. M.W. nimmt man einfach das Signal der beiden Spulenenden, jagt es durch ein geschirmtes Kabel und speist es in einen symmetrischen Verstärker, ähnlich wie hier abgebildet. Warum macht man das mit der E-Gitarre nicht auch so?
Das mag historische Gründe haben.
Um symmetrisches Signal
symmetrisch zu verstärken, braucht man sozusagen 2 Röhren in der Eingangsstufe, statt nur einer bei asymmetrischem Signal.
Das mag zu Beginn der Elektrogitarre ein Kostenfaktor gewesen sein.
Und dann hatte es sich schon eingebürgert...
Offensichtlich entstehen aber die meisten Störgeräusche nicht im Kabel, sondern in der Gitarre selber.
Insbesondere die Pickups nehmen magnetische Störfelder auf. Die Pickups kann man auch nicht etwa mit Mü-Metall gegen magnetische Störfelder abschirmen, weil sie ja das "Magnetfeld der Saiten" auffangen müssen.
Die Lösung sind die Humbucker, die zwei Spulen mit vertauschten Magneten haben. Oder eine Kompensationsspule.
Bei dynamischen Mikrofonen (Spule auf Membran im Magnetfeld) werden manchmal Kompensationsspulen eingebaut - gleiche Spule wie die Membranspule, bloß halt nicht auf Membran montiert, sondern am Gehäuse. Nimmt kein Schall auf, aber alle magnetischen Störfelder wie die Spule an der Membran.
Der Aufwand mit symmetrischen Gitarrenkabeln und symmetrischen Gitarrenverstärkern lohnt sich nicht so recht, wenn die Gitarre bzw. die Pickups selber schon mit Störungen "verseucht" sind.
"Signalstärke" ist Spannung und "Wumms dahinter", also die Fähigkeit, auch ordentlich Strom liefern zu können.
Und das können die passiven Pickups der Gitarre eben nicht. Sie erzeugen zwar Spannungen zwischen 100mV bis vielleicht 0,5V, können aber kaum Strom liefern.
Schon bei geringer Belastung - z.B. bei kapazitiver Belastung durch langes Gitarrenkabel - bricht die Signalspannung ein, und Höhen gehen verlustig.
Deswegen muss die Eingangsimpedanz ("Eingangswiderstand") von Gitarrenverstärkern hochohmig sein, damit der Pickup nicht belastet wird, also nicht in die Verlegenheit kommt, Strom liefern zu müssen.
Bezüglich der Signalintegrität wäre es am besten, in der Gitarre einen Impedanzwandler-Vorverstärker eingebaut zu haben, der die Pickup-Spannung etwas verstärkt, Lautstärke und Klang regelt und mit "Stromlieferfähigkeit" (geringe Ausgangsimpedanz) versieht.
Im Gegenzug könnte die Eingangsimpedanz des Gitarrenverstärkers kleiner ausfallen, wodurch Einstrahlungen besser unterdrückt würden.
Grüße