Wersi DX 400

von davinvi, 02.02.15.

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  1. davinvi

    davinvi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.02.15   #1
    Hallo zusammen, seit 4 Tagen kann ich mich über eine Wersi 400 DX freuen. Bin auf diesem Gebiet totaler Laie und deshalb kam ich gestern an meine Grenzen.
    Ich wollte auf der WERSIMATIC CX 4 den Rhythmus erklingen lassen. Es funktioniert zwar aber einen normalen Walzer als Untermalung kann ich einfach nicht aktivieren. Stattdessen kommt immer ein Marsch! Kann mir einer zufällig weiterhelfen wie man dieses Problem behebt.

    Vielen Dank für eure Hilfe.
     
  2. happyfreddy

    happyfreddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.02.15   #2
    hi,
    DAs CX 4 ist ein frei programmierbares Rhytmusgerät. Die Beschriftung gilt nur wenn die STANDARD Cassette eingeladen ist.
    Insgesamt gibt es ca 12 verschiedene Programme für die DX 400 und zu jedem Programm gab es eine Overlay Maske mit den für die jeweilige Cassette gültigen Beschriftungen.
    Pro Cassette also eine Maske für das Rhytmusbedienfeld und eine weitere für die CUSTOM Klangfarben und Presets.


    Für die DX 400 gab es jedoch auch verschiedene Versionen der Masterplatine.
    Die erste Version war die MST 3 wo nur eine Cassette gleichzeitig eingeladen werden konnte.
    Die Folgeversion war dann um 1986 herum mit dem MST 4 wo man gleichzeitig 4 verschiedene Datencassetten einladen konnte.
    Wenn die Orgel nach Einschalten in den sogenannten Blinkmodus geht ( also wechselndes Blinken aller LEDs in den Tastern dürfte es sich noch um eine ältere Version mit MST 3 handeln.
    Diese Softwareversion wird dann auch im Display angezeigt.
    Ab der Softwareversion V 5.0 müßte eigentlich schon der MST 4 eingebaut sein und die Orgel meldet sich gleich ohne Blinkmodus.
    Wenn man im Bedienfeld rechts wo einige Taster mit den Buchstaben W E R S I beschriftet sind den Taster PROGRAMM drückt und gedrückt hält und erst dann die Orgel einschaltet macht sie nach Loslassen des Programm Tasters dann auch den Blinkcheck.
    Dieser Blinkcheck kann dann durch drücken einer beliebigen Taste gestoppt werden.

    Ist in der Orgel der MST 4 eingebaut brennt auf jeden Fall eine LED in den Tasten W, E, R, S .
    Mit diesen Tastern kann dann die Ebene umgeschaltet werden also W die erste (Cassetten) Ebene , E die zweite usw.
    Um ganz sicher zu sein kann man auch die Orgel aufklappen und im 19" Rack die linke Karte ( die mit dem AKKU ) herausziehen und nachsehen. Jede Karte ist beschriftet und auf der Masterkarte muß dann entweder MST 3 oder MST 4 draufstehen.
    Ein kleines IC hat auf dem MST 4 auch den Aufkleber WIC 45 in der NÄhe des Akkus.

    Wenn hier schonmal die Karte abgezogen ist, gleich nach dem Zustand des AKKUs sehen. Die alten Varta Akkus sind relativ dicht. bei neueren TYpen ( runde blaue oder grüne Typen ) kann es schonmal passieren daß diese ausgelaufen sind und ihr Unwesen auf der Platine veranstaltet haben. Hier ist dann ganz dringend Handlungsbedarf geboten.
    Akkus laufen übrigens auch nicht aus sondern sie gasen aus, was sich in der ganzen Orgel verteilen kann !!
    Alle zwei Jahre sollte man schon den Akku erneuern.
    War die Orgel jedoch einmal mehr als 4 Wochen nicht eingeschaltet ist der Akku leer und damit natürlich auch die Daten weg..
    Daß ist zb der Fall wenn bei den Custom Klangfarben durchweg TUBA ertönt und auch angezeigt wird.
    Bei Rhytmen dann irgendwelche Hieroglyphen und Kauderwelsch statt Rhytmus.


    Schaltet man jetzt beim MST 4 mal die Ebene um, wird auch auf dem Rhytmusplatz mit Walzer beschriftet auch ein anderer Rhytmus erklingen als der Marsch zur Zeit.
    Alles hängt natürlich davon ab welche Datencassette gerade eingeladen ist.
    Solange es nur die werksseitigen Programmcassetten sind brauchst Du mir nur die jeweiligen Rhytmen auf den 16 Plätzen mitteilen. sowie die Klangfarben im Custombereich neben den Presets.
    Ich habe alle Datencassetten hier und kann Dir dann genau sagen welche da eingeladen ist.
    Es kann aber auch sein daß hier verschiedene Rhytmen selbst programmiert worden sind. Solche Cassetten sind dann das große Fragezeichen was ich auch nicht beantworten kann.

    Das Ein und Ausladen von Cassetten erfolgt jeweils über die Tonbandbuchse der Orgel.
    Zum Ein oder Ausladen sind jedoch verschiedene Tastenkombination erforderlich was in der Bedienungsanelitung steht.
    Es gibt auch geringfügige Unterschiede in der Bedienung je nachdem welcher MST da eingebaut ist.
    Bei Cassetten das simpelste Gerät verwenden was man hat.
    Werksseitig wurde immer der Panasonic Datenrecorder RQ 8100 ( MONO ) verwendet . Hochmoderne Geräte mit Aufnahmeautomatik machen da schonmal Probleme.
    Die Grundcassette sollte eigentlich bei der Orgel dabei gewesen sein - meist mit Datencassette 1 beschriftet.
    Jede Datencassette enthält auf einer Seite 2 x nacheinander das jeweilige Datenfile ( ca 3,5 MInuten lang im FSK Datenformat mit 300 Baud ) Wenn also das erste File einmal Ärger machen sollte, dann das zweite File verwenden.
    Datencassetten übrigens immer vorgespult lagern wegen dem Durchkopiereffekt der Cassette
     
  3. Brancaleone

    Brancaleone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.19   #3
    Lieber Happyfreddy,

    vor wenigen Wochen konnte ich mir eine Wersi Beta DX 400 CP anschaffen und bin von Tag zu Tag mehr begeistert von dem Instrument. Ironischerweise hat mich eine Wersi-Werbeschallplatte "Das digitale Klangwunder", die ich zufällig im hiesigen Sozialkaufhaus für 50ct erworben habe, dazu motiviert, nach einer solchen Orgel zu suchen. Die Werbung hat also - mit rund 25 Jahren Verzögerung - bei mir gewirkt.

    Im Internet habe ich schon einige Beiträge in verschiedenen Diskussionsforen durchsucht und bin dabei immer wieder auf Ihren Namen gestoßen. Ich finde es prima, dass Leute wie Sie ihre Informationen aus erster Hand so eingehend und hilfsbereit teilen. Dafür vielen Dank.

    Auf Ihren Hinweis im Feb. 2015 an Davinvi bzgl. des Datenrecorders Panasonic RQ-8100 habe ich mir ein solches Gerät besorgt. Es weist je eine 3,5mm-Klinkenbuchse "CMT OUT" und "CMT IN" sowie eine 2,5mm-Klinkenbuchse "REMOTE" für Fernbedienfunktionen auf. Ein entsprechendes Verbindungskabel mit zweipoligen (Mono-)Steckern an beiden Enden lag bei.

    Nun ist mir unklar, wie ich den Recorder ideal mit der Orgel verbinde bzw. welchen Adapter ich für die Verbindung mit deren fünfpoliger DIN-Buchse benötige. Auf Verdacht habe ich mir zwei Adapter von 3,5mm-Klinkenbuchse (Mono) auf Cinch bestellt, die ich nach Erhalt im nächsten Schritt mit einem vorhandenen Adapter von 2x Cinch-Buchse (links/rechts) auf DIN-Stecker verbinden würde.

    Wird das funktionieren? Oder gibt es einen besseren Weg? Können Sie sich erinnern, wie der o.g. Datenrecorder seinerzeit bei Wersi mit den Orgeln verbunden wurde?

    Für Ihre Antwort - oder auch die eines anderen Forenmitgliedes - danke ich Ihnen schon jetzt.

    Mit freundlichem Gruß

    Brancaleone
     
  4. happyfreddy

    happyfreddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.11.19   #4
    Hallo,

    Dieser Datenrecorder ist eigentlich IDEAL für Wersi Instrumente.

    Nicht nur für die DX 350 - DX 500 Orgeln sondern auch für die alten
    CX 1 und CX 2 Rhytmusgeräte der Helios Generation oder das frei aufstellbare
    CX 5 Rhytmusgerät ist dieser Recorder verwendbar.
    Es ist ein reiner Datenrecorder mit eingebautem Elektret MIkro für kurze
    Ansagen der Datenfiles. Zudem verfügt der Recorder noch über einen Monitor
    und ganz wichtig einen Phasenschalter der bei mangelhaften Aufnahmen wahre
    Wunder bewirken kann.

    Die REMOTE KLinkenbuchse mit 2,5 mm Stecker wird in den wenigsten Fällen
    genutzt - überflüssig.

    Das Gerät ist MONO somit nur die Pins 1 , 2 , 3 einer 5 poligen DIN Buchse / Stecker
    maßgeblich.
    Das Kabel ist schnell gefertigt :
    Benötigt wird
    ca 0,5m abgeschirmtes 2 poliges Flachkabel
    Diodenstecker 5 pol
    2 x Klinkenstecker 3,5mm MONO
    passenden Schrumpfschlauch für das Flachkabel ca 3 cm
    ca 5 cm isolierte dünne Litze

    Tip : sicherheitshalber eine 5 pol Diodenbuchse als Löthilfe

    Die Reihenfolge der Pins an der Diodenbuchse/ Stecker ist
    mittlerer Anschluß ist Pin 2
    Die beiden äußeren Anschlüsse sind 1 und 3
    Zwischen 1 und 2 liegt der Anschluß 4
    und zwischen 3 und 2 der Anschluß 5.

    Bei Stereo ist 1 und 4 Aufnahme und
    3 und 5 Wiedergabe.

    Da die DX 400 jedoch stereo ausgelegt ist darf man am Diodenstecker
    hier die Pins 1 und 4 bzw 3 und 5 miteinander Verbinden damit aus beiden
    Kanälen ein Signal kommt.

    Wenn das gekaufte Kabel hier Cinch Stecker hat sowas auf jeden Fall lassen
    womit das kurze Kabel universell verwendbar ist. ein kleiner Adapter ist schnell
    gebaut.

    So zur Verbindung zur DIN BUchse folgendes machen
    Das Ende was an die DIN BUchse kommt ca 15 mm abisolieren und die
    Abschirmung beider Adern verdrillen.
    Jetzt kommt der Trick des ganzen :
    Mit an das verdrillte Abschirmgeflecht wird passend abisolierte Litze
    mit verdrillt. Dieses dann verlöten, in Richtung des FLachkabels
    abknicken und Schrumpfschlauch so drüberschieben, daß die
    Lötstelle und die beiden eigentlichen Adern ca 4mm vom Schrumpfschlauch
    bedeckt sind.
    Das andere Ende des kurzen Litzenstücks wird dann in Richtung der beiden
    Signaladern geknickt und auf gleiche Länge abgeschnitten abisoliert und verdrillt.
    Signaladern ebenfalls abisolieren und alle drei Adern verzinnen.

    Dieses Stückchen Litze vom Abschirmgeflecht fortgeführt läßt sich besser
    an den DIN Stecker anlöten als das Gewirke an verdrilltem Abschirmgeflecht.

    Zum Anlöten an die Anschlüsse des DIN Stecker spannt man die Diodenbchse
    in einen Schraubstock und steckt den Stecker dann ein.
    Das hat den Vorteil daß die Stifte bei übermäßiger Erwärmung sich nicht im
    Plastikteil lösen da sie durch die Buchse noch fixiert sind.

    Welcher Anschluß jetzt auf weilche Pins kommt ist egal bis auf den Masseanschluß
    der kurzen Litze an Pin 2.
    Die Zugentlastung des DIN Steckergehäuses umfaßt dann den Schrumpfschlauch.

    Zum Testen welcher kleine Klinkenstecker dann im Recorder wo eingesteckt werden
    muß einfach eine bespielte Cassette abspielen.
    Der DIN Stecker kommt bei der DX 400 in die Tonbandbuchse.
    Hat man die richtige Steckerzuordnung am Cassettengerät gefunden wird der Stecker
    für AUFNAHME FARBIG MARKIERT mit ISOBAND.

    Am Cassettengerät sind zwei Rändel Potis. Eines für Aufnahme eines für Wiedergabe.

    Hat man den richtigen Pegel ermittelt markiert man sich mit Filzstift die Rändelpotis
    dieser Einstellung.

    Erinnern kann ich mich in jedem Fall da ich noch über meine Werkstatt DX 400 verfüge.
    Reines Zweckinstrument wo von vorn alles zugänglich ist mit 2 x 3 Oktaven Manual
    was für Testzwecke ausreicht.
    Cassettenrecorder paßt vorn auf den Mikroverstärker und direkt darunter ist ja die
    TB Buchse.

    Lautsärke passend einstellen für Wiedergabe. Aufnahmepegel wird direkt am Recorder
    eingestellt.

    Der TB Regler am MIkrovoverstärker hat nichts mit dem Pegel für die Daten zu tun,
    sondern regelt nur das was aus dem Lautsprecher dann kommt.
    Wiedergabepegel für den Orgelrechner wird ebenfalls am Recoder eingestellt.
    Deswegen die beiden Markierungen am Recorder dann.
    Wenn Fragen einfach drauflos
    Weitere Tipps und Tricks findet man auch im Keyboardpartnerforum in der neuen
    Rubrik ANALOGORGELN // WERSI
    http://forum.keyboardpartner.de/viewforum.php?f=16
     
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  5. Brancaleone

    Brancaleone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.11.19   #5
    Lieber Happyfreddy,

    erst einmal tausend Dank für Deine eingehende Antwort. Zu meiner Schande gestehe ich, dass ich (noch) nicht mit einem Lötkolben umgehen kann. Ich weiß aber jemanden, dem ich Deine Bauanleitung geben kann, und der hilft mir dann damit. Wenn es klappt, berichte ich wieder.

    Ganz herzliche Grüße

    Brancaleone
     
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