Welchen Rhythmus hat dieses Stück von Bratsch

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christian.wahl
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Guten Abend zusammen,
ich frage mich seitdem ich dieses Stück kenne, was das für ein Rhythmus ist.
Das Stück heisst "En attendant Madeleine" und ist von der Gruppe Bratsch.
hier der Link:


Kann mir jemand helfen?, ich bin zu blöd dazu

Gruß
Christian
 
chnöpfleri
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Hallo Christian,

Mensch, ist das schwierig!
Und es kann sein, dass ich dir jetzt einen kompletten Kohl erzähle. Und es gibt da sicher Leute, die ein besseres Ohr haben als ich. Aber:
Ich habe es mal probiert und bin mit mehrmaligem Abhören der Aufnahme bei 50% Geschwindigkeit zu folgendem Resultat gekommen:
abwechselnd 9/8 - 15/8 (oder auch 9/16 - 15/16), jeweils mit der Dreiergruppe am Schluss des Taktes .
Das war für mich auch von der Melodie her am einleuchtendsten.
Die neue Phrase (hört man gut, wenn der Bass einsetzt bei 0:35), geht 24 Schläge lang, Aufteilung unklar.

Aber ab Min. 2:20 hört man die obenstehende Aufteilung am besten, da spielt das Akkordeon den Rhythmus praktisch ohne viel "Umgebungslärm" um sich herum durch.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
Dieses Stück kannte ich nicht, ich bewege mich eigentlich nicht in diesen Gefilden, habe aber auch schon das Vergnügen gehabt, in einer Gruppe mitzuspielen, die viele Balkanstücke im Programm hatte.

Gruss
chnöpfleri
 
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christian.wahl
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Herzlichen Dank für Deine Antwort,
das klingt wirklich sehr kompliziert,
ich höre mir auch mal in reduzierter Geschwindigkeit an.
vielleicht kommen ja noch weitere Antworten.
Gruß

Christian
 
lil
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Im Unterforum "Musiktheorie" gibt es ein Unter-Unterforum "Rhythmik". Vielleicht kann ein Moderator es dorthin verschieben, dann können mehr User es sehen. Denn Rhythmusbestimmung ist ja kein spezielles Akkordeon-Problem ...

P.S. geiles Stück; ich habe gar nicht versucht, es auszuzählen, sondern einfach die Musik genossen. Allerdings stimme ich @chnöpfleri zu, dass es bestimmt kein durchlaufender Rhythmus ist, sondern die Taktart wechselt.




Anmerkung der Moderation:
Frage in Rhytmikbereich verschoben - viel Spaß beim lösen des Rhytmusrätsels
maxito
 
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christian.wahl
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Ich danke Euch sehr,
bin sehr gespannt auf doe Meinungen von Euch,
Gruß

Christian
 
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Ich würde mich sehr über weitere Diskussion freuen.
Gruß
Christian
 
McCoy
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Der gesamtem Balkan- und türkischen Rhythmik kommt man etwas näher, wenn man sie in Zweier- und Dreiergruppen unterteilt. Dadurch entstehen 11er, 13er und ähnliche Rhythmen. Ich habe einmal in einer Oriental-Jazz-Combo gespielt, da gab es z.B. einen 10er, der ging 3-2-2-3. Es hat eine Weile gebraucht, bis es klick gemacht hat. Irgendwann bemerkte ich, daß das der Take-Five-Rhythmus einmal vorwärts und einmal rückwärts gespielt ist, und dann ging es ganz leicht.

Zum vorliegenden Stück fehlt mir gerade die Muße, das herauszuhören, aber vielleicht helfen die Hinweise.

Viele Grüße,
McCoy
 
Klangbutter
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Nachdem Du mich privat angeschrieben hast ...

Ich würde das so interpretieren:

upload_2020-6-13_21-51-45.png
 
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genial, Du bist der Einstein der Musik,
ich schaue es mir gleich an.
Ist das konsequent über das ganze Stück so?
Gruß
Christian
 
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Klangbutter
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Ist das konsequent über das ganze Stück so?

Nicht ganz, im Dulcimer Solo (Hackbrett oder ein noch speziellerer Begriff) wechselt es
nach anfänglichen "Schlampereien" mit gehaltenen Borduntönen im Bass (C und G) auf 7/8 9/8 4/4 und das Akkordeon groovt sich auf diesen Rhythmus ein:

upload_2020-6-18_17-57-51.png


Der Bass steigt nach den anfänglichen Borduntönen erst einmal aus, kommt dann zurück mit diesen Tönen

upload_2020-6-18_17-29-7.png


Entschuldige wenn ich nicht alles schreibe. Es handelt sich im Bass um die Töne C E G Bb welche aus der Skala C Db E F G Ab Bb , der phrygisch dominanten Tonleiter besteht, die ich jahrelang traktieren musst ... äh durfte. Der Bassist fühlt eigentlich nur die Schwerpunkte, welchen der 4 Töne er spielt, ist relativ Rille, hauptsache die Betonung sitzt.


Irgendwann geht das Akkordeon dazu über, Akkorde zu spielen, denn dazu wurde es ja erfunden :D


upload_2020-6-18_18-4-43.png



oder rechts links rhythmisiert, um die Nachschläge noch prägnanter zu machen.


upload_2020-6-18_18-5-27.png



Ehrlich gesagt, ich finde den Akkordeonpart gnz schön stumpfsinnig. Es ist quasi immer C Dur, allerhöchstens mal mit einem Des garniert.
Ich würde spätestens nach 30 Sekunden die Nerven verlieren und Polychords spielen:

upload_2020-6-18_19-19-14.png



Irgendwann im Impro schwenkt der Bass allerdings wieder punktgenau und beinhart auf einer Eins der 3 taktigen Struktur auf seinen alten 13/8 11/8 Groove um. Er tut das nicht ganz allein ... vermutlich lächelte er kurz vorher charmant in die Musikerrunde, dass sie jetzt gefälligst die Ohren spitzen sollen und mindestens die Klarinette (oder noch eine Geige?) spielt sofort mit dem Bass bereits ein gewisses (notiertes) Thema, das schon auf 13/8 11/8 passt, während das Akkordeon noch im 7/8 9/8 4/4 decrescendiert. Alle hören sich allerdings während dieses 6 taktigen Themas auf den Bass ein und dann beginnt wieder auf einen zusätzlichen Cue folgendes Thema, das auch schon anfangs erklingklangklong:

upload_2020-6-18_19-51-48.png



Bisschen viel geworden... Wenn Du noch mehr wissen musst - frag ruhig nochmal.

Übrigens, vielleicht ist das auch für Dich interessant @maxito , denn die Skala und die Akkorde passen perfekt auf Misirlou.
 
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wahnsinn! ich schaus mir gleich an!
danke!
Gruß
Christian
 
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Eine Frage hätte ich vielleicht noch,
wenn ich das Stück (Themen am Anfang und am Ende ) spielen möchte,
wie würdest du denn auf dem standardbass die Begleitung machen?
So etwa wie auf dem vierten Notenbeispiel von unten?
Vielen herzlichen Dank und alles Gute

Christian
 
Klangbutter
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Variierend natürlich. So wie das Original es in großer Besetzung macht, würde ich das aufs Akkordeon reduzieren.

Also mal Bordun C oder C und G.
Mit Ausreißern mal ein aufblitzendes B oder F.

Dann rhyhtmisiert wie im Beispiel abgebildet, 2er und 3erGruppen jeweils Bass/Akkord.
Rechts / links geteilt wird ja leider nichts, weil Du ja auch Melodien spielen musst.

Aber ich sags Dir gleich, das wird sehr sehr anstrengend!

1. Diese Taktstruktur geht nicht ohne weiteres ins Blut. Das wird dauern.

2. Diese recht statische Harmonie ist zwar einfach zu spielen (keine Sprünge im Bass) aber davei geht relativ schnell die Spannung verloren, es ist schnell abgenutzt, wenn Du nicht andere interessante Sachen einbaust.
Bei der Band gibts halt viele Möglichkeiten, jeder Spieler hat Reserven für Akzente, Dynamik, unabhängige Artikulation/Phrasierung.

Und ttotzdem wirkt es doch irgendwie tranceartig monoton.
Also ... ich will es Dir nicht ausreden, nur warnen! Eine große Herausforderung!

Zum Horizont erweitern, krumme Taltzahlen ttainieren und Spannung erzeugen ist es aber eine super Übung!

Wenn du kein Solo machst, was ja auch noch völlig frei über krumme Takte läuft, und dann auch keine Reprise brauchst, könnte es eine passable und effektive Länge haben.
So 2-3 Minuten... das schafft man, mit Registern und sauber notierten Melodien.

Kriegst Du die Melodien hin?
Merkst Du Dir die gleich oder hast Du vor sie zu notieren?
 
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christian.wahl
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Vielen Dank lieber Uwe,
auf die Gefahr mich zu blamieren: Sagen wir mal so ich würde sie gerne notieren,
bin da aber noch nicht so fit.....
kannst Du dir so etwas gleich merken?
Ich bin beeindruckt!
 
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Nein, in sowas bin ich ganz schlecht. Aber mit dem Aufschreiben klappts ganz gut.

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Ich bin eifach nur sprachlos.
Es gibt noch Genis auf dieser Welt!
Danke Dir!
Christian
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Ich meine natürlich Genies!
 
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