Unterschied Sekundärdominate und Substitutdominante

von tisco_over, 10.11.07.

  1. tisco_over

    tisco_over Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.11.07   #1
    Hallo alle zusammen,

    mein erster Beitrag hier - bin schon ganz nervös ;)

    Ich bin gerade dabei mich in das og. Thema einzuarbeiten und habe aber folgendes Problem - am besten ich erkläre es gleich anhand eines Beispiel:

    Ausgangsakkord: Abmaj7
    Folgeakkord: Db7

    Klar ist das es entweder eine V7 bzw. eine SubV ist. aber welche ist es nun wirklich und vor allem warum?

    Danke für die Hilfe,
    tisco
     
  2. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 10.11.07   #2
    So kannst du die Funktion einer Dominante erkennen:
    • Sekundärdominanten (=Zwischendominanten) stehen immer auf einer diatonischen Stufe der Tonart und lösen sich im Quintfall in einen Stufenakkord auf.
    • Substitutdominanten lösen sich einen Halbtonschritt nach unten in einen Stufenakkord auf.
    Die Tonart geht aus deiner Fragestellung nicht ganz klar hervor. Zwei Möglichkeiten:

    1.) Wir sind in Ab-Dur. Abmaj7 ist die Tonika (Stufe I). Dann ist Db7 eine Dominante auf der IV.

    * Der Quintfall führt zur Stufe bVII, die nicht zur Tonart gehört. Sekundärdominante kann es nicht sein.
    * Der Halbtonschritt führt zur Stufe III der Tonart.

    Das heißt, die Dominante auf der Stufe IV ist die subV7/III.

    2.) Wir befinden uns in Eb-Dur. Abmaj7 ist hier die IV. Db7 steht auf der Stufe bVII. Damit kann es auch in Eb-Dur keine Sekundärdominante sein. Auch hier ist Db7 eine Substitutdominante. Db7 ist die subV7/VI.

    Das gleiche gilt auch für die parallelen Molltonarten.

    Gruß
     
  3. tisco_over

    tisco_over Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.11.07   #3
    Möglichkeit A ist die meine und danke für diese sehr gute Erklärung...
     
  4. MathiasL

    MathiasL HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 13.11.07   #4
    Hi Folks!

    Zunächst mal vorab die Begriffe und Kategorien, wie ich sie kenne
    und sprachlich für sinnvoll halte:

    1) primäre Dominante (engl. primary Dom. also die leitergeigene, wenn auf der fünften Stufe )
    2) Zwischendominanten(engl. Secondary Dom. )
    3) Sekundärdominante (engl: static Dom.)

    Wie man sich letztlich begrifflich einigt,ist im Prinzip wurscht. Ich finde Zwischendom. einfach gut, weil sie eine Art Bild ergeben im Sinne einer Verzahnung, aber das entscheidende, was noch nicht erklärt wurde ist : WARUM KLINGT DAS?

    Antwort:STIMMFÜHRUNG

    Als klassische Sek-Dom/ Substitutd.werden gennannt:

    Stufen bVII, IV, bII, und : II (die man allerdings gesondert
    betrachten sollte meiner Meinung nach.Zumindest aber funkioniert hier das Etikett Substitutdom. als sich eine HTS abwärts auflösend NICHT)

    Zur Akkordfolge: Ich gehe jetzt davon aus, dass nach Db7 wieder
    Abj7 kommt, da man einen Dom 7 Akkord in seiner Funktion nur erkennen kann, indem betrachtet was DANACH kommt. Warum werden wir gleich noch genau sehen. Sollte das Lied auf dem Db7 stehen bleiben, wäre der Akkord als funktionsfrei zu bezeichnen.

    Nun zur Erklärung :

    Die wesentliche und zentral bedeutsame Stimmführung bleibt erhalten , nämlich:
    Cb zu C und F zu Eb. Db7 ist nämlich als Tritonussubstitut zu sehen. Wir hätten dann eigentlich einen G7 Akkord, und eine '’normale V7 // Imoll Beziehung, indem sich der G7 nach Cmoll auflöst, welcher zwar die dritte Stuffe in Ab-Dur darstellt, aber entscheidend: mit Abj7 terzverwandt ist.!!!

    Wenn wir die Stimmführung in den oberen Stimmen belassen, und ,nat. je nachdem ,mal Cb oder mal B sagen, erhalten wir vier Changes die allesamt gleich funkionieren:

    1) Db7 // Ab j7
    2) Db7 // Cm7
    3) G7 // Cm7
    4) G7 // Abj7 ( wäre der Trugschluss in Cm)

    Also: Cb bz. B zu C, und F zu Eb bliebt immer gleich, NUR die Basstöne ändern sich.

    Genauso lassen sich die Sekundärdom. Auf der Stufe bVII erklären. Bei der auf Stufe bII brauchen wir nur die TTS, und die Stufe II kann man anders sehen, aber das nicht hier in diesem thread.

    Songbeispiel Pop: ‚’’Half a minute’’ (Matt Bianco)
    Songbeispiel jazz : ‘’Donna Lee’’ (Parker)

    Übrigens noch kurz ergänzend, weil zum Thema gehörend:

    Sowie wir die Dom.7 Akkorde trinonussubstituieren können, können wir das an einer Stelle auch mit Skalen machen: Primäre Dominaten verwenden (u.a.) Alteriert.(klingt!!)
    sodass Sekundärdominanten Mixo#11 verwenden.

    Hier am Beispiel : G7 alteriert (MM 7 ) ist gleich Dbmixo#11 (MM4)

    Grüße!
     
  5. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 13.11.07   #5
    Warum hast du dich nur auf die drei Stufen bVII, IV und bII beschränkt? Weil man die Dominanten auf diesen Stufen im Wechsel mit der Tonika spielen kann?

    Das liese sich meiner Meinung nach z.B. so erklären, daß die erwarteten Auflösungen terzverwandt zur Tonika sind (bVII7 => VI-7 und IV7 => III-7) bzw. die Tonika selber ist (bII7 => Imaj7).

    Andererseits kann bVII7 auch als SDM-Funktion aufgefaßt werden und die IV7 als bluesige Subdominante. In beiden Fällen hätte die Septakkorde keine Dominantfunktion mehr.

    Wenn man eine Dominante hört, baut sich beim Hörer schon eine bestimmte Erwartung auf. Diese kann bestätigt werden oder eben auch nicht.
    Nicht jede Dominante wird auch aufgelöst. Die Funktion ist in der Regel trotzdem klar. (So hat es Frank Sikora in seinem Buch immer wieder hervorgehoben. So werden z.B. in einer Dominantenkette die Skalen nach der erwarteten Auflösung gewählt)

    Gruß
     
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