Vintage-Sounds + X (Jazz live + homerec.) - Setup-Tipps?


S
selim
Guest
Hallo Leute!

Bin neu hier im Forum und erbitte Eure Hilfe bei der Zusammenstellung eines ersten Setups. Überwiegend wird es für Jazz gebraucht werden, darf (aber muss nicht) als Bonus gerne noch etwas mehr bieten und zumindest teilweise homerecording-tauglich sein.

Erstmal ein bißchen was zu meiner Person (Off Topic):
Ich bin eigentlich Gitarrist. Als Kind habe ich erst die Akkorde zu typischen Wander- und Pfadfinderlieder und später klassische Gitarre gelernt. In den frühen 80ern kamen die ersten Erfahrungen in Schülerbands und so ging das - abgesehen von einer 10jährigen Pause ab Mitte der 90er Jahre - bis heute immer weiter. Nach meiner Teenagerzeit war ich als Musiker eher im Indie-Bereich mit starken Einflüssen von Sixties-Sounds, Garagenbeat, Psychedelic und einem guten Schuss Groove anzusiedeln. Inzwischen spiele ich ausschließlich Jazz.
Jazz habe ich schon als Kind gehört, und Jazz ist im Laufe der Zeit zu meiner absolut bevorzugten Musikrichtung geworden. Ansonsten war ich immer auch an afro-amerikanischer Musik aller Ausprägungen von Blues bis HipHop sowie zeitgenössischen (elektronischen) Musikstilen interessiert, etwa Drum&Bass, TripHop, Break Beats usw.
MIDI und Homerecording am PC haben mich zwar schon seit den Anfängen dieser Technik gereizt, und ich wollte eigentlich damals schon was in dieser Richtung machen. Aber leider hat es bis jetzt noch nicht geklappt, weil mir irgendwie immer ein Teil der nötigen Ausrüstung fehlte.

(Ende Off Topic)


In meiner aktuellen Band möchte ich neben Gitarre auch Keyboards spielen. Seit ca. 1 Jahr versuche ich mich nun gelegentlich an den Tasten (learning by doing) und bin ein großer Fan von den klassischen Sounds der 50er-70er Jahre. Ich mache das, wie z.B. Miles Davis oder James Brown, die im Laufe eines Groove-Jams auch immer mal kurz an die Orgel gegangen sind, z.B. um mit Hilfe eines "schrägen" Akkords eine Spannung zu erzeugen oder eine neue Richtung vorzugeben. Manchmal ist es auch ein kurzes Solo, damit man mal ne anderes Instrument hört (wir sind nur ein Trio). Ich versuche mich aber auch an ostinaten Bassläufen, Blockakkorden und modalen Soundteppichen (McCoy Tyner bei John Coltrane ist mein unerreichbares Vorbild). Zukünftig will ich das intensivieren und richtig lernen. Und vielleicht auch endlich in das Homerecording einsteigen.

Eigentlich bräuchte ich dafür nun zwei Setups. Eins für Proben und Auftritte und eins für zuhause am Rechner. Aber vielleicht lässt sich ja das ein oder andere Teil für beide Anwendungen nutzen.
Typische jazztaugliche Vintagesounds (Orgel, Klavier, E-Piano) will ich auf jeden Fall haben. Für die Band reicht das im Grunde erstmal schon. Ob das nun alles in einer Kiste ist oder mit Expandern ist noch offen. Vielleicht kann ich ja auch noch meinen Juno oder übergangsweise ein olles Homekeyboard als Tastatur benutzen.
Andere Sachen wie Drums, Bässe, Bläsersections (für Jazz-Arrangements) sowie die modernen Sounds zum Arbeiten mit dem Rechner könnten auch ausgelagert sein und später gekauft werden, evtl. auch als Software-Lösung.

Habe mich schon ein wenig umgeschaut, auch hier im Forum. Das Clavia Nord Electro, vor allem die neue 3er-Version wäre sicher schon klasse. Falls Bedarf besteht könnten die fehlenden Masterkey-Funktionen durch meinen Photon vielleicht kompensiert werden.
Ein Bekannter von mir spielt das Nord Stage. Das finde ich großartig. Aber beides ist z.Z. wohl außerhalb des Finanzierbaren (vielleicht später). Alternativen? Gebrauchtes Pianomodul (GEM?) und irgendwas für die Orgel?

Übrigens spielen wir im Proberaum wegen der Lautstärke mit Kopfhörern. Gitarre, Keys, E-Drums gehen direkt, Percussion und Sax über Mikros in eine kleine Recording-Anlage mit Laptop.

Zitat von Keys-Fragebogen
(1) Welches Budget steht dir zur Verfügung?
Kommt drauf an (möglichst wenig). Equipment kann auch gebraucht sein und nach und nach unter Weiterverwendung von vorhandenem angeschafft werden. Ich muss halt Kompromisse eingehen.

(2) Ist bereits Equipment vorhanden, das weiterbenutzt werden soll?
[x] im Laufe der Jahre hat sich ein bißchen was angesammelt, ist zum größten Teil aber ziemlich alt. Kann, muss aber nicht weiterverwendet werden.
Tasten: Roland Juno (Analog-Synthie mit einf. MIDI aus frühen 80ern); Alesis Photon X25 (25-Tasten Controller); ein billiges, grottenschlechtes Homekeyboard/piano ist im Proberaum vorhanden und kann zur Not übergangsweise benutzt werden
Expander: Roland S-330, Kawai K1 rII
Effekte: Alesis Midiverb II, Dynacord PDD 14 und div. klassische Gitarren-Bodentreter

(3) Wie schätzt du dich spieltechnisch ein?
[x] Anfänger (nur bei Keyboards)
[ ] Fortgeschrittener
[ ] ambitionierter Fortgeschrittener
[ ] Profi (Berufsmusiker)

(4) Wo setzt du das Instrument ein? (nur zuhause, auf der Bühne, im Studio...) Wie oft wird es bewegt? Wie viel Gewicht willst du maximal schleppen?
Im Proberaum, zuhause, Bühne
(5) Zu welchem Zweck benötigst du das Instrument (Klavierersatz, als Workstation für die Band/für Musikproduktion, als Alleinunterhalter-Board...)
als Tastatur/Klangerzeuger für Vintage-Keyboard-Sounds (Orgel, Klavier, E-Piano etc.) in kleiner Band und/oder zuhause zum Üben und Homerecording

(6) Welche Musik-Stile spielst du und in welchen Besetzungen?
Jazz von Hardbop über Souljazz bis Free, ein wenig 60s/70s RareGroove/Soul/Funk und potentiell Electronics/Avantgarde

(7) Welche Sounds benötigst du? Welche davon besonders wichtig? Soll dein Instrument "Spezialist" auf einem bestimmten Soundgebiet sein?
Vintage-Sounds sind am wichtigsten (klassische B3, Rhodes, Jazz-Klavier u.ä.), Tools für das Produzieren von modernen Electro-Tracks (Sounds, Drums) wären ein nice-to-have

(8) Welche Erwartungen stellst du an die Soundqualität?
[x] Naja, man soll schon das Klavier vom Banjo unterscheiden können...
[x] Gute Sounds (angesichts der Kosten erwarte ich erstmal nicht zuviel, aber schön wär's trotzdem)
[ ] Nur das Allerbeste!
[ ] Besonders wichtige Aspekte: ___________________

(9) Welche Instrumenttypen suchst du / kommen für dich infrage?
[x] Hardware-Klangerzeuger mit Tastatur
[x] Hardware-Klangerzeuger ohne Tastatur (Rack)
[x] MIDI-Masterkeyboard
[ ] Software-Klangerzeuger

(10) Welche Features sind die besonders wichtig?
[ ] Standard-Sounds (Piano, E-Piano, Orgeln, Streicher, Bläser)
[ ] Synthese / Soundbearbeitung
[nein] Sampling
[nein] Sequencing
[nein] Begleitautomatik
[ ] Masterkeyboardeigenschaften
[ ] Orgeldrawbars
[ ] Lesliesimulation
[nein] Eingebaute Lautsprecher
[ ] Eingebaute Effekte (falls gewünscht, konkret: __________)
[ ] sonstiges: ________________________________________

(11) Welche Tastaturgrößen kommen für die infrage?
[ ] 25
[ ] 37
[ ] 49
[x] 61 (Standardgröße Keyboards/Orgeln) - hat schon mein Juno, aber ohne Anschlagsdynamik
[x] 73/76 - wäre sicher sinnvoll, wenn ich die Wahl hätte
[x] 88 (Standardgröße Klavier) - da sag ich doch nicht nein, wenn's drin ist

(12) Welche Tastaturgewichtungen- und Typen kommen für dich infrage?
Keine Ahnung, bin ja Anfänger bei den Tasten. Möchte Orgel, aber auch Klavier drauf spielen.
[x] ungewichtet
[x] (leicht-)gewichtet
[x] Waterfall
[x] Hammermechanik (eher schwer oder leicht gewichtet? ___________)

(13) Hast du bestimmte Ansprüche an die Optik? (klavierähnliches Aussehen, wohnzimmertauglich, cooles Design...)
Mag's mehr klassisch eckig, aber in meiner Preisklasse kann ich das nicht als Kriterium nehmen

(14) Sonst noch was? Extrawünsche?
__________________________________________________


Schon mal vielen Dank für eventuelle Anregungen und Grüße

selim
 
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Moin Selim!

Das ist doch mal ein sehr ausführlich ausgefüllter Fragebogen. Da läßt sich auf jeden Fall drauf aufbauen. Ich bin übrigens auch genau an den selben Sounds interessiert wie du, was man wohl unschwer an der Länge meines Posts erkennen kann. ;)

Das ideale Instrument wäre für dich sicherlich das Nord Stage. Das Problem ist generell, daß fürs Orgeln und Klavier spielen jeweils unterschiedliche Tastaturgewichtungen ideal sind. Für das Klavier spielen brauchst du auf jeden Fall eine Hammermechanik (vorrausgesetzt, es geht tatsächlich um echtes Klavierspielen und nicht nur ab und zu mal einen Klaviersound einwerfen - dann kannst du auch eine un-/leichtgewichtete Tastatur nehmen), fürs Orgeln hingegen ist etwas ungewichtetes, idealerweise sogar eine Waterfall-Tastatur, optimal. Ich finde, beim großen Nord Stage (88 und auch beim 73er) wurde ein sehr guter Kompromiß gefunden: eine Hammermechanik, die leicht gewichtet, aber trotzdem sehr nuanciert spielbar ist.

Das ist mein persönlicher Geschmack, du solltest auf jeden Fall mal selbst ausprobieren, mit was für Tastaturen du für deine Zwecke am besten klar kommst! Für echtes Jazzpiano-Spiel solltest du allerdings mindestens 73 Tasten haben.

Alternativen auf der Hardware-Seite wären der Nord Electro 2 und dessen Nachfolger Numero 3. Den Nord Electro 2 kannst du dir in einer Variante mit leicht gewichteter 73er-Waterfall-Tastatur oder als Rack zusammen mit einem Masterkeyboard kaufen (da bietet sich dann eine leichtgewichtete 88er-Hammermechanik an, wie z.B. im Doepfer PK88, für höhere Ansprüche auch Doepfer LMK2+, ansonsten gibt es noch von CME, Fatar und Yamaha entsprechende Masterkeyboards (wobei die von Yamaha eher schwerer gewichtet sind)). Den Nord Electro 3 gibt es zunächst nur in den 73er- und 61er-Waterfall-Tastatur-Varianten, ein Rack wird, wenn überhaupt, erst später rauskommen.

Das GEM RP-X besitze ich, kann das aber für Vintage-Sounds nur eingeschränkt empfehlen. Der Klavierklang ist gut, Wurlitzer auch, Clavinets und CP80 sogar sehr gut, aber die Rhodes-Klänge fallen für meine Begriffe sehr ab. Orgeln sind nicht enthalten.

Eine weitere Option wäre das Roland RD700GX und dazu eine E-Piano-Erweiterungskarte wie ARX-02 oder SRX-12. Das ist für Piano und E-Piano-Klänge fast ähnlich gut wie ein Nord Stage, wie die Hammond-Simulation in dem Gerät ist, weiß ich nicht. Du kannst alternativ auch den Vorgänger gebraucht kaufen, wenn du irgendwo einen findest, das RD700SX, da paßt dann aber nur SRX-12 rein. Das klingt für Pianos und E-Pianos auch ziemlich geil, der Orgelsound ist für meine Begriffe immerhin noch gut.

Wenn deine Ansprüche nicht allzuhoch sind, tut es wohl auch eine abgespeckte Workstation, wie z.B. von Yamaha der MO8, bei Roland der Juno Stage und bei Korg der M50. Die Sounds sind natürlich nicht so gut, wie bei spezialisierten Instrumenten.

Eine weitere Alternative ist Software, dazu brauchst du dann entweder einen schnellen Laptop oder von SM Pro Audio die V Machine (V Rack ist sogar noch besser, aber wesentlich teurer) und selbstverständlich ein Masterkeyboard (Modelle s.o.). Die V Machine ist erst kürzlich rausgekommen und konnte noch nicht von jemandem getestet werden, daher bleibt abzuwarten, wie die Performance des Teils ist. Es hat nur 512 MB RAM und einen 1 GHz Prozesser, soll aber angeblich die Ressourcen wesentlich effizienter nutzen als ein PC. Wenn du dich für den PC entscheidest, brauchst du auch noch eine ASIO-fähige Soundkarte (von Terratec, M Audio, Yamaha, RME etc.) und eine Hostsoftware (Cubase, Logic, Reaper etc.).

Für eine Software-Lösung brauchst du dann natürlich gute Plugins. Orgelmäßig ist im Moment der letzte Schrei die VB3, die es für gerade mal 50 € auf soundfonts.it zum download gibt. Auf soundfonts.it gibt es noch viele weitere gute bis sehr gute Plugins für Clavinet, Wurlitzer, Rhodes, CP80 etc, die übrigens alle auf Physical Modelling basieren und deshalb ziemlich ressourcenfreundlich sind. Stehst du eher auf Samples, wären für Rhodes speziell die Sample-Bibliothek von cfrentzen.de (100 €) zu nennen oder, etwas teurer, die Edel-Samples von Scarbee (gibts auch für Wurlitzer und Clavinet). Dafür brauchst du dann auch einen Sampler wie z.B. Kontakt. Für Piano gibt es tausende Libaries, z.B. die von Sampletekk oder auch Native Instruments Akoustik Piano, Synthology Ivory usw. Die haben alle gemeinsam, daß sie viele GB umfassen und daher sehr ressourcenhungrig sind. Ich bin übrigens auch schon seit längerem auf der Suche nach einem schlanken Piano-Plugin. Physical Modelling (TruePianos, PianoTeq) schont zwar tatsächlich Ressourcen, klingt aber im Klavierbereich für meine Begriffe aktuell noch sehr bescheiden. Bei Yamaha-Studio-Produkten (Masterkeyboards, Soundkarten und Aufnahmegeräte) kannst du allerdings kostenlos das X-Factor-VST-Paket herunterladen (www.xfactorvst.com), das enthält den mE ziemlich guten Pianoklang aus dem S90ES. Das hat aber hier im Forum noch niemand ausprobiert, daher kann ich dir nicht sagen, wie gut es läuft.

Für Drum-Loops etc. würde ich am besten sowieso Software nehmen, das läßt sich aber auch ohne Probleme mit Hardware-Instrumenten kombinieren.

Falls es dich interessiert, kann ich dir auch mal mein Setup vorstellen, wie es hoffentlich bald spielfähig ist:
Ich habe ein original Rhodes Mark II, das allerdings noch generalüberholt werden muß und wahrscheinlich auch noch einen guten Amp braucht. Das Instrument selbst hat gebraucht um die 800 € gekostet, mit Generalüberholung und Verstärkung werde ich aber wahrscheinlich bei irgendwo zwischen 1300 und 2000 € landen. Dann spiele ich dazu einen Yamaha AN1x Synthie (gebraucht 200 €), den ich auch als MIDI-Controller für die VB8 nehmen möchte. Dafür brauche ich dann entweder bald eine V-Machine oder ich richte meinen Laptop vernünftig her und nehme den mit auf die Bühne (hab mich da noch nicht festgelegt). Pianosounds brauche ich bei meinem nächsten Band-Projekt wahrscheinlich nicht (läßt sich i.d.R. eh gut mit dem Rhodes ersetzen), aber ansonsten hab ich noch ein älteres P120 Stagepiano von Yamaha oder werd ggf. auch auf das X Factor Plugin zurückgreifen.

Originale wie mein Rhodes können sehr geil klingen, müssen aber dafür fachgerecht eingestellt werden und sind außerdem schwer. Wenn du in einen ganz bestimmten Sound verliebt bist, lohnt sich der Aufwand durchaus.

Ja dann, viel Erfolg bei der Entscheidung, und spiel so viel wie möglich probe! :great:
 
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selim
Guest
Moin Earl, Vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag! Ich antworte mal direkt im Zitat.
Das ist doch mal ein sehr ausführlich ausgefüllter Fragebogen. Da läßt sich auf jeden Fall drauf aufbauen. Ich bin übrigens auch genau an den selben Sounds interessiert wie du, was man wohl unschwer an der Länge meines Posts erkennen kann. ;)
Oh ja, da habe ich noch ne Menge dran zu lesen und nachzuforschen...

Das ideale Instrument wäre für dich sicherlich das Nord Stage.
Stimmt schon, aber wohl zu teuer...

Das Problem ist generell, daß fürs Orgeln und Klavier spielen jeweils unterschiedliche Tastaturgewichtungen ideal sind. Für das Klavier spielen brauchst du auf jeden Fall eine Hammermechanik (vorrausgesetzt, es geht tatsächlich um echtes Klavierspielen und nicht nur ab und zu mal einen Klaviersound einwerfen - dann kannst du auch eine un-/leichtgewichtete Tastatur nehmen), fürs Orgeln hingegen ist etwas ungewichtetes, idealerweise sogar eine Waterfall-Tastatur, optimal.
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer normalen Synthie-Tastatur und der Orgel-Waterfall, oder gibt's da keinen? Die Überlegung wäre, ob ich meinen alten Juno (60?), der ja schon ein paar rudimentäre Midifunktionen hat, nicht zum Ansteuern von Orgel-Sounds in Expandern nehmen könnte. Allerdings weiß ich nicht, ob der dann nicht gleichzeitig auch interne Klänge spielen will (kein local off oder wie das heißt?)

(...) Alternativen auf der Hardware-Seite wären der Nord Electro 2 und dessen Nachfolger Numero 3. (...)
Ja, besonders die 3er Version liest sich sehr vielversprechend, aber vorerst wohl auch noch zu teuer. Vielleicht werden die älteren nun preiswert gebraucht angeboten. Die Rackversion könnte dann aus Kostengründen interessant sein, erstmal mit einer billigen Tastatur.

Das GEM RP-X besitze ich, kann das aber für Vintage-Sounds nur eingeschränkt empfehlen. Der Klavierklang ist gut, Wurlitzer auch, Clavinets und CP80 sogar sehr gut, aber die Rhodes-Klänge fallen für meine Begriffe sehr ab. Orgeln sind nicht enthalten.
Möglicherweise kann ich erstmal damit leben, als Einstieg. Was muss man dafür auf dem 2nd-Hand-Markt üblicherweise so anlegen? Gibt es ähnliche Module?

Roland RD700GX, RD700SX, Pianoerweiterungen ARX-02 bzw. SRX-12, Workstations Yamaha MO8, Roland Juno Stage und Korg M50
Diese Modelle kenne ich noch gar nicht. Muss mich da erstmal einlesen.

Eine weitere Alternative ist Software, dazu brauchst du dann entweder einen schnellen Laptop oder von SM Pro Audio die V Machine (V Rack ist sogar noch besser, aber wesentlich teurer) und selbstverständlich ein Masterkeyboard (...), ASIO-fähige Soundkarte (von Terratec, M Audio, Yamaha, RME etc.) und eine Hostsoftware (Cubase, Logic, Reaper etc.).
Die Software-Lösungen wären mir für Proberaum und Bühne zu heikel und kompliziert, und da ich mir dann auch die gesamte PC-Technik noch extra anschaffen müsste, wohl auch zu teuer. Das wäre dann was für spätere Spielereien im Heimstudio.
Nochmals besten Dank für die Tipps!

Cheers
selim
 
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"Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer normalen Synthie-Tastatur und der Orgel-Waterfall, oder gibt's da keinen? Die Überlegung wäre, ob ich meinen alten Juno (60?), der ja schon ein paar rudimentäre Midifunktionen hat, nicht zum Ansteuern von Orgel-Sounds in Expandern nehmen könnte. Allerdings weiß ich nicht, ob der dann nicht gleichzeitig auch interne Klänge spielen will (kein local off oder wie das heißt?)"

Im Prinzip ist der einzige Unterschied, das bei der Waterfall der Huckel vorne fehlt, damit man Glissandi besser hinkriegt. Aber das ist eher eine Nebensache. Eine Synthietastatur sollte für Orgel vollkommen OK sein (mach ich ja auch). Wichtiger ist da schon die Frage, ob du mit den Controllern deines Synthies die Zugriegel des Expanders/Plugins steuern kannst. Manche Expander (z.B. Nord Electro Rack) haben allerdings diese Zugriegel schon selbst und dann brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Und falls du nur Presets spielen solltest, ist das sowieso egal. Wenn dein Synth kein Local On/Off hat, würde ich einen kleinen Submixer zwischen Orgel, Synth und die Verstärkung schalten, dann ziehst du für den Synth einfach den Volume-Fader auf 0, wenn du Orgel spielen willst und vice versa. (Kannst du auch theoretisch direkt am Gerät mit dem Master Volume machen, finde ich aber eher fuckelig.)

"Möglicherweise kann ich erstmal damit leben, als Einstieg. Was muss man dafür auf dem 2nd-Hand-Markt üblicherweise so anlegen? Gibt es ähnliche Module?"

Ich will ja keine Werbung in eigener Sache machen, aber: http://www.musik-service.de/Musiker-Flohmarkt-fly28805de.aspx ;) Der Fairness halber dann auch: http://www.musik-service.de/Musiker-Flohmarkt-fly28272de.aspx
Ähnlich wäre vielleicht das Kurzweil ME-1, was es vereinzelt noch bei einigen Händlern gibt. Auch die Roland Sonic Cell wäre zu nennen, die ist aber deutlich teurer (da würd ich dann lieber gleich n NE Rack nehmen).

"Die Software-Lösungen wären mir für Proberaum und Bühne zu heikel und kompliziert, und da ich mir dann auch die gesamte PC-Technik noch extra anschaffen müsste, wohl auch zu teuer. Das wäre dann was für spätere Spielereien im Heimstudio."

Wie gesagt, da gibt es dann noch die Alternative V Machine, auf dem die Plugins theoretisch auch laufen und das 500 € kostet. Aber da würde ich erst mal die Testberichte abwarten und schauen, ob es hält, was es verspricht.
 
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Wenn er Midi hat, ist es vermutlich ein Juno-106. Der hat tatsächlich kein Local Off, aber du brauchst den Line Out ja nicht anzuschliessen, wenn du die Synth-Sounds eh nicht brauchst.
Die fehlende Anschlagsdynamik ist aber wohl ein grösseres Problem.

Hier ein Link zu den verschiedenen Tasten-Profilen.

An möglichen Expandern sind mir noch der E-Mu Vintage Keys oder neuer der Vintage Pro eingefallen.
 
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selim
Guest
Wenn er Midi hat, ist es vermutlich ein Juno-106.
Genau, so heißt er. Der steht immo nicht bei mir, deshalb konnte ich das nicht nachgucken.
Der hat tatsächlich kein Local Off, aber du brauchst den Line Out ja nicht anzuschliessen, wenn du die Synth-Sounds eh nicht brauchst.
Die fehlende Anschlagsdynamik ist aber wohl ein grösseres Problem.
Das hat mich früher schon geärgert, dass ich den nicht für meine geplanten MIDI-Anwendungen nutzen konnte. Ich war damals froh, überhaupt einen alten, analogen Synth mit MIDI zu bekommen statt der vielen DX7, Casios etc. Aber das ist Ewigkeiten her und ich hatte wenig Ahnung von dem Kram (noch weniger als heute ;)).

Allerdings, zum einfachen Ansteuern von Orgeln müsste der so doch gehen, auch ohne die Anschlagsdynamik, wenn ich den internen Klang währenddessen runterregel. (manche Sounds aus der ollen Kiste kommen noch ganz gut.:)) Auf Zugriegel und andere Parameter müsste ich allerdings verzichten oder diese mit einem Extra-Controller bedienen.

selim
 
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Moin,

Anschlagsdynamik ist völlig zu vernachlässigen, wenn man Orgel spielt. Hammonds sind und waren nie anschlagsdynamisch. Da hat man alles über einen Fußschweller gemacht und klingt auch viel geiler :)
Sollte es ein Nord Electro Rack werden, würd ich mir noch irgendeinen externen Zugriegelcontroller holen. Denn im Rack ziehen sich die Zugriegel kacke...vor allem wenns eben nur Knöpfe und LEDs und keine echten Zugriegel sind.


lucje hat ja den SonicCell angesprochen. Dieser ist tatsächlich gar keine sooo doofe Lösung. Er hat ein integriertes USB - Audiointerface. Damit bekommst du also schon Klinke und Microfon-Eingang mit geliefert und brauchst kein seperates Interface. Weiterer Vorteil zum NE ist die Vielfalt der Sounds. Sicher kommen die Rhodes-Sounds nicht an die des NEs ran, aber dennoch hat man mit dem SonicCell weit mehr Möglichkeiten. Dieser ist außerdem Multitimbral....beim NE kannst du nur einen Sound gleichzeitig spielen. Also auf einer Tastatur Orgel und auf ner anderen Rhodes geht nicht !!!! Bitte beachten! Das kann nur der Stage aus der Nord-Reihe.

Ja, Kurzweil MicroPiano ist noch ne alternative. Klanglich aber sehr eigen. Muss man schauen, ob der einem gefällt. Zu der Emu Vintagekeys-Reihe kann ich so gar nichts sagen. Hab ich nie gehört / gespielt.
 
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Die Regler des Juno-106 senden auch Midi-SysEx-Daten (leider keine CC); evtl. könnte man damit auch einen Orgel-Expander steuern … ?

Die Rack-Version des Nord Electro 2 und später mal eine bessere Tastatur scheint mir bisher die beste Lösung. Oder Roland VK-8M, aber da gibts wieder keine Pianos.
 

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