Verzweiflung pur nach langer Gesangspause

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Hallo,

ich hoffe, dass ich mich an dieser Stelle richtig eingeordnet habe - mein Problem ist etwas vielschichtig :)

Ich habe nach nun fast 10jähriger Gesangspause (Kinder, Familie, Beruf...) wieder mit dem Singen angefangen weil ich einfach nicht ohne kann. Ich bin heute 32 und habe früher wirklich nicht schlecht gesungen - diverse Auftritte mit unsere damaligen Band (bis 5000 Leute), Soloaauftritte zu größeren Feiern (bis 500 Leute), eine Gesangsausbildung, Instrumental- und Musiktheorieunterricht sei dank.

Nun, nachdem ich beruflich fest im Sattel sitze, 3 Kinnings uns jeden Tag Freude bereiten und auch sonst alles rund läuft, fängt mein Musikerherz wieder so schlimm an zu brennen, dass ich vor 3 Monaten beschloss wieder Unterricht zu nehmen und mehr draus zu machen als nur den Kinnings Sclaflieder vorzusingen.

Es war mir klar, dass es nach so langer Pause einige Zeit und viel Übung brauchen würde, um wieder vorhörbar singen zu können, aber mir war damals nicht klar, wie schwer es werden würde. ICH KÖNNTE HEULEN!!!

Ich hab kein Problem die Töne zu treffen und auch mein Stimmumfang ist ganz passabel. Aber ich bekomm den Hals nicht auf. Egal ob ich leise, laut, hoch, tief, schnell, langsam singe - er ist DICHT.

Auch habe ich solche Hemmungen - sogar wenn ich meinem Mann Hörproben gebe. Der kennt meine Stimme noch von damals und meint, sie sei damals viel klarer gewesen und man hört die Hemmungen. Es klingt gepresst, gedrückt, verknödelt halt. UND ICH BEKOMME ES NICHT IN DEN GRIFF - Früher hatte ich das Problem nur, wenn ich sehr sehr aufgeregt war. Aber heute ist es ständig da. WAS SOLL ICH NUR TUN!

Ich bin kurz davor alles hin zu schmeißen :(. Aber ich weiß, dass mich das Singen glücklich macht - also nicht nur das zu Hause. Mein Mann, mein Vater (auch Musiker), Musikerfreunde sagen, ich soll weiter üben. Es wäre schade, wenn ich aufgebe. Aber es ist halt nicht gut momentan und ich sehe keine Fortschritte. Nun komme ich auch nur alle 2 Tage ca eine halbe Stunde zum Üben. Ist das vielleicht zu wenig? Gibt es Kniffe, um den Hals aufzubekommen? Die Aufregung wird sich sicher mit dem Fortschritt nach und nach legen - wenn der je nochmal kommen sollte - WIE LANGE DAUERT ES NACH SO LANGER PAUSE SEINE STIMME WIEDER FIT ZU MACHEN???

Gibt es vielleicht jemanden, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Wer kann helfen? Manchmal denke ich, vielleicht sollte ich mir Leute suchen, die mich nicht von vorher kennen und mir Feedback geben können. Ich bin momentan für wirklich JEDE Hilfe dankbar.
 
Eigenschaft
 
WIE LANGE DAUERT ES NACH SO LANGER PAUSE SEINE STIMME WIEDER FIT ZU MACHEN???

Ich fürchte, da gibt es keine einheitlliche Formel. Wie lange probierst du es schon?

Wichtig wäre aus meiner Sicht, dass du nicht nur zuhause singst und übst, sondern woanders. Mit Musikern, alten Bandkollegen zusammen wieder aktiv Musik machst.

Denn was du - so denke ich - brauchst, ist eben auch eine gewisse Distanz von deiner Familie, damit du abschalten kannst und von der Frau-und-Mutterrolle in die Sängerrolle zurückfindest.

Zumindest für die erste Zeit.
 
Ich übe jetzt wie seit 3 Monaten. Habe gerade aber wegen einer Lungenentzündung 6 Wochen pausieren müssen. Ich find nur keine Musiker, bei denen ich mich einklinken könnte. Entweder sind die selbst in festen Formationen oder sie sind auch momentan am pausieren wegen Kindern, Beruf ... Wohn hier auch inner Kleinstadt (knapp 70.000 Einwohner sind seeehr überschaubar) - da hat man deutlich weniger Möglichkeiten wie z. B. in Berlin o.ä.
 
Dann such dir nen Chor und versuch irgendwas anderes.

Musiker gibt es im kleinsten Kaff - und 70.0000 ist ja fast schon eine richtige Stadt. Inserier in der Lokalzeitung.

Ich denke, das würde dir mehr helfen als die verkrampfte Überei zu hause, wo man eben nie "ganz" und auschließlich Musiker sein kann. Könnte ich auch nicht.
 
Das mit dem Inserat is nochmal ne gute Idee - werd ich mal versuchen. Danke.
 
Mein Gott, drei Monate - 6 Wochen... Mädel, wie wär's mit a bisserl Geduld?!

Hey, es geht nicht von heut auf morgen. Ich weiss, es ist extrem frustrierend; mir geht es mit der Zither ähnlich. Aber es hilft nix, wir müssen da durch :( Hätt ma halt ned aufgehört.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass gar nichts zu finden ist. Ich wohne in einer Stadt mit 20.000 Einwohnern und wir haben mehr als zwei gemischte Chöre zur Auswahl. Die freuen sich sowieso immer über neue Mitglieder. Dann gibt es bestimmt einige Formationen, die ich einfach nur nicht kenne. Und ich bin mir sicher, wenn ich die Muße hätte, mich auf die Hinterfüß zu stellen und wirklich ernsthaft zu suchen, ließe sich auch ein Ensemble/eine Band organisieren.

Wenn Ihr 70.000 Einwohner habt, muss das entsprechend mehr sein. Abgesehen davon kann man immer noch fahren. Das mache ich, denn trotz der Auswahl hier gefällt mir einfach der Chor im anderen Ort besser :) Also "keine Gelegenheit" werte ich als Ausrede.

Wenn das Singen wirklich nicht klappen will, warum auch immer (mir ging es damals mit der Zither so), muss es wirklich explizit singen sein oder darf es auch ein Instrument sein, dass Du vielleicht lernst? Ich bin damals auf das Singen gekommen, weil es eben ohne Musik nicht ging und Zither - naja, war halt erinnerungsbehaftet. :(
 
Ja, Geduld war noch nie meine größte Stärke. Und es gibt gleich 3 Chöre, die mich nehmen würden. Ich habe beruflich z. T. mit denen zu tun. Aber das isr nicht die Musik, an der ich Freude hätte und wo ich mit dem Herzen dabei wäre. Damals hab ich in einer Cover-Tanz-Kongo gesungen - das war die schönste Zeit. Und ich hab auch soviel eigene Ideen im Kopf.

Ich bin dabei meine Instrumente wieder zu reaktivieren (Klavier, Gitarre, Akkordeon). Das fällt mir um soviel leichter. Aber so richtig glücklich macht mich halt nur das Singen. Aber ich hab so eine Blockade im Kopf. Meine Gesangslehrerin lässt mich schon im Hopserlauf durchs zimmer hüpfen, damit ich locker werde. Irgendwie bin ich so eine verklemmte und verbissene Mutter und Geschäftstussi geworden, die ich nie nie nie werden wollte. Meine ganze Coolness, die Unbeschwertheit - alles weg. Ich hab saumäßig Hemmungen und das mach den Hals so furchtbar zu. Ich hab auch echt Schiss mich mit diesem Problem jetzt schon aus der Deckung zu wagen und auf die Suche nach ner Band zu gehen. Bin so ein oller Perfektionist und will, dass es erst schick ist, bevor ich es rauslasse - aber es gibt keine Fortschritte :-(((
 
Hallo,

ich kann ein bisschen mit dir mitfühlen. Zwar habe ich nie so toll gesungen, dass ich vor 5000 Leuten damit auftreten hätte können... Aber ich konnte mal einiges, was ich momentan nicht mehr kann. Im Gegensatz zu Dir habe ich nicht 10 Jahre Pause gemacht - sondern "nur" 2. Ich hatte in dieser Zeit keinen Gesangsunterricht und trällerte nur mal zwischendurch ein paar Lieder unter der Dusche. Das wars.

Seit Kurzem nehme ich wieder GU. Ich habe zwar nicht das Gefühl, dass ich bei 0 anfangen müsste. Aber circa bei 0,1. Während ich beim Belten nicht soooo viel verloren habe, klang ich in der ersten GU nach der Pause im klassischen Bereich wie ein Vollblutanfänger.
Nach ein paar GU-Einheiten merke ich aber, dass es langsam - aber doch - wieder vorwärts geht. Vermutlich (so hoffe ich) geht es auch viel schneller als beim ersten Mal Lernen.

Ich merke auch, dass es bei der Gesangslehrerin viel besser geht als zu Hause beim Üben. Darum ist der Tipp "Geh irgendwo anders hin zum Singen" wohl ein guter Tipp.
Was Dir aber niemand abnehmen kann: sei geduldig. Je mehr Druck du dir machst, umso mehr wirst du auch bei der Stimme drücken und zumachen. Es ist schwierig, als ehrgeiziger Mensch geduldig zu sein - vor allem, wenn man genau weiß, dass man schon mal was konnte, was jetzt nicht mehr geht. Aber es geht wohl nicht ohne.

Ich wünsch dir gutes Gelingen.

LG saxycb
 
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Also, gut singen hat ja auch mit körperlicher fitness zu tun- ich denke mal, wenn du das richtige KÖRPERgefühl wiederkriegst, dann können die falsch benutzten muskeln im hals wieder loslassen. von 0 auf 100 geht nicht! du wirst wahrscheinlich kaum merklich fortschritte machen und irgendwann feststellen, dass es plötzlich besser geht. und fang um himels willen klein an! nicht mit den schweren übungen, die du damals gemacht hast- mit weniger und einfacher.
mein tip generel: joggen gehen. badminton spielen. nordic walking. schwimmen. was auch immer. die karre mal in gang bringen. dann geht vieles von alleine !!
 
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Danke saxycb. Ja, der Ehrgeiz ist in den Kindertagen stark geprägt worden bei mir - und die Ungeduld. Nun machst du mir Hoffnung, dass es auch bei mir mal losgehen sollte. 10 Jahre sind ja doch eine Ecke mehr und 3 Monate noch nicht so viel (abzgl. 6 Wochen Pause wegen Lungenentzündung). Ich habe jetzt einfach mal ganz frech vor in unsere Tageszeitung zu inserieren und dann mal zu schauen, ob sich da wer meldet. Ich glaub auch, dass mein "Hauptberuf" (Bank) im krassen Gegesatz zu dem steht, was ich jetzt wieder nebenbei tun möchte und dass ich dieses Umswitchen erst wieder lernen muss. Meine Freunde schimpfen immer ich sei so sehr kopfgesteuert und extrem überlegt in allem was ich tu und sage. Ich glaube, dass bringt der Beruf mit sich, denn damals war ich das nicht. Ich war spontan, verrückt und gefühlvoll. Auch das muss ich alles wieder neu hervorholen und entdecken. Und dann gibt es ab und an die Momente in denen ich ein schlechtes Gewissen meinem Mann und meinen Kindern gegenüber habe. Immerhin ist es wertvolle Familienzeit, die ich hier für mich in Anspruch nehme und ich weiß nicht, ob es sich am Ende lohnt oder alles Mühen nichts nützt. Und da sich noch nicht so richtig ein Fortschritt einstellt, hab ich da eben gerade mal größere Bedenken, ob das alles richtig ist oder ob ich nur irgendwelchen Wunschvorstellungen hinterherhechele und ab einem bestimmten Punkt im Leben der Aufwand einfach zu groß ist, als das ein späterer Nutzen (Glück, Geld, was auch immer) ihn wieder aufwägen könnte. Hach - auch typisch Banker. :-((( Schei......e!!!!

---------- Post hinzugefügt um 21:21:08 ---------- Letzter Beitrag war um 21:07:06 ----------

Mein Mann lacht gerade und holt die verstaubten Laufschuhe aus dem Schrank. Körperlich fit ist man nach 3 Kindern wirklich nicht mehr. Aber ist das ok: joggen bei dem Wetter und Singen?
 
Und dann gibt es ab und an die Momente in denen ich ein schlechtes Gewissen meinem Mann und meinen Kindern gegenüber habe. Immerhin ist es wertvolle Familienzeit, die ich hier für mich in Anspruch nehme und ich weiß nicht, ob es sich am Ende lohnt oder alles Mühen nichts nützt.

Schminke Dir das um Himmels Willen sofort ab! Deine Familie hat nichts, absolut gar nichts davon, wenn Du jetzt "funktionierst" und dann in zwei, drei Jahren mit Burnout im KH liegst. Wenn Du Zeit sparen willst, spar am Haushalt, spar keine Ahnung wo, aber verkneif Dir nicht etwas, was Dir am Herzen liegt. Du zahlst am Ende drauf und Deine Familie mit Dir, glaub mir.

Und bitte, schmeiß (erstmal) den Leistungsgedanken weg. Du singst, weil Du Spass dran hast. Punkt. Wenn Dich aus dem Stand drei Chöre nehmen würden, kann es so grob ned sein. Das, was Dich früher ausgemacht hat, kommt vielleicht nicht zu 100% so wieder, aber das ist auch ok so. Du bist nicht mehr der Mensch, der Du mit 22 warst. Du hast aber auch vieles dazugewonnen, das Dich zu dem macht, was Du jetzt bist. Viel Spaß auf dem Weg, Dich neu zu entdecken :great:
 
Und dann gibt es ab und an die Momente in denen ich ein schlechtes Gewissen meinem Mann und meinen Kindern gegenüber habe. Immerhin ist es wertvolle Familienzeit, die ich hier für mich in Anspruch nehme und ich weiß nicht, ob es sich am Ende lohnt oder alles Mühen nichts nützt.

Sieh es doch mal so - eher noch profitiert deine Familie langfristig gesehen sogar ebenfalls von deiner wiedergestarteten Gesangs"karriere" (wie auch immer sie aussehen wird). Denn hätte ich die Wahl zwischen einem Partner/Elternteil, dass einmal die Woche für 3 Std. (beispielhaft) zur Probe weg ist, und dann entspannt, fröhlich, zufrieden, wie auch immer heim kommt und gut gelaunt die Woche meistert, und einem, der seinen Herzenswunsch, sein Bedürfnis nach dem Musizieren unterdrückt, und zunehmend unentspannt, gereizt und schlecht gelaunt durch die Gegend rennt, irgendwann gar mit Vorwürfen um sich wirft "wegen dir / euch habe ich meine Bedürfnisse hintenan gestellt!" - na ich würde mich für die erste Variante entscheiden!
Daher - sieh es nicht als verlorene Familienzeit. Was sagt denn deine Familie dazu? Kamen schon Vorwürfe in die Richtung "wertvolle Zeit verschwenden"?
 
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Du bist nicht mehr die, die du als junge, unabhängige, kinderlose Sängerin mal warst - und das kommt auch nicht wieder. Laß das mal komplett los und definiere dich neu. Da du wohl auch ziemlich aus der übung bist, heißt das zunächst: Stimme wieder aufbauen, üben, vielleicht alte Gesangsübungen und/oder Songs hervorkramen, den eingerosteten Stimmapparat wieder fit machen. Bis du dich stimmlich wieder vertraut und sicher fühlst. Das ist jetzt rein technisch gemeint, aber da Gesang nicht zuletzt ein muskulärer Prozeß ist, muß man den beteiligten Muskeln auch Zeit geben, sich wieder aufzubauen und zurechtzufinden. Ausdruck, Gefühl, Musikalität - das sollte dir ja bereits gegeben sein, wenn du früher schon erfolgreich vor einem großen Publikum aufgetreten bist. Und das ist etwas, was man eigentlich nicht verlernt. Es verändert sich höchstens, aber nicht unbedingt zum Nachteil. Vielleicht gehst du es viel zu verbissen an, weil du unbedingt wieder diejenige sein willst, die du einmal warst.... vergiß es. Ich tippe darauf, daß deine Stimme gar nicht so zu und eng ist, wie du vielleicht glaubst - du verkrampfst dich aber, weil du erzwingen willst, dass das Gefühl von früher sich wieder einstellen soll. Das kann es aber nicht, weil du nicht mehr dieselbe bist.
Es kann natürlich sein, daß deine Stimme sich tatsächlich verändert hat, durch die hormonellen Umstellungen nach Schwangerschaft und Geburt kann das bei Frauen passieren, die Stimme kann z.B. tiefer werden und etwas Höhe verloren gehen, aber das ist kein Nachteil, zumindest nicht in unserem Metier.

Ich habe zwar nur ein Kind, aber ich habe vor einigen Jahren nach der Geburt meiner Tochter und der dazugehörigen Zwangspause mit Umzug in ein anderes Land, wo ich keine Sau kannte, auch komplett neu anfangen müssen. Als ich nach der langen Babypause wieder anfing zu singen, dachte ich zunächst, meine Stimme verloren zu haben. Nichts ging, alles total eingerostet. Aber es war auch eine Kopfsache, ich musste mich in die neue Rolle einfinden. Ich habe dann jeden Tag konsequent geübt, aber nicht so verbissen, eher spielerisch, viele lip rolls, viele "Urlaute", Kiekser, Schluchzer, Glissandi - ich habe den Stimmapparat wieder aufgeweckt und das Singen an sich hatte ich ja nicht verlernt. Das verlernt man nicht, glaube mir.
Also, schmeiß nicht die Flinte ins Korn. Das wird wieder!
 
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Und dann gibt es ab und an die Momente in denen ich ein schlechtes Gewissen meinem Mann und meinen Kindern gegenüber habe. Immerhin ist es wertvolle Familienzeit, die ich hier für mich in Anspruch nehme und ich weiß nicht, ob es sich am Ende lohnt oder alles Mühen nichts nützt.

Genau das habe ich mir schon gedacht - ich wollte nur noch nicht allzu weit in die "Interpretation" deines privaten Umfeldes vorstoßen. Sonst hätte ich es gestern schon geschrieben.

Daher ist es umso wichtiger, dass du dir diesen Raum eroberst. Und eben auch wichtig, dass es nicht nur zuhause stattfindet, wo die Familie allgegenwärtig ist und dich hemmt.

Deine Kinder werden früher oder später Teenager und hängen dann sowieso lieber mit ihren Freunden rum als mit ihren Eltern. Sieh es also als Investition und Vorbereitung auf eine Zeit, in der Du wieder mehr mit dir selbst anfangen musst.
 
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Immerhin ist es wertvolle Familienzeit, die ich hier für mich in Anspruch nehme und ich weiß nicht, ob es sich am Ende lohnt oder alles Mühen nichts nützt.

Lohnt es sich nur, wenn Du dann der perfekte Sänger bist? Macht es nicht auch Spaß, einfach zu singen. Oder zu sehen, wie Du Dich (langsam) weiterentwickelst?
Das sind die Punkte, wo ich nochmal drüber nachdenken würde...
 
Na ja.... wenn ich yvettenet richtig verstanden habe, dann ist sie berufstätig - und hat sage und schreibe drei Kinder. Da kann es zeitlich schon sehr eng werden, man muss alles absprechen, planen, organisieren. Ich kann ja schon mit einem Kind nicht mal eben zu einer Probe verschwinden, muss es meinem Mann rechtzeitig genug mitteilen, damit er dann auch zuhause ist, etc. Gigs gehen in der Regel leichter, weil die sind meistens abends/nachts und am Wochenende, da ist er daheim. Aber wenn ich einen gig unter der Woche habe, was natürlich vorkommt, wird´s schon wieder schwierig und oft muss ein bezahlter Babysitter her.
Es ist schon schwierig mit Familie, man ist einfach nicht mehr frei.

Andererseits, yvettenet: selbst wenn etwas Familienzeit verloren geht, so haben letztlich doch alle was davon: die Kinder eine glücklichere Mutter und der Mann eine glücklichere Frau.
Und nochmal wegen deines Problems mit dem verkrampften Hals: gebrauche mal deine Stimme im Alltag immer wieder. Mach beim Kochen Atemübungen, singe ein paar Glissandi, mach verrückte Laute á la Nina Hagen (von der man sich in Sachen stimmliche Lockerheit einiges abschauen kann!), viele lip rolls und summe auf m oder ng vor dich hin. Das kann man auch prima mit Kindern machen, die lieben so was. Und schon hast du deine Stimme trainiert und hast es nicht einmal richtig gemerkt.
 
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Du hast natürlich völlig recht, Bell*...

Organisation und auch die Mitarbeit des Gatten und - sofern schon groß genug - der Kinder sind zwingend Voraussetzung dafür.
 
Na ja.... wenn ich yvettenet richtig verstanden habe, dann ist sie berufstätig - und hat sage und schreibe drei Kinder.

Ist manchmal schwierig, ja. Die Kinder sind aber genauso die Kinder des Mannes. Wenn der nicht von selber auf die Idee käme, auch mal aufzupassen, muss er halt gepflegt dran erinnert werden, von wem sie sind ;) Da er aber yvettenet eh schon die Laufschuhe unter die Nase gehalten hat, geh ich vonn einem lieben Mann aus.

Bei drei Kindern hat man mit etwas Glück auch den Vorteil, dass man sich den Babysitter spart, weil das älteste Kind alt genug ist. Die Kohle ist man vielleicht trotzdem los, aber da yvettenet was von Bänkerin geschrieben hat, sehe ich da kein so großes Problem ;)

Jemandem (und sei es sich selber) die Musik oder das Singen zu nehmen, da kann man demjenigen auch direkt ne Tüte über den Kopf ziehen und die Luft zum Atmen nehmen finde ich. Das wäre dann humaner.
 
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Danke - deine Tipps geben mir Mut weiter zu machen. Und auch, wie oben schon benannt, meine körperliche Fitness (oder besser Nicht-Fitness :)) werd ich in Angriff nehmen. Das schöne ist, unsere Kinder sind noch sehr klein (6-4-1) und haben alle drei schon von Natur aus noch das Gefühl für die Musik (wie alle Kinder noch in dem Alter). Die finden es natürlich ganz toll, wenn Mama singt und singen inzwischen schon allerlei Texte mit (also der Kleenste noch nicht). Meine Große nimmt sporadisch Gitarrenstunden bei Opa (wie sie es nennt :)), die mittlere sietzt stundenlang klimpernd am Klavier und der Lütte tanzt bei jeder Note gleich wie ein Verrückter durchs Zimmer und ist nicht mehr zu halten. Vielleicht kann ich meinen Kindern auch einiges mitgeben, wenn sie erleben, wieviel Freude es macht zu singen und Instrumente zu spielen. Ist nicht auch hier vorleben wichtig? Ich hab nur an dieser Stelle immer Angst, dass sie auch zuviel von meiner Berbissenheit und dem Ehrgeiz abbekommen. Etwas ist ja ok, aber ich weiß auch, dass ich an der einen oder anderen Stelle zuviel davon habe und immer erst hinterher merke, dass es mir nicht gut tat. Ich denke, alle Eltern kennen den Spagat, den man hier tätigt.

Heute geht es mir schon sehr viel besser. Ich hab mir jetzt erstmal vorgenommen, jeden Tag nur die kleinen Aufwärmübungen aus dem Unterricht zu machen (ca 15 min) und dann vielleicht noch einen meiner alten Titel 1x so zum trällern. Die Idee mit dem summen auf ng fand ich auch super - sowas hab ich früher auch viel gemacht - hatte ich schon wieder vergessen. Dann hab ich noch 1x in der Woche 45 min GU. Ich glaube jetzt ganz fest daran, dass ich in weiteren 3 Monaten schon ein Stück weiter bin. Vielen Dank nochmal.
 
Du kannst uns ja weiter berichten :)
Meine Tochter hat übrigens in 2 Wochen ihren ersten Studiojob, ich bin gefragt worden, ob sie ein Werbejingle einsingen möchte. Sie ist 8.
Soviel zum Thema: was man Kindern mitgibt....
 

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