Welcher Tonabnehmer in Heritage 535 besser?

Den '59 mag ich bei weitem lieber mit anderen Magneten, und die kann man ja auch tauschen.

Moin @bagotrix ! Schöne ausführliche Beschreibung in Deinem Post #19 (y) Auch von mir ein großes Danke (y)

Ich entnehme Deinen Ausführungen, das Du viele Erfahrungen gesammelt hast und der Tausch von Magneten gerade bei den HB im 59'er Style was bringt. Mich würde mal interessieren, wie sich genau das tonale Verhalten ändert. Hintergrund ist meine Wahrnehmung, das der Neck-HB immer zu "Bummi" ist, er drückt zu sehr in den Bässen. Ich spiele Gibson Les Pauls Standards seit 1980 und habe natürlich immer mal die Paulas von befreundeten Gitarristen sowie die, die in zahlreichen Musikläden standen/hingen quer gespielt. Ich empfand eigentlich immer die Neck-HB's zu drückend in den Basstönen. Bis zum A allemal, bis zum B (H) aber auch sehr oft.

Selbst der Wechsel zu dünneren E und A Saiten (weniger Masse) brachte nicht wirklich was. Mir ist im Laufe der Jahre in zahlreichen YouTube Videos aufgefallen, das zahlreiche Paula-Spieler ihren Neck-HB tief runter drehen. Das mache ich mittlerweile an/mit meiner Paula auch. Der Neck-Pu ist fast bündig zum PU-Rahmen. Bringt viel! In YT-Videos haben einige den Neck-HB sogar bis tief in den PU-Rahmen "rein gedreht".

Jetzt lese ich Deine Ausführungen zu den Magneten. Kann man gezielt durch Wahl der Magneten diese Basslastigkeit aus einem Neck-PU nehmen? ...OHNE das sich der Grundcharakter des Sounds ändert? Auch dass das Auflösungsvermögen eines sehr guten HB's nicht verloren geht?!

Kannst Du dazu speziell was aus Deimen Erfahrungsschatz sagen? Danke Dir!
 
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Mich würde mal interessieren, wie sich genau das tonale Verhalten ändert. Hintergrund ist meine Wahrnehmung, das der Neck-HB immer zu "Bummi" ist, er drückt zu sehr in den Bässen.
Dafür hat sich bei mir der A4 ganz klar am besten bewährt. An der Bridge kann er ein bisschen nüchtern rüberkommen, wenn die Gitarre keine sehr gute Grundlage bietet, aber am Hals ist er mein erster Griff, wenn der HB zu sehr wummert bzw. zu "scooped" in den Mitten ist. Dann räumt er die Bässe auf und bringt mehr Definition in den vokalen Mitten, gefühlt so zwischen tiefen und mittleren Mitten und unterhalb der bissigeren Hochmitten, was gerne auch mal als "Flöten" umschrieben wird. Sozusagen weder Bariton noch Sopran, sondern eher Tenor und Alt.

Das Ergebnis ist natürlich von der Wicklung etc. abhängig, aber speziell im Vergleich zu A5 wars eigentlich immer eine Verbesserung. Hat man einen A2-HB, der einem zu weich oder "undeutlich" erscheint, kann er umgekehrt etwas mehr Klarheit und Direktheit bringen.

Wo ich den A4 an der Bridge sehr mag, ist übrigens der Duncan Custom (den es in etlichen Versionen gibt, die alle gleich gewickelt sind, und selbst der Full Shred ist ein Custom 5- Abkömmling, nur mit zwei Reihen Inbusschrauben.

Ich finde diese Wicklung ja ein bisschen zickig - als Urversion mit Ceramic-Magnet ein toller Classic Metal-Humbucker, aber zum Solieren mMn recht spröde. Custom 5 ist mir viel zu scooped, mächtige Bässe und scharfe Höhen, aber in den Mitten für mich (!) unbrauchbar. Als Custom Custom (A2) ein 1a Hair Metal-HB, angeblich hat auch Eddie ihn eine Zeitang viel gespielt, was ich nach seinen späteren PUs nicht so fern liegt, die auch oft A2 mit einer relativ starken Wicklung kombinieren. Hat aber bei mir immer sehr wenig Bässe gebracht, und was da war, klang eher weich. In den 80ern hat man aber auch nicht tiefer gestimmt, und die schlanken Bässe verhindern Matsch bei heiß angefahrenen Marshalls. Absolut geiler Lead-HB, singt ohne Ende. Aber eher ein Spezialist. Mit A8 war er mir von allem etwas zuviel, zwar ausgewogen, aber schon sehr satt und komprimiert. Für Metal sicher auch sehr gut, aber mir halt etwas zu dicht.

Bleibt besagter A4, der für mich die beste Wahl im Custom - die Bässe da, aber weder zu mächtig noch zu weich, die Mitten sind gegenüber dem A5 "aufgefüllt", und obenrum nicht ganz so bissig wie dieser oder der Ceramic. Kein Zufall, dass ich den '59 und den Custom nenne, denn letzterer ist tonal jeweils gar nicht so weit weg von den entsprechenden '59-Gegenstücken, nur immer eine ganze Kante heißer. Wobei der '59 speziell den A8 mMn besser verträgt, weil er doc noch mehr Reserven an Klarheit hat und er Output nicht zu hoch wird.

Gruß, bagotrix
 
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In meiner Umgebung wird gerade ein unverbautes Mojotone 59 Clone Set (Standard Wicklung) für 130€ angeboten und viele sehen diese als Gegenstück zu den Seth Lovers. Hast du auch Erfahrungen mit dem Set?
Die kenne ich leider nur vom Hörensagen. Von der Beschreiobung und den bisherigen Reviews her scheinen sie durchaus zu passen bzw. in die etwas wärmere Richtung unter den PAFs zu gehen. Auch das Preis-/Leistungsverhältnis scheint zu stimmen, gerade für eher kleine Anbieter und eher Vintage-orientierten Materialien etc. ist der Preis ja sogar eher im unteren Bereich.

Ich würde es aber (jedenfalls nach dem Probieren anderer Magneten und wenn nicht vorhanden, dem 50s Wiring) immer zuerst mit PUs probieren, die ich schon kenne und mag - oder in Deinem Fall: die schon zu Hause liegen.

Noch eine Möglichkeit möchte ich nennen, auch wenns den Gitarre-in-Amp-Puristen eher nicht anspricht, aber dazu hast Du ja nichts näheres geschrieben: Ein passendes Pedal könnte auch zum Ziel führen. Ich bin selber fast völlig auf Rack-Multis geeicht, aber ein Pedal gibts halt doch, das sich mir schnell unentbehrlich gemacht hat, und das ist das J. Rockett Archer. Mit vollem Gain kann es zwar auch schöne Leadsounds produzieren oder im mittleren Bereich schönen Crunch, aber vor allem ist es ein Pedal, das als "Alwaays on"-Pedal sehr gut für Deinen Bedarf passen würde. Denn mit Gain im unteren Bereich und höherem Volume wird der Ton etwas mittiger und runder und in den Bässen aufgeklart, und die Höhen kann man von weich bis bissig schön anpassen. Das Teil kommt tendenziell aus der Klon Centaur-Ecke, wo sich inzwischen so einiges tummelt, das bestimmt auch in Frage käme. Mangels Vergleichsobjekt (ich habe das Ding tatsächlich gewonnen und hätte mir sonst sicher kein Pedal gekauft) kann ich nichts konkretes zu Alternativen wie dem Tumnus sagen, aber die Grundtendenz ist da sicher ähnlich. Wobei es den Tumnus auch als Deluxe-Version mit 3-Band-Klangregelung gibt, was auch kein Fehler ist.

Sehr viele nutzen diese Pedale jedenfalls wie beschrieben als Bereicherung des Grundtons, statt als Zerrer im eigentlich Sinn, und seit dem Rockett kann ich das erstmals nachvollziehen. Der Plan war, es gleich zu verticken, aber einmal angeschlossen war der schnell dahin... Mein oller Peavey Bandit hat auf einmal einen sehr viel schöneren Cleansound, den ich nur mit dem bekannten Klischee "röhrenmäßig" beschreiben kann. Und mein GT Trio Röhrenpreamp legt die Messlatte da schon ziemlich hoch, und noch mehr mein Koch Studiotone, dessen Cleansound für mich die Benchmark ist.

Gruß, bagotrix
 

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