Welches Mikrofon für sibilantenlastige Stimme?

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Hallo Musiker-Board, erstmal vielen Dank für die schnelle Aufnahme.

Wie der Titel schon verrät, bin ich auf der Suche nach einem neuen Großmembraner für mein Homestudio, in dem ich hauptsächlich mich selber aufnehme.

Der Raum ist ein wenig akustisch aufbereitet.
Ich benutze den Aston Halo Screen und habe ein paar DIY Breitbandabsorber im Raum, ansonsten große Stoffcouch, Schallplattenregale etc.


Ich habe vor 10 Jahren relativ viel Musik (Rap) gemacht, doch irgendwann den Reiz verloren und mein damaliges Equipment ( Tlm 103, dbx 286a, Rme HDSP) verkauft.


Nun ist es so, das ich wieder mehr Zeit habe und auch wieder Spaß am Musik machen habe.

Also habe ich mir vor ca. einem Jahr ein Shure Sm7B gekauft, das ging durch einen Cloudlifter direkt in mein Fireface UC (mittlerweile UAD Apollo Twin).Ich war mit den Ergebnissen recht zufrieden, allerdings ist auch hier schon deutlich, das meine Sibilanten sehr hervorstechen.

Ich habe schon immer Schwierigkeiten mit meinen Sibilanten gehabt und mir dann nach ewigem hin und her gelese im Internet, von Arnd (digitalaudioservice), das Gefell Mt71s und das Soyuz Su 023 schicken lassen.

Die beiden Mikrofone haben leider nicht wirklich zu meiner Stimme gepasst.

Ich habe eine eher tiefe Stimme und das Soyuz hat den Bassbereich deutlich zu weit gepusht und es klang sehr matschig und dumpf, während das Gefell in den Mitten wirklich ausgezeichnet klang, allerdings die Sibilanten so krass verstärkt hat, das ich es kaum noch korrigieren konnte.

Lange rede, kurzer Sinn

Gibt es von eurer Seite aus Empfehlungen für sibilantenlastige Vocals ?

Mein Preisbereich liegt bei ca. 1200€, viel mehr würde ich ungerne ausgeben wollen.


Im Auge habe ich bisher das

AKG C414 XLS
Audio Technica AT 4047
Neumann TLM 193

Vielen Dank für eure Tips, ich bin gespannt.

Liebe Grüße Simon

Ps: Steinigt mich bitte nicht sofort für Rechtschreibfehler, ich schreibe grade vom Iphone
 
sir stony

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Hm. Vielleicht lehne ich mich da weit aus dem Fenster, aber wenn du eine Möglichkeit findest mal ein AEA ku5a zu testen, mach das. Deiner Beschreibung nach könnte das gut passen. Aber wie so oft mit Mikros und dem Wunschergebnis ist es oftmals gar nicht so sehr das Mikro alleine, sondern vielmehr die Kombination aller anderen Faktoren, die eben auch eine Rolle spielen. Du hast zwar was in deinem Raum getan, aber war es auch das richtige? Auch das SM7b scheint mir hier keine schlechte Wahl, aber vielleicht war gerade der Einsatz vom Cloudlifter für deinen speziellen Fall nicht das Beste. Wenn du mit Sibilanten die meisten Probleme hast, solltest du vielleicht nicht auf Komponenten gehen, die besonders für Transparenz und Präzision bekannt sind, sondern mehr in der Vintage Ecke suchen. Ich würde auf deine aufgenommenen Vocals z.B. auch mal einen Tape Effekt ausprobieren. Solche Dinge.
 
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Grüß dich und vielen Dank für deine Rückmeldung.

Ich habe tatsächlich noch nie ein Bändchenmikrofon getestet.

Bzgl. des Raums ist es so, das ich schon mein ganzes Leben in diesem Raum Musik mache, ich habe hier schon eine Vielzahl von Leuten aufgenommen, immer mit sehr zufriedenstellenden Ergebnissen, nur eben nicht bei meiner Stimme.

Als ich vor 10 Jahren mit dem TLM 103 hier aufgenommen habe, hatte ich tatsächlich seltener Probleme mit Sibilanten als heutzutage. Allerdings bin ich auch heute deutlich lauter, sowie druckvoller als früher.

Deswegen dachte ich, das Mikrofone wie das AT4047 oder TLM193 evtl. nicht so verkehrt währen, da die ja nicht diesen starken Boost in den Frequenzen der Sibilanten haben, sondern ähnlich wie das AKG C414 XLS eher neutral in dem Bereich sind.

Prinzipiell habe ich absolut kein Problem mit Vintage klingenden Mikrofonen, deswegen gerne Anregungen :)

Ich werde mir dann asap ein paar Modelle zum testen holen und kann dann in dem Tonstudio meines Freundes, alle 4 gleichzeitig antesten können.

Grüße Simon
 
sir stony

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Das 4047 ist auch wirklich ein gutes Mikro in seiner Klasse, das ich sehr schätze, und könnte ebenfalls gut funktionieren.
Ich frage mich, an welcher Stelle der Aufnahmen du das klangliche Ergebnis beurteilst, womit du es vergleichst, und was du sonst so an (pre oder post) processing machst. Sicher hat man es am leichtesten, wenn die Aufnahmen vom ersten Moment an so reinkommen, wie man es am Ende gerne hätte, aber das geht einfach auch nicht in allen Fällen. Hast du mit deiner Positionierung vor/am Mikro experimentiert? Wie beurteilen Freunde deine Aufnahmen, oft ist die Beurteilung der eigenen Stimme völlig anders als die anderer. Sowas kann sich durchaus auch erst im Laufe der Zeit einstellen, weil man da auf die speziellen Eigenschaften sensibilisiert wird. Andere Menschen reagieren genau umgekehrt, sind anfangs von Aufnahmen der eigenen Stimme irritiert, aber bauen über die Jahre eine Toleranz auf.
 
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Also ich vergleiche meistens immer mit Freunde zusammen, oder eben mit meinem Beatmaker, welcher unser aktuelles Projekt mixt.

Verglichen wird dann erstmal das rohe unbearbeitete Signal und dann anschließend das bearbeitete Signal inkl. Kompressor und Eq deesser etc.

In der pre production mache ich eigentlich nicht sonderlich viel, im besagten Shoot Out habe ich beide Mikrofone versucht auf ähnlich hohe Pegel zu bringen und versucht zwischen -6 und -9 db einzupegeln

Ich bin nicht sehr erfahren im recorden, wenn es um off-axis geht, deswegen suche ich momentan halt ein Mikrofon das einigermaßen passt und dann in der post production passend formbar ist.



So war es jetzt beim Shoot Out zwischen dem Soyuz und dem Gefell.


Beim MT71s war es aber schon deutlich heftiger als bei dem Sm7B und dem Soyuz, was die Sibilanten angeht.

Ich muss zugeben das ich, was Zischlaute angeht, schon sehr pingelig bin aber durchaus mit ein wenig gezischel leben könnte.

Die meisten meiner Freunde sind nicht so audiophil und leider eher anspruchslos, wenn es
Audioqualität geht, aber mein Beatmaker ist schon ziemlich präzise und sieht das sehr ähnlich wie ich.

EDIT: natürlich wird dann auch mal auf Spotify etwas als Referenz angehört
 
Basselch

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Hallo, Simon,

Prinzipiell habe ich absolut kein Problem mit Vintage klingenden Mikrofonen, deswegen gerne Anregungen :)

...im Zusammenhang mit Deiner Aussage, noch nie ein Bändchen-Mic getestet zu haben, hier auch noch 'ne Kleinigkeit von mir. Aus demselben Stall wie das AT4047...


Das wäre dann ein eher modern klingendes Bändchen, dem aber die typischen, den Bändchenmics zugeschriebenen Eigenschaften nicht verlorengegangen sind. Ich selbst habe das "Schwestermodell" AT4081, das zwar laut Hersteller eher für Instrumente abgestimmt sein soll, aber das geht ungefähr in ähnliche Richtung. Das 4081 war bei mir mal DIE Lösung für eine klassisch ausgebildete Sopranstimme, die in der Höhe eine gewisse metallsiche Schärfe aufwies. Die kritischen Bereiche kamen mit dem 4081 sehr angenehm, fast "seidig" 'rüber.
Ein richtig "vintage" klingendes Mic für kleines Geld, mal ganz was anderes, wäre ein NoHype Audio LRM-V. Den unmittelbaren Vorgänger LRM-1 habe ich selbst (...übrigens auch mal zum "Probieren" gekauft... ;) ) und bin schwer angetan, gerade auch im Verhältnis zum Preis. Auf jeden Fall mal einen Test wert...

Viele Grüße
Klaus
 
Astronautenkost

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Das MT 71 S mit der M7-Kapsel von Microtech Gefell ist, was Sibilanten angeht eigentlich gutmütig. Die Frage ist, was du in der Weiterverarbeitung des Rohsignals machst. Das SM7 b ist nun auch recht unmepfindlich bei den Sibilanten. Es wäre vielleicht hilfreich eine Rohaufnahme zu hören.
 
GuybrushThreepwood

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Grüßt euch,

danke für den Input.

Aus genau diesem Grund habe ich das MT71S ursprünglich bestellt.

Habe viel hier im Forum und bei den Kollegen in Übersee mitgelesen.

Naja, viel ausser ein Compressor und Eq passiert da eigentlich nicht.

Die Misch Angelegenheit ist normalerweise die Sache meines Beatmakers.

Ich kann gerne ein paar Files posten, allerdings bin ich momentan auf einer Hochzeit und erst morgen wieder am Rechner.

Dann nur Accapella oder als rawmix ?

Das AT wird auf jeden Fall gemerkt, vielen dank für den Tip
 
Astronautenkost

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Nur die Rohaufnahme bitte
 
Signalschwarz

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Neun von zehn Beatmakern können leider auch nicht mischen.
 
GuybrushThreepwood

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Versteh mich nicht falsch, er ist bestimmt kein Profi, aber er ist sehr engagiert und ich bin ansich sehr zufrieden.

Es ist nur jedesmal ein Akt die Sibilanten zu bändigen und ich dachte mir, das wenn ich ein passenderes Mikrofon finde, in der post production viel weniger schwitzen muss.
 
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Dein Ansatz, die Aufnahme so zu gestalten, dass möglichst viel schon passt und entsprechend möglichst wenig nachbearbeitet werden muss, ist ja auch absolut richtig.

Ich hab ja nicht gesagt, dass der betreffende Beatmaker nicht mischen kann - allerdings ist das Verhältnis von gut zu schlecht meiner Meinung nach nicht rosig.

Wie schon Astronautenkost anmerkte wäre eine Rohaufnahme zu hören sinnvoll, denn man kann auch die beste Aufnahme kaputt mischen.
 
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Kein Problem, ich verstehe das ja auch voll.

Ich kann evtl. später oder halt morgen früh die Files hochladen
 
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https://www.dropbox.com/s/zsj7rseprxdk7es/2007 Accapella.wav?dl=0

Hier ist einmal eine Rohaufnahme, ist von einem Storytrack, der sich langsam von der Stimmung her steigert, das monotone ist im Anfangspart so gewollt und wird im Laufe des Songs immer aggressiver und dynamischer.

Aber das wird euch wohl nicht sonderlich interessieren :D

Geht ja nur um die Sibilanten.

Danke für eure Zeit

Sonnige Grüße

Simon
 
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Du bist kein Rudi Völler :) Das ist mit normalen Mitteln in den Griff zu bekommen. Wie hörst Du denn ab? Und verwendest Du im Mix einen Deesser auf der Stimme? Wenn ja, lass den weg.
 
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Also ich höre meistens direkt nach der Aufnahme mit meinen Beyerdynamic 770 ab, anschliessend mit meinen KRK Rokit.

Ich finde aber, als Beispiel, wenn ich nen Compressor auf die Vocals lege (nutze momentan den Teletronix LA -2A), werden die Vocals sehr spitz und scharf.

Wenn ich für mich selber Mixe, um zu hören wie es klingt, lege ich sogar 2 Deesser auf die Stimme, für 2 verschiedene Frequenzbereiche.

Einen vor dem Compressor, quasi als aller ersten Teil des Mixings um nur die lautesten S Laute ein wenig zu trimmen und anschliessend nach EQ und Comp einen.
 
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Weniger ist mehr! Du tendierst zum Lispeln. Das wird durch die Deesser noch verstärkt.
 
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Okay, das ist komisch. Ich lispel absolut 0, das hab ich auch noch nie in meinem Leben von jemandem gehört

Mir wird eher nachgesagt, das ich eine sehr deutliche Aussprache hab

Also natürlich alles nicht böse gemeint

aber wenn ich nach dem Compressor keinen Deesser auflege, ist das wirklich unhörbar
 
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Ich habe nicht geschrieben, dass Du lispelst sondern dahin tendierst! Du arbeitest wahrscheinlich mit fertigen 2-Spur-Beats oder machst du die Beats selber?
 
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Ich nehme immer auf einer wav. Datei auf, schicke dann aber die Spuren zu meinem Beatbastler und der hat den Beat dann halt in Einzelspuren in seiner Daw
 

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