Verwirrung zwischen Effekten und Amp-Sound

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Hallo,

ich benutze zwar schon seit Jahren dieses Setup. Habe aber nie wirklich verstanden wie das Zusammenspiel von einzelnen Effekten und dem Amp-Sound ist.

Mein Setup:
Boss GT-100
Marshall TSL 601

Meine allgemeine Frage ist erst mal als Beispiel verfasst. Nehmen wir an ich spiele nur mit dem GT 100 und schließe direkt Boxen an. Wie verhält sich dass dann mit Distortion und Pre-Amp? (Was genau bedeutet in dem Kontext eigentlich "Pre-Amp"?) Wenn ich ein Distortion Pedal nehme um eine Verzerrung rein zu kriegen, stelle ich dann grundsätzlich den Amp auf Clean oder macht man ein Zusammenspiel aus Distortion vom Amp und Distortion vom Pedal?

Eine andere Frage wäre: Benutze ich den Pre-Amp im GT-100, wenn ich über meinen Marshall spiele oder benutze ich den Marshall hier nur als "Box"? Oder sollte ich am besten den Pre-Amp im GT-100 ausschalten und den Marshall benutzen? Und wenn ja, dann nur den Clean-Kanal mit den Pedals im GT-100 zusammen oder auch hier ein zusammenspiel?

Es tut mir leid, wenn das alles total verwirrend geschrieben ist. Aber so sieht es gerade in meinem Kopf auch aus.

Grüße

Steffen
 
Linus-T-Schnütz

Linus-T-Schnütz

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Hi Steffen,

leider kann ich dir nicht alle Fragen beantworten, da ich selbst kein Boss GT-100 habe.
Vielleicht hilft dir aber das weiter:

Wenn ich ein Distortion Pedal nehme um eine Verzerrung rein zu kriegen, stelle ich dann grundsätzlich den Amp auf Clean oder macht man ein Zusammenspiel aus Distortion vom Amp und Distortion vom Pedal?
Natürlich ist das Geschmackssache und auch eine Sache des Anwendungsbereichs.
Der Vorteil, wenn du alles über dein Boss GT-100 machst ist, dass du nur dein GT-100 bedienen musst und somit schneller zwischen verschiedenen Sounds wechseln kannst.
Viele Leute (unter anderem auch ich) werden aber der Meinung sein, dass die Verzerrung von deinem Amp besser, authentischer und dynamischer ist.
Ich bin mittlerweile ein großer Freund davon, einen angezerrten Amp zu haben und mit Overdrive/Distortion-Pedalen den Amp nur noch zu boosten. In meinem Setup erziele ich so die klanglich besten Ergebnisse.

Benutze ich den Pre-Amp im GT-100, wenn ich über meinen Marshall spiele oder benutze ich den Marshall hier nur als "Box"? Oder sollte ich am besten den Pre-Amp im GT-100 ausschalten und den Marshall benutzen? Und wenn ja, dann nur den Clean-Kanal mit den Pedals im GT-100 zusammen oder auch hier ein zusammenspiel?
Hier würde ich auch wieder dafür plädieren, so viel wie möglich den Amp zu nutzen.
Mein Vorschlag wäre hier, das GT-100 als "Effektboard" zu nutzen, also nur Effekte des Boss GT-100 zu nutzen und den "hauptsächlichen Sound" vom Amp kommen lassen.

Wie du aber merkst ist das hier meine Meinung. Es gibt hier kein richtig oder falsch - erlaubt ist was gut klingt und für den eigenen Einsatzzweck praktikabel ist.
Den TSL601 finde ich einen sehr guten Amp und es ist in meinen Ohren schade, wenn man diesen nicht entsprechend nutzt.
 
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firstofnine

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Hallo Steffen, ich kann mich dem Linus nur anschließen, aber vielleicht um es für Dich ganz klar zu machen:
Der klassische Weg ist es von Gitarre in das Effektgerät und dann in den Amp (Marshall), und dort nicht in die Speakers, sondern in den Verstärkerteil rein.
Dann den Amp auf Clean und die Effekte aus dem Boss nutzen.
Aber:
Mache es mal, wie Linus schreibt: mach mal den Overdrive/Distorion aus dem Boss aus und nutze die Verzerrung des Marshall (Gain hoch, master Volume runter). Finde dann heraus was Dir besser gefällt: Die Distortion vom Boss oder vom Amp. Und wenn Du das herausgefunden hast, dann kann man die beiden Kisten auch kombinieren.

Kurz zum Thema Pre-Amp: Der Preamp nimmt das schwache Signal der Gitarre auf und verstärkt es, damit es dann mit einem "Grundlevel" in den Leistungsverstärker reingeht (das sind dann die EL34 Endstufenröhren im Marshall). Das ist das, was es "laut" macht. Und wenn Du mit zu viel Gain (also Vorstufenpegel) in den Leistungsverstärker reingehst, dann wird dieser Verzerren, und das ist dann die Distortion (oder das Overdrive in abgeschwächter Form).
Diesen Gain kann aber auch der Boss liefern, entweder clean, oder mit Hall, Delay, etc. Und da bist Du dann mit Deiner Fantasie gefragt. What sounds good - is good!
Ich hoffe, das hilft Dir!
 
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RayBeeger

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Der TSL 601 hat einen parallelen Loop! Da verhält es sich mit den Effekten etwas anders als bei den klassischen seriellen Loops! Ich finde es besser, weil immer ein Direktsignal anliegt und die Effekte nur "beigemischt" werden. Das hilft sehr, ein klares Signal mit sauberem Attack plus Effektanteil zu haben.

Ich besitze selbst einen und nutze eigentlich nur CLEAN und CRUNCH für meine Sounds als Grundlage. Bei der 4CM kommen die Verzerrer, TS o.ä. dann dazu, wenn ich die Kanäle noch etwas anblasen muss, also vor den Preamp. Die Modulationseffekte müssen, wegen des parallelen Effektweges, ohne das Direktsignal im Loop anliegen! Die Lautstärke des Loop-Signals bestimmst Du mit dem Regler auf der Front.

Ich würde den GT auch nur als Effektboard nutzen und den Amp seine Arbeit machen lassen...
 
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firstofnine

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@RayBeeger: ja, aber ich glaube, dass @spacepresident erstmal mit den Basics anfangen sollte, bevor er über Effekt-Loops nachdenkt. Also erstmal das klassische Setup ausprobieren, lernen und dann kann man über Aux und Sends reden.
 
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spacepresident

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Ich danke allen für die vielen Informationen. Ich werde mir jetzt zu euren Tipps noch mals die Bedienungsanleitung schnappen und den TSL im Loop anschließen und dann rum experimentieren. :)
 
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x-Riff

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Jain ...
Man kann sich auch am Anfang mit den beiden grundsätzlichen Lösunhen beschäftigen, finde ich.
Je nach Situation und Genre gilt es dann, bewusst die Vor- und Nachteile kennen zu lernen und einzusetzen.
Setting A:
Git > Boss > Marshall
Da ist es imho günstiger, alle Effekte und Verzerrungen aus dem Boss zu holen und den Amp nur zum Lautmachen zu benutzen. Man kann dann den zweiten Kanal vom Amp als boost nutzen (sound fetter machen).
Setting B:
Git > Marshall (Vorstufe) > Boss > Marshall (Endstufe)
Da würde man die Zerre aus der Vorstufe nehmen und aus dem Boss nur die Modulationseffekte (Flanger, Wahwah, chorus etc.). Die Endstufe vom Amp macht dann den Rest (laut).

Wenn ich @RayBeeger richtig verstanden habe, kann man durch den parallelen loop auch das veränderte Signal beimischen - das wäre das dritte Setting.

Klar ist, dass erlaubt ist, was gefällt.
Aber zum grundsätzlichen Verständnis und zum Ausprobieren finde ich die beiden Grundsettings gut. Für das zweite Setting wäre ein Tipp für die Suchfunktion die Wortkombination 4-Kabel-Methode - da gibt es dann Aufbau- und Verkabelungshinweise.

Herzliche Grüße
x-Riff
 
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x-Riff

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Was ich damit meine, wenn ich schrieb, dass das auch etwas auf Einsatzmöglichkeiten und Genres ankommt, ist dies:

1. Live in einer Rockband habe ich eh nur drei sounds bedient: clean rhythm, crunch rhythm und lead. Das lief über den Verstärker - mein Multieffektgerät habe ich nur für den lead sound gebraucht - der war quasi crunch + effekte. Vorteil war erstens ein guter sound und zweitens ein sehr überschaubarer Umschaltvorgang.

2. Live bei Jam-world-Sessions habe ich dagegen bei meinem Multieffektgerät mehrere Grundkombinationen einprogrammiert, die ich mit Fussschalter abrufen und live mit weiteren Effekten zusätzlich versehen und abwandeln konnte. Von dort bin ich dann in die PA gegangen oder über einen clean eingestellten Amp.

3. Wenn ich zu Hause songs einspiele, variiert das - mal will ich den Grundsound vom Amp haben, mal kommt es ehr auf einen bestimmten Effekt an. Zudem kann ich ja sowieso später noch am sound basteln - das ist live und im Proberaum ja anders.

x-Riff
 
RayBeeger

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@spacepresident,

ich denke, das war jetzt ganz schön viel Info und es war eigentlich alles dabei, was möglich ist. Meine Empfehlung ist, dass Du Dich an die Sache einfach herantastest.

Der TSL hat grundsätzlich 3 Sounds, die abrufbar sind: CLEAN, CRUNCH, LEAD, das ist die Basis für die meisten Gitarristen! Das Reverb ist für CLEAN und die beiden OVERDRIVE-Kanäle separat einstellbar (für Overdrive etwas weniger einstellen).

Das CLEAN des TSL klingt sehr gut, wenn auch nicht typisch "marshall-ig", was ich sehr gut finde. Das sollte Dein Ausgangspunkt sein, um Deine Sounds zu bauen. Stell Dir den CLEAN Sound ein, wie Du ihn haben möchtest und spiele etwas mit den Mitten, die oft vernachlässigt werden. Regele dann das REVERB dazu, sodass es gut klingt, aber nicht zu dominant ist - fertig.

CRUNCH und LEAD teilen sich eine Klangregelung, können aber unterschiedlich laut eingestellt werden und LEAD hat auch noch mehr GAIN zur Verfügung, falls man das braucht. Ich empfehle hier sie identisch einzustellen und nur die Lautstärke für das Solo im LEAD anzuheben. Ein leichtes Reverb einstellen (auch für beide Kanäle) - fertig. Ob Du den SHIFT Button dabei verwendest ist Geschmackssache, für moderne Sounds hineindrücken, für OLD SCHOOL draußen lassen.

Dein GT würde ich jetzt einfach im Loop verkabeln:
SEND - GT IN / GT OUT - RETURN.
Jetzt kannst Du erst einmal mit den typischen Modulationseffekten des GT arbeiten. Bitte beachten, dass der Effektanteil im GT 100% sein muss, weil das Direktsignal aus der Vorstufe (CLEAN, CRUNCH, LEAD) im TSL immer an der Endstufe anliegt! Nimm ein DELAY und regele mit dem FX-Regler auf der Front den Effektanteil dazu - fertig.

Das letzte Procedere kannst Du mit einem Chorus, Flanger, Rotary o.ä. wiederholen, je nachdem, was Du auf deinen GT-Fußtastern abrufen willst.

Ich hoffe das hilft erst einmal die Sache zu "entwirren".

Jetzt noch ein paar grundsätzliche Infos.

Ein Verstärker (AMP) besteht grundsätzlich aus einem Vorverstärker (PREAMP) mit Klangregelung und einer Endstufe (POWERAMP). Die Endstufe ist noch einmal in der "Lautstärke" (MASTER) und dem "Klangverhalten" (PRESENCE) regelbar.

Der Gitarreneingang des Verstärkers (INPUT) befindet sich vor dem Vorverstärker. Der Ausgang des Vorverstärkers ist in Deinem Fall IMMER mit der Endstufe verbunden. Die Endstufe liefert dann das Gesamtsignal an den Lautsprecher Deines Combos.

Bei einem seriellen Loop unterbrechen SEND und RETURN die Verbindung zwischen Vorverstärkerausgang und Endstufeneingang, weil diese dann über das Effektgerät hergestellt wird.

Bei einem Parallelen Loop, siehe oben, besteht die Verbindung zwischen dem Vorverstärkerausgang und dem Endstufeneingang permanent. SEND und RETURN des Loops schleifen damit auch den Effekt ein, der jedoch dem Vorstufensignal beigemischt wird.

Ein Vorverstärker oder auch ein Effektgerät benötigen grundsätzlich noch eine klangliche Korrektur, um nach Gitarrenverstärker zu klingen. Das erfolgt üblicherweise im Lautsprecher, da dieser in etwa nur Frequenzen zwischen 50 Hz und 5.000 Hz so laut überträgt, dass sie präsent wahrnehmbar sind.

Das war jetzt auch ausführlich... :embarrassed:
 
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thobee

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Das ist wirklich nicht so einfach und ich hatte vor einiger Zeit dieselben Fragen.
Mein Setup war ein Boss GT-100 und ein Roland Blues Cube Stage.
Im Boss habe ich dann nur Preamp und Effekte benutzt, bei einer Ampsimulation aus dem Boss hat mein Blues Cube für meine Ohren den Sound zu sehr verändert.
Mir hat der reine Verstärkersound (ohne Boss) sehr gut gefallen, der Blues Cube macht seinem Namen alle Ehre!
Ich bin dazu übergegangen, nur die Effekte aus dem Boss zu nutzen und Amps, Preamps und Boxensimulationen außen vor zu lassen.
Brachte aber nur für begrenzte Zeit Befriedigung.
Wirklich zufrieden bin ich erst (und das schon seit fast einem Jahr), seitdem ich das GT-100 durch einen Helix ersetzt habe (die Bedienung des GT-100 hat sich mir nie voll erschlossen) und in ein Laney LFR-112 FRFR Active Cabinet gehe. Das Cabinet gibt den Sound aus dem Helix einfach 1:1 wieder und mir stehen alle Ampsimulationen ohne Verfälschung durch einen klassischen Verstärker zur Verfügung.
 
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Zelo01

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Hi:hat:

Ich finde, es gibt diesbezüglich keine Regeln. Was gut klingt ist richtig.

Man sollte sich allerdings paar Dingen bewusst sein:
-Wenn man das GT100 zwischen Gitarre und Ampeingang anschliesst, und zB ein Hall oder Delay, des GT100 nutzen will, jedoch den Verzerrer des Amps, dann verzerrt man nicht nur das Gitarrensignal, sondern auch den Effekt. (So durchläuft das Gitarrensignal zuerst das GT100, dann die Vorstufe des Amps (Verzerrer), dann die Endstufe des Amps, und dann die Box)
-Wenn man die Gitarre direkt am Amp anschliesst, und dann vom Amp via Loop-Send ins GT100 geht, und von da wieder zurück in den Return des Amps, dann wird der Effekt nicht verzerrt, er wird allerdings von einer Gitarre gespeist, die bereits verzerrt ist. (So durchläuft die Gitarre zuerst die Vorstufe des Amps, dann das GT100 und dann die Endstufe des Amps, und schliesslich die Box.)

Hat man einzelne "Tretminen", kann man auch beides kombinieren. (zB Verzerrerpedal vor den Amp, und Delaypedal an den Loop Send/Return des Amps)

Das klingt nicht gleich. Die Reihenfolge der verschiedenen Effekte macht ein grosser Unterschied. Ich sag mal, im Normalfall kommen Effekte wie Delay und Hall, nach dem Verzerrer.
Aber wie ich schon zu Beginn schrieb: Es gibt keine Regeln. Vielleicht will man ja genau diesen Effekt erzielen, auch wenn das eher untypisch ist.

Ich empfehle dir, einfach mal bisschen zu experimentieren. Dann merkst du schnell, welcher Weg für dich der Richtige ist.
 
ksx54

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Irgendwie hat hier jeder Recht und da du, @spacepresident ja schon lange mit dem Setup unterwegs bist, scheint es dir ja auch eigentlich zu taugen.
Diese ganze Effekte/ Multieffekte und Amp Zusammenspielerei ist schon verwirrend und da gibt es wie schon gesagt keine Regeln, gut ist was gefällt.
Allerdings gibt es da schon ein paar " Richtlinien ". Das ganze Potenzial eines Multieffekts holt man nur mit der 4 Kabelmethode heraus. Das setzt aber eben einen seriellen Loop am Amp voraus, den du ja eben bei deinem Amp nicht hast. Deshalb ist eigentlich die Kombi Multi und TSL nicht die Beste. In den Loop angeschlossen kann man da eben nur die Mod Effekte nutzen, Chorus, Phaser, Trem usw. Ein Verzerrer oder ein Preamp ( also eine sim. Vorstufe eines Amps ) dagegen wird nicht so dolle klingen. Deshalb nutzt du bei dieser Kombi eigentlich gerade mal vllt. 10 % deines GT 100, wenn überhaupt. Ich kenne jetzt nicht so die Zerre des TSL, aber ich würde, wenn du was ändern oder versuchen möchtest, Gitarre- GT 100 In - GT 100 Out - Amp Input und den TSL clean lassen, also nur zum lautmachen nehmen. Dann dir einige Patches einstellen mit den Zerrern und Effekten die du möchtest und dann sehen wie es klingt. Vllt ist ja dann auch einer der 200 Presets dabei die dir gefallen.
Hoffe mal du bist jetzt nicht noch mehr verwirrt als vorher, aber so einfach ist die ganze Sache eben nicht.
 
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Die Antworten kannst Du Dir selbst erarbeiten, wenn Du verstehst, wie verwendeten Komponenten funktionieren bzw. was die machen.

Ein typischer Verstärker ist aus einer Vor- und Endstufe (und Box/Lautsprecher) aufgebaut.
Die Vorstufe „formt“/erzeugt maßgeblich den Klang/Sound -> Klangregelung und Grad der Verzerrung.
Bei mehrkanaligen Verstärkern kann man das in mehreren Varianten abrufen. Das Signal einer Vorstufe hat aber eine zu geringe Leistung, um es über eine Box lautstark wiederzugeben, weshalb es noch die Endstufe gibt, die das Vorstufensignal entsprechend stark hochverstärkt.

Verzerrung der Vorstufe erzielt man idR durch mehrere “Gain“-Stufen hintereinander, wobei die Vorderen die Folgenden mit einem Signal das eigentlich „zu hoch“ ist, überfahren (Overdrive...). Bildlich werden dabei aus runden Sinuswellen, eckige, weil der obere Teil der Welle zu einem Plateau wird, weil die entsprechend Verstärkungsstufe eben überfahren wird und das nicht mehr „sauber“ wiedergeben kann.
Bei einem Verzerrer in Pedalform (oder als Simulation im GT-100) wird diese Übersteuerungen von Gainstufen „vorgelagert“ und/oder das Gitarren-Signal wird so auch so hoch verstärkt, dass die Eingangsverstärkungsstufen des Verstärker übersteuert werden kann (Booster). Man kann so also auch verzerrte Gainstufen „stacken“. Einige Verzerrer entsprechen von Funktionsumfang durchaus auch einer kompletten Vorstufe und eigen sich so insbesondere vor einem clean eingestelltem Verstärker.

Das GT-100 kann nun auch all diese Bestandteile rechnerisch simulieren/modellieren. Was dem GT-100 jedoch fehlt, ist eine reale Endstufe, die so viel Leistung hat, dass man damit eine Box/Lautsprecher betreiben könnte. Damit entspricht das Ausgangssignal des GT-100 im Prinzip dem einer Vorstufe bzw. sogar eher noch dem eines (kräftigen)Mikrophons, das ein Gitarrenverstärker abnimmt, da im GT-100 auch noch die Klangcharakteristik einer Box simuliert wird/werden kann.

Da man aber diese Einzelkomponenten auch nach Belieben abschalten kann, ist man nun in der Lage (theoretisch) mit den “Bausteinen“ Verstärker/Vorstufe und den Effekt aus dem GT-100 und dem Marshall und dessen Ausgang der Vor- und Eingang der Endstufe ganz neue Signalketten zusammen zustellen.

Elementar bleibt da die Endstufe vom Marshall, die in jedem Fall benötigt wird, um die Box/Lautsprecher zu befeuern.
Da hier der Lautsprecher seine Aufgabe macht, ist es nicht erforderlich bzw. doppeltgemoppelt wenn im GT-100 ein Signal mit einer Boxen Simulation erzeugt wird.

Ob es nun Sinn mach, die Vorstufe vom Marshall durch eine Vorstufen/Verstärker Simulation zu ersetzen, ist letztlich reine Geschmacksache.

Es spricht auch grundsätzlich nichts dagegen unterschiedliche Gain Stufen hintereinander zu kaskadieren. Problematisch wird es bei zu viel Verzerrung, aber ein verzerrtes Signal bei moderatem Pegel kann auch gut über eine clean arbeitende Vorstufe weiter übertragen werden.

Last but Not Last sollte man noch wissen, das es insbesondere Delay und Reverb nicht “mögen“ wenn sie selbst verzerrt werden. Es klingt stets transparenter, wenn Echos und Hall des schon verzerrten Signal erzeugt werden. Daher macht es Sinn, Reverb und Delay in der Signalkette zwischen (verzerrter) Vorstufe und Endstufe zu positionieren.

Nicht jede Signalkette, die hier theoretisch Sinn macht, wird auch gut klingen und nicht alle was doppeltgemoppelt ist muss schlecht klingen.
Weniger ist oftmals mehr, muss aber auch nicht...
 
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