Liedbegleitung: Umstieg von Western- auf E-Gitarre

  • Ersteller Ersteller dschuller
  • Erstellt am Erstellt am
dschuller

dschuller

Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
03.03.26
Registriert
30.06.16
Beiträge
175
Kekse
255
Ort
Castrop-Rauxel
Hallo zusammen,
wir singen bei uns in der evangelischen Gemeinde moderne, christliche Lieder aus der „Feiert Jesus!“ Reihe. Dazu begleiten wir die Songs mit einer kleinen Band mit Schlagzeug, Bass und Gitarre, manchmal ist auch noch ein Klavier dabei. Ich habe bisher immer auf der Westerngitarre gespielt, und möchte jetzt auf E-Gitarre wechseln.

Wie muss ich jetzt meinen Spielstil ändern? Ich vermute mal, dass ich keine vollen Akkorde mehr schrammeln sollte. Also wie geht man da am besten vor? Eher Dreiklänge/Arpeggios spielen? Clean und mit etwas Reverb/Chorus? Was wären da die „Basics“, damit es in diesem Kontext gut klingt?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Du bist da schon auf dem richtigen Weg, ich hab auch früher im Jugendgottesdienst Musik gemacht. Du kannst sogar weiter schrammeln, da würde ich halt einen sehr dünnen Sound mit ziemlich wenig Mitten nehmen, wie Du schon schreibst, mit bisschen Chorus/Reverb. In den Mitten darf das Piano der Gemeinde die Akkorde hin schmeißen, denk Deinen Sound vielleicht mehr so als Pad zum anfetten und in den Höhen ätherisch im Hintergrund rum klingen, poppigen Sparkle kannste bei Lobpreis immer brauchen 🙂 Dreiklänge und Arps, vielleicht auch gar nicht auf dem Grundakkord (da sind Bass und Klavier schon), sind immer ne Option, alles rhythmisch neue und verspielte kommt bei Lobpreis cool, finde ich. Klar, die "Balladen" müssen halt so gespielt werden, dass emotional großes Drama herrscht. Aber die beschwingteren Sachen einfach mal mit Reggae- oder Funk-Vibes zu spielen, kann richtig Spaß machen und man kann ja gleichzeitig beten und tanzen. Wenn Du bei den ruhigen Schmachtfetzen nicht weißt, wo Du hin sollst, lass das Klavier viel machen und spiel mal mit heftigem Gainsound, aber schön leise, einfach Powerchords im Refrain, oder leise, aber tragende Leads, gern auch zweistimmig.
Bei Lobpreis hat man ja manchmal das Gefühl, dass man nicht auf den Putz hauen kann. Aber es kommt schon gut an, wenn man es mal etwas beschwingter angehen lässt. Es sollte nicht komplett ballern, aber rocken kann man schon. Da geht es auch ziemlich um den Mix. Bei solcher Musik bist Du als Musiker nicht so wichtig, da geht es nicht darum, dass Du krass entertainst. Dadurch gibt es dann die Freiheit, im Hintergrund doch viel zu spielen und kreativ zu sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Die Basics sind ausschließlich die Ohren. Egal, welches Instrument: Suche die Musik.
Der grundsätzliche Zwang zur E-Gitarre für dieses Bandkonzept erschließt sich mir nicht. Meine Westerngitarre spielt sich wie eine E-Gitarre. AER Verstärker und gut ist es. Der Sound kommt aus den Fingern. Meine Gitarre hat einen Singlecoil plus Piezo, die Balance kann man einstellen. Vielleicht noch einen Phaser für Abwechslung in jedem 5. Song.
Was suchen und machen, was niemand sonst kennt. Musikalität austoben.
 

Für den angedachten Zweck Liedbegleitung würde ich bei der Westerngitarre bleiben, ist doch DAS Instrument dafür ... evtl. Pickup/Amp nachbessern wenn erforderlich ...
Für einen vollen Umstieg auf E-Gitarre sehe ich da keine Vorteile. Außer du hast andere Gründe zur E-Gitarre zu wechseln ... aber da würde ich eher diese zusäzlich mit dazu nehmen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Dafür wäre wichtig zu wissen, wie viel Verzerrung du nutzt. Bei keiner Verzerrung kann man die Akkorde so lassen wie sie sind, bei viel Verzerrung hingegen sollte man sie massiv abwandeln.
 
  • Ersteller
  • #6
Der Grund für den Umstieg ist auch, dass wir oft einen zweiten Gitarristen an der Westerngitarre haben. Dem möchte ich ein bisschen aus dem Weg gehen. Klar, ich könnte dafür die Akkorde auch in anderen Lagen spielen, aber langfristig will ich schon zur E-Gitarre wechseln. Vielleicht kann ich dann später auch mal ein kurzes Solo einstreuen.
 
  • Interessant
Reaktionen: 1 Benutzer
Das eine tun, das andere nicht lassen! Spiele niemals mit der E-Gitarre die gleiche Lage! Jeder bekommt im Bandkonzept sein schmales Frequenzband und rhythmische Aufgabe. E-Gitarre hat mit Westerngitarre so viel gemein wie ein Banjo mit Flöte. Überspitzt formuliert.
 
Den zweiten A-Gitarristen wünsche ich mir auch schon lange, um mal E-Gitarre als zusätzliche Farbe soielen zu können.
Da wir nur zu dritt sind, außer mir noch Bass und Drums, bleibe ich selbst meisten bei meiner 12-String oder Piano für das Fundament.
Wenn das da ist, finde ich E-Gitarre als Ergänzung super, aber eher nicht zum Schrammeln
 
@dschuller , Hi, vielleicht kannst du dich mal mit @GeiGit in Verbindung setzen. Der hat viel Erfahrung auf dem Gebiet,
und wird dir bestimmt weiterhelfen können.
 
  • #10
Den zweiten A-Gitarristen wünsche ich mir auch schon lange, um mal E-Gitarre als zusätzliche Farbe soielen zu können.
Da wir nur zu dritt sind, außer mir noch Bass und Drums, bleibe ich selbst meisten bei meiner 12-String oder Piano für das Fundament.
Wenn das da ist, finde ich E-Gitarre als Ergänzung super, aber eher nicht zum Schrammeln
Das Bandkonzept Drums, Bass, 1x E-Git funktioniert extrem gut! Plus Voc natürlich.
 
  • #11
Ganz viel wurde ja schon von meinen Vorredner ganz richtig gesagt.
Ich spiele mittlerweile gut 27 Jahre in verschiedensten Lobpreisbands A-Gitarre, E-Gitarre und Geige.
Wenn du einen A-Gitarristen und einen Keyboarder mit am Start hast @dschuller, ist es der absolut richtige Ansatz nicht mit allen drei Instrumenten die Akkorde zu spielen.
Auf der E-Gitarre spiele ich gerne leicht, oder auch stärker angezerrt Melodielinien, die den Gesang umspielen und unterstützen. Im Chorus auch gerne mal Powerchords, da ich oft noch zusätzlich eine zweite, oder dritte Stimme mit singe (und mit zwei Melodien gleichzeitig so meine Schwierigkeiten habe).
Mittlerweile ist es so, dass ich die A-Gitarre meißtens nur dann spiele, wenn ich mich alleine begleite.
Sobald eine kleine Band besteht, nehme ich lieber die E-Gitarre. Selbst dann, wenn ein zweiter E-Gitarrist am Start ist, oder ich alleine Gitarre spiele, da ich mit ihr deutlich mehr Möglichkeiten im Melodiespiel habe. Ich habe allerdings in meiner E-Gitarre auch einen Piezo, den ich den Humbuckern zuschalten kann. Damit klingt sie clean deutlich eher nach A-Gitarre und erspart mir den Gitarrenwechsel zwischen zwei Songs.

Was spiele ich auf der E-Gitarre, wenn eine A-Gitarre und ein Keyboard dabei sind?
Meißtens leichte (improvisierte) Melodien, oder einzelne Töne. Ab und zu Powerchords, manchmal komplette Akkorde mit den tieferen drei Saiten auf 1 und 3 und den höheren drei Saiten auf 2 und 4. oder Appergien über die Akkorde mit leichten Melodien im Rhythmus des Songs. Auf jeden Fall spiele ich sehr selten das Selbe wie der A-Gitarrist.
Melodien spiele ich entweder unterhalb, oder oberhalb der Gesangslinien um diese Frequenzen für den Gesang frei zu lassen.

Musik zu beschreiben ist immer schwierig. Ich hoffe, du hast trotzdem einen Eindruck davon bekommen welche Möglichkeiten die E-Gitarre dabei bietet und ich möchtig dich ermutigen diesen Weg auszuprobieren!
Probiere es selbst. Mach deine Erfahrungen dabei. Höre dir die existierenden Version der Songs in YouTube an und macht dann gemeinsam mit den anderen "eure" Version draus.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
  • #12
Wie muss ich jetzt meinen Spielstil ändern? Ich vermute mal, dass ich keine vollen Akkorde mehr schrammeln sollte.
Volle Akkorde müsste man auch auf der Western nicht schrammeln, wenn es musikalisch nicht passt. Geht ja. z.B. auch mit Arpeggien.

Der Grund für den Umstieg ist auch, dass wir oft einen zweiten Gitarristen an der Westerngitarre haben. Dem möchte ich ein bisschen aus dem Weg gehen.
Das schreit ja nach Melodie ( und Solo) Spiel.

Nebenbau: die guten alten Peter & Paul (von Peter, Paul and Mary) haben auch mit zwei Akustik-Gitarren gespielt. Der eine hat z. B. Rhythm im 1. Bund (Capo) d-moll Shape (rel. einfaches Picking-Muster) gespielt, der andere dann im 6. Bund (Capo) dazu a- moll Shape (auch rel. einfaches Pcking-Muster) Lead gespielt.
Klingt sehr schön zusammen!


View: https://www.youtube.com/watch?v=YNerIWnUQv4


View: https://www.youtube.com/watch?v=HJm-RpPk16M&list=RDHJm-RpPk16M&start_radio=1
 
Grund: ergänzt
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
  • #13
Der Grund für den Umstieg ist auch, dass wir oft einen zweiten Gitarristen an der Westerngitarre haben. Dem möchte ich ein bisschen aus dem Weg gehen. Klar, ich könnte dafür die Akkorde auch in anderen Lagen spielen, aber langfristig will ich schon zur E-Gitarre wechseln. Vielleicht kann ich dann später auch mal ein kurzes Solo einstreuen.
Habt ihr den dauerhaft bei einer Reihe von Stücken dabei oder unregelmäßig (aber dann ggf. bei fast allen)?
Falls letzteres, dann würde ich für das "nomale Trio" (e-git, bs, p) arrangieren, und der a-git dann irgendwelche "Overlays" geben. Es sei denn, ihr habt viel Probenzeit.
 
  • #14
Hey,
Bands wie U2 und Coldplay haben den „Worship“-Sound maßgeblich beeinflusst! Wenn du zur E-Gitarre greifst, dann suche deine klangliche Richtung dort!

Christliche Bands/Interpreten wie Matt Redman, Chris Tomlin, Hillsong, Gateway und Bethel haben da auch schon ihre Inspiration gefunden.

Ich spiele seit 2005 E- & A-Gitarre im christlichen Kontext…mit einer guten Strat oder Tele, einem Delay, Reverb und Overdrive kommst du WEIT!
Solltest du keinen Amp haben, so schau nach einem Fender oder Vox Amp als Basis. Leider klingen die lauter besser!

Solltest du ein Multieffekt suchen, dann rate ich dir zu etwas übersichtlicheren Modellen - keine 1000 Möglichkeiten!!! Lieber etwas wie das BOSS ME-90 oder so…klar ist das Line6 HELIX im Bereich „Worship“ DIE Hausnummer, aber eben mega komplex!

Hast du mehr Fragen? Hau raus…
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Zurück
Oben