Was bewirken Parallele und Serielle Schaltung?

von Ideentoeter, 29.10.08.

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  1. Ideentoeter

    Ideentoeter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.08   #1
    Mal wieder für die Doofen.

    Wo liegt der Unterschied zwischen Paralleler und Serieller Schaltung. Nehmen wir eine Gitarre mit zwei Humbuckern (wie typisch) und gehen davon aus, dass diese einmal seriell und ein anderes mal parallel geschaltet werden. Wo ist da der Unterschied? Wie wirkt sich das klanglich aus und - ganz wichtig - geht das überhaupt. Ich werd aus dem, was man findet, irgendwie nicht schlau. So grob kann ich mir vorstellen, was da passiert, aber wo liegt der klangliche Unterschied?

    Gruß und Dank schonmal
    I.
     
  2. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.10.08   #2
    Nicht die Humbucker werden parallel/seriell geschaltet, sondern die Spulen eines Humbuckers. Pickups sind in den meisten Gitarren grundsätzlich parallel wenn mehrere gleichzeitig im Betrieb (Mittelposition Paula oder Zwischenpositionen bei der Strat). Humbuckerspulen parallel macht den Sound schwächer in richtung Singlecoil, nur nicht so knackig und schön - für mich persönlich recht sinnlos, weil man da mit einem (ggf. noiseless) SC deutlich besser bedient ist. Seriell ist die übliche Art wie ein Humbucker betrieben wird, also eben der fette Humbucker Klang.

    Mehrere Pickups in Reihe schalten kann man zwar auch, aber das klingt nicht so dolle. Zwei Humbucker in reihe ergeben nur einen Haufen Matsch.

    Manche mögen aber gerade die "falschen" Sounds, daher müsste man es ausprobieren wenn man nicht auf die "klassische" Art spielen will.
     
  3. LoneLobo

    LoneLobo Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 29.10.08   #3
    Mal umrissen was elektrisch passiert (Ich hoffe ich schieß zur Abwechslung mal keinen Bock. Falls doch, berichtigt mich bitte!):

    - Ab hier E-Technik -

    Du baust mit deinem Tonabnehmer und der Restelektronik bzw. dem Ampeingang einen Schwingkreis auf, der eine bestimmte Resonanzfrequenz hat.
    Das bedeutet, je näher die Schwingung im Schwingkreis an jener Resonanzfrequenz dran ist, desto größer ist ihre Amplitude - bzw. desto besser hört man sie, denn große Amplitude bedeutet hohe Lautstärke.
    Ein Tonabnehmer besteht im Grunde aus einem Ohmschen Widerstand R und einer Induktivität L.
    Schaltest du 2 Tonabnehmer seriell, addieren sich sowohl die beiden Rs als auch die beiden Ls.
    Wenn du 2 Tonabnehmer parallel schaltest, verhält sich das ganze Reziprok. Ich geh vereinfachend mal von gleichen Werten aus, dann erhält man gerade R/2 und L/2.

    Ein Schwingkreis besitzt die Eigenfrequenz f_0, und die verhält sich folgendermaßen:
    [​IMG]
    Also indirekt proportional zu L. So grundsätzlich. Dass da die Wurzel noch drüber is, is uns grad ma wurscht.
    Bei seriellschaltung wächst dein L, also muss die Resonanzfrequenz nach unten gehn -> Es werden eher tiefe Frequenzen betont, dein Sound wird also tiefer, dumpfer.
    Bei der Parallelschaltung genau andersrum: L wird kleiner, damit steigt die Resonanzfrequenz und es werden die hohen Frequenzen verstärkt. Dein Sound wird also sehr hell, offen, höhenreich etc.

    - keine E-Technik mehr -

    Meine Erfahrungen - ich kann beides bei meiner Ibanez einstelln - passt da dazu.
    Seriell ist recht dumpf, sehr "bellend", "warm" etc.
    Auf den unteren Bünden eignen sich hier besonders Singlenote-Riffs die möglich böse und grollend rüberkommen sollten. Man muss alllerdings recht sauber und akzentuiert spielen, sonst vermatschts recht leicht.
    Weiter oben gibts nen sehr sahnigen Solo-Sound, so in Richtung Slash etc.
    Klingt dabei aber nicht so hohl wie der Hals-Tonabnehmer alleine.
    Akkorde würd ich allgemein nicht damit spieln, das wird zuviel Gematsche.
    [e] Bin übrigens sehr großer Fan dieser Position. 2 Humbucker seriell find ich - wenns passt - sehr sehr geil.

    Parallel dagegen eignet sich grade besonders gut für Akkorde. Klingt dann sehr weich, nicht sehr mittig, recht höhenreich etc.
    Wunderbar, geht in Richtung (Nur in Richtung! :D) Westerngitarre würd ich behaupten. So rein von der Art her. Man muss hier aber aufpassen dass man nicht zu viele Höhen reinkriegt. Wäre für mich z.B. garnix fürs Solo. Und allgemein eher für Clean geeignet, für Zerre isses mir zu dünn.

    Das war jetzt mal alles ganz allgemein gehalten - je nachdem ob man Singlecoils oder Humbucker verwendet, drückt das den Sound dann eben nochmal in die typische Richtung.
     
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