versilbert vs. vernickelt

von peruru, 18.11.06.

  1. peruru

    peruru Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.06   #1
    hallo,

    ich habe mich mal im netz unter den querflöten umgeschaut und dabei ist mir eine frage gekommen.
    worin besteht der unterschied zw. versilbert und vernickelt? übt sich das auf den ton oder das instrument aus? fordern sie unterschiedliche pflegeansätze? :confused:

    ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

    lg
    peruru
     
  2. wiesenforce

    wiesenforce Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 20.11.06   #2
    komme jetz ausm saxophon.. aber ein paar sachen kann ischon beantworten..

    silber ist pflegebedürftiger, da es nach ner zeit schwarz anläuft.. aber da muss man nur mit son silberputzmittel rüberwischen und ist wieder in ordnung..

    ich glaube das silber leichter anspricht.. oder es war neusilber.. keine ahnung mehr
     
  3. Huiz'n'Blech

    Huiz'n'Blech Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.09   #3
    hallo
    nunja.. bei silber ist der ton sicherlich schöner wenn silber auch viel mehr pflege bedarf.
    bei nickel kann es vorkommen, dass man allergisch darauf reagiert.
    das ist bei silber nicht der fall, da es wesentlich hautfreundlicher ist. natürlich auch teurer...
    aber dass muss jeder selbst entscheiden.
    am besten man probiert bei einem musikhaus mal beide aus. in vielen musikhäusern gibt es auch die möglichkeit, dass man sich ein instrument einige tage vor dem kauf ausborgen kann um es zu testen.

    ich hoffe, ich konnte helfen

    mfg huiz'n'blech
     
  4. Erwinsport

    Erwinsport Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.09   #4
    Hallo !
    Ob Silber oder Nickel,da hört man keinen Unterschied am Klang!
    Versilberte Klappen laufen NICHT nach einer Zeit schwarz an sondern vernickelte Klappen.
    Versilberte Klappen sind wesentlich pflegeleichter.Nach jedem Blasen kurz rüber wischen und man wird keine Probleme bekommen. Es gibt natürlich Klarinettisten mit einem sehr aggressiven Handschweiß. Bei denen "ätzt" sozusagen das Silber bei mangelnder Pflege weg. So einen Fall habe ich in meinem Orchester.Da ist intensive Pflege nach jedem blasen angesagt,wenn man ein schönes Instrument behalten will.Kommt aber relativ selten vor.
    Aber im "Normalfall" ist Silber sehr pflegeleicht.
    Gruß Erwinsport
     
  5. petite fleur

    petite fleur Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.03.09   #5
    hi!
    ich denke schon, dass das material ein bisschen was ausmacht, sonst würde man nicht verschiedene materialien verwenden (abgesehen von evtl. optischen gründen) die einzelnen materialien haben ja auch unterschiedliche eigenschaften.
    was zum lesen gibts hier: https://www.thomann.de/de/onlineexpert_22_7.html
    fand ich recht interessant.
    es ist übrigens doch silber, das anläuft (wer einen echt-silber-besteckkasten zuhaus hat, wirds wissen...),
    aber man kann jede art von oberflächenbeschichtung, sei es silber, nickel oder lack o. ä. mit der zeit weg"ätzen". je dünner die beschichtung ist, desto schneller wird sie abgegriffen sein.
    ich habe ein über 40 jahre altes sax zuhause, das immer viel gespielt wurde, klar, dass da an der ein oder anderen stelle das silber gelitten hat.
    ah wg. pflege: naja, wie bereits erwähnt, silber kann halt anlaufen, das darf man dann gründlich wegpolieren, dann gibt es material, das oxidiert, oder anderweitig anläuft, was dann mehr oder weniger rückgängig gemacht werden kann; das betrifft aber eher messing- oder kupfergeschichten (also bei klarinetten eher uninteressant). die fingerabdrücke würd ich aber so und so immer wieder mal wegwischen und das hast du bei jedem material.

    vlg :)
     
  6. Janine Soltesz

    Janine Soltesz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.04.09   #6
    Hi,
    dem kann ich nicht zustimmen, die Erfahrung zeigt folgendes:
    Je mehr Silber an einer Flöte ist, desto schöner ist der Klang (verglichen nur mit vernickelten Instrumenten)
    Grundlegend empfiehlt man immer mind. eine versilberte Mundlochplatte.
    Beim üben liegt die Mundlochplatte doch sehr lange auf der Lippe auf und die ist sehr empfindlich. Selbst wenn man keine Nickelallergie hat, kann man so eine auslösen.
    Gerade bei Kindern sollte man das doch in die Entscheidung mit einfliesen lassen, ganz abgesehen von der Pflege. Dazu ist folgendes zu sagen:

    Ein Silber Instrument läuft an, Ja, aber dafür gibt es einmal ganz einfache Schmuckpoliertücher, damit bekommt man die angelaufenen stellen schnell wieder glänzend und dazu gibt es Silber-Schutzstreifen. Die legt man in das Etui und diese halten das Silber länger schön. Warum??

    Da in der Luft spurenweise Schwefelwasserstoff H2S enthalten ist, laufen Silberoberflächen mit der Zeit schwarz an, da Schwefelwasserstoff das elementare Silber zu Silbersulfid (Ag2S) oxidiert.:screwy: O.K es liegt also, so zu sagen, in der Luft...:great:

    Schon mal eine vernickelte Flöte versucht wieder schön hin zu bekommen???
    Fast unmöglich, mit der Zeit wird Sie Matt und verliert seinen Glanz.

    Was nicht heissen soll das die Lackierung der Vollsilber Instrumente mit der Zeit nicht auch blass und evtl. sogar abplätter. Das liegt wie "Erwinsport" schon meinte, an dem Schweiß und Speichel der mit der Zeit, den Lack angreift.

    Das heißt nicht das es unbedingt immer Vollsilber sein muss, die vernickelten Instrumente halten schon einiges aus, nur wenn es darum geht, was ist besser(???), dann würde ich auf jeden Fall zu Silber tendieren nicht nur weil der Klang auch wesentlich schöner ist sonder ich finde man hat länger freude daran.

    So und wer noch nicht eingeschlafen ist vom vielen Text, dem Wünsche ich viel Spaß beim Flöte spielen.....:D:

    Gruss

    Janine
     
  7. Fluty

    Fluty HCA Querflöte HCA

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    Erstellt: 01.04.09   #7
    :eek: Wo findet man denn heute noch vernickelte Querflöten? Ich war eigentlich der Ansicht, dass das (eben wegen des hohen Allergierisikos) längst überholt ist. Selbst die üblichen Schülerflöten sind doch normalerweise mindestens versilbert. Von vernickelten Flöten würde ich auf jeden Fall die Finger lassen.

    So extrem hoch finde ich den Pflegeaufwand bei einer versilberten oder Silberflöte eigentlich auch nicht. Mit dem Anlaufen habe ich eigentlich bei allen meinen Flöten sehr wenig Probleme, ein Silberputztuch kommt vielleicht zweimal pro Jahr zum Einsatz, mehr ist gar nicht nötig. Das ist fürmich auf keinen Fall ein Argument gegen dieses Material.

    Und was den Zusammenhang von Klang und Material angeht, wird es wohl ein ewiges Streitthema unter Flötisten bleiben, ob überhaupt und wenn ja in welchem Umfang das einen Einfluss hat. Ich denke, dass man es am ehesten noch am Kopfstück merkt. Aber es gibt so viele andere Faktoren bei einer Flöte, die meiner Ansicht nach wesentlich größere Auswirkungen haben. Da kann durchaus eine sehr gute versilberte Flöte besser klingen als eine ganz billige Vollsilberflöte.
     
  8. shibboleth

    shibboleth HCA Holzflöten HCA

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    Erstellt: 01.04.09   #8
    Falsch! Silber, und damit auch Versilbertes neigt unter Sauerstoffeinfluss zum oxidieren. Es bildet sich Silberoxid, und das ist diese grauschwarze, glanzfressende Schicht die man mit einem Silberputztuch meistens wieder abkriegt. Das passiert je nach Silberlegierung relativ langsam bis sehr schnell. Die Klappen meiner Holzflöte sind aus reinem Sterlingsilber und ich komme mit dem Putzen garnicht mehr hinterher, so schnell sind die schwarz. Meine Metallflöte ist aus versilbertem Neusilber, und auch die läuft an, wenn auch deutlich weniger schnell. Es gibt eine Silberlegierung namens "Bright Silver" (erfunden in Australien), die angeblich nicht anläuft.
    Vernickeltes läuft nicht an. Neusilber schon, und zwar grünlich-gelblich aufgrund des Kupferanteils ("Grünspan").

    Zum Thema Einfluss des Materials auf den Klang: bei Holzflöten ist es so, dass das Holz nahezu garkeinen Einfluss auf den Klang hat. Man kann bei genauem Hinhören wohl einen Unterschied zwischen Buchsbaum und Grenadill oder Cocusholz erkennen, der kommt aber eher dadurch dass man Buchsbaum-Innenbohrungen nie so porzellanhaft glatt hinbekommt wie Grenadill oder Cocusholz, es stehen immer winzige Faserenden in der Bohrung ab. Dadurch entstehen dann Inteferenzen in der schwingenden Luftsäule, die den Klang färben. Mit dem Holz ansich hat das wenig zu tun. Bei Metall ist es wohl ganz ähnlich, allerdings hab ich da zu wenig Erfahrung mit. James Galway hat ein YouTube-Video, in dem er 16 verschiedene Flöten durchspielt, und für mich hören die sich alle ziemlich gleich an. Jemand, der diese Instrumente genau kennt, wird wohl unterschiede heraushören, aber das braucht seine Zeit. Generell gilt: Am meisten Einfluss auf den Klang hat der Spieler, danach kommt die Form des Instruments (Anblasloch, Mundstück, Innenbohrungsverlauf, Mensur), und dann mit ganz viel Abstand das Material.

    Um nochmal auf den Threadstarter zurückzukommen: nimm auf keinen Fall vernickelte Instrumente, Nickelallergien sind einerseits weit verbreitet und bilden sich andererseits oft auch erst nach dauerndem Kontakt mit dem Material. Versilbert/Neusilber ist viel besser.

    Gruß,
    shib
     
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