Upgrade vom USB Kondenser -> Frage an die Profis

von corpID, 23.10.20.

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  1. corpID

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    Erstellt: 23.10.20   #1
    Heyho ans Musiker Board!

    da ich neu hier bin erstmal zu mir: Mein Name ist Stephan, 31, leidenschaftlicher Hobbystreamer, kleiner Perfektionist aber würde mich selbst nicht als Audiophil betiteln.

    Aktuell möchte ich mein Audioequipment auf die nächste Stufe heben, in erster Linie für bessere Qualität im Stream aber vor allem da ich nebenher auch damit angefangen habe ein Audiobook zu recorden... und da traf es mich doch Bretthart, das Grundrauschen meines t.bone SC 420 USB

    Nun beschäftigen mich vor dem Kauf natürlich einige Fragen, wieder USB oder doch XLR? Großmembran oder dynamisch? Deswegen habe ich mir hier einen Account gemacht um mich an euch, die Profis zu wenden! :)

    Wie gesagt benutze ich aktuell ein SC420 USB von der Thomann Hausmarke, das fand ich von Anfang an auch nur... "ok", für den Preis habe ich kein Wunder erwartet.

    - Was wäre der Vorteil zu einem dynamischen Mikrofon gegenüber einem Großmembran?
    Ich weis zumindest so viel dass es weniger Umgebungsgeräusche aufnimmt, dank eines gut eingestellten Noise Gate hatte ich aber bei meinem jetzigen Kondenser noch keine Probleme mit der Tastatur im Hintergrund, durch einen geringen Abstand zum Mikro von ~10 cm war meine Stimme beim Reden auch immer mehr präsent als die Anschläge.
    Würde es sonst, speziell fürs Streaming, andere Vorteile eines dynamischen Mikrofons geben?

    - USB oder XLR?
    Da ich von USB komme müsste ich selbstverständlich erstmal ein XLR Interface mit anschaffen, lohnt sich das langfristig gesehen? Sprich: Hätte ein USB Mikrofon in dass ich ~120€ mehr investiere eine bessere Qualität als ein XLR Mic mit "vernünftigem" Audiointerface?

    - Kaufberatung
    Preisliche Schmerzgrenze für ein Gesamtpaket: ~300€ +/- 50€
    Durch verschiedene reviews und probehören der samples auf der Seite von Thomann bin ich gerade etwas Spitz auf das sE Electronics X1S da es sich für mich am rundesten anhört, allgemein etwas voller als der Platzhirsch Rode NT1-A im selben Preissegment
    Dazu dachte ich mir als Interface das Focusrite Scarlett Solo
    Wenn dazu dann noch Spinne, Popschutz und Kabel kommt, wäre ich rund bei den veranschlagten 300€

    Im Preisbereich um 300€ bei den USB Mikrofonen wird die Auswahl ja eher kleiner, hier fiel mir aber das Sennheiser MK4 auch positiv auf, zumindest von den Thomann Samples her.
    Frage daher an euch:

    sE X1S + Focusrite Scarlett Solo vs. Sennheiser MK4, was wäre langfristig gesehn die besser Anschaffung?
    Oder hättet ihr eine ganz andere Idee dazu?

    Freue mich auf eure Antworten, Anregungen und falls ihr Fragen habt, nur her damit! :)

    **edit**

    Als kleine Anmerkung: Ich bin finanziell nicht an die ~300€ gebunden, denke aber dass das für mich, als Amateur, der beste Mittelweg ist und ich aus viel teurerem Equipment (bspw. Mic für 350€ + Interface und Zubehör) nicht viel Mehrwert herausholen könnte, ich lasse mich da aber auch eines besseren belehren!
     
  2. Basselch

    Basselch MOD Recording HCA Mikrofone Moderator HCA

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    Erstellt: 23.10.20   #2
    Hallo, Stephan,

    ...laß uns doch mal Deine Pläne ein wenig näher beleuchten ;) Vorweg schon mal: Daß ein dynamisches Mic weniger Umgebungsgeräusche aufnimmt als ein Kondensator, ist in dieser Form nicht haltbar. Beim "Dynamischen" mußt Du halt viel näher 'rangehen, beim Kondensator-Mic kannst Du etwas größeren Abstand halten, um denselben Pegel zu erzielen. Das hebt sich auf ;)...
    Viel wichtiger wäre bei der Betrachtung "Umgebungsgeräusche" die Richtcharakteristik, üblicherweise bist Du mit "Niere" bestens bedient, die ist in Einsprechrichtung empfindlich, von hinten dagegen recht unempfindlich - grob vereinfachend gesagt.

    Ran an die Mikrofone: Die Wahl, wie Du richtig sagst, besteht zwischen USB-Mics und normalen Mics, die ein Interface brauchen. Auf dem USB-Sektor gibt es mittlerweile eine ganze Menge Mikrofone namhafter Hersteller, die ausstattungs- und datenmäßig der "ersten Generation" der USB-Mics doch überlegen sein dürften. Daß Du mit Deinem SC420 offenbar einen "Wasserfall" erwischt hast, liegt an der wohl sehr hohen Serienstreuung...
    Die Kombi "Interface plus Mikrofon" hätte den Vorteil, daß Du immer eines der beiden Teile austauschen kannst, ohne gleich das komplette Setup tauschen zu müssen - im USB-Mic ist das Interface ja gleich drin...

    Wenn wir mal mit der "Interface-Mikrofon"-Schiene anfangen: Das von Dir ausgesuchte Scarlett Solo ist eine gute Wahl, solange Du sicher bist, daß Du tatsächlich auf Dauer nur einen Mikrofoneingang benötigen wirst (...aber später könntest Du ja immer noch ein größeres Interface nachrüsten...). Steht die Wahl zwischen dem SE Electronics X1s und dem Sennheiser MK4, dann würde ich beinahe ungesehen das MK4 nehmen... ;) Vielleicht schaust Du auch mal hier: KLICK, hier ist nämlich das MK4 auch vertreten, nebst dem, was ich sonst noch empfehlen könnte, dem Audio Technica AT2035, das in der Einstiegsklasse eine "Bank" ist. Das NT1a würde ich heute nicht mehr empfehlen - die Konkurrenz hat nicht geschlafen, und es bleibt dabei, daß das NT1a immer noch recht scharfe Höhen besitzt. Das AT2035 ist dagegen erstmal unspektakulär im Klang, läßt sich aber gut bearbeiten und in jeden beliebigen Mix bringen. Eigentlich bin ich eher ein Fan der Interface-plus-Mikrofon-Lösung, aber ich will Dir jetzt nicht pauschal die USB-Geschichte madig machen. Siehe nachfolgender Abschnitt :D

    Im Bereich der USB-Mics gibt es mittlerweile ein paar ganz interessante Sachen, die teilweise auch hauptsächlich auf die Bedürfnisse von Podcasting & Co. abgestimmt sind, als Beispiel (ich kenne es selbst nicht, Achtung!) das AKG Lyra:

    [​IMG]

    Ein sehr schönes Review zum Mackie EM-USB-Mikrofon findest Du hier: KLICK
    Das liest sich auch sehr vielversprechend und könnte was für Dich sein... ;)

    Das von Dir erwähnte Sennheiser MK4 gibt es, nur der Vollständigkeit halber, auch als USB-Variante:

    [​IMG]

    Ist an der oberen von Dir angestrebten Budgetgrenze und - Achtung! - es hat keinen Kopfhöreranschluß fürs Monitoring... auch keinen Mute-Knopf, den stelle ich mir bei Streaming-Anwendungen hilfreich vor. Dafür hat es immerhin einen ordentlichen Wandler von Apogee drin...

    Auch von Beyerdynamic gibt es mittlerweile was für den USB-Sektor - das Fox: KLICK

    Ich hoffe, das hilft ein klein wenig weiter...

    Viele Grüße
    Klaus
     
  3. corpID

    corpID Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.10.20   #3
    Hi Klaus,

    danke für deine ausführliche Antwort! :)

    Mir ist da allerdings ein kleiner Fehler unterlaufen, ich hab die ganze Zeit vom MK4 geschrieben, unwissend dass das MK4 ein XLR Mic ist, gemeint habe ich natürlich das MK4 Digital aber die nehmen sich in der Qualität sicherlich nichts.

    Alles in allem würde ich wohl aber, langfristig gesehen, mit einem XLR Setup besser fahren?
    Wie du schon sagtest, müsste ich hier für ein Upgrade immer nur einen kleinen Teil tauschen und würde somit auch günstiger fahren, das ergibt Sinn!

    Unter diesen Umständen würde ich natürlich auch etwas mehr Geld in die Hand nehmen und die Option MK4 + Scarlett Solo in Erwägung ziehen, gerade Sennheiser als Hersteller ist mir grundsätzlich sehr sympathisch, habe mit Kopfhörern bis dato sehr gute Erfahrung gemacht (auch wenn ich jetzt am Ende doch bei den beyerdynamic 1990 PRO gelandet bin für Musik und Co.), ich weis zumindest um die Tatsache dass Sennheiser wohl sehr gute Mikrofone baut und auch Neumann und ihr Know-How eingekauft haben.

    Auch hätte ich gerade die Möglichkeit ein Aston Origin von einem befreundeten Musiker gebraucht zu erwerben (inkl. Spinne und Popschutz für 200€), leider finde ich hier gerade keinen direkten Audiovergleich im Netz, die samples bei Thomann klingen aber für mich, mit Hörluchs 5200 in-ears angehört, doch recht gleich für mein ungeschultes Gehör. (Im Vergleich zum MK4)

    Spricht was gegen Aston als Hersteller und speziell das Origin als Modell?
    Mein Bekannter möchte es hergeben weil es nicht seinem Stil entspricht und er es nur für eine Reise gekauft hatte weil er seine teureren Mics lieber zuhause gelassen hat.

    Das mit dem Mute Knopf ist ein guter Gedanke von dir! Hatte ich anfangs gar nicht bedacht. Allerdings würde sich das auch über eine Hotkey Lösung realisieren lassen, wäre also nicht ausschlaggebend für den Kauf eines Mic.

    Mfg
    Stephan
     
  4. fpmusic22

    fpmusic22 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.10.20   #4
    Hier ist eine Aufnahme mit dem MK4 Digital direkt in ein iphone:



    Ich persöhnlich würde aber ein XLR Micro mit Interface bevorzugen. Ich hatte kurz ein MK4 und war damit sehr zufrieden (Gitarre und Gesang), hab mich dann allerdings doch für ein Neumann entschieden (vielleicht war auch nur der Name der Grund, zu wechseln ;-)
     
  5. Basselch

    Basselch MOD Recording HCA Mikrofone Moderator HCA

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    Erstellt: 24.10.20   #5
    Hallo, Stephan,

    ...von vorneherein spricht weder was gegen Aston noch gegen das Origin ;) - ich hab's zwar noch nicht "unter" gehabt, aber im Board findest Du doch schon einige Stimmen dazu, einfach mal über die Suchfunktion nach "Aston Origin" gucken. Hier - KLICK - wäre mal ein längerer Thread, in dem es eine Rolle spielt.
    Und wenn das ohnehin ein Bekannter von Dir ist: Da spricht doch nichts dagegen, Dich mal mit ihm zusammenzusetzen und einfach mal einen kleinen Test zu veranstalten ;)
    Vielleicht noch eine kleine Warnung: Du willst Dich mikrofon-technisch verbessern. Es wird in jedem Falle bei einem hochwertigen Mic der Einsteigerklasse und darüber der Rauschteppich wegfallen. Vielleicht werden aber andere Klangdetails nicht gleich in dem Ausmaße hörbar, das Du Dir wünschst. Nicht gleich enttäuscht sein, sondern die Ohren aufmachen und ein bißchen probieren :D
    Beispiel, selbst vor längerer Zeit erlebt: Rode NT1a kontra AT2035. Mein Bekannter war zunächst gefrustet, das Rode klinge doch viel präsenter... er hat unverdrossen weiterprobiert und festgestellt, daß das eher unspektakulär klingende AT2035 erheblich besser zu bearbeiten und in seine Stücke 'reinzumischen war... am Ende mochte er die betonten Höhen, die ihm zuerst so "präsent" erschienen waren, gar nicht mehr :D

    Viele Grüße
    Klaus
     
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