Voraussetzungen um eDrums über PC/VST zu spielen

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Moin,

ich habe schon eine Weile ein eDrum Kit mit Roland TD11 Modul. Hatte schon mehrfach den Gedanken, damit ein VST zu triggern für bessere Sounds. Ich habe das einmal ausprobiert, aber entweder war die Latenz zu hoch, oder der Ton nicht gut. Was ist da der Flaschenhals bzw. was braucht ein Rechner, damit das vernünftig funktioniert?

Ich habe aktuell nur ein altes Thinkpad X230 beim Kit stehen. Da war bei meinem letzten Versuch noch Windows drauf, mittlerweile bin ich zu Linux (CachyOS) gewechselt. Ich nehme aber fast an, dass das trotzdem nichts mehr wird.
 

Das ist ohne die genauen Specs des Laptops schon mal schwer zu beantworten. Prozessor, Arbeitsspeicher (hier noch DDR 3 offenbar, wenn das, was ich lese stimmt), ist ein dediziertes Audiointerface* für die Ausgabe vorhanden? Welches VSTi wird verwendet (EZDrummer, Superior Drummer, Getgooddrums etc?).

Das kann alles mit rein spielen.
 
Ich hatte mir mal selbst ein kleines Edrum-Set zusammengekauft. Ist aber lange her. Im Folgenden aus der Erinnerung:

Die Idee selbst ist gut, weil Du Dir ein vollkommen unrealistisches Traumset aus verschiedensten Bibliotheken zusammenstellen kannst. Das könnte ein ziemlicher Sprung im Vergleich zu den Werkssounds (Klangbeispiele eines Bonedo Testberichtes) werden. Aber es gibt Hürden.

1) Trigger to Midi: Laut Bonedo Testbericht macht das TD11 selbst schon 4 msec Latenz.
2) Midi to PC: Ein Midi Note-On Befehl soll über normale MIDI-Schnittstellen (seriell, UART) ca. 1 msec brauchen. Wenn der USB-Rechner-Anschluss als alternative MIDI-Leitung genutzt werden kann, würde ich es zuerst über USB versuchen.
3) Generierung der Schlagzeug Audiodaten im PC:
3a) Da kommt es auf den Host an, also wie schnell der reagiert. Es muss nicht ein Drum-VSTI sein, es gibt auch Standalone Lösungen (mit ggf. geringerem Overhead als ein VSTI in einem VST Host). Ich hatte BFD unter Windows. Das war aufgrund der umfassenden Funktionalität zwar etwas fummelig, konnte aber letztlich alles realisieren, was ich wolte und mit der Hardware möglich war. Wichtig ist natürlich, dass die Parametrierung je Pad möglich ist.
3b) Flaschenhals Nummer 1: Rechnerseitig ist ausreichend RAM oder schnelle Plattenzugriffe auf die Sampledaten nötig. Falls Drumsamples auf externer USB-Festplatte, dann am besten so schnell wie möglich, also USB3 SSD am USB3 Anschluss Deines Thinkpads. Idealerweise aber Sampledaten auf die interne Festplatte und falls diese noch eine reguläre Festplatte ist durch eine schnelle SSD ersetzen (dann aber Neuaufsetzen des Rechners notwendig).
3c) Laut Specs im Netz würde ich erwarten, dass Dein Thinkpad ausreicht, wenn es eine Version mit einem Intel Core Prozessor ist und wirklich nur für die Drums verwendet wird. Wenn aber parallel noch ein Audiosequencer mit ggf. aufwändigem Arrangement mit ggf. vielen VST und VSTI laufen soll, könnte es knapp werden.
4) PC-Audio to Audio-Out: Flaschenhals Nummer 2: Der Treiber des Audio-Interfaces bringt seine eigene Latenz dazu. Unter Windows waren ASIO-Treiber unumgänglich. Wie es unter Linux ist, weiß ich nicht. Für geringste möglich Latenz ...
4a) die Samplerate nicht zu hoch wählen (höhere Samplerate = höhere Datenmenge = höhere Belastung des Rechners, ggf. bei 44k1 oder 48k bleiben)
4b) Puffergröße im Standalone- oder VST-Host oder im Audio-Treiber so klein wie möglich, aber so groß wie nötig auswählen
4c) Ideal, aber vermutlich nicht unbedingt nötig - Falls der USB3 Anschluss Deines Thinkpads nicht schon für eine externe USB3 SSD verplant ist, dann dort ein USB3-Audiointerface*, dass unter USB3 tatsächlich besser performt, als unter USB2 (aber wenn Du schon ein Audiointerface* hast, würde ich es ersteinmal damit probieren)

Wenn der "Ton nicht gut" ist, bitte Beispielaufnahmen posten. Da können wir mehr heraushören und müssen nicht raten, was genau gemeint ist.
 
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Was ist da der Flaschenhals bzw. was braucht ein Rechner, damit das vernünftig funktioniert?
Mit Logic auf einem Mcbook geht das problemlos, klassisches Midi überwiegend mit DIN.
 
Wie es unter Linux ist, weiß ich nicht. Für geringste möglich Latenz ...
Da gibt es Low latency Kernel, bzw auf Media abgestimmte Distributionen. Ich habe zB Reaper, pianoteq u diverse Synths auf Linux Mint laufen. Direkt zu Drums kann ich leider nichts sagen.
Für RAM, SSD usw. gilt unter Linux das Gleiche, wie Du schon geschrieben hast.

entweder war die Latenz zu hoch, oder der Ton nicht gut
Vermutlich hast Du mit Samples gearbeitet, evtl kann man es mal mit einer physical modeling Software versuchen? Es kommt sicherlich darauf an, wo der "Flaschenhals" ist.
 
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  • #6
Hui, das ist ganz schön viel Input. Danke dafür schonmal. Ich gebe zu, dass ich mich mit der Materie offenbar nur ganz oberflächlich beschäftigt habe.

Der Rechner hat einen i5 3320M mit 2,6GHz und 8GB RAM. Eine SSD wäre auch verbaut. Ich hätte auch noch ein Steinberg* UR22 Audiointerface*.

Mit 'Ton nicht gut' war gemeint, dass die Sounds sehr verzerrt klangen, wenn ich versucht habe die Latenz zu verringern. Ich habe da aber keine Aufnahmen von gemacht.

Ich würde dann schon auf dem Rechner noch Musik abspielen können, zu der ich dann trommle. Entweder als MP3 oder über Youtube.
 
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Steinberg UR22 habe ich in erinnerung, dass es relativ hohe Latenzen hat, habe mich aus exakt diesen Grund damals gegen das interface entschieden.
Hab daher google bemüht, über die Googlesuche bin ich auf einen Thread im Board gestoßen, da hat jemand wohl relativ hohe latenzen im Interface, angeblich 8,39ms Round trip, also Latenz zwischen input zu Output gemessen.

deine CPU ist halt auch schon fast Antik, das kann sein, dass bei niedriger Buffersize dropouts kommen, bei hoher Buffersize hat man wiederum mehr latenz.

dann wurde oben unter vielen weiteren wichtigen hinweisen nochmal geschrieben:

Trigger to Midi: Laut Bonedo Testbericht macht das TD11 selbst schon 4 msec Latenz.

... also nochmal eine Latenzquelle.

Mit 'Ton nicht gut' war gemeint, dass die Sounds sehr verzerrt klangen, wenn ich versucht habe die Latenz zu verringern.
klingt das verzerrte nach knistern, also ähnlich wie bei einer alten Schallplatte?
kan das Phänomen durch niedrige Buffersize, z.B. 64 Samples?
wenn ja, das sind dann dropouts, wenn ich nicht ganz daneben liege ist das dann, wenn die CPU nicht hinterherkommt
 
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  • #8
Würde es nicht mit einer Schallplatte vergleichen. Aber ich kann es auch nicht mehr genau beschreiben. Es hing auf jeden Fall mit der Puffergröße zusammen. Wenn ich damit rumgespielt habe, war entweder der Sound besser, aber die Latenz hoch, oder ich hatte eine vernünftige Latenz und schlechten Sound.

Aber gut, dann lege ich das Unterfangen erstmal wieder ab. Einen neuen Rechner will ich mir aktuell nicht kaufen. Ich habe zum Glück bessere Sounds für das Modul gekauft. Die sind in Ordnung. Trotzdem danke für euren Input.
 
@Zapp

gehts bei dir ums mitschneiden des MIDI, oder willst ausschließlich abhören?

wenn du nur mitschneiden willst kannst du ja den Audiosound übers interface realieren, also wie folgt:
- MIDI Spur aufnahme aber monitoring bei aufnahme auf "off"
- Audio des Backingtracks ganz normal auf den Master
- am interface am Regler Mix zwischen DAW und Input so ausbalancieren, dass du beides gut hörst.

dann hörst du nämlich die Drums latenzfrei, wenn auch mit dem Sound deines Drummoduls, weil die Eingänge analog abgegriffen und zum Output des interfaces beigemischt werden, hast aber die MIDI-Files trotzdem mitgeschnitten und kannst die weiter verarbeiten.

Theoretisch kannst du dann auch zeitgleich den Audioinput auf spuren mitschneiden die du ebenfalls beim Aufnehmen auf "monitoring Off" schaltest und hast beides.
 
  • Ersteller
  • #10
Mir ging es darum, mit besseren Sounds zu Musikstücken zu trommeln. Mit den Sounds des Moduls, kann ich auch aktuell zur Musik auf dem Rechner spielen. Das läuft recht simpel direkt über das Modul; Der Audio-Ausgang ist über Klinke mit dem Modul verbunden und das gibt mir dann einfach das was aus dem Rechner kommt, zusammen mit den Sounds des Moduls auf die Kopfhörer die am Modul angeschlossen sind.
 
  • #11
Zur "Latenz" ist mir eine weitere Ursache für Verzögerungen eingefallen: Wenn nämlich Drumsamples am Anfang eine kurze Pause haben. Dann müsste im Hostprogramm konfiguriert werden, ab welchem Sample bzw. bei wieviel msec die Wiedergabe des Samples beginnen soll.

Laut Bonedo Testbericht macht das TD11 selbst schon 4 msec Latenz
Das hatte ich dem Testbericht entnommen, aber nicht bedacht, dass das TD11 ja auch eine eigene digitale Audioausgabe hat und auch die wird eine Puffer-Latenz verursachen. Die entfällt aber, wenn das TD11 nur für MIDI verwendet wird. Insofern könnte es sein, dass die Latenz mit einem UR22 gar nicht so viel höher würde, als mit dem TD11.

Rechner hat einen i5 3320M mit 2,6GHz und 8GB RAM. Eine SSD wäre auch verbaut

Je nachdem wie wichtig Dir das ist, würde ich noch nicht aufgeben. Und ein mp3 wiedergeben bringt den Rechner nicht in's Schwitzen.

Der hier (U2B Video) hat z.B. eine ausführliche Erklärung veröffentlicht. Das ist auf einem einfachen MacBook, also auch kein Super-Rechner.
 
  • Ersteller
  • #12
Danke. Schaue ich mir mal an.
 
  • #13
Was noch einen Unterschied machen kann: HDD vs. SSD..

Aber ich hatte mit einem älteren Interface auch mal softwareseitigen Streit... 2 Module - das originale Fame DDOne Professional und - tadaa - ein TD11. Ich hatte damals ein Tascam US1641 (existiert immer noch irgendwo). Damals war meine erste Software Getgooddrums. Medium war - bin ich mir nicht mehr sicher - entweder noch Magix Music Studio 15 oder schon Reaper. Das TD11 war super. Keine Latenzen wahrnehmbar. Das Fame war eine andere Sache. Man bekam das Feedback in der Software sofort - die Tonausgabe kam aber verzögert. Ich weiß also nicht, ob der Tascam Asio Treiber Streit mit der Hardware hatte oder nicht aber das Phänomen hab ich nicht weg bekommen. Ich hab später ein Scarlet Solo 3rd Gen gekauft - nicht optimal aber seither läuft alles wie am Schnürchen. Mit beiden Modulen (nutze aber standardmäßig das TD11 - will ja keine Totalausfälle).

Die CPU sollte eigentlich nicht der Flaschenhals sein.. Softwaredrumming ist nicht erst seit 2015 oder so n Ding. Ram glaub ich auch nicht..
 
  • Ersteller
  • #14
Kurzes Feedback, weil ich diese Woche endlich mal wieder Zeit hatte mich damit zu beschäftigen; Mit Harmony wird das Drumkit direkt über USB erkannt. Damit könnte ich aufnehmen. Spielen geht aber leider nicht. Wenn ich den Puffer weit genug reduziere, dass die Latenz passt klingen die Sounds einfach zu schlecht.

Naja, ich glaube ich belasse es nun bei den Sounds die ich mal für das Modul gekauft habe. Klingen auch in Ordnung und für das hobbymäßige Trommeln reichen die auf jeden Fall.
 
  • #15
Wenn ich den Puffer weit genug reduziere, dass die Latenz passt klingen die Sounds einfach zu schlecht.
Hattest Du es denn man mit physical modeling versucht? Oder sind das ausschließlich Samples?
 
  • Ersteller
  • #16
Ich vermute letzteres, aber ich muss zugeben, dass ich die Frage nicht so wirklich verstehe (bzw. mir die beiden Optionen nichts sagen).
 
  • #17
Samples sind Aufnahmen von den Instrumenten, die auf Dein Signal hin abgespielt werden.
Dh. reale Drums sind aufgenommen worden und Dein E-Drum schickt ein Signal an den Rechner und der spielt dann die passende Aufnahme ab.

Bei Physical Modeling wird durch den Computer ein Klang berechnet. Es wurden also keine Aufnahmen hinterlegt, sondern ein Algorithmus, wie der Sound berechnet werden kann. Das könnte je nach Algorithmus und Hardware u.U. besser funktionieren, was Latenz und Dropouts angeht. Ich bin aber nicht sicher, wie das bei Drums ist, ich glaube mal gelesen zu haben, dass Becken da schwierig waren.

Wo jetzt genau bei Dir die "Engstelle" ist, also wo die Latenz entsteht, kann man sicher herausbekommen, aber da kenne ich mich nicht aus.
Du hast ja einen Weg gefunden, der erstmal funktioniert.
 
  • Ersteller
  • #18
Danke für die Erklärung. Ich gehe davon aus, dass die Sounds in der Software Samples sind. Man könnte auch noch diverse weitere aus dem Netz laden.
 
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