Verschaltung des Tone Kondensators Les Paul Style

von tho_mas_dd, 28.07.19.

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  1. tho_mas_dd

    tho_mas_dd Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.19   #1
    Hi Leute,

    ich will meiner günstigen Les Paul Kopie ein paar neue Pickups spendieren :m_git1:
    Dazu wil ich gleich auch vernünftige neue Potis einbauen.
    Sprich, komplette alte Elektrik raus und neue rein :)

    Nun stellt sich mir die Frage wo den nun eigentlich die Kondensatoren für die Tone Potis hingehören...?
    In einigen Schaltplänen sitzen die zwischen dem Tone und Volume Poti, in anderen nur am Tone Poti.

    Ich hab das mal mega unprofessionel in paint nachgebaut (angehängt) :D

    Wo liegt der unterschied in diesen 2 Schaltungen? Wenn man nach les Paul wiring googled kommt eigentlich fast immer die Variante 'zwischen Tone und Volume'.
    Bei einer Stratocaster verkabelung sieht man fast immer die variante 'nur am Tone Poti'. Allerdings sieht man die auch vereinzelt bei LPs...

    Gibts da irgendwelche Klanglichen unterschiede? Vor und Nachteile?

    Besten Dank und Grüße
    thom_mas_dd
     

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  2. Der ahnungslose Depp

    Der ahnungslose Depp Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.19   #2
    Löschung des alten Textes. Sorry, hab mich vertan.

    Offenbar besteht der Unterschied nur in der Reihenfolge: Kondensator - Potiwiderstand.

    Daß dies klangliche Auswirkungen hat, darf bezweifelt werden.
     
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  3. tho_mas_dd

    tho_mas_dd Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.19   #3
    Danke für deine Antwort :) Der Unterschied liegt also tatsächlich nur im 'design'. Die sind halt meist zwischen vol und tone weil da halt Platz ist. Gut zu wissen :)
     
  4. bagotrix

    bagotrix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 29.07.19   #4
    Hi,

    der wesentlichere Unterschied ist der, wo das Tonpoti relativ zum Volumepoti angeschlossen wird. Ich würde mal hier im Board mit der SuFu nach "50s wiring" suchen, oder auch im ganzen Netz. Je nach Einsatzbereich und persönlichem Geschmack kann einem das 50s (oder 50ies) wiring schon Vorteile in Sound und Regelverhalten bringen. Das ist auch kein Voodoo, sondern durch die Gesetze der Physik elektrischer Schaltungen erklärbar.

    Ganz generell gesagt wird das "50s wiring" - das so heißt, weil die begehrten Gibsons der 50er idR so verdrahtet waren - meist von Gitarristen geschätzt, die viel im angezerrten Bereich operieren bzw. feinere Varianten aus klassischen Amps herausholen wollen. Recht beliebt in der Classic Rock / Blues-Richtung. Andere finden diese Variationsbreite eher irritierend, vor allem, weil das Volumepoti abhängig von der Stellung des Tonptis recht unterschiedlich reagiert - bei etwas zurückgedrehtem Tone dünnt es zB eher die Mitten aus. Wie manche andere Spieler habe ich auch den Eindruck, dass die Gitarre damit insgesamt, also auch voll aufgedreht, eine Spur schlanker klingt. Es gehen aber weniger Höhen verloren, wenn man Volume ein bisschen zurückdreht, das ist schon angenehm. Was mir besonders gut gefällt, ist eine eher subtile Wirkung, wenn die Potis wirklich nur minimal zurücknimmt - hier entstehen die gerne mit "holzig", "resonant" oder "vokal" umschriebenen Sounds, die man mMn nur so erzeugen kann. Ich hatte mich vorher oft gefragt, warum der HalsPU meiner Les Paul bei cleanen Singlenotes entweder zu scharf oder zu dumpf, aber irgendwie nie so richtig "bluesig" klang, wie man sich das so vorstellt. PUs/Gitarre/Amp nicht gut genug, dachte ich halt. War aber Quatsch - die alten Blueser haben natürlich permanent mit den Potis gearbeitet, weil sie weder Mehrkanalamps noch Effekte hatten. Nicht zu vergessen, dass der Amp dabei meist recht weit aufgedreht war, denn man spielte damals noch viel im Sitzen und kam nicht mal eben an die Regler. Der Amp war meist sehr simpel aufgebaut und wurde mehr als Verlängerung der Gitarre begriffen denn als eigenständiges Instrument wie heute. Brauchte man es gerade mal etwas lauter, drehte man halt die Gitarre auf. "Alles auf 10 an der Gitarre" haben die sich also wirklich für besondere Momente aufgehoben, denn "noch mehr" ging dann ja nicht mehr.

    Wenn ich eine Gitarre primär für Heavy Sounds einsetze und maximalen Punch will, würde ich dagegen bei den meisten Gitarren die heutige Standardschaltung vorziehen, bei der das Tonpoti am Ausgang des Volumepotis verlötet ist. Wer seine Sounds mit dem Mehrkanal-Amp oder gar einem Modeller wechselt und seine Potis nur zum Zurückdrehen in Spielpausen oder den gelegentlichen "Slash-Ton" auf dem HalsPU nutzt, kommt damit oft besser klar. Die Ergebnisse sind hier auch leichter vorhersagbar: drehe ich Volume zurück, wirds leiser und (zumindest ohne Treble Bleed) auch dumpfer, drehe ich am Tonpoti, wirds nur dumpfer. Drehe ich beides zurück, wirds leiser und noch dumpfer, fertig. An einem stark aufgedrehten Tweed-Fender hätte das aber nicht so besonders gut funkltioniert - hätte man Volume den halben Abend auf 5 gehabt, wärs ziemliches Gematsche geblieben.

    Gruß, bagotrix
     
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  5. tho_mas_dd

    tho_mas_dd Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.19   #5
    Hi bagotrix,
    Wow, vielen Dank für die ausführliche Antwort:)
    Über das 50s wiring bin ich auch schon gestolpert.
    Eigentlich wollte ich bei der modern Schaltung noch ein treble bleed Mod Reinlöten, da ich beim Volume runter drehen möglichst wenig Höhen verlieren möchte. Das 50s wiring nimmt ja wenn ich das richtig verstanden habe schon weniger Höhe weg als das modern? Würde es sich lohnen da noch zusätzlich den Kondensator für den treble bleed rein zu bringen? Oder versaut das dann das ganze? Heavy gibt's bei mir eigentlich gar nicht. Eher n bisschen Overdrive und bluessig.
    Grüße :)
     
  6. bagotrix

    bagotrix Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.07.19   #6
    Bei diesen Soundvorlieben würde ichs wirklich mal mit dem 50s wiring probieren. Treble Bleed kannst Du Dir dann eigentlich schenken. Der Effekt ist nicht ganz so stark, aber der Höhenverlust beim Volumepoti ist schon sehr viel geringer. Wenn Du Dir angewöhnst, das Tonpoti immer so ein klein bisschen unter der 10 zu lassen, verstärkt sich das noch. Für mich klingt es damit angenehmer als mit dem TB - der ist bei mir aus fast allen Gtarren wieder rausgeflogen.

    Theoretisch kann man natürlich auch beim 50s wiring zusätzlich eine Treble Bleed-Schaltung einbauen, aber sie arbeitet wieder ein wenig diesen leicht abgerundeten, aber nicht dumpfen Sounds entgegen, die die Stärke der Vintage-Schaltung sind. Der Trick ist dabei schon auch, Volume/Gain einen Hauch weiter auf- und vielleicht noch ein paar Höhen mehr reinzudrehen als vorher. Damit schaffst Du Dir den Raum nach oben, um an den Potis der Gitarre mehr sinnvollen Regelbereich zu haben. Es gibt da ein Video mit Joe Bonamassa, auf dem er mal vorführt, was man damit so alles anstellen kann:



    Das ganze muss auch nicht nur auf Vintage-PAFs beschränkt sein. Ich hab mal eine LP Classic mit den heißen Ceramic-HB 500T/496R auf 50s umgelötet, das hat super funktioniert. Gerade diese eher bissigen PUs konnte man damit gut zähmen und sogar richtig bluesige Sounds erzeugen.

    Gruß, bagotrix
     
  7. Slideblues

    Slideblues Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.19   #7
    Ich kann mich dem nur Anschließen,

    ich nutze das 50's Wiring sogar schon bei diversen Telecaster Umbauten, weil besonders die Bridge PU dadurch positiv "gezähmt" werden (wenn man es dann eher z. B. etwas Blues-iger mag). Treble Bleed Schaltungen, in Verbindung mit dem 50's Wiring finde ich sogar eher kontraproduktiv.
     
  8. tDingsbums

    tDingsbums Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.19   #8
    50's Wiring bei klassischer Tele, oder Strat, also mit Vintage-Pu's war mir immer ein bisschen to much Höhen, die dann kaum mit dem Ton-Poti zu bändigen sind.
    Hier würde ich normale Schaltung, aber mit Treble-Bleed vorziehen.

    Bei z. Bsp einer Les Paul, oder artverwandten mit Humbuckern kann es allerdings ein Segen sein...,
    gute Elektrik vorrausgesetzt.
     
  9. tho_mas_dd

    tho_mas_dd Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.19   #9
    Danke für eure Antworten:)
    Hab vor einiger Zeit meine Yamaha 112 von hss auf sss umgebaut (tonerider Classic Blues Pickups). Modern Schaltung mit treble bleed. Klingt wunderbar,viel mehr feine Höhen als mit den original pu's.

    Zu einer LP Style passt das denke ich auch nicht. Es wird also das 50s wiring. Pu's werden tonerider ac4 mit göldo 500k potis und Coilsplit. gebastelt wird am Wochenende:)
     
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  10. Der ahnungslose Depp

    Der ahnungslose Depp Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.07.19   #10
    Kann es Sinn machen, 50er und Modern Wiring zu mischen? Ich denk mir das folgendermaßen:

    Variante 1:

    Ein etwas zu dumpfer Halspickup wird per 50er Wiring aufgehellt. Und ein etwas zu höhenreicher Bridgepickup wird mit Modern Wiring entschärft. Insgesamt dürfte die Schaltung mittiger sein.

    Variante 2:

    Mit Modern Wiring am Halspickup reize ich die tiefen Bässe voll aus und mische sie in Parallelschaltung mit den voll ausgereizten Höhen per 50ger Wiring. So komme ich an ausgeprägte Bässe und Höhen, was zunächst zwar zu Lasten der Mitten gehen dürfte. Dies ließe sich aber durch Einstellung am Bridge-Tonepoti relativieren (Für den Neckpickup wäre zudem ein regelbarer Low Cut Filter denkber. Einbauprobleme mal außen vor gelassen). Es erscheint besser, vorhandene Bässe raus zu drehen zu können, als die Bässe erst gar nicht verfügbar zu haben.

    Oder?
     
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