Übungszimmer, Gesangskabine oder doch was ganz anderes? Wie kann ich ungestört Üben?

  • Ersteller Wurstwasserrueth
  • Erstellt am
Die Situation hat sich ja zum Glück erledigt, aber m.E. irrst du dich. Um die drei Stunden pro Tag musizieren in der Wohnung sind zwar zulässig (exakte Vorschriften existieren nicht, im Streitfall muss ein Gericht entscheiden). Das gilt auch dann, wenn ein z.B. Berufsmusiker übt. Aber da scheinst du ja drüber zu liegen, vor allem aber müssen Nachbarn die Mehrbelastung durch eine gewerbliche Nutzung, in deinem Fall also durch die Gesangsschüler, nicht hinnehmen.

Auch der Vermieter muss eine nach außen sicht-/hörbare gewerbliche Nutzung m.W. nicht zulassen.

Ich irre mich sicher nicht, habe es schließlich zweimal durchexerziert. Ich war diesbezüglich auch beim Mieterschutzbund.
du hast recht, wenn du sagst, daß die Übe-, und Unterrichtszeit begrenzt werden könnte, wenn der Streit vor Gericht ginge. Auf wieviel begrenzt würde ist aber unterschiedlich und hat auch damit zu tun um welches Instrument es sich handelt, um welche Gegend es geht usw.
Dabei spielt es keine Rolle, ob ich selber übe oder ob ich unterrichte. Das wird nicht unterschiedlich bewertet.
Musikunterricht in der Wohnung zu geben ist zudem absolut üblich und kann NICHT komplett verboten werden, genauso wenig wie privates üben.
Musik in der Wohnung zu machen ist ein Grundrecht und darf nicht verboten werden.

Außerdem gehen solche Fälle meistens nicht vor Gericht, sondern es wird im privaten Rahmen darüber gestritten. Die besagte Nachbarin hat vielfach den Vermieter angerufen und ihn gebeten, mich zur Aufgabe der Unterrichtstätigkeit zu zwingen. Unser Vermieter ist ein Profi und er kennt die Regeln. Er hat uns beiden einen Brief geschrieben in dem er uns freundlich bittet, uns auf Zeiten zu einigen. Dazu war ich bereit - die Nachbarin aber nicht. Ich wohne dort noch, sie inzwischen nicht mehr ;-)

Aber: Sowas ist kein Spaß und daher bin ich froh, daß ich jetzt wie gesagt viel weniger zuhause unterrichten und gar nicht hier üben muss.

Hat auch den Vorteil, daß ich zeitlich für meine SchülerInnen und mich viel flexibler sein kann, z.B. auch mal am Sonntag unterrichten, dafür Dienstag frei haben kann oder sowas - und ich kann abends länger unterrichten.

Damals hatte ich diese Möglichkeit aber noch nicht.

- - - aktualisiert - - -

Um die drei Stunden pro Tag musizieren in der Wohnung sind zwar zulässig

Das sind immerhin 4 Unterrichtsstunden.

- - - aktualisiert - - -

Auch der Vermieter muss eine nach außen sicht-/hörbare gewerbliche Nutzung m.W. nicht zulassen.

Doch das muss er in dem Fall der Musik meines Wissens nach schon. Zudem mache ich es nicht erst seit gestern, sondern seit 12 Jahren mit Wissen des Vermieters. Die Nachbarin wusste das bevor sie eingezogen ist. Sie hätte sich vorher mal besser genauer erkundigt, wann und wieviel ich musiziere/unterrichte.
 
Es gab dazu vor ein paar Jahren ein Urteil des BGH: Der Vermieter muss danach eine teilgewerbliche Nutzung nur dann erlauben, wenn die Einwirkungen auf Wohnung und Mitmieter nicht größer bei einer üblichen Wohnungsnutzung sind.
http://www.bmgev.de/mietrecht/urtei...rblicher-nutzung-von-wohnraum-mit-aussen.html

Zum Verhältnis der Nachbarn untereinander habe ich kein Urteil gefunden. Ich vermute mal, da zieht man eher aus, als vor Gericht zu gehen. In deinem Fall war die Nachbarin ja vorher informiert (Möglicher Haken daran: Viele Leute haben einfach keine Vorstellung von der Lautstärke einiger Gesangsübungen), aber das ist ja nicht immer gegeben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Publikumsverkehr durch Gesangsschüler vor Gericht keine Rolle spielen würde.
 
Am besten nimmt man den Leuten den Wind aus den Segeln, bevor es zu einer Gerichtsverhandlung kommt ;)
Ich habe meinen Nachbarn gesagt, daß ich maximal 4 Schüler am Tag zu Hause unterrichte, habe ihnen eine CD von mir geschenkt und ihnen ein paar Male gesagt, wo wir öffentlich auftreten, falls sie Lust haben, vorbeizukommen. Da wo wir jetzt wohnen, ist evtl. ein kleines Sommer-Straßenfest geplant, und ich werde ein bißchen Livemusik machen. Sie sehen mich nicht (mehr) als Feind. Das habe ich nicht zuletzt auch meiner Tochter zu verdanken, die öfter mal Nachbarskinder mitbringt. Die dürfen dann auf ihrem E-Drum trommeln und mit uns Musik machen, wenn sie Lust dazu haben. Die Eltern sind entzückt darüber ;) Die meisten Leute singen oder musizieren ja eher nicht, das ist für manche was ganz Fremdes. Man kann ihnen das durchaus näher bringen. Und schließlich will jeder die bestmögliche Förderung und künstlerischen Input für seinen Nachwuchs....
Wenn ich aber einen Ruhe-Fanatiker vor mir habe, der sich durch alles und jeden in seinem immerwährenden heiligen Recht auf Grabesruhe gestört fühlt, sage ich ihm ziemlich unverblümt: ziehen sie in ein frei stehendes Haus am Waldrand, aber lassen Sie mich künftig bitte in Ruhe.
 
Schau mal, ob es in Deienr Nähe Teilzeit-Übungsräume gibt. Ich zahle in Hannover für 5 Stunden pro Woche 50€ pro Monat. Das klappt ganz gut. Manche Bands nehmen auch gerne Untermieter in Ihre Übungsräume. Falls da ein Schlagzeug steht: Der Snare-Teppich kann locker sehr geräuschvoll durch Deine Stimme zum Mitschwingen angeregt werden. Das nervt und sollte vorher besprochen werden.
 
Ich habe mal so eine Kabine gebaut. Sie war tatsächlich wirksam und hat um die 40dB gedämpft (natürlich nicht linear über alle Frequenzen, aber sooo viel Bässe erzeugt man als Mensch ja jetzt auch nicht). Allerdings war das schon ein ordentliches Ding und nicht so eine kleine Holzschachtel. Die Kosten lagen bei etwa 500€, viel Schlepperei (~400kg) und viel Aufwand.

Aber … ich möchte hier nicht so sehr auf die Kabine eingehen, weil ich inzwischen der Meinung bin, dass man es doch ohne machen sollte. Ich weiß, dass es am Anfang sehr sehr schwer ist. Mir ging das ja auch nicht anders. Vor allem, weil ich am Anfang wirklich keinen geraden Ton singen konnte!
Heute bin ich immer noch kein guter Sänger, aber es wird immer besser und das Selbstvertrauen steigt mit den Fähigkeiten. Man gewöhnt sich daran daheim zu singen und denkt gar nicht mehr darüber nach. Es ist ein Lernprozess, den man durchlaufen sollte. Denn früher oder später wirst Du vor anderen singen (es wäre zumindest schade, wenn es nicht so wäre ;)). Und so kannst Du später sagen … hey, damals, als ich noch schlechter war, hat mich auch schon jeder gehört, was kann also heute noch schief gehen? :D.

Meine Kabine habe ich übrigens nach einem Jahr wieder abgebaut. Der Hauptgrund war, dass sie zu viel Platz in meinem Musikzimmer eingenommen hat und ich mich in dem Raum nicht mehr so wohl gefühlt habe.
 
N
  • Gelöscht von antipasti
  • Grund: Kein Flohmarkt

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben