Wie schreibe ich einen ganzen Song?

von galning, 29.08.07.

  1. galning

    galning Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.07   #1
    hallo,

    also ich spiele nun seit einem halben jahr Gitarre und vor kurzem bin ich mal so durch Zufall auf einen relativ gut klingenden Punkriff gekommen (alles Powerchords - alles ganz einfach - tut jetzt nix zur Sache)

    Ich spiele immer mit einem Freund zusammen (Ich Rhytmus, er Leadgitarre). Wir haben jetzt versucht aus diesem simplen Riff einen Song zu basteln. Nur frage ich mich jetzt wie weil ich keine ahnung davon habe

    Wie komme ich vom Riff zum Gesang? Soll der Gesang dem gleichen Rhytmus folgen wie der Riff oder sollen sich die Gitarren während des Gesangs verändern und wenn ja wie? Wie mach ich das ohne dass es irgendwie abgehackt klingt?

    Also im Grunde gehts mir eigentlich darum wie ich von einen Riff beende ohne das es aprupt klingt. Natürlich haben wir uns auch schon überlegt den Riff einfach forzuführen (mit Palm mutes vl) und dann im gleichen Rhytmus drübersingen. Aber klingt das dann nicht furchtbar langweilig?

    sorry für den etwas chaotischen Post aber es fällt mir relativ schwer mein Problem in worte zu fassen :rolleyes:

    danke schonmal

    lg galning
     
  2. Provokat-Ion

    Provokat-Ion Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.08.07   #2
    Das ist mal wirklich wieder ein Post auf den es leider meiner Meinung nach keine Antwort gibt.
    Ein "Rezept" für die Herstellung eines geilen Liedes zu liefern gleicht der Quadratur des Kreises.
    Aber ich will mal so sagen
    Wie man vom Riff zum Gesang kommt, ist wohl das Problem von vielen Songwritern.
    Ich würde sagen schau dir den Text an und was er aussagt. Danach sollte sich dann auch der Style des Gesangs richten.
    Übergänge kannst du z.B. ganz einfach schaffen indem die eine Gitarre ausklingen lässt und die andere anfängt ein ähnliches Thema in einer verwandten Tonart zu spielen (dann is es ned ganz so langweilig).
    Wenn ihr des dann n paar mal gespielt habt, küsst euch vielleicht die Muse.
    Man muss sich an sowas rantasten...
     
  3. 200puls

    200puls Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.07   #3
    ihr habt eigentlich 2 möglichkeiten: entweder nach dem "trial & error"-prinzip ewig rumprobieren bis ihr zu einem ergebnis kommt, oder die bessere variante, ihr eignet euch das basiswissen bzgl. songstukturen, harmonielehre, arrangement, etc. an. das könnt ihr teils hier im forum machen (hier gibts einige workshops und infos zu dem thema), auf anderen seiten (google) oder ihr kauft/leiht euch entsprechende literatur (z.b. "Harmonielehre und Songwriting", ISBN: 3-928825-23-2, LEU-Verlag). dieses basiswissen hilft euch die "grundregeln" zu verstehen und anwenden zu können. beim komponieren ist zwar alles erlaubt, aber ein wenig struktur kann nicht schaden (auf bei Punk ;) ).

    gruß
     
  4. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.09.07   #4
    Ist schon so, dass es hier keine endgültigen Antworten gibt, aber vielleicht schon ein paar Vorschläge oder Hinweise:

    Riff > Melodie
    Da ist die Kombination von Rhythm- und Leadgitarre natürlich ganz gut geeignet.
    Also ich würde vorschlagen, Ihr entwickelt ein paar schöne Melodie-Linien, die als Ausgangspunkt für den Gesang genommen werden können.

    Musik - Text
    Wenn Text vorhanden und gut, dann ist die Vorgehensweise etwas anders als wenn noch kein Text da ist. Wenn noch kein Text da ist, schauen, dass er in der Zeilenlänge in das Riff paßt und über die Melodie gesungen werden kann. Wenn Text schon da ist, schauen, ob zur bestehenden musikalischen Struktur paßt. Was man dann ändert ist eher Geschmacksache und sollte vielleicht mit Sänger/Sängerin zusammen angegangen werden.

    Unisono - Vielfalt
    Es gibt Beispiele für beides: Punksongs müssen nicht unbedingt eine ausgefallene Melodie-Linie haben. Wenn der Eindruck der Langeweile entsteht, kann man durch reduzierte Gitarren bei den Gesangsteilen schon mal viel rausholen, auch durch kleine Licks oder eingeschobene kurze Breaks.

    Oft ist es aber auch im Punk und Rock sehr effektiv, dem Gesang einen übergreifenden Bogen zu geben. Nehmen wir an, ein Riff besteht aus A A G F auf einem 4/4-Takt, dann könnte der Gesang beim zweiten A einsetzen und über G und F wieder auf dem A landen und dort enden - was spannender sein kann als mit dem ersten A anzufangen und auf dem G oder F zu enden.

    Damit entsteht auch direkt eine Pause beim Gesang, die man für musikalische Einsätze benutzen kann.
    Oder der Gesang wird über 2 hintereinanderfolgende Riffs (A) A G F A A G F A fortgeführt und danach erst eine Pause.

    Es gibt da viele Möglichkeiten.

    Bridges, C-Parts, Breaks, Soli
    Bridges können als musikalische und/oder textliche Überleitung eingebaut werden, so dass ein starres und sich widerholendes Strophe, Strophe, Refrain - Schema durchbrochen wird. Auch so kann der Eintönigkeit etwas entgegengesetzt werden.

    Breaks und kurze, rein instrumentelle dritte Parts können dazu dienen, sozusagen loszulassen, Luft zu holen und mit neuer Spannung in die A/B-Teile (Strophe/Refrain) einzusteigen.

    Soli können an Spannungspunkten eingeführt werden, um mehr Dynamik zu entfalten.

    Schritt für Schritt
    Wenn das Riff packend ist und dazu eine schöne Melodie/Gesangslinie steht würde ich nach Text und Gefühl gehen, zum folgende Fragen zu beantworten:
    a) Ab wann wird es langweilig?
    b) Müssen/sollen sich die Gitarren beim Gesang mehr zurückhalten/andere Akzente setzen?
    c) Wann ist textlich ein anderer Part gefragt oder sinnvoll?

    Danach würde ich mich um den Refrain kümmern:
    d) Stellt er gegenüber der Stroohe/dem Riff eine Steigerung dar?
    e) Ist er packend und mitreißend genug?
    f) Hat er einen ausreichenden Bogen?

    Dann würde ich mich um die Verbindung von Strophe/Riff und Refrain kümmern:
    g) "Gleiten" sie gut ineinander über oder ist eine Bridge oder ein Break sinnvoll?
    h) Wie kommt man gut vom Refrain auf die Strophe zurück? Ist hier eine Bridge sinnvoll oder vielleicht ein Break, ein Solo-Part oder ein eingeschobener Part C von Nutzen?

    Dann würde ich mir diese Rohfassung anhören und:
    i) Auf die Dynamik achten: Zu einheitlich? Soll es an einer Stelle mal ruhiger werden und dann wieder raufgehen (nur drums/bass/Gesang)? Wo wäre ein Solo gut? Wann und wie mit laut/leise operieren?
    j) Fehlen noch Teile und ist es vielleicht schon zu viel? Klingt das konstruiert, gekünstelt oder zu sehr aus einem Guß/langweilig?
    k) Gibt´s einen "cliffhanger", eine geile Melodie oder einen Part, den man automatisch mitgröhlen möchte? Bleibt der Refrain im Ohr, ist er gut (mit)singbar? Törnt der Beat an, reißt er nach vorne, müßte er verstärkt werden?

    Na ja - das wäre mal so eine Herangehensweise, wie ich/wir sie in der Band öfter praktizieren, um von Basics und einer Idee zu so was wie einem song zu kommen.

    Das meiste ist dabei ausprobieren, wobei wir schon ziemlich im Griff haben, welche Akkorde oder Beats so passen könnten und ein ganz gutes Gefühl für Dynamik haben.

    x-Riff
     
  5. ElZacko

    ElZacko Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.07   #5
    I do it my way!

    Ich klimpere auf der Klampfe herum, kommt was dabei raus, was mir gefällt hab ich auch schon die Grundlage für einen Song. Meist eine einfach Akkordfolge oder ähnliches.

    Dann spiele/ übe ich das immer wieder zwischendurch, baue es aus und irgendwann beim U Bahn fahren, beim Klo gehen, in der Zigarettenpause bei der Arbeit, schnappe ich etwas auf, dass ich zu einem Text verarbeite.

    Dann pfeife ich drauf ob die Musik eintönig ist, ein Solo drinnen ist, eine Brigde da ist oder sonst irgendwas. Denn bei mir und meiner Musik kommt es eh nur auf die Texte an. Und wenn von 1.000 nur eine einzige Person verstanden hat worum es geht, hab ich gewonnen. Egal ob das jetzt der Super- Kracher- Mörder- Hit ist oder nicht.

    Aber das ist bei mir halt so. Bin auch soetwas, was man wohl Singer/ Songwriter nennt. Spiele alleine ohne Band auf ner 12 Jahre alten Akkustikgitarre. Habe keinerlei Ambitionen berühmt zu werden. Ich will mich nur mitteilen, weil meine Musik für mich der einzige Weg dazu ist. Von daher wird gespielt was mir gefällt und ich nehme keinerlei Rücksicht darauf, ob das Zeug von mir jetzt inovativ, super ausgebaut, chart- tauglich oder sonst etwas ist.
     
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