Wer kauft die ganzen neuen Gitarren?

  • Ersteller Alex_S.
  • Erstellt am
Ja, die Gitarren und Gitarristen in diesem Forum repräsentieren nicht die Menschen da draußen; die "normale Bevölkerung" ist nicht bereit, hohe vierstellige oder gar fünfstellige Beträge für eine Gitarre auszugeben, das bleibt den Profimusikern oder Gitarren-"Narren" vorbehalten.

Ja um die vielen Gibsons, Fenders usw. in diesen Imagevidieos geht es mir, wo es so aussieht, als ob 100e täglich das Werk verlassen. Gerne auch zusätzlich die höherpreisigen asiatischen Markenprodukte wie Yamaha, Ibanez, usw., die kommen ja teilweise in ähnliche Preisregionen, sogar die indonesischen Modelle von Ibanez z.B..
Dass die billigsten Gitarren noch mehr verkauft werden ist wohl keine Frage, und dass die wenigsten bei uns mehr als 150 € ausgeben wollen für ein Musikinstrumentenversuch der Kinder (oder den eigenen) ist klar.
 
Also ich bezweifel schon mal, dass der durchschnittliche Gitarrist nur 2 Gitarren hat. Ich kenne zumindest kaum welche, die nur zwei oder gar eine haben, aber dafür eine Menge Gitarristen die mehr haben.
Die Frage ist aber, ob es hier um Gitarristen geht? ;-)
Provokante Gegenfrage im Bezug auf die Ursprungsfrage...
Aber wenn ich nur so überlege wie viele Bekannte von mir auch mal (E-)Gitarre angefangen haben, das aber (ganz schnell) wieder an den Nagel gehängt haben... Und bei vielen steht die Gitarre dann irgendwo im Kellerraum/Dachboden etc.
Mit diesen Gitarren spielt kein Mensch mehr und die sind für den Markt mit dem Status "vernichtet" gleichzusetzen.
Eine Gitarre und ein kleiner Übungsamp sind halt Gößen- und Kostentechnisch nicht mit einem Klavier oder Schlagzeug zu vergleichen.
 
Ja um die vielen Gibsons, Fenders usw. in diesen Imagevidieos geht es mir

Das frage ich mich auch manchmal.
Also müsste der Threadtitel eigentlich lauten "wer kauft all die neuen teuren Gitarren?" :gruebel:
Untertitel "Wieviele gibts davon/werden monatlich hegestellt?":confused:

Ich verfolge den online Gebrauchtmarkt in meiner Stadt(Wien) auf willhaben.at recht aufmerksam und merke nur das man teure Gitarren sehr schlecht verkaufen kann.
Das kann aber auch daran liegen das teure Gitarren eher neu gekauft werden.

Ich wäre auch sehr vorsichtig sein 3.000 Euro für eine gebraucte Customshop auszugeben wenn ich sie um 4.000 neu bekomme wo ich verschiedene testen kann ob mir das konkrete Instrument auch zusagt.
Per Versand würde ich so etwas sowieso nie kaufen.

Zum Glück spiele ich in einer anderen Preiskategorie wo solche Überlegungen nicht wirklich notwendig sind.:embarrassed:
 
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Ich verfolge den online Gebrauchtmarkt in meiner Stadt(Wien) auf willhaben.at recht aufmerksam und merke nur das man teure Gitarren sehr schlecht verkaufen kann.
Das kann aber auch daran liegen das teure Gitarren eher neu gekauft werden.

Ich wäre auch sehr vorsichtig sein 3.000 Euro für eine gebraucte Customshop auszugeben wenn ich sie um 4.000 neu bekomme wo ich verschiedene testen kann ob mir das konkrete Instrument auch zusagt.
Per Versand würde ich so etwas sowieso nie kaufen.
Die Customshop-Modelle sind tatsächlich eher ein Risikoinvestment, eher ein Verlustgeschäft, da Liebhabepreise. Schlimmer noch sind teure Modelle der anderen Hersteller außer Gibson und Fender, da ist der Preisverfall oft größer. Die Standardmodelle (Les Paul Standard, Studio, SG Standard, Fender American Standard, usw.) gehen aber doch immer schnell weg. Da macht man eigentlich nie groß Verlust (bei Neukauf jedenfalls ab 10 Jahren), gebraucht kann man die in der Regel verlustfrei durchtauschen oder, wenn man Zeit hat sogar Gewinn machen und wenn man Geld braucht auch schnell verticken.
Der prozentuale Wertverfall ist bei den ganz teuren und den billigen am höchsten (natürlich nicht der absolute) nach meiner Erfahrung, die ganz billigen dagegen, die oft von unerfahrenen gekauft werden, haben manchmal sogar keinen Verfall, aber da kenne ich mich nicht so aus.
 
(...) Mit diesen Gitarren spielt kein Mensch mehr und die sind für den Markt mit dem Status "vernichtet" gleichzusetzen. (...)

Nicht ganz.
Wenn die Gitarren aus dem Preissegment 400-500 € (oder mehr) sind, dann warten sie (schön verpackt im Hartschalenkoffer und gut klimatisiert) auf die Kinder/Enkelkinder, und sie werden die Klampfen wieder zum Leben erwecken.

Gruß, Bert
 
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Wo sind die alle?
Die liegen in Koffern, Kartons oder einfach so in Abstellkellern, auf Kleiderschränken oder Dachböden! Ein paar fallen dann doch irgendwann dem Sperrmüll zum Opfer.
 
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dann warten sie (schön verpackt im Hartschalenkoffer und gut klimatisiert) auf die Kinder/Enkelkinder, und sie werden die Klampfen wieder zum Leben erwecken.
Schöne Vorstellung, aber ob das dann in der Wirklichkeit so eintritt möchte ich dann doch in Frage stellen.

Hat man im Hinterkopf, dass der Besitzer ja selbst nicht die große Ahnung hat und das Teil nach 20 Jahren vom Dachboden holt um die Klampfe mit Kind oder Enkel zu testen... dann spielt sich wahrscheinlich folgender Ablauf ab
  1. Kind hat sehr große Erwartungen
  2. Vater holt eine total verstaubte Gitarrentasche und einen kleinen Übungsverstärker vom Dachboden
  3. Beim Auspacken kommt die erste Ernüchterung
  4. Gitarre riecht nach 15 - 20 Jahren irgendwo schlecht gelagert doch etwas muffig
  5. Die Saiten sind verrostet und wahrscheinlich fehlt auch noch eine
  6. UND die Gitarre entspricht nicht dem Zeitgeist der Jugend. Wäre mir mein Vater in den 90er mit einer Höfner Semi oder einer Ibanez PreLawsuit gekommen wären mir ehrlich gesagt etwas die Gesichtszüge entgleist. Zu dieser Zeit wollte man Ibanez RG, ESP oder Jackson. Und ich glaube eine 80er Superstrat mit Tigeroptik kommt heute auch nicht bei jedem Jugendlichen gut an...
  7. Beim Einschalten riecht der Amp komisch
  8. Die Gitarre ist total verstimmt und das Stimmgerät gerade nicht greifbar
  9. Das Kabel ist von der billigsten Sorte und kracht und knistert bei jeder Bewegung
  10. Potis kratzen ohne Ende

UND dann versucht Vater oder Opa etwas vorzuspielen ...

Da hilft dann auch nicht, daß es sich um eine AMTLICHE Klampfe vom Roadstar Rolf handelt...


Natürlich etwas überspitzt dargestellt... Aber wäre mal Interessant, wievielen hier so ein Szenario bekannt vorkommt
 
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Natürlich etwas überspitzt dargestellt... Aber wäre mal Interessant, wievielen hier so ein Szenario bekannt vorkommt
Schönes Drehbuch für ein Gag-YouTube-Video. Wird aber meiner Meinung nach nicht in relevanter Anzahl so passieren.

Wenn der Sprössling wirklich durch die Geschichten von z.B. Vater oder Opa zu motivieren sein sollte, dann kommt eben - statt der Schrott-Übernahme - genau der Kauf einer neuen Gitarre ins Spiel, weil sich eben alles geändert hat. Ich glaube auch, dass die Neuanfänger eher selten das Beispiel in der Familie finden (meine Eltern und Großeltern spielten keine Instrumente). Meine Jungs spielen schon und haben aber ihre eigenen Instrumente bekommen. Meine Gitarren wollen sie später mal haben (sind ja u.a. 7 Gibson LPs dabei) und werden sicher nicht in schauderhaftem Zustand übergeben, die Keys und Synths nicht (da stehen sie mehr auf Software).

Was von Vater oder Opa in schauderhaftem Zustand und ohne Ambition zur Nutzung übernommen wird, sehen wir hier in den Wertschätzungs-Threads …

Geht mal mit offenen Augen auf Flohmärkte und Wertstoffhöfe. Ihr werdet Euch wundern, was da "rumliegt" (nicht nervös werden: tolle Sachen findet man wirklich sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr selten.
 
(...) Gitarre riecht nach 15 - 20 Jahren irgendwo schlecht gelagert doch etwas muffig (...)

Ja, das ist wohl von Person zu Person unterschiedlich. Unsere Gitarren lagen auch 10 bzw. 20 Jahre ungespielt im Koffer. Die Koffer habe ich kurz mit feuchtem Lappen abgewischt, neue Saiten aufgezogen und die Gitarren spielen sich wie in ihren besten Zeiten. Naja, die Enkelkinder fehlen noch. ;-)

Es kann sein, daß es bei E-Gitarren anders ist, aber meine Erfahrungen mit Kindern und Musikinstrumenten - die Begeisterung und Neugierde sind immer da und die Lust, das Instrument auszuprobieren, ist den Kindern naturgegeben. Ich kenne einige Musiker, die das Instrument vom Großvater übernommen und gespielt haben (und spielen heute noch); insbesondere in Familien, wo das Geld etwas knapper ist, aber Kulturbildung ganz groß geschrieben ist.

Gruß, Bert
 
Weshalb denken so viele in der Zukunftsform?

Weder können wir die Vergangenheit ändern, noch wissen wir was in einem in fünf oder geschweige in 10 und 20 Jahren ist.

Das einzige das wir selbst beeinflussen können ist das JETZT ...... ist es nicht Wert sich darauf zu konzentrieren? ;)
 
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@ OliverT : Jetzt ist die Zukunft von damals und darüber schreiben hier einige. Also konzentrieren wir uns doch auf's Jetzt, in dem der Spross die Gitarre des Vaters bekommen oder vorgeführt bekommen soll.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man muss global gesehen wohl davon ausgehen, dass ein überwiegender Prozentsatz der produzierten und verkauften Gitarren der ganz niedrigen Preis-und Qualitätsstufe zuzuordnen sind.
Kinder, die nicht weiterspielen, Neueinsteiger, die das Interesse verlieren und dann liegt irgendwo ein Billigsdorfer herum. Ich glaube, dass diese Art von Gitarren auch nicht ewig aufgehoben wird, sondern wie der ganze andere Schrott, der billig produziert wird, einfach kaputt wird und auf den Müll geht. Eh nicht schade drum. Irgendeine asiatische 200,-- Euro Gitarre wird wohl auch in 50 Jahren wertlos sein.
Unsere geliebten und gehegten Edelstücke sind da wohl die Ausnahme.
 
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(...) Weshalb denken so viele in der Zukunftsform? (...)

Musikinstrumente haben auch ihre Zukunft, viele von ihnen leben länger als die Menschen. Jetzt wird vielleicht ein anderes Musikinstrument gespielt, weil es die Lebensumstände so herbeiführten.

Gruß, Bert
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
(...) die Szenario-Schilderung (...)

Ja, die geht am Thema vorbei, weil in diesem Thread schon qualitativ gute Gitarren gemeint sind. Aber in einem hast Du recht, es gibt viele Gitarrenbesitzer, die ihre guten Gitarren zum Schrott werden lassen.

Gruß, Bert
 
War nicht 2019 das beste Geschäftsjahr für 7ender ?
Ok , deswegen wohl die Frage ..wer zur hölle kauft all die Gitarren wo sie doch schon X-mal für tot erklärt wurde ..
Ist sie nicht und wird sie auch nicht ..auch wenn Eddie jetzt verstorben ist (R.I.P.) heisst das nicht dass niemand mehr Gitarre spielen will ..
Man muss nur hier auf dem Board schauen ..soviel wie jetzt war doch noch nie los hier ..

Mich wundert es nicht ..die Gitarre ist ein cooles Instrument ..
Mir kommts vor dass manche immer versuchen das ende der Gitarre "herbeizusehnen" , damit sie selbst dann als was besonderes dahstehen ..:rolleyes:;)
Aber es ist immer noch ein Masseninstrument und es liegt eher an den verschiedenen stilen ..klar so ein Hendrixfreak , der in der Zeit hängengeblieben ist (es sei ihm gegönnt :), ich kanns verstehen ..bin manchmal auch so drauf und zock nur das alte zeug nach )
Das weibliche Geschlecht z.B. hat enorm Einfluss gewonnen und sehr viele Mädels greifen zur Klampfe .
Dann noch die zunahme von Wohlstand in den Schwellenländern ..was den Absatz von Gitarren auch dort vorantreibt .
Dass hier in De nicht mehr viel konsumiert wird heisst ja nicht dass es anderswo auch so ist ;)
 
Das einzige das wir selbst beeinflussen können ist das JETZT
Das JETZT ist schon da... :evil:

Aber zur Frage des TE wäre es interessant, mal was aus der Praxis zu hören. Ist hier niemand unterwegs, der in einem Laden jobbt ... oder werden die teureren Teile, auf die er rauswill, nur noch online gekauft?
 
...Das weibliche Geschlecht z.B. hat enorm Einfluss gewonnen und sehr viele Mädels greifen zur Klampfe ....

Was in den letzten Monaten/Jahren an Signature-Gitarren für und von Frauen herausgekommen ist, ist enorm, so viel wie noch nie. Auch bei YouTube gibt es immer mehr Gitarrenkanäle von Frauen, Mary Spender ist eine meiner Liebsten, Larkin Poe haben ebenfalls einen Wahnsinnskanal dort.
 
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(...) Das weibliche Geschlecht z.B. hat enorm Einfluss gewonnen und sehr viele Mädels greifen zur Klampfe (...)

Frauen haben schon immer (Akustik)Gitarre gespielt, was in der Tat zugenommen hat, sind Frauen, die E-Gitarre u/o E-Baß (in einer Band) spielen. Und diese Entwicklung begrüße ich sehr, denn manche der Gitarristinnen sind wirklich gut.

(...) Mir kommts vor dass manche immer versuchen das ende der Gitarre "herbeizusehnen" (...)

Na, da sind aber die Erfolgsaussichten sehr, sehr trübe. :rofl:

Gruß, Bert
 
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