Wie Gesang beibringen?

von workstour, 07.12.07.

  1. workstour

    workstour Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.12.07   #1
    Hallo!

    Ich arbeite seit über 1 Jahr mit einer Sängerin zusammen.
    Selber bin ich kein Sänger, ich schreibe lediglich die Songs und mache den Rest der Produktion.
    Meine Sängerin hatte bisher noch nie Unterricht, aber Gesangserfahrungen in diversen Bands.
    Die 2 Hauptprobleme jedoch spezialisieren sich auf Rhytmik und Töne.

    Beim Einsingen vergeigt sie öfter mal den einen oder anderen Ton. Nach ein paar mal üben trifft sie diese allerdings.
    Ich habe spassenshalber mal die Töne von C1 bis H2 im Musikprogramm laufen lassen und sie hat alle Töne bis zum G2 exakt getroffen.
    Nur bei den eigenen Songs nicht.
    Eine professionelle Gesangslehrerin meinte, dass meine Sängerin einfach nur zu wenig auf die Musik hört.
    Denn sie hat auch Probleme mit der Rhytmik. Sehr oft weiss sie nicht, wann sie einsetzten muss, was sehr zeitintensiv ist. irgendwann klappt es dann.
    Ich z.b. könnte "Let it be" von den Beatles problemlos im 160 oder auch 40 bpm "singen" (mal so als beispiel)

    Kur und gut: Wie kann ich mit meiner Sängerin am besten üben, dass sie die Töne trifft und die Rhytmik besser wird?
     
  2. Fish

    Fish HuF User & Mod PA/E-Tech Moderator HFU

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    Erstellt: 07.12.07   #2
    Hmm, schwierig eine pauschalantwort zu geben. Ich bin eigentlich die Rhtmusmaschine in unserem Quintet.
    - Um mich selbst zu trainieren singe ich ab und zu zum Metronom. Das verzeiht keinen Fehler.
    - bei Jedem stück das ich höre analysire ich automatisch den takt und zähle ihn kurz mit.

    Zum auf andere hören:
    Unvollständige Harmonien Anspielen und die Sängerin den Fehlenden Ton dazusingen lassen
    Barbershop Tags üben. Die verzeihen keinen tonalen Fehler, da ansonsten der Expandes sound fehlt. Ausserdem bewegt sich Barbershop meist nur über 1 Oktave. Sie kann sich allso auf das wesentliche der Übung (Harmonieen) konzentrieren.

    gruß

    Fish
     
  3. Basselch

    Basselch MOD Recording HCA Mikros Moderator HCA

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    Erstellt: 07.12.07   #3
    Hallo,

    eure Sängerin müßte sich angewöhnen, immer ein "Metronom" im Kopf laufen zu haben, auf gut deutsch gesagt also zählen, zählen und nochmals zählen. Das bedingt natürlich, daß sie sich intensiv mit den Stücken beschäftigen muß. Ist das von Dir beschriebene Rhythmusproblem lediglich auf die Einsätze begrenzt oder auch innerhalb der Gesangslinien vorhanden? Bei solchen Sachen habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, den Rhythmus zur Übung erst mal zu klatschen (gegen den Click aus einem Sequencer ist das manchmal höllisch aufschlußreich - erst langsamer, dann steigern aufs Songtempo).
    Bei Problemen innerhalb langer Phrasen: Diese in kleine Sinnabschnitte zerlegen und einzeln üben, dann zusammensetzen. Das mache ich z. B. im Klassik-Bereich bei langen, schnellen Koloraturen so. Erst maximal zwei bis drei Takte, ohne Rhythmus, nur auf Intonation üben, solange, bis das Gefühl für die Töne da ist. Dann Rhythmus dazu, erst langsam, dann beschleunigen (dürfte auch im Pop-Bereich in abgewandelter Form helfen - in der Klassik ist das manchmal die einzige Chance, eine Koloratur sauber hinzubiegen).
    Für die Intonation können grundsätzlich Intervallübungen eine gute Hilfe sein. Fallende Quinten sind sowohl bei Frauen- wie auch bei Männerstimmen oft um Lichtjahre zu tief. Septimen sind ebenfalls ein äußerst unbeliebtes, weil schwieriges, Intervall. Grundsätzlich: Tonsprünge nach oben höher denken, Tonsprünge nach unten kleiner denken, das kann helfen.
    Soprane haben oft einen Registerbruch beim C, direkt darum herum sind die Töne oft unsauber... auch das kann beim Einsingen oft Zeit kosten.
    Soweit erst mal eine kleine Auswahl, die mir spontan einfällt.

    Viele Grüße
    Klaus
     
  4. workstour

    workstour Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.12.07   #4
    Also die Einsätze sind sowohl beim Einsteigen in die Strophe/ refrain, aber auch mitten drin.
    Sie verschiebt dann manche Einsätze, weil sie den letzten Ton z.b. zu lange gesungen hat.

    Ich hatte vor kurzem mal ein Stück von uns auf Klavier begleitet, ohne sonstige Instrumente. Das klappte prima. Ich habe mich beim spielen nicht nach ihren Einsätzen gerichtet, sondern auf mein Taktgefühl, welches denke ich mal, ganz in Ordnung ist.
    Da hat sie die Einsätze perfekt getroffen.
    Aber sobald sie wieder die original Instrumetal-Version (mit Drums-was es eigentlich leichter macht), war es an manchen Stellen schon wieder vorbei mit dem loben.

    Wie gesagt wird es nur daran liegen, dass sie zu wenig auf die Musik achtet.

    Total überrascht war ich allerdings, als sie Ende März einen Auftritt bei SAT1 Karaoke Morning Star hatte, den ich ihr besorgt hatte. Sie musste "I will survive" von Gloria Geyna singen. Welcher recht schnell vom tempo her ist.
    Da klappte alles perfekt :-) Zu meiner Überraschung....
     
  5. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 08.12.07   #5
    Hallo !
    Es kommt gar nicht mal so selten vor, dass Coversongs rhythmisch und intonationsmäßig gut klappen, eigene Songs hingegen nicht.
    Basselch hat das Wichtigste schon gesagt: zählen, zählen und nochmals zählen. Und ich füge hinzu: üben, üben und nochmals üben ;)
    Vielleicht nimmt Deine Sängerin mal ein Tambourin, einen Shaker (oder einfach nur beide Hände) und schlägt bzw. klatscht die Takte eines gesamten Songs durch - einmal lässt Du sie die 1 und die 3 betonen, dann die 2 und die 4, und wenn sie sicher ist, 1 und 3 sowie 2 und 4 im Wechsel. Auf diese Weise wird die rhythmische Grundstruktur vielleicht klarer.
    schöne Grüße
    Bell
     
  6. antipasti

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    Erstellt: 12.12.07   #6
    Mit diesen beiden Aussagen hast Du die Antwort eigentlich gegeben.

    Dass sie Coversongs nicht so oft versemmelt, ist doch klar. Die kennt sie aus dem FF, da ist ja alles bereits vorgegegeben. Jeder kann "Let it be" in jedem Tempo und jeder Tonart singen. Kunststück: 4 Milliarden mal gehört.

    Die eigenen Songs sind praktisch neu.... sie konzentriert sich auf viele Diinge gleichzeitig: Text, Ablauf, ganz besonders ihr eigenes Timbre (wie lasse ich mien Stimme bei diesem Song erklingen) .... da geht von anderen Dingen ein bißchen was verloren...

    Sobald sie den Song besser kennt und weiß, worum es überhaupt geht, klappt es dann, wie Du ja selbst sagst.

    Das Ganze ist deswegen weniger ein Problem von musikalischen Defiziten, sondern liegt einfach daran, dass man auch eigene Songs erstmal üben , annehmen und ein Gefühl dafür entwickeln muss. Das dauert viel länger als bei Coversongs. Denn es gibt keine Vorgabe zur Orientierung.

    ....
     
  7. workstour

    workstour Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.12.07   #7
    Ja, vom Grund her habe ich mir die Frage selber beantwortet :-)
     
  8. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 12.12.07   #8
    Genau. Es ist zeitintensiv. Aber ein guter Song braucht Zeit. Und besonders beim Gesang sollte man besonders viel Geduld haben. Es gibt wahrscheinlich 300 Möglichkeiten, den Vokal O zu singen. Und jede gibt dem Gesang einen anderen Charakter.
     
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