 Halbtonschritte).

    Ich hoffe ich konnte dir helfen.

    Toby
     
  10. CUDO II

    CUDO II Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.08   #10
    Hallo Clawhammer,


    PVaults hat's ja unter anderem schon gesagt, aber hier nochmal zum Mitschreiben.
    Die sogenannte diatonische Modulation verwendet als Drehpunktakkord einen in beiden Tonarten vorkommenden Akkord. Es ist somit nötig, falls dies im Kopf noch nicht so gut geht, zunächst die einzelnen Stufen beider Tonarten abzugleichen.

    Hier die diatonischen Stufen von B Moll (B=H):
    B-6, C#-7b5, Dma7, E-6, F#7, Gma7, A7

    und hier die diatonischen Stufen von D Moll:
    D-6, E-7b5, Fma7, G-6, A7, Bbma7, C7

    (Dazu wäre zu bemerken, dass die bVII Stufe in der Klassik nicht unbedingt zur diatonischen Modulation herangezogen wird, aber was soll's. :great:)

    Einziger gemeinsamer diatonischer Akkord beider Tonarten ist demzufolge besagte bVII Stufe, also A7. A7 befindet sich in B Moll auf der bVII Stufe und in D Moll auf der V Stufe.
    Es gilt nun eine Akkordfolge in B Moll zu finden die schlüssig auf deren bVII Stufe (sprich: A7) endet. Also versuche nun mit Hilfe der B Moll Stufenakkorde von B-6 nach A7 zu kommen so dass es einigermaßen logisch klingt. Z.B. |B-6 F#7 | B-/D E-6 | A7

    Wenn Du das gefunden hast, fährst Du fort, indem Du vom A7 nach D Moll abkadenzierst. Das könnte nun sehr simpel gehen, indem Du vom A7 direkt nach D- wechselst. Schön ist das allerdings nicht, da so die Zieltonart zu schnell erreicht wird und dadurch nicht besonders gefestigt erscheint. Besser wäre es A7 zunächst trugschlüßig nach Bbma7 zu führen um dann über G-6 D-/A A7 zur Tonika D- zu gelangen.

    Der ganze Ablauf könnte dann so aussehen:
    ||B-6 F#7 | B-/D E-6 | A7 | Bbma7 G-6 | D-/A A7 | D- ||

    CIAO
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  11. CUDO II

    CUDO II Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.08   #11
    Hallo Clawhammer,

    ich hoffe Du bist noch dabei. :-)
    in meinem obigen Post habe ich geschrieben, dass die Klassiker die bVII Stufe in Moll, Du erinnerst Dich, es war der einzige gemeinsame diatonische Akkord zwischen beiden Tonarten, weniger gebrauchen. Der Grund dafür ist, dass der für die Darstellung der Tonart so wichtige Leitton durch Anwendung der bVII Stufe verloren geht.
    Verzichten wir nun auf die aus dem Äolischen (Natürlich Moll) abgeleitete bVII Stufe und nehmen dafür die aus dem Harmonisch Moll abgeleitete VIIo7 Stufe, können wir mit diesem Akkord auf eine enharmonische Modulation zurückgreifen. Das bietet sich deshalb an, da beide Tonarten im Kleinterzabstand auseinanderliegen und der o7 Akkord auf der VII Stufe durch seine Kleinterzstruktur enharmonisch umgedeutet auf 4 verschiedene Grundtöne bezogen werden kann.
    Im Klartext heißt das, Du kannst den VIIo7 von B Moll, (a#, c#, e, g) enharmonisch umdeuten in den VIIo7 von D Moll der da heißt: c#, e, g, bb. Du musst also lediglich a# enharmonisch umdeuten in bb und schon bekommt der Akkord eine andere Bedeutung. Genial! Oder?
    Die Aufgabe wäre nun von B- aus zur VIIo7 von B Moll zu kadenzieren, diesen enharmonisch umdeuten in den VIIo7 von D Moll und dann von dort nach D- abkadenzieren.
    Der ganze Vorgang könnte dann folgendermaßen aussehen:

    || B- | E-6 A#o7/E | B-/D C#o7 | D- G-6 | D-/A A7b9 | D- ||


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