Verwirrung bzgl. des Wechselschlages

von mockingbird90, 20.08.10.

  1. mockingbird90

    mockingbird90 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.10   #1
    Einmal vorweg die SuFu habe ich schon benutzt, wurde daraus leider nicht unbedingt schlauer.


    Wenn ich mit den Fingern spiele soll ich dann den Wechselschlag einfach immer durchziehen?

    ODER

    Muss ich auf den Notenwert achten?

    Also z.B.:
    Viertel Viertel Viertel Viertel
    ZF___ MF____ZF____MF

    Viertel Pause Viertel Viertel
    ZF__________ZF___MF

    ODER

    Irgendwie ganz anders?

    Konkret bin ich auf das Problem beim Versuch das Hauptriff von How many more times - Led Zeppelin zu spielen.

    Hier wie ich die ersten beiden Takte davon spiele:

    // ZF MF ZF ZF MF // MF ZF MF ZF MF //


    Ich glaube aber, dass das Unsinn ist.

    Wie ist es "richtig"?



    Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.
    Schon im Voraus: Danke für die Hilfe!












     
  2. froggy2k

    froggy2k Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.10   #2
    Hey,

    ich glaub, ich versteh deine Frage :)

    Also wenn du alle Töne auf einer Saite spielst, dann ist es auf jeden Fall immer abwechselnd. ZF, MF, ZF, MF, ZF ... ganz stur. Dabei ist auch egal auf welcher Zählzeit die Anschläge liegen. Nach nem ZF-Anschlag kommt immer einer mit dem MF!

    Anders sieht es aus, wenn du über mehrere Saiten spielst. Da gibt es wieder die Möglichkeit immer stur abwechselnd zu spielen.
    Aber es gibt auch viele Bassisten, die das sogenannte "Raking" bevorzugen. Dabei spielst du z.b. die höchste Saite, also bei nem 4-Saiter G und musst danach einen Ton auf der nächsttieferen Saite spielen, der D-Saite. Weil du nach dem Anschlag der G-Saite mit dem ZF diesen Finger sowieso schon direkt an der D-Saite hast, wird bei dieser Technik nun der ZF gleich weiterbenutzt, obwohl nach dem Wechselschlagprinzip eigentlich der MF dran wäre. Der ZF liegt aber schon perfekt bereit zum Spielen, weshalb auch relativ viele Bassisten diese Technik nutzen.

    Ich hoffe, ich war nun einermässen verständlich. Find grad kein gutes Video zum Raking, darum musst du mit der Erklärung leben. Oder warten bis jemand eines rauskramt :)
    Viel Erfolg!
     
  3. Fysix

    Fysix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.10   #3
    Bei deinem Beispiel mit Vierteln würde ich den Wechselschlag durchziehen, aber da ist es mMn nicht so kritisch. Bei schnellen "Gallop" Folgen von drei 16teln (z.B. Maiden Songs) finde ich es bei 2 Finger Technik leichter MZM-MZM-MZM-MZM zu spielen als MZM-ZMZ-MZM-ZMZ, aber ich habe auch schon Leute gesehen die mit letzterem besser zurecht gekommen sind.

    Zu dem Zepplin Riff - wenn dein Anschlag mit Z und M ausgeglichen ist sehe ich kein Problem mit deiner Spielweise.

    Edit: James Jamerson hat soweit ich weis generell nur mit dem Zeigefinger ("the hook") angeschlagen - damit es ausgeglichener klingt. Schnell genug war er damit trotzdem. Zeigt aber dass ein ausgeglichener Wechselschlag nicht ganz trivial ist. Beim spielen mit dem Plektrum finde ich auch (wie E.A.D.G unten) dass "all downstrokes" besser klingt als Wechselschlag - wenn es möglich ist.
     
  4. E.A.D.G

    E.A.D.G Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.10   #4
    Ich kann Fysix nur zustimmen, da wo mit nem Pick z.B. Abschläge als Betonungen kommen würden spiel ich oft auch nur mit dem selben Finger, solange es die Geschwindigkeit zulässt. Und wenn ich en Riff hab wo mir dieses "unorthodoxe" Spielen das zählen erleichtert mach ich das auch so.
     
  5. mockingbird90

    mockingbird90 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.10   #5
    Danke für die Hilfe.
     
  6. marcus_br

    marcus_br Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.08.10   #6
    Generell solltest du alle Kombinationen ueben (mit und ohne Saitenwechsel), so dass du mit beiden (oder drei,...) Fingern gleich kontrolliert spielen kannst. Denn im Eifer des Gefechtes ist es wichtiger, dass jeder Ton gut sitzt, als das du irgendwelche Regeln beachtest, welcher Finger wann dran kommt. Auf jeden Fall gibt es keine Regel, dass der Zeigefinger bevorzugt auf den schweren Taktschlag faellt, ist aber "natuerlich" einfacher, weil der Zeigefinger staerker ist als der Mittelfinger (genau deswegen sollte man vlt bevorzugt den Mittelfinger nehmen, um das mit der Zeit auszugleichen!). Wann man vom Wechselschlag abweicht, ist stark kontextabhaengig. Raking wurde schon beschrieben, aber man neigt schon dazu, den Zeigefinger auf der schweren Taktzeit zu bevorzugen, wenn es sich denn gerade ergibt. Nur, was machst du dann bei Triplets? ZMM ZMM ist nicht akzeptabel, ZMR ist eher was fuer Spezialisten. Z'MZ M'ZM Z'MZ M'ZM ist deshalb ueblich, und die gestrichenen Anschlaege sollten betont sein.
     
  7. sickranium

    sickranium Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.10   #7
    War Jamerson nicht sogar ein Daumen-Spieler? :gruebel:

    Wie auch immer: ich glaube es kommt drauf an, was du spielst. Bei mehr oder weniger simplen Rocknummern wirst du nie groß in die Bredouille kommen, wenn du den Wechselschlag nicht 100% durchziehst.
    Anders sieht es aus, wenn du dich mal an komplexeren Dingen versuchen willst.
    Nimm zB Jaco's "Come on, Come over": das Hauptriff in der Strophe beginnt mit einer Achtel, gefolgt von lauter Sechzehntel. Du kannst jetzt natürlich die Achtel mit dem ZF anschlagen und die nächste Note mit dem MF, dh. unabhängig von den Notenwerten immer abwechselnd anschlagen. So mach ichs auch, und prinzipiell funktioniert es auch.
    Allerdings gibts dabei ein Problem: bei der kleinsten Variation kommst du mit den Fingern durcheinander und bist weg vom Fenster.
    Bei solchen schnellen Dingen macht es mehr Sinn, einen konstanten 16tel-Wechselschlag zu spielen. Soll heißen auf jeder Achtel schlägt zb der Zeigefinger, auf jeder "Offbeat-16tel" (also beim Zählen auf jedem "-e") schlägt der Mittelfinger an.
    Wenn also das Riff mit einer Achtel beginnt, wird diese mit dem Zeigefinger angeschlagen (die dazwischenliegende Sechzehntel wird nicht gespielt, also setzt der MF aus), die nächste Note dann ebenfalls mit dem Zeigefinger. Der Vorteil liegt auf der Hand: du kannst variieren, soviel du willst, ohne in die Situation zu kommen, dass du plötzlich mit dem "falschen" Finger auf der Eins landest und dich verhaspelst. Die Regelmäßigkeit sorgt dafür, dass du dir über die Anschlagreihenfolge der beiden Finger keine Gedanken mehr machen musst und alles, was dir in den Kopf kommt, viel einfacher, schneller und vor allem sauberer umsetzen kannst.

    grühs
    Sick
     
  8. account

    account Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.10   #8
    :)
    http://www.youtube.com/watch?v=Y9KC7uhMY9s

    Volle Zustimmung.
    Wenn man den konsequenten Wechselschlag so verinnerlicht hat dass man nicht drüber nachdenken muss dann tut man sich IMO sehr viel leichter wenn die Dinge mal schneller/komplexer werden. Was natürlich nicht heißt dass man es immer so machen muss, gerade bei dieser Led Zeppelin Nummer kann das Raking so wie du es machst das Shuffle-Feeling unterstützen, mit Wechselschlag finde ich es schwieriger dasselbe Feeling zu erzeugen. Andererseits braucht man z.b. Led Zeppelin - Good Times Bad Times ohne konsequenten Wechselschlag gar nicht erst probieren....
     
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