Verkabelung von Mischer und Effektgeräten.

von Gustl Plotz, 15.04.17.

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  1. Gustl Plotz

    Gustl Plotz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.17   #1
    Hallo zusammen,

    mein Problem ist das Verkabeln zwischen Mischpult, Composer und weiteres.
    Ich kenn mich diesbezüglich null aus.

    Eigentlich bin ich Drummer und hab mit der PA-Sache nicht viel zu tun.
    Das macht ja der am Mischpult. Aktiv in einer Band spiel ich nicht mehr.
    Da mich aber die PA-Sachen interessieren, und ich aus meiner aktiven Zeit diverse Geräte habe,
    möchte ich sie als Hobby benutzen wollen.

    Das Problem ist u.a. die Verkabelung.
    Meine Geräte sind von Behringer. Viele mögen die nicht, andere benutzen sie.

    Mischpult Behringer Eurorack MX 2004 A
    Composer Pro-XL MDX 2600
    Multigate Pro XR 4400

    Wie verbinde ich die Geräte richtig, so dass die Effektgeräte eingebunden sind und
    sich auf Mikros auswirken?

    Ich habe schon viel Verbindungskabel, XLR und Klinke da,
    aber ich bekomm keinen Effekt übertragen.
    Testen tu ich es mit einem Mikro mit XLR-Anschluss.

    Könnt Ihr mir sagen, wie ich die Geräte verkabeln muss?
    Und welche Kabel ich dazu brauche.

    Gruß
    Gustl Plotz
     
  2. Mfk0815

    Mfk0815 PA-Mod & HCA Digitalpulte Moderator HCA

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    Erstellt: 15.04.17   #2
    Du brauchst einige Kabel wie dieses
    [​IMG]

    Den 'Stereo'-Stecker steckst du an der Hinterseite in die Buchse Channelinsert vom entsprechenden Kanal. Die anderen beiden Stecker kommen ans Effektgerät, sagen wir mal das Gate. Das hat ja vier Gates verbaut. Jedes Gate hat eine Input und Outputbuchse in form einer Klinkenbuchse (die XLRs spielen jetzt nicht mit;-)). Jetzt wirst du fragen "und welcher Stecker in welche buchse?". Am einfachsten geht es durch probieren. Wenn das Gate wie gewünscht funktioniert, dan passt es. Die sichere Lösung ist aber die Bedienungsanleitungen bzw. Kabelbeschreibung zu lesen.
    Das wars an sich. Und du brauchst sechs solcher Kabel damit du alle Kompressoren und Gates nutzen kannst.
     
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  3. yamaha4711

    yamaha4711 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.17   #3
    Was man noch erwähnen sollte ist, dass es sich um keine Effektgeräte im eigentlichen Sinne handelt, sondern um Dynamikprozessoren.
    Weißt du denn was so ein Composer oder Gate tun oder was erhoffest du dir davon?

    Ansonsten hat @Mfk0815 alles schon erklärt.
     
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  4. Gustl Plotz

    Gustl Plotz Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.04.17   #4
    Hallo,

    erstmal Danke für die schnellen, guten Infos. Jetzt bin ich einen Schritt weiter.
    Die Kabel hab ich mir bestellt. Nur mal zwei, zum Ausprobieren.

    Ich bin in der Tontechnik der volle Anfänger. Will es aber ändern, da ich es interessant finde.
    Was der Composer bzw. das Gate macht, weiß ich noch nicht wirklich. Da bin ich fest am googeln, bzw. das Forum hier durchforsten.
    Auch sind mir die Begriffe, die an den Drehreglern stehen, nicht wirklich was sagend. Aber das wird sicherlich.
    Ein Profi will ich ja nicht werden. :)

    Was ich auch gern wissen würde, für was sind die XLR In- und Output-Anschlüsse an den Dynamikgeräten?
    Wenn doch alles über Klinke verkabelt wird.
    Ich bin mal mit dem Mikro über XLR-In in den Composer, dann über den XLR-Out zurück zum Mischer.
    Das Signal ist durchgegangen, Effekte hab ich aber nicht wirklich gehört. Naja, ich hab ja Zeit zum Ausprobieren.
    Auch ist mir noch schleierhaft, für was die AUX Send/Return Anschlüsse am Mischer sind?

    Da hab ich noch viel zu Lernen.

    Gruß
    Gustl Plotz
     
  5. yamaha4711

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    Erstellt: 16.04.17   #5
    Diese Geräte können in der Regel keine Mikrofonpegel verarbetien, sondern sind auf Linepegel ausgelegt. Du brauchst also zwingend einen entsprechenden Vorverstärker, wenn du da direkt mit einem Mikro rein willst. Das macht allerdings in den wenigsten Fällen sinn. Deswegen schliesst man solche Geräte an ein Mischpult an und da eben in 90% der Fälle an die Inserst.

    Beide Geräte bearbeiten die Dynamik eines Signals.

    Der Kompressor schränkt den Dynamikbereich bzw. den Pegel nach oben hin ein. Ab einem einstellbaren Schwellenwert (Threshold) wird der Signalpegel nicht mehr 1:1 durchgegeben, sondern im Verhältnis x:1 (Ratio) abgeschwächt, d.h. um 1dB mehr Pegel zu bekommen müssen am Eingang x dB anliegen. Das ist so mal die grundsätzliche Funktion. Des Weiteren kann man noch die Regelzeiten einstellen, also wie schnell der Kompressor auf ein Signal über dem Threshold reagiert (Attack), wie lange das Signal dann Grundsätzlich auf diesem Level bearbeitet wird (Hold) und die Dauer der Zeit nach unterschreiten des Threshold bis das Signal wieder unbearbeitet ist (Decay). Das ganze gibt es auch in einem "Automatikmode" meist, bei welcher der Kompressor selbstständig diese Hüllkurve aufgrund der erkannten Signaldynamik einstellt. Dann hast du meist noch ein Outputgain (Makeup). Da der Kompressor bei der Bearbeitung immer leister macht, gilt es manchmal diesen "Pegelverlust" wieder auszugleichen, indem man eben den Output erhöht. Damit geschieht dann das, was man immer wieder über Kompressoren so liest: Es werden leis Stellen lauter und laute Stellen leiser. Es wird also Grundsätzlich die Dynmik eingeengt und wahlweise der Pegel in der Summe angehoben.
    Manche Kompressoren haben auch noch ein Gate/Expander integriert und man kann die Charakteristik zwischen Hardknee und Softknee umschalten bzw. auch diesen Parameter frei einstellen. Hardknee bedeutet, dass genau am Threshold die Bearbeitung wie eingestellt einsetzt. Bei Softknee geschieht dies schon ein wenig vor dem Threshold aber eben abgeschwächt und wächst dann bis ein wenig über den Threshold dann vollständig an.

    Ein extrem eingesteller Kompressor (Ratio deutlich > 10:1) wird auch als Limiter bezeichnet. Hier wird das Signal dann am "lauter werden" gehindert.

    Bei falscher Bedienung kommt es zu Pumpeffekten, was manchmal auch bewusst eingesetzt wird. Auch erhöht man durch eine falsche Bedienung das Feedbackrisiko.

    Das Gate/Expander ist im Prinzip ein umgekehrt arbeitender Kompressor. Hier werden leise Pegel noch weiter abgeschwächt. Auch hier kann man einen Arbeitspunkt (Threshold) einstellen, ab welchem das Gate beginnt zu arbeiten. Ebenso wird die Ratio, in diesem Fall 1:x, eingestellt, d.h. bei erreichen des Threshold wird das Signal um x dB weiter abgeschwächt, zunehmend zum sinkenden Eingangspegel. Attack, Hold und Decay sind analog zum Kompressor. Das Gate (ein extremer eingesteller Expander mit hoher Ratio) sorgt z.B. dafür, dass der Mischpultkanal, in welchem das Gate eingebunden ist, bei kleinen Signalpegeln zumacht. Damit lässt sich z.B. das Rauschen von angeschlossenen Geräten in Spielpausen unterdrücken. Mittels Gate/Expander (besser) wird das sogenannte Übersprechen bei Multimikrofonie, wie z.B. am Drumset, gemindert. Wenn man ein Händchen dafür hat, dann macht das entsprechende Mikrofon an Trommel A nur dann auf, wenn da auch wirklich drauf gehauen wird. :-) Ansonsten (im Expanderbetrieb) wird das Signal deutlich abgeschwächt, so dass der Drumsound deutlich trockener und präziser wird.

    Weitere Infos dazu findest du hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kompressor_(Signalverarbeitung)
    http://www.delamar.de/video-workshops/musikproduktion-wie-funktioniert-kompressor-3085/
    http://www.plugindex.de/audio-kompressor-tutorial/
    http://www.studio-mikrofon-test.de/audio-kompressor-tutorial-parameter/

    Manche Mischpulten haben statt des TRS Anschlusses (die Stereoklinke als Insert) XLR Anschlüsse und das eben für Ein- und Ausgang. Dabei wird das Signal symetrisch übertragen, was auf lange Strecken (z.B. im Tonstudio) störungunanfällig ist. Ebenso ist der Arbeitspegel meist dann bei +4 dBu, anstatt bei -10 dBu. Die XLR Anschlüsse sind also sozusagen für Profiequipment. In 90% der Fälle reicht allerdings die meist unsymetrische Übertragung per Klinke/TRS.
     
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  6. Gustl Plotz

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    Erstellt: 17.04.17   #6
    Nochmal Danke für die ganzen Infos.

    Die ganzen Fachbegriffe sind mir natürlich noch total fremd. Sie gehören aber dazu.

    Interessant für mich wäre, wann und für was bestimmte Einstellungen gemacht werden.
    Momentan sind mir die Erklärungen von yamaha4711 noch zu technisch, aber trotzdem hilfreich.
    Etwas einfacher, praxisbezogen, wäre es für mich besser.
    Wenn ich das Grundgerüst erstmal kapiert habe, bin ich dafür gerne offen.

    Um mein Verständnis dafür kurz zu erklären, schreib ich Euch was darüber.
    Als Bsp. nehme ich mal den Threshold und die Attack.
    Wie ich es verstanden habe, wird die Attack genutzt, um die Zeit, wann der Threshold anfängt zu arbeiten einzustellen.
    Thresold hab ich so verstanden, ab welcher Lautstärke, welches das Mikro durch eine Stimme bekommt, das Signal durchlässt.
    Wenn das Mikrosignal dann über eine bestimmte Lautstärke absinkt (weil die Stimme zu leise wird), macht der Threshold zu und lässt nichts mehr durch.
    Und wenn das Signal wieder eine bestimmte Lautstärkeschwelle überschreitet, macht der Threshold wieder auf, und lässt das Signal durch.
    Die Attack-Zeit bestimmt dann, wie schnell der Threshold auf bzw. zu macht. Das soll diesen Effekt weicher und nicht abgehackt (sprunghaft) machen.
    Stimmt das so?

    Ich hoffe, dass es so ist. Sonst denke ich total falsch und ich bin wieder am Anfang. :)
    Morgen werde ich die Kabel bekommen. Dann werde ich es mal testen.

    Was ich auch noch nicht weiß ist, für was die Sidechain-Anschlüsse an den Dynamikgeräten gebraucht werden.
    Ihr seht, ich bin noch ganz am Anfang.

    P.S.: Neulich habe ich Mono-Klinken-Kabel gekauft. Kann ich die für irgendwas nutzen?
     
  7. yamaha4711

    yamaha4711 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.17   #7
    Korrekt. Allerdings hast du eine falsche Vorstellung vom Threshold (Schwellenwert).

    Also nochmal: Mit dem Threshold oder auch Schwellenwert stellst du den gewünschten Arbeitspegel ein, ab dem die Regelung einsetzen soll.

    Am besten verstehst du die Arbeitsweise der Geräte, wenn du anstatt ein Mikro einen CD-Spieler anschliesst, damit du ein dauerhaftes und halbwegs gleichmässiges Signal hast. Pegel zunächst den Kanal ohne Kompressor oder Gate ein. Entweder später einstöpseln oder besser den Bypass nutzen. Jedes dieser Geräte sollte einen Bypass haben. Dieser schaltet das Signal am Gerät vorbei.

    Mit richtig einpegeln meine ich, das Gain am Pultkanal so weit aufdrehen, so dass ca. 0 dB anliegen. Dies kontrolliert man, in dem man die PFL Taste im entsprechenden Kanal drückt. Dann schaltet nämlich die Pegelanzeige am Pult nämlich auf den entsprechenden Kanal und zeigt den Pegel des Kanales an.

    Am Gerät selbst stellst du mal eine Grund/Nulleinstellung ein:

    Für den Kompressor (von links nach rechts):
    Expander/Gate Off (nach ganz links drehen)
    Threshold 0 dB (ca. 1 Uhr Stellung)
    Ratio 1:1 (nach ganz links drehen)
    Attack 0 ms
    Release 0 ms
    Output auf 0 dB
    Desser auf 0 (nach ganz links drehen)
    Peak Limiter auf 0 (nach ganz links drehen)
    Alle Taster auf Off.

    Konzentrier dich nun erst mal auf den Abschnitt Compressor/Limiter und da auf Threshold und Ratio. Was passiert am Leuchtband Gain Reduction, wenn du an diesen beiden Stellern drehst? Wie hört es sich an?
    Wenn du verstanden hast was da passiert - es sieht und hört sich zunächst sehr ähnlich an - dann versuch dich an den Parametern Attack und Release. Dazu empfehle ich dir dann wieder ein Mikro anzuschliessen und eben das Leuchtband Gain Reduction zu beobachten.
     
  8. Gustl Plotz

    Gustl Plotz Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.04.17   #8
    Ok, so werde ich es einmal ausprobieren.


    Ich glaube, so habe ich das auch gemeint.
    Mit "ab welcher Lautstärke das Mikro das Signal durchlässt", und somit beeinflusst wird. (Denk ich mal.)
    Aber was ist mit "Regelung" gemeint?
     
  9. mix4munich

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    Erstellt: 21.04.17   #9
  10. Klangwerk Schwelm

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    Erstellt: 21.04.17   #10
    Jo's Ausarbeitungen sind wirklich sehr zu empfehlen. Für einen Überblick sollte man dieses Buch gelesen haben:



    Gruß Jürgen
     
  11. Gustl Plotz

    Gustl Plotz Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.04.17   #11
    Die Beschreibungen von Jo sind echt gut.
    Damit kann ich die ersten Schritte machen.

    Das PA-Buch habe ich mir bestellt. Es ist für mich bestimmt sehr hilfreich.

    Danke. :great:
     
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  12. Gustl Plotz

    Gustl Plotz Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.17   #12
    Heute hab ich die ersten Versuche gemacht.
    Es war enttäuschend und lehrhaft.

    Ich hab nur am Compressor probiert.
     
  13. yamaha4711

    yamaha4711 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.17   #13
    Wieso enttäuschend? Was hast du denn versucht?
     
  14. Klangwerk Schwelm

    Klangwerk Schwelm Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.17   #14
    Hallo Gustl, hallo MBs,

    vielleicht seid ihr mit der Tür ins Haus gefallen. Man sollte mit dem Grundgedanken des Kompressoreinsatzes anfangen. Was darüber hinaus geht, kommt dann nach und nach:

    Der Dynamikumfang unseres Gehörs ist extrem hoch. Wir hören leise Windgeräusche und Flüstern, aber auch Presslufthämmer und im gewissen Rahmen auch startende Flugzeuge - und alles ohne Übersteuerung und Verzerrungen.

    Einen solchen Dynamikumfang schafft selbst unsere moderne Technik nicht. Wenn wir also ein Flüstern über eine PA hörbar machen wollen, übersteuert ein Schrei gnadenlos. Der erste Gedanke ist, man müsste nun das Flüstern lauter machen.

    Aber es geht anders herum: Wir reduzieren die maximal mögliche Lautstärke. Mit einem Kompressor.
    Dies hat zur Folge, dass wir den Gain erhöhen können! Das Flüstern wird hörbar, der Schrei abgeregelt.

    Sinn macht ein Kompressor somit erst dann, wenn Du a) den (Kanal-) Gain erhöhst weil es jetzt gefahrlos geht und b) den Level nach dem Kompressor zum Ausgleich ein wenig erhöhst.

    Ein Sänger wird hierüber zunächst sehr glücklich sein, da er mühelos (leise singend) sehr laut über die PA kommt. Ist die Kompression jedoch zu hoch, legst Du ihm einen Stein auf die Brust, wenn er versucht, lauter zu werden. In diesem Fall solltest Du das Pult verlassen und Dich diskret unters Publikum mischen :evil:.

    Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Man kann die Summe komprimieren um Bassdrumschläge zu reduzieren. D. h. Du wirst insgesamt (durchaus viel) lauter (aber auch dichter/weniger dynamisch) verschonst aber die PA von den energiereichen Bassdrumschlägen.

    Vielleicht werden Dir nun die von @yamaha4711 und @mix4munich sehr gut geschilderten Einstellmöglichkeiten verständlicher.

    Gruß Jürgen
     
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