Warume keine Western mit Edelstahlbünden?

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Goewolf
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Hi,
hab meine Takamine EF341SC heute mal wieder neue Saiten spendiert und dabei feststellen müssen, dass die Bünde und auch das Griffbrett schon etwas gelitten haben. Zwei meiner E-Gitarren, eine HB Fusion und eine Ibanez AZ haben Edelstahlbünde, die setzen sich ja auch immer mehr durch und halten ja ewig. Wieso gibt‘s die eigentlich nicht bei Western. Die Takamine war ja nun auch nicht gerade günstig, hab sie jetzt seit 10 Jahren und sie ist eine von insgesamt 13 Gitarren, soll heissen, wär das meine Einzige, sähe die jetzt noch schlimmer aus.
 
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Bassturmator
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Hi Geowolf,

die Bünde Deiner Takamine kann man soweit ich das anhand des Fotos beurteilen kann noch mal abrichten. Neu bundieren dann also erst in zehn Jahren.

Dem Griffbrett würde es gut tun wenn Du Dir die Fingernägel der Greifhand regelmäßig kurz schneiden würdest.

Edelstahlbünde halten länger, aber auch nicht ewig. Sie werden wenig verwendet weil die meisten Gitarrenbauer sich nicht so gut mit der Bearbeitung von Edelstahl auskennen.

Tatsächlich klingen Edelstahlbünde auch anders als solche aus konventionellen Nickellegierungen, nämlich etwas härter. Das sollte man zumindest bedenken.

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bemoll
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Tatsächlich klingen Edelstahlbünde auch anders als solche aus konventionellen Nickellegierungen, nämlich etwas härter. Das sollte man zumindest bedenken.
Interessant, wusste nicht, dass Bundstäbchen klingen. ;)
Ich hab zwei e-Gitarren, die eine mit Edelstahlbünden und höre da keine Unterschiede. Für mich ist eher die Höhe/Breite der Bundstäbchen ein Faktor, der sich auf das “Greifgefühl“ und somit auch auf das Spielen auswirkt.
Unbestreitbar ist aber, dass Edelstahl schwieriger zu verarbeiten ist und eine eine entsprechende Bundierung anders entlohnt wird.
Ich meine aber, dass Edelstahlbünde auf jeder Art von Gitarren „zulässig“ sind, auch wenn Das jetzt zu lässig klingt. :cool:
Ich würd die Takamine auch erst einmal neu Abrichten lassen und ja: kurze Fingernägel erleichtern einerseits das Greifen und schonen andererseits das Griffbrett……
 
Goewolf
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Danke für die Antworten, Fingernägel sind schon immer kurz aber egal. Was mich halt wundert: meine Harley Benton war jetzt nicht so teuer, 400 €, die Ibanez schon in anderer Preisklasse (3*) also durchaus mit der Takamine in der gleichen Klasse. Ich sehe keinen Grund, Edelstahl in Western nicht zu verbauen. Bilde mir ein, dass die Bünde bei den E-Gitarren ein „härteres Feedback“ geben als Nickellegierungen, aber wie erwähnt Einbildung. klanglich hör ich da nix (ok, kann man ja auch schlecht vergleichen, z.B. ne Teli mit ner Ibanez AZ 😂😂😂😂). Die Charvel haben ja auch Edelstahl..
Beruhigend ist auf jeden Fall, dass die eurer Meinung nach noch 10 Jahre hält, wer weiß, ob ich noch so lang halte…😉😂
VG
 
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Bilde mir ein, dass die Bünde bei den E-Gitarren ein „härteres Feedback“ geben als Nickellegierungen, aber wie erwähnt Einbildung.

So Fingerkuppen sind schon sehr sensibel (sogar noch bei Gitarristen). Da kann es durchaus sein dass Dich Dein Gefühl nicht täuscht.

Bei Akustischen Gitarren (steelstrings) hat es schon Fälle gegeben wo Gitarristen ihre neu mit Edelstahlbünden versehene Gitarre direkt wieder auf Nickellegierung haben umrüsten lassen weil sie die Klangveränderung unerträglich fanden.

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Bei Akustischen Gitarren (steelstrings) hat es schon Fälle gegeben wo Gitarristen ihre neu mit Edelstahlbünden versehene Gitarre direkt wieder auf Nickellegierung haben umrüsten lassen weil sie die Klangveränderung unerträglich fanden.
Hast Du konkrete Beispiele?
 
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Wieso gibt‘s die eigentlich nicht bei Western.
Ich denke, dass viele Gitarrennbauer (oder wer auch immer) vor dem Bereich ab ca. 14.Bund zurückschrecken.
Einfach die Bünde reindreschen, reindrücken, reinpressen usw. geht nämlich ab da nicht mehr so einfach; ist ja schließlich hohl darunter:D

Natürlich kann man die Bundschlitze verbreitern und die Bünde einkleben, aber so richtig optimal finde ich das auch nicht. Ist aber nur meine Meinung.
Von den anderen Besonderheiten (z.B. Nervenkitzel bei der Bearbeitung der Bundenden im Bereich der Decke) mal ganz zu schweigen....

Ich habe bis jetzt aber auch nur 2 Western mit Edelstahl bundiert, eine Yamaha APX5a und meine Martin. Im Vergleich zu den E-Gitarren und Bässen war das doch etwas aufregender. Aber es lohnt sich und gibt dem Instrument bzw dem der es spielt einige Verbesserungen:

Die Zähigkeit des Materials erlaubt es (natürlich nur bei ordentlicher Vorbereitung vor der Bundierung), für sehr lange Zeit eine relativ runde Bundoberkante zu belassen.
Die Saite liegt also nicht in irgendwelchen reingejuckelten Rillen oder plattgespielten Flächen auf, die den Ton absterben lassen oder die Intonation behindern....sondern schön definiert auf einem Punkt. Ich kann auf meiner Western jetzt in völlig anderer Weise die hohen Bünde spielen - allerdings spiele ich da oben selten:ROFLMAO:

Dann die Bendings und andere "Tonformungen". Das geht bei Edelstahlbünden völlig anders wie sonst. Natürlich weil sie gut poliert sein müssen (sonst kratzt es). Macht aber richtig Laune, und erfordert eine kurze Gewöhnungszeit (jedenfalls bei mir).

Dass Leute ihre Edelstahlbundierung wieder rückgängig machen, kann ich mir sogar vorstellen. Aber nur dann, wenn es unsauber ausgeführt wurde; sonst auf keinen Fall)
 
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Hast Du konkrete Beispiele?

Nein.

Ist Hörensagen. Wurde vor Jahren mal in einem amerikanischen Forum diskutiert.

Wolltest Du jetzt Namen von Gitarristen???

Ist sicher auch etwas Geschmacksache. Den einen stört es wenn bei "hammer ons" die Ansprache etwas härter ist, der andere findet vielleicht gerade das gut.

Ich persönlich konnte das noch nicht so nachvollziehen, denn ich denke das spürt man nur bei einem Lieblingsinstrument dessen Klang man sehr gut kennt weil man sich über Jahre daran gewöhnt hat. Wenn dieses sich dann nach einer Neubundierung fremd anfühlt...

Meine Lieblingsgitarre hat noch die ersten Bünde und wurde seit 1979 nur einmal abgerichtet.

Ich werde es an dieser Gitarre nicht testen.

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Wolltest Du jetzt Namen von Gitarristen???
...ehm, jo... ;-)
Ist sicher auch etwas Geschmacksache.
Natürlich. Ich kann mir schon vorstellen, dass meine Martin 000 nicht mehr so wunderschön weich klänge, hätte sie Edelstahl-Bünde... Ist mir schon eingängig, dass die Saite anders klingt, wenn sie nicht auf weichen, sondern auf härteren Bünden aufliegt. Immerhin hat ja auch das Sattel-Material nicht unerheblichen Einfluss auf den Klang (von daher wäre es mal eine interessante Frage, wie den Knochen-Bünde klängen :rolleyes: - aber die müsste man ja noch öfters austauschen...)
Ausprobieren würde ich das mit den Edelstahlbünden auch nicht. Aber es wäre sicher mal Interessant, solche Gitarren mit Edelstahlbünden anzutesten (falls es welche gibt...). Wenn ich bei meinem nächsten Thomann-Meditations-Tag (aka Einkaufstour nach Burgebrach...) daran denke, dann werde ich mal fragen :cool: ;)
 
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Hier werden noch einige Faktoren außer Acht gelassen.

Erst einmal generell: Nicht alle Bundstäbchen sind gleich.
Es gibt verschiedenen Höhe, verschiedene Breite und damit einhergehend verschiedene Rundungen der Oberfläche. Vergleiche hier sind nicht umbedingt einfach.

Als übliche Material für Bünde ist Neusilber, was eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink ist. Hier gibt es aber auch verschiedene Härtegrade, je nach prozentualem Anteil.
So wie Stahl auch nicht gleich Stahl ist.

Ob Bünde ernsthaft große Auswirkungen auf den Klang haben, weiß ich nicht. Ich stelle mir den Vergleich aber auch äußerst schwierig vor.
Um die Bünde auszutauschen müssen mindestens die Saiten runter und jeder Saitentausch hat unweigerlich auch eine Klangveränderung. Außerdem ist der Tausch ja nicht in weniger Sekunden gemacht, sondern dauert seine Zeit.
Man vergleicht hier also einen Klangeindruck von vor mehreren Tagen mit anderen Saiten und einer Gitarre, die aus einer ungewohnten Umgebung kommt, Luftfeuchte, Temperatur etc pp und unser Gehirn kann sich Klänge ohnehin superschlecht merken und ist nach weniger Sekunden eigentlich schon nicht mehr verlässlich.
Von daher bin ich bei allen Aussagen wie "Leute lassen die Bünde wieder zurücktauschen, weil es schlechter klang" extrem skeptisch. Da spielt immer super viel Einbildung mit. Ich sage nicht, dass sie das nicht so wahrgenommen haben. Aber ob es physikalisch messbare Veränderungen gab...

Hier ein paar mehr physikalische Faktoren:

Saite schlägt auf Bundstäbchen: Es muss einen Verlierer geben.
Bei weichen Bundstäbchen entstehen schneller Spielspuren und entsprechend müssen sie eher getauscht werden.
Bei harten Bundstäbchen verlieren entsprechend die Saiten und müssen öfter getauscht werden. --> Höherer Verschleiß.

Hohe Bundstäbchen erschweren die Intonation, weil die Fingerkuppen weniger/keinen Kontakt zum Griffbrett haben und man viel leichter die Saite bended.

Saite schlägt auf Bundstäbchen: Kraft.
Je fester man drückt, desto schneller entstehen Kerben.
Klar bei Hammer-Ons etc lässt sich das nicht vermeiden, aber viele Gitarristen drücken auch einfach mit viel zu viel Kraft.
Ich habe irgendwann mal einen Bericht über Ulli Bögershausen gelesen, in dem stand, dass er quasi keinerlei Verschleiß an seinen Bundstäbchen hat, weil er seine Kraft quasi optimal nutzt und nur so fest drückt wie gerade nötig.
Wenn man ihn Spielen sieht ergibt das durchaus Sinn, ist aber entsprechend auch wenig expressiv.
Ich denke, dass jemand wie Marcin Patrzałek da sehr viel schneller seine Bünde durchgekloppt hat. (siehe Videos zum Vergleich unten)

Von daher:
Es gibt einen gewissen Standard, der sich für eine Vielzahl an Gitarristen als sinnvoll etabliert hat. Dieser ist Neusilber.
Für manche Leute wäre vllt härtere Bünde sinnvoll. Kommt halt drauf an, was man damit anstellt und wie "gut" die eigene Spieltechnik ist.
Ansonsten sollte ein Tausch der Bundstäbchen für jeden etablierten Gitarrenbauer Routine sein.



 
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Aber ob es physikalisch messbare Veränderungen gab...

Menschen haben sehr sensible Sinnesorgane und nicht alles was sie wahrnehmen sind psychoakustische Störungen.

Hohe Bundstäbchen erschweren die Intonation, weil die Fingerkuppen weniger/keinen Kontakt zum Griffbrett haben und man viel leichter die Saite bended.

Für Anfänger gilt das sicher weil sie die Muskulatur der Finger noch nicht so gut unter Kontrolle haben, aber bei fortgeschrittenen Spielern sehe ich das genau umgekehrt.

Mir selbst können Bünde gar nicht schmal und hoch genug sein, gerade wegen besser zu kontrollierender Intonation.

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