Wie klingt es ohne Vol-Poti?

jojo84
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Hallo,

ich war die letzten Tage in ein paar Musikläden um ein paar Gitarren
anzutesten. Der Verkäufer hat während des Fachsimpelns zwischendurch mal kurz die Schaltung
der akutellen (2012) Gibson LP Standard erwähnt. Ich hab aber nicht genau zu gehört.
Später zu Hause ist es mir dann wieder eingefallen und ich hab angefangen mir über diese Schaltung
Gedanken zu machen.

Genauer gesagt geht es um folgende Funktion:
Beim Ziehen an einem Poti wird das Signal des Bridge HBs direkt an die Buchse
gegeben - das Vol Poti wird umgangen. Bisher hab ich mir nie Gedanken darüber gemacht - ein
voll aufgedrehtes Vol-Poti war in meinem Kopf bisher quasi immer "voll auf die Buchse" geschaltet.
Ohne zu bedenken dass da ja eigentlich noch 500kOhm zwischen die beiden Pole geschaltet sind.

Jetzt frage ich mich, wie sich das genau auf den Sound auswirkt, wenn man diesen Widerstand nicht mehr hat.
Konkret: Wie ändert sich der Sound, wenn man den Wert des Vol-Potis erhöht, bzw. wenn er ins unendliche geht -
was ja dann dem Weglassen des Potis bzw. dem neuen Modus der LP Standard entsprich.

Wäre schön, wenn mir dass jemand kurz versuchen könnte zu beschreiben....

danke
Jojo
 
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SickSoul
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Moin!

Wenn kein Poti im Signalweg liegt, gewinnt der Sound etwas an Output und Höhen und wird dadurch etwas härter. Riesig ist der Unterschied allerdings nicht. Ich denke auch, dass der Sinn dieser Schaltung eher darin liegt, schnellstmöglich auf Vollgas zu gehen. Einen Schalter ziehen und du hast das volle Brett.

In meiner Gitarre habe ich eine ähnliche Schaltung mit einem Miniswitch, der die komplette Schaltung aus dem Signalweg nimmt. So habe ich quasi zwei direkt schaltbare "Presets".

MfG
 
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The_Dark_Lord
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Ohne zu bedenken dass da ja eigentlich noch 500kOhm zwischen die beiden Pole geschaltet sind.

Da hast du was falsch verstanden (oder ich ^^):

Ein Potentiometer ist (bei herkömmlicher Verwendung) nichts anderes als ein Widerstand veränderlicher Größe.

Bei Stellung 0 ist der Widerstand maximal (Je nach Modell auch unendlich -> unterbrochene Leitung), bei Stellung 10 ist der Widerstand minimal (für gewöhnlich gleich Null)

Die Angabe 500 kOhm bezieht sich jetzt auf den maximal einstellbaren Widerstand.

Wenn du den Poti aber nun voll aufdrehst, drehst du den ganzen Widerstand weg. (ein wenig bleibt natürlich übrig, weil die paar Millimeter Leitung im Poti ja auch Leitungswiderstand haben).



Ohne Volume-Poti klingt's also grundsätzlich gleich wie bei voll aufgedrehtem Volume-Poti.
Die 500 kOhm kommen dann ins Spiel, wenn der Poti (fast!) ganz zugedreht ist.

Der kleine, nuancenhafte Unterschied den man eventuell hören kann wenn man das Volume-Poti ganz weglässt rührt daher, dass die Leitung nun ein paar Millimeter kürzer ist, und das gibt einen wenige Ohm (Milliohm eher...) geringeren Gesamtwiderstand der Schaltung.
 
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Ohne Volume-Poti klingt's also grundsätzlich gleich wie bei voll aufgedrehtem Volume-Poti.
Die 500 kOhm kommen dann ins Spiel, wenn der Poti (fast!) ganz zugedreht ist.

Ich denke du liegst falsch.
Würdest du richtig liegen wäre es egal ob man Potis mit 250k oder 500k oder 1 Megaohm verbaut hat; ist aber nicht egal.

Bei den häufigsten Schaltungen dient das Volumepoti nicht als Widerstand, sondern als Kurzschluss. Voll auf: der Widerstand verhindert den Kurzschluss des PUs, man hat also quasi volle Lautstärke. Dreht man leiser, senkt man den Widerstand des Potis, der Kurzschluss sorgt dann dafür dass man bei Lautsärke auf nix mehr hört, weil eben der PU oder die PUs kurzgeschlossen sind.
Lautstärke auf Halb bedeutet dass der Kurzschluss wegen des Widerstands eben nur einen Teil des Signals der PUs kurzschließt, ein tel geht noch in die Ausgangsbuchse und damit in den Verstärker.

Deswegen ist es ohne Poti auch minimal lauter als mit. Denn ein Kurzschluss mit 250k oder 500k Widerstand macht halt leiser als ein Kurzschluss mit unendlich hohem Widerstand.
Vielt Unterschied macht das nicht aber ein bißchen was kann man vielleicht hören.
Jedes Poti ist ferner eine kapazitative Belastung, sprich, es frißt etwas Höhen. Ohne Poti hat man deshalb ein klein bißchen mehr Höhen. Vielleicht klingt es auch deshalb lauter ohne Poti.

Wie schon erwähnt ist ein Schalter der das Volumenpoti aus der Schaltung herausnimmt praktisch um z.B. von Lautstärke auf halb auf volle Lautsärke umzuschalten und zurück, ohne Drehen am Regler.
 
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nightman
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Bei den Framusgitarren hab ich das schon gesehen, da heist das "Leadfree Schaltung".
Bei umlegen eines Switches ist der Hals-PU (Alternativ Bridge-PU) direkt an die Ausgangsbuchse der Gitarre gelegt.
 
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Ich denke du liegst falsch.
Würdest du richtig liegen wäre es egal ob man Potis mit 250k oder 500k oder 1 Megaohm verbaut hat; ist aber nicht egal.

Bei den häufigsten Schaltungen dient das Volumepoti nicht als Widerstand, sondern als Kurzschluss. Voll auf: der Widerstand verhindert den Kurzschluss des PUs, man hat also quasi volle Lautstärke. Dreht man leiser, senkt man den Widerstand des Potis, der Kurzschluss sorgt dann dafür dass man bei Lautsärke auf nix mehr hört, weil eben der PU oder die PUs kurzgeschlossen sind.
Lautstärke auf Halb bedeutet dass der Kurzschluss wegen des Widerstands eben nur einen Teil des Signals der PUs kurzschließt, ein tel geht noch in die Ausgangsbuchse und damit in den Verstärker.

Deswegen ist es ohne Poti auch minimal lauter als mit. Denn ein Kurzschluss mit 250k oder 500k Widerstand macht halt leiser als ein Kurzschluss mit unendlich hohem Widerstand.
Vielt Unterschied macht das nicht aber ein bißchen was kann man vielleicht hören.
Jedes Poti ist ferner eine kapazitative Belastung, sprich, es frißt etwas Höhen. Ohne Poti hat man deshalb ein klein bißchen mehr Höhen. Vielleicht klingt es auch deshalb lauter ohne Poti.

Wie schon erwähnt ist ein Schalter der das Volumenpoti aus der Schaltung herausnimmt praktisch um z.B. von Lautstärke auf halb auf volle Lautsärke umzuschalten und zurück, ohne Drehen am Regler.

Wenn dem so wäre müsste der Poti beide Seiten des Pickups verbinden, um einen Kurzschluss zu erzeugen, wenn man ihn durch gewöhnlichen Draht ersetzen würde.

Sämtliche mir auf die Schnelle einfallenden Schaltpläne verdrahten den Poti aber mehr oder weniger in Serie zwischen Buchse und Pickup.
(Eben um die Amplitude der Signalspannung senken zu können)

https://www.musiker-board.de/artikel/Potentiometer-Grundlagen/
 
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Leute,

wenn ihr ne ausführliche Erklärung lesen wollt, bitte sehr: https://www.musiker-board.de/modifi...rtikel-potentiometer-grundlagen-teil-2-a.html

Auf die Kürze: Ein Poti hat drei Anschlüsse, die in den meisten Gitarrenschaltungen folgendermaßen benutzt werden: Eingang, Ausgang (Schleifer), Masse. Zwischen Eingang und Masse liegt eine Kohlebahn, mit bsplw. 500kOhm. Der Schleifer fährt beim drehen des Potentiometers über diese Kohlebahn von einem zum anderen Ende. Er teilt damit die Kohlebahn in zwei Widerstandsbereiche: 1) Eingang-Schleifer, 2) Schleifer-Masse. Betrachten wir mal die drei Grunstellungen:

Voll auf: Der Schleifer liegt direkt am Eingang. Das Signal der Tonabnehmer geht also ohne Widerstand direkt zum Schleifer. Allerdings liegen 500k gegen Masse. Über diesen Widerstand geht ein kleines bisschen Pegel und Höhen verloren.

Ganz zu: Der Schleifer liegt an Masse. Das Signal aus den Tonabnehmern muss also erst mal die 500k überwinden und dann liegt der Schleifer direkt auf Masse. Sprich: Der Ausgang ist kurzgeschlossen. Es ist still.

Mittelstellung: Der Schleifer liegt in der Mitte der Kohlebahn. Das Signal muss also erst mal 250k überwinden um an den Schleifer zu kommen und von dort liegen 250k Richtung Masse, wo wieder etwas Pegel drüber abfällt. Es wird leiser und etwas dumpfer.

Beim ersten Fall kann man sich recht leicht erdenken, dass der Nennwiderstand da durchaus eine Rolle spielt, wenn man einfach mal wieder von Extrembeispielen ausgeht: Ist der Nennwiderstand sehr groß (unendlich), dann fließt darüber weniger/kein Strom ab. Wird der Nennwiderstand kleiner (=0), haben wir einen Kurzschluss und die Gitarre ist still. Alles was dazwischen ist unterscheidet sich mehr oder weniger stark.

Alles klar? :)

MfG
 
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