Welches Ausgangssignal aus BSS Audio AR133 DI-Box? Ist das ok für Mic-Eingang?

P
Pentatoniker
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
12.01.26
Registriert
19.04.17
Beiträge
219
Kekse
593
Ein Hallo in die Runde,

ich entschuldige mich eigentlich schon mal vorab für meine Frage, da ich mir eigentlich sicher bin, dass das, war wir seit Jahren tun, korrekt ist und hier wahrscheinlich schon diskutiert wurde. Aber zum einen habe ich die konkrete Antwort nicht gefunden ich habe nun mal von Elektrotechnik keine Ahnung und kann mit den technischen Angaben zu den Geräten nichts anfangen. Daher frage ich lieber nochmal nach.

Seit 2 Jahren geht unser Bassist von seinem Bass per Instrumentenkabel in die DI-Box und von von deren XLR-Ausgang mit XLR-Kabel in den Mic-Eingang vom Mischpult. Der Knopf für den Eingangspegel steht bei ca. 10 - 11 Uhr.

Das Mischpult ist ein Soundcraft Signature 22 MTK. Das Pult hat je Kanal 2 Eingänge, einen XLR, der mit "Mic" beschriftet ist und einen Klinke, der mit "Line" beschriftet ist. Zu den Eingängen findet sich im Handbuch:
  • Ein- und Ausgangspegel
    • Microfoneingang: Max + 12,5 dBu
    • Line-Eingang: Max >+ 26 dBu
  • Ein- und Ausgangsimpedanzen
    • Mikrofoneingang: 1,2 kOhm
    • Line-Eingang: 10 kOhm
    • Hi-Z-Eingang: 968 kOhm
Die DI-Box ist eine BSS Audio AR 133 active. Der PAD-Schalter steht auf 0db. Im Manual steht zum Ausgang: "3-polige XLR-Buchse, Übertrager-Symmetrierer-Ausgang zur Ansteuerung von Lines ab 600 Ohm und mehr. Maximaler Ausgangspegel vor Clipping ist größer als +9 dBu bei Batterie- oder Phantomspeisung."

Nun war ich wg. eines Problems ( siehe https://www.musiker-board.de/thread...rs-meines-soundcraft-signature-22-mtk.764749/) mit dem Teil beim in der Werkstatt und der Techniker meinte, dass man den Bass so nicht anschließen darf. Aus der DI-Box käme ein Line-Signal und damit dürfte man nicht in den XLR-Eingang, weil der nur Mic-Level hätte.

Was ist jetzt richtig? - Vielen Dank für euren Support!
 
ich entschuldige mich eigentlich schon mal vorab für meine Frage
Das ist gar nicht nötig, dafür ist ein Forum doch da ;)

der Techniker meinte, dass man den Bass so nicht anschließen darf.
Das wäre mir neu, dass man das nicht wie von dir beschrieben machen darf. Euer Szenario ist ein ganz klassischer Anwendungsfall für eine aktive DI Box. Von daher: Einfach so weitermachen, da ist nichts falsch.
 
Die DI macht per Transformator ein Übersetzngsverhältnis von 10:1 und bringt damit den Instrumentenpegel auf einen Pegel für Mikrofoneingänge. Genau dazu ist die gebaut und sie muss auch deshalb an den XLR Eingang angeschlossen werden, weil der die mit Phantomspannung versorgen kann. Und im Prinzip sind alle DI Boxen so ausgelegt, dass die einen Pegel liefern, der für Mikrofoneingänge passt.
Und sorry für die hartne Worte: der Techniker hat dir hier Mist erzählt.

Also kurz ja, das gehört genau so: Bass -> DI Box -> XLR Mikrofoneingang.

Der Pad Schalter macht eine zusätzliche Dämpfung zur ohnehin vorhandenen Übersetzung.

Wenn du mehr über DI Boxen wissen willst: hier mein Workshop, den ich vor einiger Zeit verfasst habe.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Vielen Dank euch. Genau so war es mir auch bekannt und haben wir es gemacht.
Der Techniker genoss bislang mein größtes Vertrauen, aber seine Diagnose am Freitag war echt strange. Vielleicht wollte er sich einfach nicht damit beschäftigen.
Ich denke, das Thema ist durch. Merci!
 
Die DI macht per Transformator ein Übersetzngsverhältnis von 10:1 und bringt damit den Instrumentenpegel auf einen Pegel für Mikrofoneingänge.
Die AR-133 ist eine aktive DI und hat nicht die von passiven DIs üblichen 20 dB Absenkung durch den 10:1 Trafo. Ich habe meine mal gemessen und die Ausgangsspannung entspricht ca. der Eingangsspannung +6 dB durch die Symmetrierung.

Am Ende ist es ganz einfach: Clippt der Mischpulteingang, wenn du den Mic-Input benutzt und das Gain am Pult auf Minimum hast? Dann gehört das Signal in den Line-Input. Ansonsten ist alles gut und richtig verkabelt. Und so wie ich es verstehe, ist das hier auch der Fall.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
und hat nicht die von passiven DIs üblichen 20 dB Absenkung
Aber sie hat einen PAD Schalter für -20 und -40 dB. Die Kiste macht an sich nur Stress wenn man sie am Eingang sehr heiß fährt, da neigt sie dann zum Zerren, egal was man da am PAD eingestellt hat.
Ein passiver Bass (so es denn ein passiver ist) sollte keine Probleme machen. Sollte der Bass aktiv sein, so wäre die Verwendung einer passiven DI Box sicher die bessere Variante, wie ich meine.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Die AR-133 ist eine aktive DI und hat nicht die von passiven DIs üblichen 20 dB Absenkung durch den 10:1 Trafo.
Das ist sehr ungewöhnlich. Die aktiven DIs, mit denen ich zu tun habe, haben alle auch die 10:1 Abschwächung durch den Trafo, nur dass sie eben hochohmig am Eingang sind. Normalerweise will man ja die 10:1 Transformation, dmit der Line Pegel auf Mikrofonpegel gebracht wird. Wenn man die jetzt auf einen Line Eingang bringen müsste, weil sie zuviel Pegel bringt, dann könnte man die nicht mit Phantom Power betreiben. Und das wäre ziemlich :poop:
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
...und der Techniker meinte, dass man den Bass so nicht anschließen darf...

Dann ruf die Polizei und zeig' mich an. Oder lass mich gleich in eine geschlossene Anstalt einliefern, ich mache das nämlich seit 40 Jahren so. Ohne Probleme, wie ich anmerken möchte (mit der einen Ausnahme, als ein angeschlossener Bass einen Wackler in der Elektrik hatte).

Der Techniker hat wohl eine DI-Box (da kommt üblicherweise Mikrofonpegel raus, und die technischen Daten, die Du mitgeliefert hast, bestätigen das ja - +9 dBu kommen raus, das Pult verträgt maximal +12,5 dBu, also alles gut) mit einem Line-Übertrager verwechselt - da kommt nämlich Line-Pegel raus. Die AR133 sieht halt für eine DI-Box auch irgendwie martialisch aus, finde ich. Da kann man sich schonmal vertun.
 
  • Haha
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Das ist sehr ungewöhnlich. Die aktiven DIs, mit denen ich zu tun habe, haben alle auch die 10:1 Abschwächung durch den Trafo, nur dass sie eben hochohmig am Eingang sind.
Ist das so?
Meine Behringer GI100 verhält sich identisch. Die Palmer Pan 02 und Palmer Havel führen einen 1:1-Trafo in den Daten auf. Welche aktiven DIs machen das anders?
Normalerweise will man ja die 10:1 Transformation, dmit der Line Pegel auf Mikrofonpegel gebracht wird. Wenn man die jetzt auf einen Line Eingang bringen müsste, weil sie zuviel Pegel bringt, dann könnte man die nicht mit Phantom Power betreiben.
Für den Fall gibt es die Pad-Schalter zur Dämpfung. Diese Verkabelung ist tatsächlich die bessere Variante, als meine erste Aussage, weil man so nicht auf die Batterie angewiesen ist. Natürlich kann man argumentieren, dass in dem Fall die Verstärkungskette nicht optimal ist (Absenkung vor dem Pult, Verstärkung im Pult).

Es gibt zur BSS diesen kurzen Vergleichstest der Tools4Music. Den dort zitierten größeren Vergleichstest gab es vor vielen Jahren mal in den Untiefen des Internets, nur gerade finde ich ihn nicht mehr.
Die Kiste macht an sich nur Stress wenn man sie am Eingang sehr heiß fährt, da neigt sie dann zum Zerren, egal was man da am PAD eingestellt hat.
Ein passiver Bass (so es denn ein passiver ist) sollte keine Probleme machen. Sollte der Bass aktiv sein, so wäre die Verwendung einer passiven DI Box sicher die bessere Variante, wie ich meine.
Wobei wir dann über eine klangliche Entscheidung reden. Das "Überfahren" einer aktiven DI führt nicht zu einem Defekt (um mal wieder den Bogen zur Ausgangsfrage zu ziehen), sondern zu einem erhöhten Klirrfaktor, der klanglich sogar bevorzugt werden kann. Schließlich verwenden so manche hochgelobten Preamps Übertrager genau aus diesem Grund. So ein bisschen Sättigung kann ganz nett am Bass sein.
Der Techniker hat wohl eine DI-Box (da kommt üblicherweise Mikrofonpegel raus, und die technischen Daten, die Du mitgeliefert hast, bestätigen das ja - +9 dBu kommen raus, das Pult verträgt maximal +12,5 dBu, also alles gut) mit einem Line-Übertrager verwechselt - da kommt nämlich Line-Pegel raus.
Ich habe schon ein paar mal gesagt, dass ich die Begriffe "Mikrofon-" und "Line-Pegel" nicht mag, da es keine sinnvolle, allgemeingültige Definition dafür gibt. Aus einer DI-Box kommt hinten das raus, was man vorne rein gibt multipliziert mit dem Übertragungsfaktor, solange Ein- und Ausgangssignal innerhalb der Grenzen der DI-Box liegen. Hier passt alles gut zusammen.
 
Aber sie hat einen PAD Schalter für -20 und -40 dB.
Bedenken sollte man hierbei aber, dass die hohe Eingangimpedanz bei Betätigung des PADs nicht mehr vorhanden ist - das kann bei passiven Instrumenten zu Höhenverlust führen.
Die AR-133 fällt dann von 1MOhm auf 47KOhm:

1768244827029.png


Nochmal kurz zurück zum Start: wenn das Pult einen HiZ-Eingang hat, könnte man diesen auch direkt ohne eine DI-Box verwenden.
 
Sollte der Bass aktiv sein, so wäre die Verwendung einer passiven DI Box sicher die bessere Variante, wie ich meine.
Das ist nochmal ein interessanter Aspekt. Ja, was ich beschrieben habe, betraf den passiven Bass. Der aktive Bass zickte mehr, aber das wollte ich aus dem beschrieben Grund nicht thematisieren.
Clippt der Mischpulteingang, wenn du den Mic-Input benutzt und das Gain am Pult auf Minimum hast? Dann gehört das Signal in den Line-Input. Ansonsten ist alles gut und richtig verkabelt. Und so wie ich es verstehe, ist das hier auch der Fall.
Das Clippen war ein bislang einmaliges, elektronisches Problem,
Am XLR muss ich den Gain gerade mal ca 30% aufdrehen, um sauber auszupegeln.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Da kann man sich schonmal vertun.
Ja, könnte man, trotzdem war das ein ziemlich komischer Termin. Der macht das seit ca 50 Jahren und repariert echt alles an Musikelektronik.
War evtl mein Fehler, dass ich 20 min vor Geschäftsschluss da war.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Nochmal kurz zurück zum Start: wenn das Pult einen HiZ-Eingang hat, könnte man diesen auch direkt ohne eine DI-Box verwenden.
Ja, hat es, und der muckte auch nicht. Aber die Ausgangsfrage war ja, ob ich für den XLR-Eingang verkabelt habe. Und da lese ich hier ein eindeutiges JA heraus.

Danke euch!
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Kiste macht an sich nur Stress wenn man sie am Eingang sehr heiß fährt, da neigt sie dann zum Zerren, egal was man da am PAD eingestellt hat.

Wundert mich tatsächlich. Aus meiner Sicht wäre nämlich genau das der Sinn des PAD-Schalters - nämlich einen zu hohen Eingangs(!)-Pegel zu dämpfen, um ein Übersteuern der Eingangssektion zu vermeiden. Nicht, um den Ausgang abzuschwächen für ein Gerät, das mit normalem Line-Pegel nicht klarkommt. Freilich - geht natürlich auch, aber unter Inkaufnahme von Nachteilen wie erhöhtem SNR (ich zieh das Grundrauschen der Elektronik unnötig mit dem Preamp wieder mit rauf, wenn der PAD schaltungstechnisch "vor" dieser sitzt) und verringerter Eingangsimpedanz.

Behringer wirbt ja z.B. auch bei der DI100 mit "Abnahme von Verstärker-Ausgängen mit Leistungen bis zu 3000 Watt". So und so möchte ich das nicht unbedingt ausprobieren, Fakt ist aber dennoch, dass das selbst wenn sich diese 3000W im Datenblatt des fiktiven Verstärkers auf 4 Ohm beziehen würden, immer noch ca. 110V wären. Das schiebt man garantiert nicht mehr in einen Input ohne PAD. Also muss der offensichtlich am Eingang sein.

Insofern wundert es mich wirklich und müsste ich mal testen. Habe aber keine AR-133 in meinem Dunstkreis greifbar...


Am XLR muss ich den Gain gerade mal ca 30% aufdrehen, um sauber auszupegeln.
Das ist ja völlig OK und würde ich in manchen meiner Anwendungsfälle sogar schon als "viel" bezeichnen. Ich finde kein hochauflösendes Foto, um die Skalenbeschriftung gut lesen zu können, aber ich glaube, es geht bei Linksanschlag mit 5dB los. Also wären deine 30% vermutlich immer noch mindestens 15dB. Bei Toms, egal ob mit dynamischem Mic oder per Clipkondenser abgenommen, brauche ich da auch schon mal nur 5-8dB und dann steht der Gainregler eben auf Linksanschlag. Macht ja nix, solange nix zerrt und mir das trotz hohem Pegel hinterm Preamp zum Workflow passt.

Funfact: Bei vielen Digitalpulten geht der "Gain" übrigens oft vermeintlich sogar bis -5dB, sehr häufig ist das dann aber tatsächlich nur ein zusätzlicher, automatischer "Trim", der Preamp macht meistens trotzdem mindestens +5dB. Unter Umständen kann es da also auch schon zum Clipping kommen, obwohl laut Anzeige eignentlich alles gut aussieht.
 

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben