Verlangt ihr immer eine Gage für Eure Auftritte?

Ein Gig bei einer Firma nur gegen Essen und (bei ihnen selbst einzulösende) Gutscheine IST für lau.
Jein - wenn der Shop was hat, was die meisten Bandmitglieder sich sonst teuer kaufen würden, ist es nicht für lau. Ist halt eine zweckgewidmete Gage. Und wenn die Band (oder eines ihrer Mitglieder) das quasi als Freundschaftsdienst für den Laden machen, weil sie den Besitzer gut kennen. Auch ok.
Aber wenn ich das als reiner Dienstleister spiele - dann hast du recht, da sollte auch Kohle rüberwachsen.
 
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Jein - wenn der Shop was hat, was die meisten Bandmitglieder sich sonst teuer kaufen würden, ist es nicht für lau. Ist halt eine zweckgewidmete Gage. Und wenn die Band (oder eines ihrer Mitglieder) das quasi als Freundschaftsdienst für den Laden machen, weil sie den Besitzer gut kennen. Auch ok.
Aus der Perspektive des Ladens ist das für lau. Erstens zahlt der Laden nur den Einkaufspreis für die Gutscheine, zweitens kann er es absetzen und drittens ist garantiert, dass die Gage wieder zu ihm in den Laden zurückgetragen wird. Soll jeder handhaben wie er will, aber das wäre mir doch etwas wenig - Freundschaft hin oder her. "Servicegutschein" klingt irgendwie so, als kriegte da jedes Bandmitglied einen Gutschein für eine Frühlings-Fahrradinspektion im Wert von (offiziell, VK) 40€.

Aber wenn ich das als reiner Dienstleister spiele - dann hast du recht, da sollte auch Kohle rüber
Nicht nur als reiner Dienstleister - für MICH ist das entscheidende Kriterium: wird da Geld verdient und wenn ja, wieviel? Auch dann gibt es "Freundschaftspreise" und "Normaltarif". Aber sobald nennenswert Umsatz im Spiel ist, ist "für lau" keine Option mehr. Wenn der PA-Verleiher am Ende bei so einem typischen Gig mehr bekommt als die Band, dann kann man sich schon mal fragen lassen, ob die Verhältnisse stimmen. *)

Bei Freundschaftsdiensten dieser Art (also nicht die Hochzeit eines Kumpels, sondern kommerzielle Veranstaltung) sollte man sich mal fragen, ob nicht auch umgekehrt ein Freundschaftsdienst drin ist: wenn der VA schon den Gig als Werbebudget absetzen kann, dann könnte er seinen armen Musikerkollegen, die sonst den Hut rumgehen lassen müsse, ja auch mal eine anständige Gage zahlen... komischerweise funktionieren Freundschaftsdienste, wenn es um Musik geht, immer nur andersrum.

Oder würde der Fahrradhändler als Bezahlung für ein 1000€-Bike auch einen Stapel Freikarten für Konzerte der Band akzeptieren? Ach, nein? Seltsam...

*) ja, ich weiß: es kommt drauf an, was der da alles hinstellt und wie lange. Aber der lässt sich sicher nicht mit Gutscheinen abspeisen.
 
Wenn es für deine Bandkollegen auch passt, seh ich auch kein Problem darin.
 
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Wenn es für die betreffende Band passt, soll sie es machen. Ich plädiere nur dafür, sich nicht ausnehmen zu lassen. Wenn ihr wirklich für 1000€ Gutscheine bekommt und damit auch was anzufangen wisst, dann nur zu. Aber das Gedankenspiel, sich mal zu fragen, wie es umgekehrt aussähe, kann ich nur jedem empfehlen ;)
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PS: das gilt umso mehr, wenn die Band auch noch so freundlich ist, die PA mitzubringen. Das kenne ich noch von früher: da wurde dann eine Band engagiert, die inkl. PA günstiger war als der örtliche Verleiher - und wo die schonmal stand, durfte dann der Drummer auch bis nachts um 3 da bleiben, damit der DJ über die PA dann noch Tanzmucke spielen konnte nach dem Gig.

Also, jeder soll das so handhaben, wie er will. Ich bin mir für manche Sachen inzwischen dann doch zu schade - und wir Musiker im Ganzen dürfen uns nicht wundern, wenn unsere Arbeit nicht (mehr) wertgeschätzt wird, solange es genügend Leute gibt, die für ne Curry und ne Cola spielen. Nochmal: das sage ich nicht als Profi (bin ich nicht und war ich nie), der davon leben muss, sondern als Hobbyist, dem im Grunde das Geld auch egal sein kann - der die Gage aber eben auch eine zahlgewordene Wertschätzung sieht.

Kurz: mir geht es weniger darum, wieviel ich am Ende bekomme, als darum, was der Veranstalter bereit ist, mir zu geben.
 
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Ich kann deinen Standpunkt sehr gut nachvollziehen, und im Normalfall sehe ich das auch so. Aber der Deal mit dem Radshop ist eben nicht der Normalfall. Das ist ein kleines Fachgeschäft und er muss ziemlich kämpfen um gegen die grossen Ketten bestehen zu können.
 
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Hallo. Also seitdem ich Musik mache, frage ich mich auch immer wieder wie viel man verlangen kann ? Ich spiele Gitarre und singe dazu. Ich bringe meine PA-Anlage mit und spiele dann meist 3 Std. Manchmal auch 4. Rock, Folk und Country. Für 3 Std. nehme ich 200,-. Bei Bekannten auch mal nur 150,-. Ich habe schon gehört ich soll mich nicht unter Wert verkaufen, aber auch dass man es als Einzelner nicht übertreiben sollte. Keine Ahnung. Für mich steht auch die Musik im Vordergrund. Es ist ja nicht nur das Geld, sondern auch die Erfahrung und Routine auf der Bühne die für mich abfällt. Ich wurde gefragt ob ich in einer Bar in der Nähe als Hauptact beim Open Stage spielen würde. Andere Musiker wären auch mal dazwischen. Dafür gibt es 50,- +Hut. Ist aber okay, denn da kennt mich noch Keiner. Für nen Samstagabend zahlen die 150 für 3 Std. das würde ich auch machen. Bei uns in der Stadt gibt es ein paar Musiker und Bands die sind bekannt und haben ihre Fanboys. Da Fuß zu fassen ist schwer.
Ach, und bei kleinen Festen von guten Freunden natürlich auch umsonst.
 
Ich finde dieses Vorgehen sehr problematisch. Der eine zahlt 200 Euro, der andere nur 50 Euro. Was ist, wenn die beiden sich mal austauschen? Dann ist der, der mehr gezahlt hat, sauer. Und der Preis ist im Keller.
Leute....macht einheitliche Preise und verkauft Euch nicht zu Billig. Was nichts kost, ist nichts wert. Und wer das nicht zahlen kann oder will, muss sich halt woanders umschauen. Wenn ich einen großen Mercedes fahren möchte, aber nur das Geld für einen Golf habe, kann ich dem Mercedes-Verkäufer vorjammern, was ich will. Da wird nichts gehen.

Kalkuliert einen einheitlichen Preis, z.B. Grundpreis für 2 Stunden, und für jede weitere Stunde einen entsprechenden Aufschlag. Und haltet euch strikt an diesen Preis.
 
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Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Aber wenn man kaum bekannt ist, ist das nicht so einfach. Aus diesem Grund habe ich angenommen. Ich weiß auch, dass in dem Laden schon einige gute, regionale Musiker gespielt haben. Für mich ist das eine gute Möglichkeit zu zeigen was ich kann um bekannter zu werden. Abgesehen davon, sind die 200 für 3h auch zu günstig wenn ich alleine spiele, so als Seat Leon? ;-)
 
Ob 200 für 3 Stunden zu günstig sind, vermag ich nicht zu sagen. Kommt auf die Qualität an, was man macht, auf das Equipment, und, und und. Ich mache mit meiner Frau Auftritte, vorwiegend in Kliniken, aber auch zu Veranstaltungen. Nun kann man das Programm nicht vergleichen, da ist neben Gesang, teilweise am Klavier, auch kurze Zauberkunststückchen, Jonglieren, Tanz und Showeinlagen dabei. Technisch halt PA Maul28 x 2, Sennheiser Funk und Headsets, eher ländliche Region. Durch unser Programm ist halt ein gewisses Alleinstellungsmerkmal gegeben. Preis inkl. MwSt sind bei uns für 1 Stunde 300 Euro fällig. Allerdings sind wir auch zu zweit. Von daher denke ich dass dein Preis nicht zu hoch ist.
 
Es kommt drauf an, welche Art von Musik man darbietet. Konzertcharakter - also Du spielst Deine Songs, Deine Setlist, das Publikum hört zu, im Prinzip auch eine Hintergrundbeschallung für einen Club (ohne Dir nahetreten zu wollen) - ist was anderes als Tanzmusik, wo Du die Songs danach auswählst, was die Leute hören wollen, wo Du halt den Abend interaktiv mitgestalten musst, Dich voll auf das Publikum einstellen musst. Letzteres wird deutlich besser bezahlt, erfordert von den Musikern auch eine viel größere Bandbreite von verfügbaren Songs, auch einen gewissen Akutalitätsgrad bei der Auswahl. Da geht's auch weniger darum, welche Musik Dir gefällt, sondern was die Leute hören wollen.
Wichtig ist, dass man einen klaren Kurs fährt, nicht heute 200EUR, morgen 300EUR, und bei einer anderen Veranstaltung nur 150EUR. Das sind nur Beispielzahlen. Orientier Dich an Bands in Deinem Umkreis, die was ähnliches anbieten. Leg Dich auf einen Stundensatz fest, plus eine Pauschale für Anfahrt, Aufbau, Anlage. Ist eine Anlage vorhanden, kannst Du halt günstiger anbieten.
 
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Danke. Nun, meine Setliste umfasst ca. 70 Songs. Meist spiel ich mein Programm. Manchmal hört das Publikum einfach nur zu und manchmal, gerade auf Geburtstagen, ist es mehr Backgroundmusik. Zum Teil kann ich mich darauf einstellen, wenn Wünsche kommen. Oft wollen die Leute später am Abend Stimmung oder Schlager hören. Ein paar Songs kann ich da schon anbieten. Versuche gerade mich die die Richtung zu erweitern. Mit der Gage bin ich in der Tat inkonsequent. Da sollte ich vielleicht auf die 200 grundsätzlich beharren und es ansonsten sein lassen.
 
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Hallo. Also seitdem ich Musik mache, frage ich mich auch immer wieder wie viel man verlangen kann ? Ich spiele Gitarre und singe dazu. Ich bringe meine PA-Anlage mit und spiele dann meist 3 Std. Manchmal auch 4. Rock, Folk und Country. Für 3 Std. nehme ich 200,-. Bei Bekannten auch mal nur 150,-. Ich habe schon gehört ich soll mich nicht unter Wert verkaufen, aber auch dass man es als Einzelner nicht übertreiben sollte. Keine Ahnung. Für mich steht auch die Musik im Vordergrund. Es ist ja nicht nur das Geld, sondern auch die Erfahrung und Routine auf der Bühne die für mich abfällt. Ich wurde gefragt ob ich in einer Bar in der Nähe als Hauptact beim Open Stage spielen würde. Andere Musiker wären auch mal dazwischen. Dafür gibt es 50,- +Hut. Ist aber okay, denn da kennt mich noch Keiner. Für nen Samstagabend zahlen die 150 für 3 Std. das würde ich auch machen. Bei uns in der Stadt gibt es ein paar Musiker und Bands die sind bekannt und haben ihre Fanboys. Da Fuß zu fassen ist schwer.
Ach, und bei kleinen Festen von guten Freunden natürlich auch umsonst.

Für 150 € bekäme der Veranstalter vermutlich nicht mal Deine PA für den Abend!

Gruß
SlapBummPop
 
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Genau das ist oft der Punkt. Du hast eine gute Anlage, der Veranstalter bucht dich, dann fragt er, ob diese Bauchtänzerin und dieser Künstler vielleicht auch noch über die Anlage gehen kann. Freundlich, wie man ist, bejaht man dies.
Der Veranstalter hat vorab möglicherweise einen Verleih gefragt und festgestellt, dass die Anlage für den Abend das doppelte kostet wie der Künstler, der die Anlage gleich mitbringt....und freut sich.
 
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Genau das ist oft der Punkt. Du hast eine gute Anlage, der Veranstalter bucht dich, dann fragt er, ob diese Bauchtänzerin und dieser Künstler vielleicht auch noch über die Anlage gehen kann. Freundlich, wie man ist, bejaht man dies.
Der Veranstalter hat vorab möglicherweise einen Verleih gefragt und festgestellt, dass die Anlage für den Abend das doppelte kostet wie der Künstler, der die Anlage gleich mitbringt....und freut sich.
Super Beispiel, Und der Veranstalter muss weder für die PA zahlen, sie beim Verleiher abholen, aufbauen und bedienen!

Gruß
SlapBummPop
 

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