Welches Instrument für ein 6-jähriges Kind?

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Sofiaka
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Guten Abend alle zusammen!

Meine Frage steht im Betreff. Die Hintergrundinformationen:

1. Das Kind wird bald 6 und ist sehr musikalisch. Er singt sehr gut, greift zu Hause immer wieder zu Gitarre und Keyboard, probiert selbst viel aus.
2. Der größere Bruder spielt bereits seit 2 Jahren Cello. Und nimmt an einem Streicherkreis teil.
3. Ich selbst kann etwas Gitarre (nur Akkorde) und habe 3 Jahre Klavierunterricht gehabt. Es ist aber schon ewig her.
4. Das Kind hat bereits Geige 2 Monate lang ausprobiert, leider scheiterte es an der Lehrerin, wir mochten sie beide nicht.
5. Dem Kind selbst ist es eigentlich egal, was er spielen lernt. Er ist bereit wieder Geige (aber mit anderer Lehrerin), aber auch Bratsche, Kontrabass, Klavier, Gitarre, Ukulele, Schlagzeug usw. zu lernen.

Ich überlege gerade, welches Instrument für den Kleinen am besten wäre?

Ein Streichinstrument wäre für uns „organisatorisch“ besser, weil der Kleine irgendwann beim Streicherkreis mit Bruder gemeinsam spielen könnte. Plus gemeinsame Workshops und Konzerte.
Klavier wäre auch nicht schlecht, weil ich dann den Großen bei seinem Cello begleiten könnte. (Wir haben kein Klavier zur Zeit, würden dann aber natürlich eins mieten.)
Gitarre wäre auch gut, weil wir das Instrument bereits da haben. Aber ist Gitarre für 6-Jährigen geeignet? Und kann Cello mit Gitarre überhaupt gemeinsam spielen?
Cello sollte der Kleine wohl nicht spielen, damit „kein Konkurrenzkampf entsteht“. So ist die Meinung der Cello-Lehrerin.

Ich kann mich seit Wochen nicht entscheiden. Könnt ihr vielleicht basierend auf diesen vielen Informationen etwas empfehlen?

Danke,
Sofiaka
 
Es sollte dem Kind in erster Linie Freude machen. Geht doch mal in ein Musikgeschäft oder eine Musikschule und lasst es verschiedene Instrumente ausprobieren oder zeigen, was man damit machen kann.
Ich persönlich finde Keyboard/Pop-Klavier am praktischsten, weil man mit einem Tasteninstrument, und sei es nur ein MIDI-Controller am Tablet, quasi alles machen kann.
 
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Ist auch meine Ansicht ;)

Das Kind sollte sich "sein" Instrument selbst aussuchen können, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dabei bleibt
am größten. Dazu bieten sich evtl. Schnupperkurse an der Musikschule oder einfach mal ein Nachmittag in einem
gut sortierten Musikgeschäft an. Hat der junge Mann denn eine Lieblingsmusik? Auch über diese Schiene könnte
man "sein" Instrument finden. Ist es gitarrenlastige Musik? Eher Keyboard? Klassische Musik? Volksmusik? Rap (da braucht er gar kein Instrument :D ) ...
 
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Cello sollte der Kleine wohl nicht spielen, damit „kein Konkurrenzkampf entsteht“. So ist die Meinung der Cello-Lehrerin.
Quatsch, im Gegenteil, man kann das positiv sehen, als Ansporn. Zwei Cellisten können sich auch sehr gut ergänzen.
Violine ist auch gut, ergänzt sich sehr gut mit Cello, da sehe ich aber die Gefahr eher für einen Konkurenzkampf, da das Cello mit Violine den Begleitpart übernimmt, die Violine die Soloparts hat. Muss aber gar nicht so sein.
 
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Cello sollte der Kleine wohl nicht spielen, damit „kein Konkurrenzkampf entsteht“
Du meinst so? :engel::evil:

Cello und Gitarre vertragen sich ganz gut. Ich war mal dran, als Gitarrist etwas mit einem Cellisten zu machen, hat aber zeitlich nicht geklappt.
Da kann nämlich das Cello auf der einen Seite den Bass machen, aber auf der andern Seite da Melodieinstrument. Beide Instrumente sind klingend notiert (in C) und leigen in einem sich überlappenden Frequenzbereich. Nur von der Literatur wird es eher weniger geben. Wir wäern auf eigene Bearbeitungen gegangen.

aber ansonsten +1 dafür, dass das Kind nach seinen Neigungen aussucht, wenn das Interesse da ist.
 
Das Kind hat bereits Geige 2 Monate lang ausprobiert, leider scheiterte es an der Lehrerin, wir mochten sie beide nicht.

Wenn es tatsächlich nur an der Lehrerin gelegen hat, warum macht ihr dann nicht einfach mit der Geige weiter?

Schnupperkurse finde ich zwar gut, wichtig für ein kontinuierliches Interesse am Instrument ist dann aber auch, dass das Kind sehen kann, was man denn später mal damit machen kann. Da hättet ihr den Vorteil, dass der große Bruder schon in einer Gruppe spielt, das kann auch für den Kleinen eine Motivation sein.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Kinder relativ schnell ihr "Herzensinstrument" wählen, sogar, wenn sie es nur zB in einem Konzert hören und die Musiker beobachten können. Vielleicht also ein paar Mal ins Konzert gehen oder auf Youtube ein paar Videos schaun. :)
 
Danke für die Antworten! Super interessant die Meinungen.

Genau das ist hier der Knackpunkt. Das Kind hat gefühlt schon alle Instrumente ausprobiert. Wir waren bereits mehrere Male in der Philharmonie bei speziellen Kinderveranstaltungen. Da dürfen Kids alles von Posaune über Harfe und Akkordeon bis zu Kontrabass und Schlagzeug ausgiebig testen. Auch bei Tag der offenen Türen in der Kreismusikschule hatten wir nichts ausgelassen. :D

Geige - 2 Monate. Zu Hause jeden Tag etwas Gitarre und Keyboard. Cello vom Bruder wird natürlich auch hin und wieder angefasst.

Ich werde aus ihm nicht schlau. Er sagt selbst, es ist ihm egal, welches Instrument. Er will „Musik machen“. Wenn ich nach Klavier frage, dann sagt er ja. Wenn ich nach Gitarre frage, dann sagt er auch ja. Wenn ich nach Geige frage, dann sagt er auch ja, aber eben mit einer anderen Lehrerin.

Er lässt mir die Wahl. Beim Großen war es damals viel einfacher. Er wollte NUR Cello. Keine Varianten.
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Wenn es tatsächlich nur an der Lehrerin gelegen hat, warum macht ihr dann nicht einfach mit der Geige weiter?
Weil in der Musikschule nur diese eine Lehrerin freie Kapazitäten hatte. Daher mussten wir aufhören und nun bis Anfang des nächsten Schuljahres warten, bis es wieder freie Plätze beim Geigenunterricht gibt.

Das Kind will aber nicht warten. Wir wollen jetzt nach Neujahr mit „etwas“ starten.

Ich wäre auch bereit, Privatlehrer für Geige zu suchen. Ich glaube aber, dass ein Klavierlehrer zu finden, einfacher wäre. Wobei ich beides bisher nicht probiert habe.
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Quatsch, im Gegenteil, man kann das positiv sehen, als Ansporn. Zwei Cellisten können sich auch sehr gut ergänzen.
Violine ist auch gut, ergänzt sich sehr gut mit Cello, da sehe ich aber die Gefahr eher für einen Konkurenzkampf, da das Cello mit Violine den Begleitpart übernimmt, die Violine die Soloparts hat. Muss aber gar nicht so sein.
Das stimmt! So haben es noch gar nicht gesehen. Und mein großer will auf keinen Fall nur die zweite Geige, pardon, Cello spielen. ;) Sein großes Vorbild ist Stefan Hauser. Damit wäre die Geige tatsächlich raus. Bratsche? Oder spielt Bratsche auch die erste Stimme, wenn mit Cello?

Cello und Gitarre vertragen sich ganz gut. Ich war mal dran, als Gitarrist etwas mit einem Cellisten zu machen, hat aber zeitlich nicht geklappt.
Da kann nämlich das Cello auf der einen Seite den Bass machen, aber auf der andern Seite da Melodieinstrument. Beide Instrumente sind klingend notiert (in C) und leigen in einem sich überlappenden Frequenzbereich. Nur von der Literatur wird es eher weniger geben. Wir wäern auf eigene Bearbeitungen gegangen.
Das hört sich spannend an. Leider bin ich selbst keine Musikerin, ich könnte selbst nichts bearbeiten.
 
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Hallo @Sofiaka und willkommen im Board!

Das Kind sollte sich "sein" Instrument selbst aussuchen können, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dabei bleibt am größten. Dazu bieten sich evtl. Schnupperkurse an der Musikschule (...) an.
Vollste Zustimmung.
Als Schlagzeuglehrer rate ich übrigens natürlich unbedingt, mit Schlagzeug anzufangen ;).
Im Ernst jetzt: Zum Einstieg in die Musik ist imo die Rhythmik elementar, da darauf alles aufbaut, erst danach kommt die Harmonielehre. Da bieten sich vor allem eben Schlagzeug, aber auch Klavier an. Beide Instrumente bieten den Vorteil, dass sich nachher ein zweites Instrument leichter lernen lässt, besonders weil die Grundlagen der Rhythmik beherrscht werden.
Er singt sehr gut, greift zu Hause immer wieder zu Gitarre und Keyboard, probiert selbst viel aus.
...und da der Kleine ja wohl Spaß am Tasteninstrument hat und auch familiäres Zusammenspiel möglich wäre...
Klavier wäre auch nicht schlecht, weil ich dann den Großen bei seinem Cello begleiten könnte. (Wir haben kein Klavier zur Zeit, würden dann aber natürlich eins mieten.)
..und man Klaviere sogar oft sogar für sehr kleines Geld oder sogar umsonst bei Kleinanzeigen bekommt, würde ich somit zu Klavier tendieren, auch weil
Er lässt mir die Wahl.
und er somit ja von dir eine Entscheidung fordert.

Alternativ und wenn du nicht von ihm eine Entscheidung fordern möchtest ("Wähle dein Instrument, dann suchen wir zusammen den passenden Lehrer") würde ich an deiner Stelle mal mit ihm bei den örtlichen Musikschulen reinschnuppern und Instrumente und Lehrer kennenlernen, vielleicht wird es dann ja doch etwas ganz anderes.

Edit @Sofiaka: Während ich schrieb, hattest du dies geschrieben:
Auch bei Tag der offenen Türen in der Kreismusikschule hatten wir nichts ausgelassen.
Und da gab es keinen Lehrer und kein Instrument, das besonders Eindruck gemacht hat?
Und was antwortet dein Sohn, wenn du ihn fragst, welches Instrument er am liebsten lernen möchte?

Kleine Anekdote am Rande:
Mein Bruder als kleiner Junge und damals mäßig begeisterter Klavierschüler hat bei so einem Tag der offenen Tür mal einen Posaunenlehrer spielen gehört und war direkt schwer von Instrument und Lehrer begeistert. Also mit Klavier aufgehört und mit Posaune angefangen. 30 Jahre sowie diverse Auszeichnungen und Titel später spielt er immer noch...:) So kann's gehen...

LG
 
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Oder spielt Bratsche auch die erste Stimme, wenn mit Cello?
Im Orchester hat die Bratsche eine zweitrangige Funktion, die Violine ist erstrangig das Soloinstrument, hauptsächlich geht es im Orchester um die Verteilung der "Frequenzen". Eine Bratsche kann genausogut als Soloinstrument eingesetzt werden, wie ein Cello, oder ein Kontrabass.
Wenn es dem Kleinen wirklich egal ist, sollte er einfach auch mit Cello beginnen. Dann können sich beide die Soloparts teilen.
 
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Zwei Cellisten können sich auch sehr gut ergänzen.
2Cellos. Kennen wir. :D

Also vielleicht doch. Ich habe mich auf diese Meinung der Lehrerin verlassen und es auch nicht mehr hinterfragt. Dabei wäre es organisatorisch für uns ideal, weil gleiche Veranstaltungen, Spielkreise, Vorspiele, Konzerte und Workshops infrage kämen.

Die Idee gefällt mir gerade sehr gut... Der Kleine liebt die Cello-Lehrerin von dem Großen. Er wollte sogar, dass sie bei ihm Geige unterrichtet. :D Weil sie so lieb und geduldig ist.
 
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Wenn schon eine Gitarre im Haus ist, wären Singen und Gitarre spielen doch ein idealer Anfang.
Es ist nicht gerade ungewohnlich, dass musikalische Begabungen mehrere Instrumente spielen oder sich erst in der Jugend auf ihr Hauptinstrument festgelegt haben.

Bratsche ist Füllstimme in jeder Besetzung, die ich kenne, entsprechend ätzend fallen die "Musikerwitze" über diese Kollegen aus, z.B..
"Wie bringt man einem Bratschisten Vibrato bei? Schreib' "Solo" über die Noten." :embarrassed:

Gruß Claus
 
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Das Kind will aber nicht warten. Wir wollen jetzt nach Neujahr mit „etwas“ starten.
Bevor ihr überstürzt etwas Neues anfangt, wäre es eine Option, den Jungen in einem Kinderchor anzumelden?
Chorsingen es bringt aber unheimlich viel für die Gehörbildung, die ja die Grundlage für jeden Instrumentalunterricht ist, das kann den Kleinen erst einmal beschäftigen, bis Instrument und der passende Lehrer gefunden sind.
 
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2Cellos. <...> Die Idee gefällt mir gerade sehr gut... Der Kleine liebt die Cello-Lehrerin von dem Großen. Er wollte sogar, dass sie bei ihm Geige unterrichtet. :D Weil sie so lieb und geduldig ist.
Wie weit sind die beiden im Alter auseinander? Wenn weit genug, dann kann es sein, dass die Konkurrenz nicht zu groß wird.
 
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Du siehst, jeder hat da seine eigene Meinung .
Ich geb statt einer Meinung nur die Erfahrung mit meinen eigenen Kids dazu.
Selber spiele ich Gitarre, Bass, Uke und Mandoline. Meine frau ist so musikalisch, die durfte im Schulchor nur den Mund bewegen.
Meine Kids haben beide im Alter von 6 Jahren Klavierunterricht begonnen, und es auch beide mehrere Jahre durchgezogen.
Mit dem was sie dabei gelernt haben, hatten sie ein so breites Fundament, dass alles andere nachher sehr leicht fiel.
Mein Sohn spielt heute immer noch gerne Klavier, Bassflöte in einem klassischen Quartett, Posaune in 3 verschiedenen Orchestern, und mit einer Gitarre kann er auch einiges anfangen.
Meine Tochter sitzt täglich am Klavier, und nutzt es auch zum Stressabbau, hat im Schulorchester Bratsche gelernt (Violine wollte sie nicht, weil die so quietscht), spielt in der Feuerwehrkapelle Trompete und in der Band ihres Freundes Bass.

Aber auch wir haben die Erfahrung gemacht wenn die Chemie mit einem Lehrer nicht passt. Mein Sohn wollte nach 3 Jahren vom klassischen Klavier in Richtung Rock-Pop wechseln. Er bekam einen Lehrer, der ein ganz hervorragender Jazz-Pianist war, aber mit seiner Art zu unterrichten kam mein Sohn überhauptnicht klar.
Folge: er wollte komplett hinschmeißen. Ein guter Bekannter von mir hat ihm dann Privatunterricht gegeben und damit alles gerettet.
 
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Meine Kids haben beide im Alter von 6 Jahren Klavierunterricht begonnen, und es auch beide mehrere Jahre durchgezogen.
Mit dem was sie dabei gelernt haben, hatten sie ein so breites Fundament, dass alles andere nachher sehr leicht fiel.
Gutes Beispiel, weshalb ich auch Klavierunterricht empfohlen habe...Stichwort "breites Fundament". Solange es mit dem Lehrer harmoniert und sowohl Unterricht als auch das Üben Spaß machen, ist doch alles top.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Meine frau ist so musikalisch, die durfte im Schulchor nur den Mund bewegen.
Made my day btw. :rofl:
 
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Wie weit sind die beiden im Alter auseinander? Wenn weit genug, dann kann es sein, dass die Konkurrenz nicht zu groß wird.
Sie sind 2 Jahre auseinander. Der „Großer“ ist 8.

Und was antwortet dein Sohn, wenn du ihn fragst, welches Instrument er am liebsten lernen möchte?
Die Antwort variiert, je nach Tageslaune, oder was ihn als Letztes begeistert hat.

Gestern hatten wir mit den Kids gesprochen und sie waren von der Idee, dass beide Cello spielen, begeistert. Wir arbeiten also in diese Richtung jetzt. Meine Gedanken dazu: anfangs wird es eher keine Konkurrenz geben. Und sollte es irgendwann später dazukommen, dann gibt es genug Instrumente, auf die man ausweichen kann.

Ich möchte mich für dieses wunderbares Brainstorming bei euch allen bedanken. Gerade fühlt sich alles gut und richtig an.

Ich wünsche euch frohe Feiertage!
 
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@Sofiaka, wenn auch die Entscheidung bereits gefallen ist, gebe ich kursorisch meine musische Biographie zum Besten hinsichtlich älteren Geschwistern und Elternerwartung.
Vorangestellt halte ich die Fähigkeit, sich über die Sprache Musik artikulieren zu können für sehr wichtig (die bedeutet keine dogmatische Vorgabe, dass Musiktheorie gekonnt werden muss, sie kann allerdings helfen, musikalisch überall hinzukommen, hat aber nicht zu tun mit musischer Kreativität, nicht mal mit gesellschaftstauglicher Musik).
Das Elternhaus war musikalisch (Vater: Klavier und Gesang, Mutter: Gitarre, Flöte, Posaune, Gesang). Mein älterer Bruder (zwei Jahre Abstand) hatte seit seinem sechsten Lebensjahr Klavierunterricht.
Meine weiterführende Schule auch, die Schüler und Schülerinnen mit starkem musikalischen Wirken hatte wie den Komponisten Georg Philipp Telemann, die Dirigentin Joana Mallwitz (Chefdirigentin und künstlerische Leiterin des Konzerthausorchesters Berlin, sie war im Alter von 27 zudem die jüngste Generalmusikdirektorin in Europa), die Harfenistin Dr. Amrei Flechsig (ich wurde mit ihr dort eingeschult), die Pianistin Ragna Schirmer (ihr Bruder war in meiner Parallelklasse), den mehrfachen Grammy Preisträger und Sänger Thomas Quasthoff (letztere beide konnte ich mal zusammen bei einem Konzert genießen).

Als ich sechs Jahre geworden war, kamen irgendwann leicht energische Fragen meiner Eltern, welches Instrumen ich denn lernen wolle? Um der peinlichen Befragung aus dem Weg zu gehen, entgegnete ich: Klavier wie mein älterer Bruder.
Vorteil war, dass ich in der Grundschule nicht Blockflöte spielen musste. Etwa bis zum 15./16. Lebensjahr hatte ich Klavierunterricht. Bock zum Üben hatte ich nicht wirklich.
Bis heute mag ich als Rezipient Klaviermusik (klassisch und populär (wie Gleb Kolyadin, Ibrahim Abdullah Ibrahim, Billy Joel, Tori Amos, ...) und vielleicht wünschte ich, ich könnte heute in eine Bar gehen, mich lässig auf den Schemel setzen, um wie Tom Cruise Great Balls of Fire zum Besten zu geben. Aber es selber zu spielen war für mich immer mit Erwartung meiner Eltern verbunden.
Meine eigene Entscheidung zu einem Instrument fiel mit 15. Das ist auch das Alter, von dem in der Verkehrserziehung von Kindern selbstständig verstandesgemäße Entscheidungen erwartet werden können (was nicht bedeutet, dass man durch Vorbild nicht bereits das kindliche Gemüt prägt). Und der Gitarre blieb ich bis heute treu.

Insofern würde ich in der aktuellen Lebensphase Volatilität zulassen, lieber entdecken als zwingen. Mit Beginn der Pubertät würde ich dann allerdings treue zur getroffenen Entscheidung verlangen, denn das hat auch Auswirkungen auf ein späteres Verhalten bzgl. Ausbildung. Niemand will Nachwuchs, die sobald Widerstand auftaucht, wechselt, sondern wir wollen doch Kinder, die sich auch mal durchbeißen können, weil nun nicht alles im Leben in Watte gebauscht ist.

Frohe Festtage!
 
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Noch ein Hinweis: An unserer Musikschule (im Übrigen auch eine "Kreismusikschule") ist ein Wechsel zu einem anderen Instrument normalerweise schnell und völlig unbürokratisch möglich, da es ja schon einen Unterrichtsvertrag gibt. Auch ein Lehrerwechsel falls es gewünscht wird. Die einzige Bedingung ist, dass beim betreffenden neuen Lehrer/der betreffenden neuen Lehrerin ein Platz im Stundenplan frei ist. Auf jeden Fall wird niemand, der oder die schon Unterricht bei uns hat beim anderen Instrument hintenan auf die Warteliste gesetzt.
Das mindert das Risiko, dass es lange Zeiten des ´Durchhängens´ gibt, wenn es mit dem Instrument oder dem Lehrer/der Lehrerin nicht passt.

Meines Wissens nach handhaben es praktisch alle Musikschulen so.
 
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Ja, das ist bei uns genau so. Leider (oder zum Glück?) haben alle Lehrer bei uns einen vollen Stundenplan. Wenn man ein Mal draußen ist, dann gibt es „keine Lücken“ mehr. Weder für das gleiche Instrument mit einem anderen Lehrer noch für ein anderes Instrument. So ist man dann automatisch auf der Warteliste. Die Stunden werden erst frei, wenn jemand nach dem Schuljahr aufhört. Mittendrin im Jahr passiert es nach Aussage der Schulverwaltung kaum.

Und wir sind auch nicht so flexibel, dass wir jede freie Stunde nehmen könnten. Die Kinder haben noch zweimal die Woche Sport. Und sie wollen diese Stunden nicht für Musik „opfern“. Was auch verständlich ist.

Ich weiß nicht, ob unsere Musikschule zu wenig Lehrer hat, oder zu viele zu engagierte Schüler, die nicht aufgeben wollen. ;)
 
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  • Gelöscht von Claus
  • Grund: Bullshit

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