Generell wird es den meisten Plektrumspielern so gehen:
- Im Stehen ist die Anschlaghand lockerer, weil der Arm nicht angezogen werden muss. Meistens geht auch der Winkel der Gitarre zum Körper eher in Richtung 90°, das kommt dem Anschlag mit Pick ebenfalls zu gute. Die Greifhand muss, gerade wenn man die Gitarre eher tief hängen hat, aber dafür einen deutlich weiteren "Bogen" machen (Ausnahme natürlich: Daumenübergriff von oben).
- Im Sitzen gehen viele Sachen für die Greifhand deutlich leichter, gerade dann, wenn man den Hals steiler anstellt. Das kommt dem Plektrumspiel aber nicht sehr entgegen. Für Leads mag es noch gehen, aber flüssiges Rhythmusspiel per Wechselschlag über mehrere Saiten wird meiner Meinung nach deutlich schwieriger.
Und dazwischen muss man eben einen guten Kompromiss finden.
Es wurde ja schon mehrfach gesagt: Im Endeffekt sollte man die Sachen so üben, wie man sie letztendlich zu spielen gedenkt. Wenn das mit Band in Proberäumen und auf Bühnen ist, muss man sich also schon mal hinstellen. Und wenn man eher im Orchestergraben spielt, sollte man eben sitzend gut klarkommen.
Vielleicht interessant: Ich weiß nicht, wie vielen Leuten die "Synthaxe" noch in Erinnerung ist. Dabei handelte es sich um eine reine MIDI-Controller-Gitarre. Da kam akustisch also gar nichts raus. Und die hatte zwei Sätze Saiten, einmal zum Greifen (interessanterweise waren da auch alle Bünde gleich weit entfernt), einmal zum Anschlagen.
Ach, hier gibt's sogar 'n eigenen Thread:
https://www.musiker-board.de/biergarten-e-git/309921-synthaxe.html
Und das dazugehörige Bild:
Ich durfte vor Äonen mal eine für 2 Tage ausleihen. Zuerst *sehr* gewöhnungsbedürftig, aber dann merkt man, wie geil das eigentlich ergonomisch ist.
Leider natürlich für echte Gitarren nicht umsetzbar. Schade, denn das vereint wirklich das Beste beider Welten.
- Der Sack