Warum klingt Line-Out direkt ins Pult besch...?

von Ton-Art, 05.09.07.

  1. Ton-Art

    Ton-Art Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.09.07   #1
    Warum klingt eigentlich der Line Out eines Tube-Preamps wenn man ihn direkt ins Mischpult spielt miserabel und wenn man ihn in die Endstufe stöpselt gut? Hat das was mit Abschluß- oder Innenwiderstand des Mischpultes zu tun?
     
  2. LennyNero

    LennyNero HCA Gitarre: Racks & MIDI Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 05.09.07   #2
    Nein, der Preamp liefert an einem normalem Line Out noch kein "normales" Signal, erst mit der Endstufe und der Box kommt der Sound zustande, den man mit E-Gitarre verbindet.

    Einige Preamps bieten zusaetzlich, neben dem normalen Ausgang, einen Speaker Emulated Out, oder ein frequenzorientierten Ausgang, mit dem du dann in ein Mischpult gehen kannst.


    Damit du auch mit deinem Preamp das machen kannst, braeuchtest du noch eine externe Speakersimultation, z.B. : http://www.musik-service.de/hughes-kettner-red-box-classic-prx395753689de.aspx
    http://www.musik-service.de/Palmer-PDI-09-The-Junction-prx395751546de.aspx

    oder

    http://www.musik-service.de/Behringer-Ultra-G-GI-100-DI-Box-prx395662676de.aspx
     
  3. Totengraeber

    Totengraeber Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.09.07   #3
    Falls es noch genauer interessiert hier noch eine kleine Erläuterung dazu:

    Der PreAmp dient in der Regel dazu das Gitarrensignal im Klang zu färben, zu verzerren und eventuell mit Effekten zu belegen. Um damit weiter zu arbeiten wird das Signal noch auf ein unempfindlicheres Lautstärkeniveau verstärkt. Das ist aber noch nicht der Sound so wie man ihn von einer Gitarre gewöhnt ist.

    Geht man damit nun in ein Mischpult, so wird das Signal über sämtliche Frequenzbereiche gleichmäßig lauter gemacht (--> lineare Verstärkung) und es entsteht dieser kratzige, unschöne Sound wie von dir beschrieben.

    Schickt man dieses Signal allerdings in eine Gitarrenendstufe, so wird das Signal nicht linear verstärkt. Gitarrenendstufen verstärken zum Beispiel die mittleren Frequenzen stärker wie die Hohen. Teilweise werden ganz hohe Frequenzen auch garnicht mehr verstärkt.

    Zusätzlich färbt ein Gitarrenlautsprecher auch noch den Sound zu einem nicht zu unterschätzenden Teil. Sind PA-Lautsprecher ebenfalls auf einen möglichst linearen Frequenzgang ausgelegt (Mehr-Wege-Boxen; Hochtöner geben hohe Freqeuzen wieder, Tieftöner die tiefen etc.), so sind Gitarrenboxen i.d.R. als Ein-Wege-Systeme ausgelegt. Sämtliche Frequenzen werden dabei von einem einzelnen Speaker wiedergegeben. Der Speaker ist eigentlich damit vollkommen überfordert, kann er doch nicht hohe und tiefe Freuquenzen gleichzeitig sauber wiedergeben. Die höheren gehen dabei meistens verloren oder werden sehr unsauber wiedergegeben. Aber gerade diese hohen Freuquenzen sind ja störende an einem typischen Gitarrensignal aus dem PreAmp da sie meist als sehr kratzig auffallen.

    In der Summe ergibt sich dann aus Färbung der Endstufe und der Boxen aus dem unschönen PreAmp-Signal der gewohnte Sound.

    Wie Lenny schon schrieb gibt es auch Geräte, die genau die Beeinflussung von Endstufe und Box simulieren - sinnvollerweise Speakersimulator (o.ä.) genannt. Über diese Geräte kann man den PreAmp auch direkt in ein Mischpult führen.
    Etliche PreAmps im Rackbereich bieten auch gleich einen Ausgang an, hinter dem eine Boxensimulation steckt - oft als "frequenzkorrigierter Ausgang" bezeichnet.
     
  4. Ton-Art

    Ton-Art Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.09.07   #4
    Danke, das war sehr gut erklärt und aufschlussreich.
     
  5. Silverknight

    Silverknight Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.09.07   #5
    Ein Beispiel für eine Speaker-Simulation ist z.B. Die Hughes & Kettner Red Box, eine DI-Box mit zuschaltbarer Emulation. Klingt IMHO gar nicht soooo schlecht ;) und symmetriert den Ausgang gleich auch noch (Vermeidung von Einstreuungen)
     
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