Warum eigentlich 2-teilige Gitarrendecke und nicht 1-teilig?

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Hat es einen WICHTIGEN Grund, dass man eine Gitarrendecke aus 2-teilen eines holzes baut oder ist das egal? Für mich würde es doch ohne diesen hässlichen cut in der mitte besser aussehen, wenn die Decke aus einem holzbrett stammt. Hat das einen triftigen Grund?
warum 2 statt 1 holz.JPG
 
boisdelac
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Grund ist die Symmetrie der Deckenmaserung. Und häßlich ist der Schnitt nur, wen er schlecht durchgeführt ist. Wenn das sauber gemacht ist, sieht man nichts vom Schnitt.
Das ganze muss mit einem Hobel und über einen Feinschliff angepasst sein.

Wenn Du das rechte Deckbrett weiter nach oben schieben würdest, dann wäre die Maserung symmetrischer.
Schneide beim rechten Brett an der linken Kante und am linken Brett an der rechten Kante so viel ab, dass diese Holzfehler weg sind.
Außen hast Du dann trotzdem genügend Platz, dass der ganze Korpus auf die beiden Bohlen passt.
 
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Grund ist die Symmetrie der Deckenmaserung. Und häßlich ist der Schnitt nur, wen er schlecht durchgeführt ist. Bei einem sauberen Schnitt sieht man da nichts.
Jetzt verstehe ich es. Kannst du es aber für mich nochmal genauer bzw. ganz genau erläutern? Ja also bei den ganzen Instrumenten ist der schnitt ersichtlich wie z.B. in dem bild. Aber wenn das einen funktionalen grund hat, dann ist das verständlich.
 

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Es gibt auch Gitarren mit einteiliger Decke, hier meine zwei:

DGT Body.jpg


McCarty 1957_2008 Body .jpg


Ein Baum muss schon einen außerordentlich mächtigen Stamm haben, um aus ihm eine einteilige Decke sägen zu können, sonst reicht es eben nur für zwei Teile.
 
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Die obere gitarre ist sehr schön. Worauf muss man bei dem einteiligen Holzbrett genau achten?
 
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Worauf man achten muss bei solchen einteiligen Decken? ... Du musst solche Decken erst mal bekommen.

Hauptgrund, geteilte Decken zu machen ist wohl, dass es wenige so perfekte Deckenhölzer gibt, wie die von @Stoptail22 gezeigten.
Deswegen sind die Gitarren mit diesen Decken auch extra teuer.
 
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Jetzt verstehe ich es. Kannst du es aber für mich nochmal genauer bzw. ganz genau erläutern? Ja also bei den ganzen Instrumenten ist der schnitt ersichtlich wie z.B. in dem bild. Aber wenn das einen funktionalen grund hat, dann ist das verständlich.
Der Schnitt auf Deinem Bild ist aus zwei Gründen sichtbar ...

1. Die beiden Deckenbretter sind in Längsrichtung nicht sauber angepasst.

2 . Der Blickwinkel auf dem Bild ist so, dass das Licht unterschiedlich auf die Deckenhälften fällt. Die horizontalen Linien sind ja nicht aufgemalt, sondern sind Reflektionen aus dem Holz selbst heraus. Deswegen ist eine horizontale Linie auf der einen Seite hell auf der anderen Seite der Decke dunkel. Dieses Phänomen tritt oft bei geriegeltem Ahorn auf.
 
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Es gibt noch einen Grund, der für eine relativ dünne Decke auf einem dicken Korpus aber nicht grundlegend wichtig ist: wenn man einen Holzklotz aufschneidet, aufklappt und spiegelsymmetrisch gegeneinanderklebt, ist eine eventuelle Neigung zum Verziehen gegeneinandergerichtet und damit weitgehend aufgehoben.

Der Grund, warum das bei Les Pauls gemacht wird, ist wohl eine Art Reminiszenz an Decken von akustischen Gitarren, wo das so gemacht wurde (und auch noch wird). Diese Art der Konstruktion nennt sich (auf Englisch) übrigens "bookmatched".

Wenn man sparen will, landet man dagegen bei non-bookmatched oder sogar 3teiligen Decken und Sandwich-Bodies, wie zu Gibsons "unseligen" (mittlerweile aber von einigen schon zu Vintage gezählten und schon teurer gehandelten) Norlin-Zeiten

Wenn man so will, sind PRS Gitarren zwar sehr schön (und ziemlich bis endlos teuer), aber halt traditionslose Schönlinge. :evil:
Es darf halt nur nicht auffallen, dass Gibson schon längst in das Geschäft mit ziemlich bis endlos teuren Gitarren eingestiegen ist, hier hat es halt wesentlich mehr mit der Vorspiegelung der "alten Zeiten" (im Wesentlichen der späten 50er/frühen 60er) statt mit "bling as bling can" zu tun.
 
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Bookmatched.... da ist Gibson aber mehrer hundert Jahre zu spät dran, um sich mit dieser Erfindung zu schmücken... das machten schon die alten Geigenbauer in der Renaissance.
 
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Das passt noch besser, die Les Paul hat ja ne Recht ähnliche Form und Farbgebung!
 
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Holz wird gesperrt = auf konstruktive Art gegen Spannungen vorgehen. Bei einem Bild oder Furnier ist das egal, aber der Body und auch eine 2 cm Decke kann schon ordentlich arbeiten. Außerdem hast du weniger Verschnitt ...
Funktion und Wirtschaftlichkeit kommt vor Optik. Du kannst gegen Spannungen im Holz auch anders vorgehen, aber so ist einfacher und so ein 1 Piece Body kann auch noch ganz nett arbeiten wenn ers mal wieder zu feucht bekommt.
Bei Nick Huber bekommt man auch viel mit einteiligen Bodies und Decken. Hören tut man das nicht, schaut aber schon ganz nett aus ...
 
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Für Interessierte dieser Diskussion verweise ich in dem Zusammenhang Holzgüte und Verfügbarkeit auf ein paar Threads und Posts (Schon mal in einem Post gesammelt...). Allein bei Ahorn sind Stücke (Vollholz) wie sie @Stoptail22 zeigte, ultra selten. Book matched Decken sind dann eher möglich, als einteilige.
Andere stellen aus den verfügbaren Bohlen dann lieber dünne Funiere her (das macht PRS z. B. dann bei der SE Reihe).

Es ist also bei Ein- und Zweiteiligkeit eine Frage der Verfügbarkeit und optischer Erwartung. Ungleichmäßige einteilige Decken würde man häufiger antreffen. Hersteller würden dann aber vermutlich mit deckenden Lacken reagieren.
 
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Aber wenn das einen funktionalen grund hat, dann ist das verständlich...
Worauf muss man bei dem einteiligen Holzbrett genau achten?
Ich fasse zusammen: es geht um die Optik.
Es gibt keinen funktionalen Grund für zweiteilig, deswegen gibt's auch bei einteiliger Decke nichts zu beachten.
 
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Wenn für Dich, @dubbel, "funktionale[r] Grund" gleichzusetzen ist mit Klang, spielt Ein-, Zwei- oder Mehrteiligkeit bei der Decke keine Rolle. Beim Hals und anderen Werkstücken aus Holz kann eine Mehrteiligkeit aber die Steifigkeit deutlich erhöhen (Ich sage nur Leimholzbinder, bei denen man auch durch Veränderung der Lage der Fasern in den jeweiligen Schichten auf die erwarteten Spannungen reagieren kann.).
 
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meinst du jetzt einen kompletten korpus oder eine sowieso flächig verleimte decke?
 
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"Ich verstehe die Frage nicht," entgegnete Klaus Kinski.
Ich habe Dich doch mit Deiner Einlassung bei der Decke bestätigt.

Bei dem Gesamtkorpus gibt es ganz beliebte verklebte Mischformen, allen voran Mahagonirücken und Ahorndecken, was Gibson wohl "erfand", während Fender Korpora für seine später ikonisch gewordenen Modelle aus einer Holzsorte bevorzugte.
 
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ich bin über die formulierung gestolpert
[beim Klang] spielt Ein-, Zwei- oder Mehrteiligkeit bei der Decke keine Rolle. Beim Hals und anderen Werkstücken aus Holz kann eine Mehrteiligkeit aber die Steifigkeit deutlich erhöhen
 
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Und ich bei Dir über "Funktionalität".
 

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