Wer kauft die ganzen neuen Gitarren?

  • Ersteller Alex_S.
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Der Verband deutscher Musikschulen (...)

Deutschland spielt als Absatzmarkt von Gitarren (weltwirtschaftlich betrachtet) keine Rolle; die Deutschen geben jährlich keine 5 € pro Kopf für Musikinstrumente aus.

Gruß, Bert
 
Deutschland spielt als Absatzmarkt von Gitarren (weltwirtschaftlich betrachtet) keine Rolle; die Deutschen geben jährlich keine 5 € pro Kopf für Musikinstrumente aus....

Quelle dafür?


Also Platz 4 weltweit als "spielt keine Rolle" zu bezeichnen, ist schon merkwürdig. In 2017 lag der Umsatz bei knapp 1.Mrd $, also 11,76$ (ca. 9,70€) pro Einwohner ;). Andere Angaben in dem PDF sprechen sogar von 1,5Mrd€

https://www.ebnermedia.de/fileadmin...ical_Instruments_Ebner_Musik_Media_Verlag.pdf

Hier mal ein schönes PDF zur Marktanalyse 2017

Weitere Quellen für einen starken Markt

https://www.nmz.de/kiz/nachrichten/musikinstrumentenbranche-mit-mehr-umsatz
http://www.backstagepro.de/thema/de...-fuenften-jahr-in-folge-2019-04-01-hkd4bkJZwF
 
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Deutschland spielt als Absatzmarkt von Gitarren (weltwirtschaftlich betrachtet) keine Rolle; die Deutschen geben jährlich keine 5 € pro Kopf für Musikinstrumente aus.
Selbstverständlich hat der Absatz in Deutschland vielleicht erstmal eine geringere wirtschaftliche Bedeutung für Unternehmen, die in Mengen produzieren, die auf den globalen Markt abzielen. Ich wollte mit meiner Aussage primär auf eine von mir vermutete Bedeutung der Neulinge am Instrument aufmerksam machen. Zwar ist die Infrastruktur an Musikschulen nicht in allen relevanten Ländern gleich gut ausgebaut, Anfänger gibt es nichtsdestoweniger aber (fast) überall - und das über Generationen und Einkommensklassen hinweg.
 
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Ich glaube, wie andere hier, dass die Neuzugänge bei Gitarreninteressierten weltweit durchaus die wesentliche Nachfrage nach neuen Instrumenten begründen.

Es gibt zwar auch einen Verdrängungswettbewerb, aber insgesamt wird kein Hersteller Stückzahlen produzieren, die in maßgeblichem Umfang nicht absetzbar sind. Als einfache Regel könnte man formulieren: Jeder Hersteller schaut, wie viele Gitarren in einem Jahr verkauft wurden, und wird versuchen, im nächsten Jahr ein paar mehr zu verkaufen oder zumindest den Umsatz zu halten, und wenn das nicht mit Stückzahl geht, dann eben mit Preisen. Die Gibson "Guitar of the Week/Month" Aktionen waren Versuche, in einem "neuen" Markt zu wachsen - Sammler sind zwar hinsichtlich Stückzahl nicht relevant, man darf aber nicht vergessen, dass hier hochpreisige Instrumente eine Rolle spielen, deren Herstellung oft nicht teurer als von billiger angebotenen Instrumenten ist - der Hype wird durch die Limitierung geschürt.

Dagegen glaube ich, dass der echte "Ersatz"-Markt für bestehende Instrumente wegen Beschädigung, Unzulänglichkeiten oder Verlust, hinter den Neu-Gitarristen und Sammlern erst an dritter Stelle kommt.

Die einzig belegten Zahlen hat bisher ja @TE335 beigesteuert - alles andere wird ohne Nachweise Spekulation bleiben.
 
Also ich bezweifel schon mal, dass der durchschnittliche Gitarrist nur 2 Gitarren hat. Ich kenne zumindest kaum welche, die nur zwei oder gar eine haben, aber dafür eine Menge Gitarristen die mehr haben. Da ist also ein Markt. Ich bin mit meinen vier Stück glaub ich ganz gut dabei, hab schon die nächsten beiden im Auge, die ich wahrscheinlich diesen Sommer kaufen werde.
Und genug verkaufen ihre Gitarren nicht, die behalten sie über Jahrzehnte. Denn im Gegensatz zu anderen Konsumgütern, die heute tatsächlich nicht mehr so robust gebaut werden wie früher, halten auch heutige Gitarren ewig, wenn man sie ein wenig pflegt.
 
(...) In 2017 lag der Umsatz bei knapp 1.Mrd $ (...)

Tja, entweder sinken die Zahlen, oder jeder hat seine eigene Statistik.


Musikinstrumente

Deutschland
DE.png


(Kernland: Daten basieren auf einer detaillierten Analyse)
  • Der Umsatz im Segment Musikinstrumente wird 2021 etwa 389 Mio. € betragen.
  • Laut Prognose wird im Jahr 2025 ein Marktvolumen von 371 Mio. € erreicht; dies entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von -1% (CAGR 2021-2025).
  • Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in diesem Markt im Jahr 2021 etwa 4,63€ pro Kopf umgesetzt.
Quelle: de.statista.com

Gruß, Bert
 
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Tja, entweder sinken die Zahlen, oder jeder hat seine eigene Statistik.

Quelle: de.statista.com

Gruß, Bert

Der Umsatz von einer Milliarde betrifft Musikinstrumente, Musikequipment, ProAudio und Notenausgaben. Nur Instrumente sind dann eben ca. 400.000 €
 
Wenn die vierte Gitarre die richtige ist und auch qualitativ etwas hergibt, so daß sie nicht nach Jahren auseinander fällt, dann reichen auch vier Gitarren. Allerdings wird heute anders produziert als vor 30-40 Jahren; die Produkte sollen nicht unbedingt 40 Jahre lang halten und funktionieren.

Gruß, Bert

Bei mir waren Nr. 2 und 3 schon die richtigen :) (trotzdem kamen noch einige dazu ;) ). Auseinandergefallen ist mir aber noch keine, nur ein Bass, da habe ich aber nachgeholfen und der war so schlecht, so etwas gibt es heute nicht mehr.
Wo die ganzen HB. Squiers usw. hingehen leuchtet mir ein. Auch, dass der asiatische Markt ein risiges Potential haben könnte leuchtet ein.
Aber wie wird sich hier der Gebrauchtmarkt entwickeln, für die US-Mittelklasse wie Fender Am. Standard, Gibson Studio usw.? Bisher war die Steigerung stabil.

Also ich bezweifel schon mal, dass der durchschnittliche Gitarrist nur 2 Gitarren hat. Ich kenne zumindest kaum welche, die nur zwei oder gar eine haben, aber dafür eine Menge Gitarristen die mehr haben. Da ist also ein Markt. Ich bin mit meinen vier Stück glaub ich ganz gut dabei, hab schon die nächsten beiden im Auge, die ich wahrscheinlich diesen Sommer kaufen werde.
Und genug verkaufen ihre Gitarren nicht, die behalten sie über Jahrzehnte. Denn im Gegensatz zu anderen Konsumgütern, die heute tatsächlich nicht mehr so robust gebaut werden wie früher, halten auch heutige Gitarren ewig, wenn man sie ein wenig pflegt.

Die Jazz- und Popularmusikstudenten mit denen ich zusammen gespielt habe, da hat einer 1 Instrument gehabt (Fender Strat aus den 70ern), der andere 2 (eine Tele und eine Jazzoma). Die Tanzmucker, bei denen ich gespielt habe, hatten auch nur jeweils ein Instrument (und zu Hause noch ein weiteres als Backup). Sammler war da keiner. Von den Hobbyspielern mit denen ich gespielt habe, hatten zwei jeweils 3 Stück, der andere zwei. Ein Bekannter, der sehr gut spielt hat 6 Instrumente, ein Anfänger, den ich kenne, der schnell aufgegeben hat, hat 1 Instrument. Keine Ahnung ob das repräsentativ ist. Ich bin da mit meiner Sammlung aber eher ein Freak glaube ich.
 
Also Platz 4 weltweit als "spielt keine Rolle" zu bezeichnen, ist schon merkwürdig. In 2017 lag der Umsatz bei knapp 1.Mrd $, also 11,76$ (ca. 9,70€) pro Einwohner ;). Andere Angaben in dem PDF sprechen sogar von 1,5Mrd€

Das ganz große Problem bei den Zahlen ist: WOHIN wurde verkauft ......

Diese Statistiken sind nichtssagend .....
 
Die Frage nach der Umsatzstärke ist bei der Fragestellung doch eigentlich eher Nebensächlich. Es geht ja vor allem darum, wer die produzierten Gitarren eigentlich kauft. Wichtiger als die Preisklasse und die wirtschaftliche Relevanz der Instrumente für die Unternehmen ist doch deren absolute Verkaufszahl...
 
Das ganz große Problem bei den Zahlen ist: WOHIN wurde verkauft ...

..., wer die Gitarren eigentlich kauft. ...

Es sind wohl tatsächlich die privaten Haushalte. Zur Kundenstruktur in Deutschland habe ich folgendes gefunden:

Musizierende in der Bevölkerung ab 14 Jahren Die Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) 2014, eine der großen Markt-Media-Studien für Radio und Fernsehen, die u.a. im Auftrag der ARD-Werbung und des ZDF Werbefernsehens durchgeführt wird, weist für den Bereich des instrumentalen Laienmusizierens rund 13,5 % der Bevölkerung ab 14 Jahren aus, die regelmäßig in ihrer Freizeit ein Musikinstrument spielen. Das entspricht umgerechnet rund 9,5 Millionen Menschen.
...
Die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) des Instituts für Demoskopie Allensbach ermittelt - in einer etwas älteren Untersuchung aus dem Jahr 2005 - ebenfalls 13,5 % der Bevölkerung, die ein Instrument spielen. Zum damaligen Zeitpunkt waren dies rund 8,8 Millionen Menschen. Auch die AWA berücksichtigt dabei nur die über 14-Jährigen.

aus dem oben verlinkten PDF. Der Markt ist schon ziemlich groß und es gibt eine Menge junger Nachwuchsmusiker und aktive Musiker. In meinem Umfeld sehe ich viele Kinder und Jugendliche, die ein Instrument spielen. Das ist zwar sehr nur mein subjektiver Bereich, aber es tut gut zu sehen, dass die Jugend von heute nicht nur Handys im Kopf hat.

Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der SOMM, des Verbands der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche, kommt zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2012 in 17,7 % der deutschen Haushalte ein oder mehrere Mitglieder aktiv ein Musikinstrument gespielt haben.
PDF von oben.


Ich würde zu gerne mal mit einem Analyse-Programm wie Qlik oder Tableau durch die Verkaufszahlen von Thomann oder Music Store gehen :)
 
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(...) Musikequipment (...)

Ja, das glaube ich gern; Musikequipment spielt besonders in den USA und Deutschland eine wichtige Rolle, dort stellt es ein breit geöffnetes Marketingfenster dar und generiert eine Menge Umsatz, weil die Dinger einfach sehr kostspielig sind, hat aber mit dem klassischen Gitarren-Verkauf/Umsatz eher wenig zu tun.

Gruß, Bert
 
Wenn man es Pauschal angeht und annimmt, dass im Jahr ca. 10.000.000 Gitarren weltweit produziert werden( ist nur eine Annahme, ich habe kein belegten Zahlen), dann ist das bei einer Weltbevölkerung von ca. 7 Milliarden Menschen nicht viel.
 
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(...) so etwas gibt es heute nicht mehr.

Diese Frage habe ich bei mir noch nicht geklärt; ob die heutigen Gitarren qualitativ (und dazu gehört auch die Stabilität/Haltbarkeit) besser/schlechter gebaut werden als vor 40 Jahren.
Früher gab es viel (deutsche) Handarbeit, heute gibt es mehr (fernöstliche) Fabrikprodukte und auch die Hölzer variieren sehr.

Was es aber früher nicht gab, waren solche Sets, wie sie Thomann anbietet: 4/4 Konzertgitarre + Gigbag + Stimmgerät; alles zusammen für 59 € (inkl. Versand und MwSt). Und ich glaube, daß die Dinger auch gekauft werden.
Allein für mein Stimmgerät (ohne Gitarre und ohne Koffer) habe ich mehr bezahlt.

Gruß, Bert
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
(...) dass im Jahr ca. 10.000.000 Gitarren weltweit produziert werden (...)

Es kommt auf den Stückpreis an; kostet eine Gitarre 59 € oder 15.999 €?

Gruß, Bert
 
Der größte Teil sind Massenproduktion. Ich gehe mal Durchschnittlich von 400-500 € aus
 
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...Ich gehe mal Durchschnittlich von 400-500 € aus

Produktionskosten? Da würde ich einen Durchschnitt (nicht Custom Shop, sondern Consumer-level) von 40-400€ vermuten.

Harley Benton bei 40€, die höherpreisigen Ibanez, Fender und Gibson bei 400€ und vieles dazwischen.

Aber die Produktionskosten sind ja nur der Anfang, Personal, Mieten, Investitionen, Transport und und und am Ende unsere USt kommen noch drauf.
 
ALLES SPEKULATION ;)
 
Diese Frage habe ich bei mir noch nicht geklärt; ob die heutigen Gitarren qualitativ (und dazu gehört auch die Stabilität/Haltbarkeit) besser/schlechter gebaut werden als vor 40 Jahren.
Früher gab es viel (deutsche) Handarbeit, heute gibt es mehr (fernöstliche) Fabrikprodukte und auch die Hölzer variieren sehr.

Ich habe in den 90er angefangen. Mein erster Bass kostete glaube ich 150 DM und war aus Pressholz. So etwas schlechtes habe ich heutzutage selbst bei Lildl noch nicht gesehen.
Ich hatte auch eine deutsche Akustikgitarre (Schlaggitarre), die war quasi unspielbar (z.B. Sattel breiter als das Griffbrett, sodass die E-Saiten nicht genug über dem Griffbrett waren).

Was es aber früher nicht gab, waren solche Sets, wie sie Thomann anbietet: 4/4 Konzertgitarre + Gigbag + Stimmgerät; alles zusammen für 59 € (inkl. Versand und MwSt). Und ich glaube, daß die Dinger auch gekauft werden.
Allein für mein Stimmgerät (ohne Gitarre und ohne Koffer) habe ich mehr bezahlt.
Die werden sogar häufig gekauft, sonst würden Aldi und Lidl so etwas nicht ab und zu ins Programm nehmen.
Zu meiner Zeit gab es solche Sets schon, allerdings teurer und ich würde sagen schlechter.
Ich würde so etwas aber außen vor lassen bei der Diskussion hier.
 
(...) Ich gehe mal Durchschnittlich von 400-500 € aus (...)

Wenn das der Kunden-Endpreis sein sollte, dann wirst Du davon nicht viele verkaufen. Selbst in Deutschland (Wohlstand!) darf die Gitarre für Anfänger/Hobby-Musiker nicht mehr als 150 € kosten, damit sie "wie warme Semmel" weggeht. Mit einer Gitarre für 500 € kannst Du (in Deutschland) einen zukünftigen (Profi)Musiker beglücken (Musikstudenten, Amateur-Musiker), in anderen/fernen Ländern mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen unter 100 € müßte der Preis deutlich "kundenfreundlicher" werden.

(...) Ich würde so etwas aber außen vor lassen bei der Diskussion hier.(...)

Ja, die Gitarren und Gitarristen in diesem Forum repräsentieren nicht die Menschen da draußen; die "normale Bevölkerung" ist nicht bereit, hohe vierstellige oder gar fünfstellige Beträge für eine Gitarre auszugeben, das bleibt den Profimusikern oder Gitarren-"Narren" vorbehalten.

Gruß, Bert
 

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