Unterschiede: Gibson Les Paul "Custom" und GLP "Custom Shop"

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dirty channel
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Einen schönen Sonntag wünsche ich den Herrschaften,

wieder ein "Unterschieds-Thread" von mir :)
Googel zeigte einen Thread zu dem Thema auf, allerdings auf Englisch, daher möchte ich das hier für den deutschsprachigen Raum eröffnen.

Frage bezieht sich wie im Betreff angedeutet auf die Unterschiede zwischen Gibson Gitarren - speziell Les Paul's da sie mich am meisten interessieren, die aus dem Gibson Custom Shop kommen und welchen, die einfach "nur" Custom sind; also das Custom Zeichen auf der Kopfplatte haben, die schönen Doppelbindings hinten und vorne und am Hals und die quadratischen Inlays, die auch den ersten Bund mit einbeziehen - ja, damit habe ich schon wesentliche optische Merkmale bzw. Unterschiede beschrieben, da diese Optik ja ausschließlich bei den "Custom" Modellen vorkommen.
Mich interessiert aber besonders, ob auch Unterschiede in den Materialien vorliegen. Mahagoni ist ja nicht gleich Mahagoni, meine Epiphone hat auch nen Mahagoni-Korpus, und an meiner 92 € Akustik Gitarre ist sogar ausnahmslos alles aus Mahagoni, außer die Saiten ;)
Ich frage mich das, weil ich zwischen zwei Gitarren unterscheiden möchte, die sich beide sehr ähnlich sind. Das ist einmal die Gibson LP Custom Silverburst (keine alte, sondern eine neue) und die Gibson LP Class 5 Silverburst.
Zu beiden gibt es Videos, die in der Hanauer Landstraße aufgenommen wurden, in denen beide LP's vorgestellt werden. Da kann man sich einen Eindruck vom Sound machen, und kriegt ein paar grobe Details mit; die Class 5 hat z.B. Tonkammern, die das Gewicht reduzieren und den Sound entsprechend beeinflussen. Aber diese infos reichen mir nicht :great:

Sind ja beides absolute Topmodelle die im Grunde keine Wünsche offen lassen für Paula-Liebhaber, aber was ist dann letztens der Unterschied...? Wenn sie beide so gleich sind, wieso ist es dann auf zwei unterschiedliche Modelle aufgeteilt, und nicht auf ein Modell, also z.B. LP Custom - einmal normal und einmal mit Tonkammern?

Ich denke, dass es eben noch andere, trifftige Unterschiede geben muss. Ich will nicht die einzige Nadel im Heuhaufen suchen, aber vielleicht gibt es ja einen ganzen Nadelhaufen im Heuhaufen. Klar, die Class 5 ist ausm Custom Shop, toll, aber es tut ja nichts zur Sache wo oder von wem sie gebaut wurde, sondern was letzten Endes die tatsächlichen, qualitativen und funktionalen Unterschiede der Klampfe ist. Man braucht ja eine Entscheidungsgrundlage, wenn man scheinbar zwei gleiche Dinge vor sich hat, und sich für eine entscheiden möchte, aber dazu muss man über beide genau Bescheid wissen.

Falls jemand Erfahrungen aus erster Hand zu diesen beiden oder zu einer dieser beiden hat, bitte nicht vorenthalten!
 
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Was willst du jetzt wissen? Den Unterschied zwischen "Custom" und "Custom Shop" oder den speziellen Unterschied zwischen den Modellen? Wenn Letzteres würde ich auch empfehlen, mal die Internetseiten von Gibson nach den Modellen zu durchstöbern und/oder mal gezielt eine E-Mail an den Customer Service (Europe) zu schicken, bzw. mal den Gibsonvertreter hier im Board anzusprechen...

Ich sehe die Bezeichnung "Custom" einfach als "Modellbezeichnung" wie "Studio" oder "Standard" und die Custom ist eben die hochwertigste der drei. Der "Custom Shop" ist IMHO der Bereich in der Produktion, der "hochwertige handgearbeitete Sonderanfertigungen und Kleinserien herstellt" (vgl. wikipedia Eintrag). Custom Shop ist also keine Modellbezeichnung...
 
morrow
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Ich habe deine Frage(n) jetzt auch nicht richtig verstanden aber lege jetzt einfach mal los:
Derzeit werden alle LES PAUL CUSTOM (RI,VOS,etc.) Modelle auch im CUSTOM SHOP Nashville gebaut -das mag sich aber auch aendern :)
Die LP Custom ist nur eine Modellreihe wie die Studio, Standard oder Traditional - diese werden bei Gibson USA - ebenfalls in Nashville gebaut.

Der Custom Shop bezieht seine Hoelzer unabhaengig von Gibson USA, hat teilweise andere Zulieferer usw. Generell koennte man sagen die haben etwas mehr Freiheit in der Beschaffung der Materialien.
Die Fertigung der Gitarren selbst erfolgt doch anders als im Hauptwerk:
fast ausschliesslich Handarbeit - andere Arbeitsablaufe - felixbler - usw. Custom Shop eben.
Der Custom Shop is auch oertlich vom Gibson USA Werk getrennt (ein paar Meilen entfernt), mit eigenem Holzlager, usw.

Demnaechst wird es ein groesseres CUSTOM SHOP Event in Deutschland geben, zu dem auch einige Herren aus dem CUSTOM SHOP einfliegen werden. Solltest du in der Naehe wohenen kannst du dort bestimmt alle deine Fragen beantwortet bekommen.
 
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mr.coleslaw
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CUSTOM bezieht sich wie schon die Vorredner sagten auf die Bauart, die dann meisten aufwändiger als bei der Standard oder der Sudio ist. Custom Shop ist immer mit besonderen Materialien, authentischerer Bauweise etc. verbunden. Ich besitzte beispeilsweise eine Telecaster Custom aus dem Fender Custom Shop. Wie du siehst, auch das gibt es.
 
bagotrix
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Hi,

wie morrow schon sagt - seit einiger Zeit kommt jede Custom auch aus dem Custom Shop. Was den Rest betrift, unterscheiden sich Custom und Class 5 aber mMn sehr deutlich.

- Das Class 5 steht für eine bestimmte Weise, den Body auszuhöhlen. Die Class 5 dürfte deutlich leichter sein als die Custom, die ganz ohne Gewichtserleichterung auskommen muss. Da solltest Du durchaus überlegen, ob Du die schwerere Gitarre lange tragen kannst, eine Custom kann auch mal 4,5 kg oder mehr wiegen. Außer der Class 5 haben alle CS-Gitarren nämlich grundsätzlich keine "weight relief-holes", es gibt nur vollmassive und - als anderes Extrem - spezielle "chambered" Modelle, die dann aber richtig großflächig ausgehöhlt sind und auch bewusst einen etwas anderen Sound bringen sollen. Die Class 5 ist die große Ausnahme, soll nur leichter sein, aber gerade keinen "Semi-Akustik-Touch" bekommen, sondern nach Solidbody klingen. Ob das so stimmt, wer mags sagen?

- Ein weiterer wichtiger Unterschied ist der, dass die Class 5 auf der LP Standard basiert, also ein Palisandergriffbrett hat. Das hat für meine Ohren ebenfalls recht deutlichen Einfluss auf den Klangcharakter; die LP Custom hat ja ein Ebenholzgriffbrett. Ebenholz betont die Höhen und Tiefen und klingt knalliger, mehr "Hi-Fi", während Palisander wärmere Mitten und einen singenden Ton fördert. Es dürfte kein Zufall sein, dass die Custom gerne von Leuten wie Randy Rhoads (R.I.P.), John Sykes, James Hetfield und Jon Schaffer gespielt wurde/wird, während Bluesrocker eher die Standard bevorzugen. In sofern geben die beiden Videos von Session=Musik Schmidt mMn die Tendenz ganz gut wieder, und die Jungs spielen die Sounds und Stile, die der Gitarre jeweils am ehesten entsprechen.

- Nicht ganz sicher bin ich mir bei der Frage der Decke. Eine Class 5 sollte eigentlich eine Ahorndecke haben, laut Session-Video auch diese. Das hat auf jeden Fall deutliche Auswirkungen. Die "normale" Custom hat zwar auch eine Ahorndecke, die historischen Modelle waren aber ganz aus Mahagoni gebaut und deren Nachbauten vom CS entsprechend auch. Hier käms also darauf an, auf welcher Custom die Silverburst basiert.

- Die Pickups einer Class 5 sind ein Burstbucker 2 am Hals und BB 3 am Steg. Die "normale" Custom hat 490R und 498T-Pickups, die mehr Power und aggressivere Hochmitten produzieren sowie gegen Mikrophonie gewachst sind. Sind übrigens nicht die beliebtesten Gibson-PUs bei Traditionalisten, haben aber auch ihre Fan-Gemeinde. Mir ist vor allem der 498T zu eindimensional, weil er außer singende, mittige Solosounds für meine Begriffe nicht viel zuwege bringt. Metalsounds matschen gerne, und für Clean- und Crunchsounds sind die Höhen nicht transparent genug und die Mitten zu aufdringlich. In einer Custom ohne Mapledecke funktionieren sie aber besser als in einer Standard, weil sowohl das fehlende Ahorn als auch das Ebenholz diese Frequenzen längst nicht so hervortreten lassen wie bei einer LP Standard. Burstbucker und Ebenholz können schon ein bisschen höhenlastig werden.

Fazit wie immer: Ausprobieren!

Gruß, bagotrix
 
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