Unterschied zwischen Akustik Bass & Halbresonanz Bass?

von DescendingAngel, 04.11.08.

  1. DescendingAngel

    DescendingAngel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.08   #1
    Hallo!

    Ich hoffe ich poste hier richtig.
    Meine Frage ist was ist der Unterschied zwischen einem Halbresonanz-Bass und Akustik-Bass? Und welchen von beiden kann man empfehlen.
    Ich möchte deswegen einen akustischen Bass damit ich nicht immer mein ganzes Equipment mitnehmen muss wenn ich bei einem Freund Jamen möchte.
    Könnt ihr mir vielleicht ein bisschen die Vor und Nachteile der beiden genannten Bässe aufzählen.

    Ich danke euch LG
     
  2. bassline

    bassline Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.11.08   #2
    Ich versuche mal eine Definition: als "akustische" Bässe werden m.M.nach dicke akustische Bassgitarren angepriesen, die einer Jumbo-Gitarre mit 4 Saiten ähneln, als halbakustische entsprechend flachere in der Optik einer ES-335 (E-)Gitarre. Ich habe mal ein paar davon angespielt:
    Meine Meinung: lass es - das klingt nicht ernsthaft nach Bass - ohne Verstärkung hat man damit auch auf einer Session kaum Freude. Nicht ohne Grund haben diese Teile noch einen Piezo-PU an Bord.
    Der einzige wirklich akustische Bass, der sich auch alleine auf einer Session durchsetzt ist ein Kontrabass! Wenn es um wenig Gepäck geht würde ich eher einen ganz normalen E-Bass mit einem dezenten Mini-Verstärker empfehlen. Das ist besser als dieser "Akustik"-Schrott.
     
  3. Cymon

    Cymon 24/7 Bassist HFU

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    Erstellt: 05.11.08   #3
    Hallo Descending Angel,
    erstmal eine kleine Aufklärung zur Definition der beiden Begriffe, die durch meinen Vorposter ja nicht ganz klar wurde.
    Also, einen reinen Akustikbass musst du dir wie eine normale Akustikgitarre oder Westerngitarre vorstellen, nur halt größer und mit Basssaiten/ -hals.
    Ein typisches Beispiel findest du hier.
    Ein Halbakustik- oder auch Semiakustik- oder Halbresonanzbass kannst du dir wie einen "normalen" E-Bass mit sichtbaren Tonabnehmern vorstellen, nur dass hier der Korpus hohl ist (s.g. Hollowbody) und man meist Resonanzlöcher im Korpus hat, das typischste Merkmal für einen Semiakustik. Ein Beispiel hierfür ist dieser hier. Vielleicht sind sie dir schonmal auf '50er Jahre Videos oder bei Bands aus dieser Zeit/ die diese Zeit interpretieren untergekommen.
    Zum Klang kann ich jetzt aber auch nur sagen, dass du mit einem reinen Akustikbass bei deinen Absichten nicht weit kommen wirst, da man mit den meisten kaum gegen eine Akustikgitarre ankommt, geschweige denn gegen eine E-Gitarre. Daraus folgt, dass du deinen Bass Verstärken musst. Auch Akustikbässe haben Tonabnehmer, die im Korpus stecken, aber dann kannst du auch gleich deinen normalen E-Bass mitnehmen, da du ja sowieso einen Verstärker mitnehmen musst.
    Und bei einem Semiakustik hört man dann "trocken" zwar auch schon etwas mehr, aber nach meinen bisherigen Erfahrungen kann ich sagen, dass ich da nicht wirklich einen Lautstärkeunterschied zum trocken gespielten Normalbass gehört habe. Nur beeinträchtigt diese Hollowbodybauweise sehr den Toncharakter, weswegen Semis auch nicht für jede Musikrichtung geeignet sind und einen speziellen Klang haben, den vielleicht nicht jeder mag.

    Für deine Absichten würde ich dir zum Roland Micro Cube Bass RX raten. Er sieht zwar klein aus, hat aber dennoch mächtig Bumms und reicht fürs jammen zwischendurch und zum üben allemal. Irgendwer aus dem Forum hat so einen, weiß grad net wer. Kannst ja mal die SuFu anschmeißen.
    Und ob du jetzt 200 Euro für einen Miniverstärker oder für einen Aku-Bass ausgibst, macht ja nicht den Unterschied.

    Greetz, Snizzle

    Edith: Ich stimme Easton mal zu und füge hinzu was ich vergessen hatte:
    Semis sehen teilweise wirklich richtig wunderschön aus. :D
     
  4. Easton

    Easton Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.11.08   #4
    Ich persönlich mag Halbakustik-Bässe. Sie sehen teilweise wunderschön aus. Außerdem ist ein Halbakustische immer ncoh in erster Linie ein E-Bass. Der Nachteil bei denen ist nur, dass das Angebot sehr klein ist. Es gibt ein paar Einsteigermodelle, die wohl nicht sehr zu empfehlen sind. Dann hat Ibanez zwei Modelle von 415-430 Euro und Epiphone einen für 575 Euro doch dann kommt erst einmal ne Weile nichts. Est so bei 1500 Euronen geht es da wieder weiter.

    Aber so ein Kontrabass ist auch ne ganz feine Sache. Allerdings was vernünftiges zum Einsteigen gibts es auch nicht unter 800 Euro.
     
  5. bassline

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    Erstellt: 05.11.08   #5
    @Snizzle: Danke für die detailliertere Darstellung. Ich denke. im Grunde sind wir einer Meinung. Halbakustisch = EBass mit ein wenig "Akustik", "akustischer" Bass = dicke Bass- Westerngitarre. Beide ohne Verstärkung nicht wirklich ausreichend, vom Klang her nicht wirklich bass. Der Roland ist, wie anderen Roland-Cubes, sicherlich ein guter Tip zum Mitnehmen.
     
  6. Cymon

    Cymon 24/7 Bassist HFU

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    Erstellt: 05.11.08   #6
    Schön, dass ich dir helfen konnte. ;)
    Ich würde, wie bereits erwähnt, zu einer kleinen ÜbungsCombo greifen. Wenn dir die 200 vom Roland vielleicht zu teuer sind, kann ich auch den Peavey Microbass empfehlen. Genießt hier im Forum, so wie ich gelesen habe, auch ein gutes Ansehen. Der Vorteil am Roland sind aber die Amp-Modelings, die Effekte und der "Rythm-Guide Drumcomputer. Bleibt nur die Frage, ob du das wirklich brauchst, wenn du nur mit deinem Kumpel jamst.
    Und der Transport sollte bei so einem kleinen Amp ja nicht das Problem sein. ;)
     
  7. DescendingAngel

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    Erstellt: 05.11.08   #7
    Ich danke euch für eure Meinungen.
    Ist wohl besser wenn ich in einen neuen E-Bass investiere.
    Denn Halbakustik muss ich mal anspielen.
    https://www.thomann.de/at/prod_bdb_AR_108847.html?image=0
    Dieser wär da in meine enger Auswahl gefallen. Vielleicht hat jemand von euch damit Erfahrung.

    Danke trotzdem.

    Schönen abend!
     
  8. Easton

    Easton Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.11.08   #8
    Wie es der Zufall will , ich hab ihn schonmal im Laden (Amptown HH) getest und war eigentlich recht angetan. Er hängt gut am Körper und auch klanglich gibt er eine Menge her. Scjön sind auch die goldenen Hardware.
     
  9. Moulin

    Moulin Fender Vintage & Reissue Bass HCA HFU

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    Erstellt: 06.11.08   #9

    Hallo Descending Angel,
    hallo alle.

    Zunächst wurde ja schon erklärt, dass eine Halbakustische Gitarre einen flacheren Korpus besitzt. Sie würde keinesfalls reichen um akustisch zu spielen. Hier geht es nur darum einen durch elektrische Verstärkung hörbaren Grundsound herzustellen, der sich von den Solidbodys unterscheidet.

    Was Du suchst ist nur mit einem Akustik Bass zu erreichen, der auch dafür geeignet ist und dsind in der großen menge der derzeitig verfügbaren Instrumente nur eine ganz geringe Zahl.
    Ich habe einiges darünber zusammenfassend geschrieben:

    Akustik Bass

    Die Akustische Bass Gitarre, englisch Acoustic Bass Guitar genannt, was die Amerikaner gerne, angekürzt als ABG bezeichnen, hat keine so lange Geschichte, wie man vielleicht für möglich hält.
    Die ersten modernen ABG´s wurden in den frühen 60 ger Jahren von Ernie Ball entwickelt. Er meinte, E Gitarren sollten zu E Bässen spielen und Akustik - Gitarren mit akustischen Bässen. Anfang der 70 ger Jahre begann die Produktion der Earthwood Acoustic Bass Guitar, wurde aber zunächst wegen geringer Nachfrage bald wieder eingestellt.
    In der Vergangenheit erreichte man auch nie die akustische Lautstärke, die man haben wollte, was sich in den letzten Jahren zunehmend durch neu entwickelte, innovative Instrumente änderte. Ein gutes Beispiel dafür ist mein Tacoma CB 10, der im Gegensatz zu anderen ABG´s wesentlich lauter ist und dabei absolut tief, bassig klingt. Es gibt aber noch viele andere Bässe, die diese Kriterien erfüllen.

    Vor dem Kauf eines solchen Instrumentes sollte man immer folgendes bedenken:

    Die Motivation für dieses Instrument sollte sein, dass man sich sowohl Klang als auch das Einsatzgebiet wünscht.
    Leider werden diese Bässe nur zu oft von Bassisten gekauft, die glauben damit einen E Bass oder Kontrabass ersetzen zu können.
    Ein A Bass hat einen anderen Sound und man sollte ihn nur kaufen, wenn sich dessen bewusst ist, sonst ist die Enttäuschung nachher groß.

    Auch für Leute, die den A Bass nur nutzen um mal ein bisschen darauf herum zu klimpern, und wegen dieser kleinen Nebensächlichkeit am Material sparen wollen und einen billigen Akustikbass kaufen werden am Ende unglücklich weil der Bass weder im Klang noch in Verarbeitung und Bespielbarkeit mit den ernst zu nehmenden Instrumenten konkurrieren kann. Leider hat der Billigsektor dem Ruf der akustischen Bassgitarre stark geschadet.
    Die Herstellung einer akustischen Bassgitarre ist wesentlich aufwändiger als die eines Solidbody, ein Akustik - Bass kostet also - bei gleicher Qualität - wesentlich mehr, so dass man in etwa einen A Bass für 350 Euro mit einem E Bass für 180 Euro vergleichen könnte, oder einem A Bass für 760 Euro mit einem E Bass für 500 Euro, ein A Bass für 1000 Euro mit einem E Bass für 700 Euro usw. Nach oben hin verschwimmt die Verarbeitungs - Grenze aber langsam.

    Der Sound beim A Bass entsteht maßgeblich durch die Schwingungen der Decke und die darunter verwendete Verstärkung zwischen Steg und Halsansatz. A Bässe mit rundem Schallloch verkürzen diese Schwingungen und wenn sie 22 Bünde haben verschiebt sich der Korpus nach unten und die Schwingungsfläche wird noch weiter verkürzt, sie besitzen einen H - Rahmen der nicht so stabil ist wodurch man die Decke wieder dicker herstellen muß, was dem Bass Sound nicht gerade zu Gute kommt.
    A - Bässe mit seitlichem Schalloch haben dabei noch den Vorteil, dass man darunter statt eines H Rahmens einen A Rahmen verwenden kann, der noch mal für einen Ton sorgt weil die Decke eben filigraner hergestellt werden kann. In Verbindung mit dem A Rahmen werden sie dann wesentlich lauter und bassiger.

    A Bässe sind im Handel in der Regel mit Bronzesaiten ausgestattet. Die sind lauter, klingen aber blechern. Wem das egal ist kann noch mit einem Plec in die Saiten gehen und bekommt eine durchsetzungsfähige, enorme Lautstärke.
    Wer mehr auf tiefbassigen, holzigen Klang aus ist wird aber mit höhenärmeren, holzig klingenden Flatwound Saiten auskommen.


    In den letzten Jahren nimmt der Teil der Bassisten - Gemeinde zu, der die Akustische Bass Gitarre als eigenständiges Instrument, besonders im Solobereich zu schätzen weiß. Um diese Eigenständigkeit zu unterstreichen, begannen einige Bassisten damit, die Bässe aufrecht, im Sitzen zu spielen, wie beispielsweise ein Cello. Bislang hat die Industrie darauf aber noch nicht reagiert, wenn man auch vereinzelt schon Instrumente mit einem serienmäßig angebrachten Stachel zu kaufen bekommt, wie zum Beispiel den Takamine TB 10, der schon über einen eingebauten Stachel verfügt. Einige Bassisten lassen sich die Instrumente individuell, nach eigenen Vorgaben vom Gitarrenbauer herstellen.


    Inzwischen bin ich vom Stachel abgewichen und halte das Instrument weniger wie ein Cello sondern klemme es im Sitzen zwischen die Knie, wie eine Gambe
    Da der Bass sehr leicht ist, entfällt auch die Notwendigkeit eines Stachels.



    Innovative Instrumente, die wegweisend sein könnten gibt es zur Zeit meist bei den Gitarrenbauern, auf der ganzen Welt verstreut, es sind aber auch einige Serieninstrumente auf dem Markt.
    Hier einige Beispiele:

    Serie:
    Tacoma Bass Sunburst (USA)
    Takamine TB 10 (J)
    Furch Durango B 40 (CZ)

    Gitarrenbauer:
    Stoll Bass (D)
    Chenell Arco (GB)


    und nicht zu vergessen, die unglaublichen Instrumente des Gitarrenbauers R.M. Mottola (USA)
    Hier der Link:

    http://www.liutaiomottola.com/instruments.htm#mozTocId11443
     
  10. Cymon

    Cymon 24/7 Bassist HFU

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    Erstellt: 06.11.08   #10
    Wow, vielen Dank für diese ausführliche Aufklärung. :eek:
    Die Akus die cih mal angespielt habe, hatte ich selber beim Spielen kaum gehört. Naja, vielleicht etwas übertrieben, aber trotzdem waren die sehr leise. :(
    Ich meine es wäre ein Ibanez gewesen. :o
     
  11. bassline

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    Erstellt: 06.11.08   #11
    Danke auch. Sehr informativ! Vielleicht sollte ich einmal einen besseren A-Bass mit A-Bracing und asymmetrischen Schalloch anspielen? Die "unglaublichen" Mottola-Instrumente finde ich allerdings größtenteils unglaublich häßlich. Aber das ist ja Geschmackssache.
     
  12. Moulin

    Moulin Fender Vintage & Reissue Bass HCA HFU

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    Erstellt: 06.11.08   #12

    Das könnte helfen.
    Wie gesagt, ich fand den Tacoma auch zu Beginn nicht schön aber der Maßstab für einen Bass kann nicht schön sein, wenn er dadurch den gewünschten Klang verliert.
    Die Mottola Instrumente sind in erster Linie für Bassisten gedacht, die einen Kontrabass - ähnlichen Sound mit einer 34'' Mensur erreichen wollen.

    Im Akustik - Gitarrenforum habe ich gelesen, dass Fender das Tacoma Werk in den USA geschlossen hat. Wahrscheinlich wird der Standort verlegt. Insofern ist es im Moment wohl kaum möglich einen Tacoma Bass zu kaufen.
     
  13. DescendingAngel

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    Erstellt: 07.11.08   #13
    Ich danke dir für die Hilfreiche Antwort.
    Wie ich das so jetzt rausfinden konnte ist für meine Zwecke
    jedoch der E-Bass besser.
    Danke nochmal MFG
     
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