Ich habe Good News von der Skalenfront. Nachdem ich nun ein paar Wochen täglich meine Skalen geübt habe, spiele ich jetzt mein erstes Stück auf vertikale Art (ist das so korrekt ausgedrückt?). Habe dafür Randy Crawfords "He Reminds Me" genommen, das von den Akkorden her im Forum schon besprochen worden ist. Ich lerne zuerst die Akkorde, dann spiele ich die Skalen und am Ende improvisiere ich mit den Skalen. So kann ich das mit entsprechendem Fleiss umsetzen. Ich habe festgestellt, dass es eigentlich nicht unbedingt nötig ist, dass ich z.B. C# Mixo sofort abrufen kann, sondern es reicht, wenn ich mir das ausrechnen kann. Da ich die Akkorde sowieso auswendig lernen muss, ist das alles mit Aufwand verbunden. Ob ich in der Vorbereitung für eine Skala 10s oder 0.5s brauche, ist schlicht nicht relevant. Ich unterscheide auch einfach zw. diatonischen Akkorden, die am Ende ja auf "dieselbe" Tonleiter rauslaufen (mit anderem Grundton) und tonartfremden Akkorden, bei denen ich mir die Skalen wirklich merken muss. So wie ich bis jetzt den Eindruck habe, sind doch bei vielen Stücken der grösste Teil der Akkorde in der Tonart, sodass man skalenmässig gar nicht so viel umdenken muss, wie ich eigentlich befürchtet habe. Wenn man ionisch, MM und HM kann, kommt man schon recht weit.
Hab jetzt natürlich super Spass, dass ich das jetzt einigermassen "kann", auch wenn ich sehe, dass ich halt für jedes Stück ein paar h investieren muss, damit es sich für mich einigermassen natürlich anfühlt.
Nun hatte ich (wieder mal -

) ein paar Gedanken zu diesem ganzen Harmoniethema. Ich hab ja nicht viel Literatur gelesen z.T. sind die Sachen in meinen Augen einfach völlig unsinnig dargestellt. Z.B. hat Burbat eine Tabelle in der er die Akkorde den Skalen zuweist. Korrekterweise müsste man ja zumindest für Stücke in Moll und Dur zwei unterschiedliche Tabellen machen. Das macht er aber nicht. Er unterscheidet schon etwas, indem er die Funktion z.B. mit T oder t beschreibt, aber es macht für mich einfach Null Sinn, Dur und Moll in einer Tabelle zu verfassen. Das mag kompakt sein, aber einfach völlig unlogisch.
Wie wir gesehen haben, will CST immer eine Skala verwenden, die möglichst nahe an der Tonart vom Stück ist. Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage, man will immer in der Skala der Tonika bleiben, solange es möglich ist. Die Skala der Tonika ist eigentlich meine Tonart(?) Bei einem Stück mit Tonika dorisch, würde ich immer versuchen diese Skala anzunähern, bei Tonika N.M. nähere ich diese an. Wenn ich lydsich über der Tonika verwende, habe ich logischerweise andere Skalen für die Akkorde, wie wenn die Tonika die ionische Skala hat, oder? Ich könnte auch über einen maj Akkord die Skala Mixo spielen und sagen, das ist jetzt die Grundstimmung von meinem Stück und würde dann auch bei den anderen Akkorden immer diese Mixo Skala annähern. Die Überlegung ist doch richtig? Wenn ich über der Tonika irgendeine orientalische Skala habe, dann nähere ich einfach immer die an, um den Charakter vom Stück aufrecht zu erhalten(?)
Ich hab in dem Zusammenhang mal geschaut, was Nettles so über Blues schreibt.
Frage: Skala 1, b3, 4,b5,5,b7 ist das Dur Bluesschema oder Moll? Und wenn das Dur ist, was ist dann Moll?
Im Blues kann man über der Tonika ja mehrere Skalen verwenden. Weil man über einem Dur Akkord eine Moll Penta verwendet, liegt dort schon so viel Spannung, dass man bei den anderen Akkorden im Stück auch mehr Freiheiten hat. Ganz nach dem Motto: "Wenn Du einen falschen Ton spielst, dann spiel ihn einfach ein zweites Mal, dann meinen alle, das muss so sein." Die Aussage hat schon einen funken Wahrheit.
Mir gehts jetzt weniger darum Blues spielen zu lernen, als die Überlegungen zu verstehen, weil ja genau da die Situation herrscht, dass man über der Tonika eben nicht einfach die gemäss CST passende Skala verwendet.
Ich hab die Bluesskala ja eigentlich über Mollakkorden verwendet.
Was meint ihr zu meinen Gedankengängen?
LG