Wie heißt dieser "Schluchzer" am anfang des Tons?

bassilisk
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Aloha :)

Schon seit langem suche ich einen kjorrekten Begriff für diesen "Schluchzer", der von manchen Singenden an den Anfang eines Tons gesetzt wird.
Hier mal exemplarisch von Rusty aus dem Starlight Express (da waren wir nämlich am Wochenende); Beispiel ab 2:10

View: https://www.youtube.com/watch?v=mAd1PgxrhxQ

Außerdem, wenn wir schon dabei sind... Wie nennt ihr den Gesangsstil von bspw. Whitney Houston, bei der praktisch jeder Ton umspielt wird...

View: https://www.youtube.com/watch?v=3JWTaaS7LdU&t=2s

Vielen Dank für eure Antworten
 
Frage 2: Das sind Melismen. Mehr Töne als eigentlich vorhandene Sprachsilben.

Frage 1 ggf Stimmrutsche (?)
 
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Hallo Stuckl,
Ja, Melismen klingt einleuchtend, hatte ich vorher noch nie gehört.
Für die Stimmrutsche kommt bestimmt noch was lateinischeres. ;)
Vielen Dank schonmal.
 
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Melisma habe ich im Zusammenhang mit Arie in der 12. Klasse gelernt.

Um Ergriffenheit auszudrücken, werden sie eingesetzt.
Im Gegensatz dazu syllabisch (ein Ton pro Silbe) im Rezitativ, das die Handlung vorantreibt (Bachs Matthäus-Passion war wohl das Beispiel).
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Ggf portamento

 
zu 1: Hört sich nach Glottisschlag mit Glissando an. Für mich (klassischer Gesang) hört sich das einfach nur schrecklich an. Keine Ahnung ob das im Musical Usus ist.
zu 2: Das sind einfach Verzierungen (Doppelschläge, langsame Triller etc.). Halt etwas inflationär verwendet :cool: . Und essind natürlich Melismen, wenn eine Silbe über mehrere Töne gesungen wird.
 
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Und Vibrato. Ich mag Vibrato.
 
Wie nennt ihr den Gesangsstil von bspw. Whitney Houston, bei der praktisch jeder Ton umspielt wird...
In einem Fachbuch werden diese Verzierungen als "Schleifen" bezeichnet.
"..mehrere Töne die auf einer Silbe gesungen werden.."
 
Ich würde hier die "Melismen" eher als "grace notes" sehen. Ich bin Ire, und wenn ich ein traditionelles Lied ohne Begleitung singe, streue ich diese "grace notes" zwischen den oder während der Töne der eigentliche Melodie ein. (Dudelsackpfeifer und Fiddler tun es auch.) Es ist eine Möglichkeit, aus einer Melodielienie ohne parallelen Harmoniestimmen ein musikalisch vollständiges Gebilde zu machen. Nur die Töne der Melodie hintereinander zu singen ist langweilig. Die Stichnoten deuten eine Harmonie an, die das Ganze interessanter und ausdruksstärker macht. Hier macht es die Maura O'Connel sogar mit Begleitung.
Es ist ein Merkmal gewisser ethnischer Gesangsstile. Die schwarzen Nordamerikaner setzen es noch extremer ein als die Iren oder Schotten.
Cheers,
Jed
 
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Auf alle Fälle hört sich "Grace Notes" viel schöner an als "Melismen" oder gar "Schleifen" (y)
 
Wenn ich auch nicht jede Antwort mit einem intelligenten Kommentar versehen kann, so lese ich hier aufmerksam mit.
Vielen Dank.
Weitermachen! :giggle:
 
Wie nennt ihr den Gesangsstil von bspw. Whitney Houston, bei der praktisch jeder Ton umspielt wird...

Ein neuerer Terminus, der in afroamerkanischen Musikstilen wie R'n'B, Soul, Gospel verwendet wird und damit wohl ganz gut zum Beispiel passt, wäre "Riffs and Runs".

Riffs and Runs enthalten natürlich Melismen und auch Grace notes, sind aber nicht darauf begrenzt. Es können auch mehrere Silben oder Füllwörter eingebaut werden. Tonale Basis für Riffs and Runs ist die Pentatonik. Das unterscheidet sie von den klassischen Koloraturen/Melismen. Riffs and Runs werden Ad lib (Ad Libitum, "nach Belieben") vorgetragen, also nicht notiert.


View: https://www.youtube.com/watch?v=7acNtaaju9k

....
 
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Kleiner Nachtrag.


Ihren Gessangstil würde ich schlicht als Soul-/Gospelgesang bezeichnen, um keine Verwirrung zu stiften. Obwohl Riffs and Runs in diesen Genres ein elementarer Baustein sind, kommen viele Interpreten dieser Genres mit deutlich weniger davon aus.

Anders formuliert: IWhitney Houstons Gesangsstil heißt nicht "Riffs and Runs", aber sie verwendet das inflationär.

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Whitney Houstons Gesangsstil heißt nicht "Riffs and Runs", aber sie verwendet das inflationär.
Danke, das hatte ich schon verstanden; mir als Bläser und Zupfer fehlt halt das Vokabular der Singenden. :giggle:

Ausgangspunkt meiner Fragen war tatsächlich die inflationäre Nutzung dieser "Schluchzer", hier auch als "Stimmrutsche" oder "Glottischlag mit Glissando" bezeichnet.
Das war beim Starlight Express so präsent, dass wir uns anschließend darüber unterhalten hatten - leider ohne passende Bezeichnung.

"Riffs and Runs" ist das, was mich bei Whitney - ehrlich gesagt - am meisten nervt (ich möchte hier niemandem auf den Schlips treten); wir hatten das in der Vergangenheit immer "Gejodel" genannt... :tomatoes:
 
niemandem auf den Schlips treten); wir hatten das in der Vergangenheit immer "Gejodel" genannt..

Keine Sorge, "wir Singenden" verwenden dieses Vokabular auch nicht unbedingt in der Praxis. Was mich betrifft eigentlich nur, wenn hier im Forum jemand danach fragt. Ich bevorzuge ebenfalls lautmalerische Begriffe wie "Gejodel" oder eben "Juchzer/Schluchzer".

In der Gesangstheorie ist das ein bisschen anders als in der Musiktheorie. Ein Triole ist eine Triole ist eine Triole. Beim Gesang kommt es dagegen darauf an, wen man fragt. Da werden viele eigene Brötchen gebacken. Du kannst also nichts falsch machen.

....
 
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Aus dem Lehrvideo: "Ist es überhaupt möglich, das zu lernen?"

Himmel, ist es überhaupt NÖTIG??

Whitney war großartig, aber dieses Herumgetänzel um den eigentlichen Ton gehört in die UN-Charta ins Kapitel Foltermethoden aufgenommen. :evil:
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Und der "Schluchzer" ist einfach nur nervig, vor allem, wenn das ganze Lied nur daraus besteht. Keine Ahnung, wer da mal beschlossen hat, das sei irgendwie "ausdrucksstark" oder so'n Käse.
 
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"Riffs and Runs" ist das, was mich bei Whitney - ehrlich gesagt - am meisten nervt
Immerhin konnte die ja wirklich unfassbar gut singen. Vollkommen brutal ist es, wenn jemand nicht den Ton trifft, und dann dazu noch rumeiert.
 
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@dubbel Ganz genau! Und wenn DAS dann auch noch durch die Autotune-Mühle gedreht wird, ist das (V)Erbrechen perfekt.
 

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