jaja, die beste Band der Welt. Wenn man alle Titel der Alben hört, möchte man wirklich ins Schwärmen geraten. Nur leiderleiderleider, werden mir die Jungs langsam etwas zu abgehoben, zumindest, was ihren Hang zu "großer Show" abseits der eigentlichen großen Show angeht. Ich dachte, die 10000 Days-Tour wäre 2007 längst abgeschlossen gewesen. So war ich dann auf dem mit Spannung erwarteten einzeigen Konzert in Deutschland Ende August in Frankfurt zwar wie immer schwer angetan, aber doch reichlich enttäuscht, dass sich die Songliste um gerade mal einen Song von dem Konzert in Oberhausen im Dezember unterschieden hat. Das unverschämteste an der Sache war aber, dass der Konzertbeginn für 20 Uhr angesetzt war, die vier Herren sich jedoch noch eine Stunde Zeit ließen bis sie endlich auf der Bühne auftauchten. So habe ich 2 Stunden gewartet, länger als das Konzert gedauert hat. und mir haben später eher die Füße wehgetan als die Ohren.
Ich war schon etwas überrascht, dass die Band sich so ein gewaltiges TamTam erlaubt, um dann die treuen Fans so hinzuhalten. Die Musik eines Liveabends mit Tool ist nichts anderes mitreißend und es laufen ohne Pause wohlig-kalte Schauer über den Rücken, besonders wenn man die extrem aufwendige und atmosphärische Lichtshow miterlebt. Aber für ein etwas mehr als anderthalb Stunden dauerndes Konzert den stolzen Preis von 43 Euro zu verlangen, eine im Prinzip fade, weil bekannte Setlist runterzuspielen und sich noch eine Wartezeit von über einer Stunde nach dem eigentlichem Konzertstart zu genehmigen, finde ich absolut nicht in Ordnung. Dazu das viel zu übertrieben Merch, bei den Preisen bin ich komplett aus den latschen gekippt denn ich wollte mir eientlich mal ein
Shirt kaufen, bis zu 35 Euro waren mir dann aber doch zuviel.
Generell ist es ohnehin unschön, dass so wenige Songs der älteren Alben (und überhaupt so wenige Songs) ihren Weg auf die Bühnenanlage finden. Mit Freuden denke ich zurück an die Konzerte von Rush. Die Kanadier spielen Shows, die an die dreineinhalb Stunden dauern, den Fans zwischendurch Zeit zum Durchatmen lassen (was aber auch an der etwas relaxteren Art der Musik liegt) und dafür ebenfalls nicht mehr als 43 oder 44 Euro kosten. Das könnten Tool genauso machen, bietet doch die Anzahl und die Länge der Songs Stoff für knapp sechs Stunden (OK, wer bleibt schon so lange auf einem Konzert?). So viel muss es zwar nicht sein, aber zweieinhalb oder drei Stunden wären doch sehr fair angesichts der Ticketpreise. Wenn mir jemand einen limitierenden Faktor nennen kann, der eine so knauserige Veranstaltungspolitik zulässt, dann tu er das. Denn Tool machen sehr eigenwillige und gute Shows, aber sie könnten es noch soviel besser...