Warum wirkt sich die Holzsorte bei einer E-Gitarre auf den Sound aus?

von diazepam, 28.03.05.

  1. diazepam

    diazepam Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.03.05   #1
    Das habe ich nie verstanden.

    Die Pickups wandeln die Schwingungen der Saiten in elektrische Signale um, also muss der Grund weiter vorne liegen: Das Holz beeinflusst die Art und Weise, wie die Saiten schwingen -> die Obertoene?

    Warum ist das so?

    Dass das Holz Einfluss auf das Sustain hat, ist logisch, aber das da oben kann ich mir nicht erklaeren.

    Und wo wir gerade dabei sind: Es wird immer gesagt, das Holz, was im Korpus verwendet wird sei so wichtig. Das ist aber doch eigentlich unlogisch, da doch der Hals viel laenger ist, als der Teil zwischen Bruecke und Hals, folglich muesste doch das im Hals verwendete Holz viel ausschlaggebener sein, oder uebersehe ich das jetzt etwas?

    Ich hoffe, ihr koennt mir helfen...
     
  2. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 28.03.05   #2
  3. DerOnkel

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    Erstellt: 29.03.05   #3
    Jeder mechanische Körper ist in gewissem Maße schwingfähigt. Neben dieser grundlegenden Eigenschaft treten auch sogenannte Resonanzen auf. Auf diesen Frequenzen schwingt der Körper besonders leicht.

    Bei der Gitarre führen die Korpusresonanzen (dh. Hals und Body) dazu, daß diese Frequenzen im Spektrum der Saitenschwingung gedämpft werden. Das bedeutet, daß einige Oberöne leiser als ursprünglich sind oder sogar ganz fehlen. Damit ändert sich das Amplitudenspektrum der Saitenschwingung, was den Grundklang der Gitarre ausmacht, der dann von den Tonabnehmern weiter verarbeitet wird.

    Die Lage der Korpusresonanzen ist von vielen Faktoren abhängig: Die Härte des Materials, eventuelle Verbundstoffe, Materialübergänge (Saiten Steg, Holz), aber auch die Form des Körpers spielen da eine Rolle. Eine exakte Erklärung wird man zur Zeit wohl kaum finden. Die diesbezügliche Forschung steckt sozusagen noch ganz am Anfang. Mir sind zur Zeit nur zwei Quellen im Internet bekannt, die sich mit dieser Problematik befassen. In Deutschland wird man bei Prof. Fleicher an der BU München fündig (Google und los).

    Als Daumenregel kann man sagen: Je härter das Holz, desto mehr Obertöne.

    Die Vermutung, daß der Hals für den Grundklang des Instrumentes eine größere Rolle spielt, als der Korpus ist grundsätzlich richtig. Damit relativiert sich der Einfluß der Korpushölzer etwas.

    Ulf
     
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