Das sehe ich eher anders herum, weil ich durch die fehlende Erdung nämlich viel mehr Störgeräusche bekomme. Siehe
diesen Thread.
Ich versuch's mal, das wird jetzt aber dünnes Eis, weil es meine Schlussfolgerungen aus meinen Tests sind.
Einstreuungen können zwar Signale (also die bloße Information) übel zurichten, aber Einstreuungen können keine bzw. vergleichsweise wenig Leistung erbringen. Soll heißen: Einstreuungen sind tendenziell nur Spannung aber kein Stromfluss.
Üblicherweise werden Einstreuungen durch Abschirmungen, die mit Masse verbunden sind, soweit als möglich verringert. D.h. die Einstreuung erreicht nicht den/die un-/symmetrischen Signalleiter, sondern wird schon über die Abschirmung niederohmig nach Masse kuzgeschlossen.
Der Punkt hierbei ist aber, dass Masse nur ein Bezugspotential für die Schaltung bzw. das gesamte System ist. Masse ist sozusagen nur eine Referenz, gegen die Signale "gemessen" werden. Masse ist aber kein festes, kein definiertes Potential.
Erst wenn "Masse" über irgendeinen Weg im gesamten System eine ausreichend niederohmige Verbindung zu einem festen Gleichspannungspotential und das heißt bei uns (Schutz-)Erde bekommt - erst dann funktioniert die Abschirmung vollständig.
In dieser Diskussion geht es um symmetrische Signalübertragung und dementsprechend Differenzverstärker am Eingang.
Bezüglich des Threads, auf den Du verwiesen hast, nehme ich an, das es sich um eine unsymmetrische Signalübertragung (also die normalen Klinkenkabel) handelt. Solche Systeme reagieren anders, die Aussagen hier mit den Erfahrungen aus dem anderen Thread zu vergleichen kann zu Missverständnissen führen:
1) Ich vermute, dass in dem System des anderen Threads ein Steckernetzteil genutzt wird. Steckernetzteile müssen aber die Schutzerde gar nicht nutzen, da sie i.d. Regel lediglich eine
Kleinspannung liefern. Wenn also das gesamte System gar nicht mit Schutzerde verbunden ist (auch nicht über Audiokabel zu anderen Geräten, die mit Schutzerde verbunden wären), dann ist das gesamte System inklusive dessen interner "Masse" sozusagen "frei schwebend"/"floating".
2) In einem solchen Fall können die Einstreuungen nicht niederohmig zu einem festen Gleichspannungspotential abgeleitet werden. Ein solches festes Gleichspannungspotential ist dem System dann ja gar nicht bekannt. Die Einstreuungen in die Abschirmungen können sich (da kein Stromfluss) dann auf die eigentlich als Gleichspannungspotential gedachte "Masse" aufaddieren. "Masse" ist aber zugleich das Referenzpotential für das gesamte System und daher können die Einstreuungen dann halt trotzdem die Verarbeitung des Signals beeinflussen (die Potentialdifferenz ist gestört, unabhängig davon, ob bei sauberem Referenzpotential das Signal gestört wird, oder ob bei sauberem Signal das Referenzpotential gestört wird).
Das Thema kann immer größer werden, je länger man sich damit auseinandersetzt. Ich breche hier einfach mal ab.