Wie spielt man Jazz?

von Dragonlord, 22.05.04.

  1. Dragonlord

    Dragonlord Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.04   #1
    Hallo,

    ich interssieren mich neurdings für jazz.....kann mir jemand erklären welche Tonleitern und Kadenzen man im jazz spielt?



    viele Grüße
     
  2. Topi8712

    Topi8712 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.04   #2
    Der Jazz ist so komplex, da kann man keine Tonleitern nennen, weil es viel zu viele gibt.
    Aber eine Standartkadenz im Jazz wäre die "IIm-V7-I"-Kadenz.
    Schau dir mal die Theory-Collection an. Das ist zwar keine jazzspezifische Sache, doch gibt sie ne ganz gute Einführung.
    Den Jazz vollständig zu lernen, wäre wohl fast unmöglich.

    Gruß, Tom
     
  3. stefan64

    stefan64 HCA Tasten HCA

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    Erstellt: 22.05.04   #3
    Hol Dir einfach mal das hier besprochene Buch - es fängt bei Adam und Eva an und Du wirst sehr viel verstehen lernen.

    ciao,
    Stefan
     
  4. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 22.05.04   #4
    Na endlich mal eine Frage, die man mit nur einem Satz beantworten kann, da bei der Einfachheit des Themas jegliche Diskussion ausgeschlossen ist.

    SCNR,
    Jay
     
  5. Musictoon

    Musictoon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.05.04   #5
    Wenn du ganz ehrlich zu dir selbst bist und deine wahren Gefuehle mit deinem Intrument zum Ausdruck bringen willst, ja, dann spielst du Jazz!! :D

    Miles
     
  6. Lutz

    Lutz Registrierter Benutzer

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  7. littlewing

    littlewing Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.06.04   #7
    der jazz verkoerpert fuer mich in jeder form etwas lockeres und 'laessiges', es ist halt einfach groovemukke, im neuen jazz wird sehr viel gerade gesielt, aber altmeister wie z.b. herb ellis hatten noch sehr viel triolisches, hoer dir einzelne kuenstler an und analysiere phrasierungen und versuche zu verstehen, wie sie erzaehlen, damit du einen anstoss bekommst und dich in den jazz hinein versetzen kannst,
    gruss,
    lw.

    edit:
    ich empfehle dir uebrigens folgendes buch:
    The Fusion Guitar Workbook

    von Mario Neunkirchen

    das werk ist einfach nuuuuur geil,
    gruss,
    lw.
     
  8. ibkoeppen

    ibkoeppen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.06.04   #8
    Hi -

    wie spielt man jazz?
    wie operiert man einen blinddarm heraus?
    wie konstruiert man einen staudamm?

    kann man alles nich so eben mal kurz erklären.

    braucht man auch nicht. einfach mal anfangen. cd's hören, mitspielen, nachspielen, eigenes probieren.

    gute jazz-cd z.b.: MILES DAVIS - KIND OF BLUE
    und noch tausend andere.

    Michael
     
  9. Jeho

    Jeho Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.04   #9
    Also wie man einen Blinddarm operiert könnte ich schnell recherchieren...wie man einen Staudamm konstruiert könnte ich auch erklären
    .....wie man Jazz spielt ist da schon komplexer... ;)
     
  10. littlewing

    littlewing Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.04   #10
    es ist nicht komplex, es ist einfach nur ne lebenseinstellung!
    lw.
     
  11. Paganono

    Paganono Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.06.04   #11
    Tach Aoch,

    also so Kryptisch ist Jazz nun auch wieder nicht. Deswegen stelle ich hier mal zwei Beiträge von mir aus einem anderen Forum zur Verfügung, viel Spass damit.

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Warum holst du dir nicht einfach das Realbook? Da sind doch alle Jazz Classics drin.

    Ansonsten dreht es sich im Jazz ja meistens um 2 - 5 - 1 Verbindungen, die einfach hintereinander geschachtelt werden. Lustig ist dabei immer, bei der Tonika das Tongeschlecht zu tauschen, also:

    Anstatt: Dm7 - G7 - Cmaj7

    spielst du: Dm7 - G7- Cm7

    schmeis noch ein Paar 9en - 11en- 13en dazwischen um die Sounds interessanter zu gestalten

    Dm7/11 - G7b9 (extrem chefig! D Harmonisch Moll drüber spielen, oder todescool C#dim) - Cm9


    und fertig ist der kleine Jazzbaukasten.

    Jetzt die 1 umdeuten als neue 2 und weiter gehts Cm9 - F7/13 - Bbmmaj7 (Also B-Moll mit großer Septime)

    mmaj7 Akkorde findet man als Molltonika von Harmonisch Moll und Melodisch Moll. kannst du also beides drüber spielen.

    Warum eigentlich Bbmmaj7? -> Nur so weil's Spass macht und Jazzig klingt

    Da es jetzt aber langweilig wird machen wir als nächstes einen Halbtonschritt zur Seite und spielen:

    Bmai7 - D#maj7 - E7/+11 (dominante über chromatischem durchgangston, mit eingebautem Tritonus ) - Fm9

    Ach ja!! wenn du das ganze rückwärts spielst, also Fm9 - E7/+11 - D#maj7 , ist es schon wieder eine 2-5-1 Verbindung, allerdings mit einer sogenannten "Flat 5 Substitution" anstelle der A#7 Dominante spielst du halt einfach die Dominante über den Tritonus, in diesem Fall E7. Um den ursprünglichen Bezug noch zu wahren nimmst du dann den Tritonus mit an Bord in form einer +11 (übermäßge Quarte)

    Bmaj7 auf D#maj7 ist hingegen ein versteckter Tongeschlechtswechsel, und zwar von D#moll auf D#Dur .

    Und überhaupt, wie sind wir eigentlich von Bbmmaj7 auf Bmaj7 gekommen?

    -> Wir haben die 1 einfach umgedeutet zur 5 in Moll !! In der klassischen Molltonleiter (aeolisch) steht nämlich kein Dominantsept auf der 5. Stufe sondern ein ganz normaler Moll Akkord (aus diesem Grund wurde Harmonisch Moll eingeführt, um eine Molltonleiter mit einem Dominantsept Akkord auf der 5. Stufe zu erhalten) , gefolgt von einem Dur Akkord auf der 6. Stufe. Also Bbm7 auf Bmaj7 . Die Molltonika ist übrigens D#moll , daher der "versteckte" Geschlechtswechsel nach D#Dur, wie oben erwähnt.

    Zwei Sachen stimmen dabei jedoch nicht.

    1. Eigentlich spielen wir nicht Bmaj7 sondern Cbmaj7, und EbMoll in der Tonika

    2. Es gibt nirgends einen mmaj7 Akkord auf der 5. Stufe. Dieser taucht immer nur als Tonika in den oben erwähnten Tonleitern auf, insofern ist mein Beispiel nicht optimal.

    Aber so ist Jazz....

    jetzt wieder 2-5-1 auf D# aber diesmal mit Tongeschlechtswechsel auf Moll usw.

    Suchtest du so etwas in der Art?

    Nebenbei, vonwegen Schumann und verminderte Akkorde...

    Da ein vollverminderter Akkord nur aus kleinen Terzen besteht, besitzt er keinen wirklichen Grundton, bzw. jeder Ton des Akkordes kann als Grundton gesehen werden. Der verminderte Akkord erhält quasi seine Definition aus dem Kontext in dem er gespielt wird. Dadurch eignen sich diese Akkorde optimal für abgefahrene Tonartwechsel.

    Bsp.

    Einen vollverminderten Akkord findet man auf der 7. Stufe von Harmonisch Moll.

    In A-Harmonisch-Moll also

    G# B D F

    Jetzt deuten wir den Grundton einfach um von G# auf D, und steigen ganz entspannt aus nach Eb-Moll, weil!! D-vollvermindert = 7. Stufe von Eb Harmonisch Moll.

    Ups, jetzt bin ich doch etwas abgedriftet, habe deshalb die eigentliche Akkordfolge Farblich markiert.

    Das Beispiel bezieht sich auf Gitarre, da ich Gitarrist bin, wenn du die Akkordfolge auf dem Klavier spielst kann es sein das es etwas komisch klingt.

    Gruß

    .......Was wichtiges hatte ich jedoch noch vergessen und moechte dieses noch nachtragen.

    die 2-5-1 Verbindung in Moll.

    Bsp.

    Bm7b5 - E7 - Am7

    oder mit Tongeschlechtswechsel nach dur (eine meiner Lieblingskombinationen)


    Bm7b5 - E7 - Amaj7


    Weiter Verjazzt wird daraus z.B.

    Bm7b5 - E7#9 - E7b9 - Amaj7#11

    Diese Chord-folge ist schon ziemlich GAGA, aber irgendwie Geil...

    Jetzt einfach die einzelnen Bausteine nach lust und laune kombinieren und variieren (alterieren) und das wars an sich schon.........

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Grüße
    P'Nono
     
  12. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 25.06.04   #12
    @Paganono: Das geht schon schon mal ganz gut los... :D



    ... tja... und nach dieser komplexen Frage vom 22. Mai hat man von Nino nix wieder gehört...
     
  13. Peavey Johnson

    Peavey Johnson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.04   #13
    Haha!
    Das ist wirklich eine gut formulierte und durchdachte Frage...
    Ich moechte da mal direkt mit einer kleinen Hommage an Douglas Adams antworten und Dir

    "42!"

    an den Kopf werfen.
    ;)
     
  14. Jeho

    Jeho Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.04   #14
    Absolut richtig, wenn ich nochmal so drüber nachdenke.
    Die Theorie mag komplex aussehen aber das feeling ist mit Abstand wichtiger als die Theorie.
    Ich kenne Leute, die mit Theorie nix am Hut haben und trotzdem sehr gut jammen und improvisieren können.
    Vielleicht sogar gerade deswegen, weil es man den Kopf viel freier hat,wenn man sich nicht zum Sklaven der Theorie macht....und um Freiheit gehts ja irgendiwe beim Jazz.
    Desweiteren kenne ich Leute, die fit in der Theorie sind und einfach kein Gefühl für Jazz aufbringen ... das klingt dann eher gewollt und steif.
     
  15. AlcoholicA

    AlcoholicA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.04   #15
    Ihr wollt mir doch nicht ernsthaft sagen, dass jemand, der das Feeling hat, nach nem halben Jahr auf die Idee kommt "spielen wir mal Jazz" und dann jammt er wie der Vollprofi los?
    Ich bin sicher nicht untalentiert und versuche seit nem Jahr Jazz zu spielen (mit Lehrer). Begleitung geht langsam langsam voran, aber sinnvoll improvisieren (richtige Töne, über passenden Akkord in passender Tonleiter) kann ich beim besten Willen nicht.
    Das mit dem Feeling kommt meiner Meinung nach erst wenn man sich durch die Theorie gekämpft hat.
    Also, wenn du Jazz spielen willst brauchst du viel Geduld, Motivation und Interesse. Wenn du das mitbringst kanns aber nur gut rauskommen.. ;)
     
  16. littlewing

    littlewing Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 27.06.04   #16
    es kommt ja immer darauf an, in welchem kulturkreis du aufgewachsen bist, du hast das feeling einfach (noch) nicht, weil du von klein auf mit britney und co. bombardiert wurdest, ob du nun wolltest oder nicht, das kommt dann aber alles, wenn man nur interesse zeigt und sich dem ganzen hingibt,
    lw.
     
  17. AlcoholicA

    AlcoholicA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.04   #17
    Klar spielt das Feeling eine grosse Rolle, das ist aber das, was Wes Montgomery von meinem Gitarrenlehrer unterscheidet, und nicht das, was mich von meinem Gitarrenlehrer unterscheidet. Um das Feeling überhaupt auszuleben, muss man zuerst mal ein bisschen Harmonielehre etc. verstehen (ich mein damit nicht dutzende Bücher zu lesen) und auch ein Gefühl haben, wo sich die Töne auf dem Griffbrett befinden. Ich hab jedenfalls noch nie von einem gehört, der im richtigen Kulturkreis aufgewachsen ist, dann ne Gitarre in die Hände gedrückt bekommen hat und gleich zum Star geworden ist..
     
  18. dotvoid

    dotvoid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.04   #18
    mein lehrer hat mir mal verraten: das wichtigste an der improvisation sind die Pausen! .. damit klingt selbst die hinterletzt hänschen-klein-melodie noch richtig funky. Seitdem kann ich sogar einigermaßen annehmbar improvisieren - wenn auch nur pentatonik hin und her .. aber mit den richtigen pausen klingt's prima :D

    damals hab ich auch die tollsten akkorde gekonnt - erhöhte 9, 13er akkorde usw. und heute sitz ich da, hör Paul Jackson Jr. - It's a shame und denk mir .. "scheisse, was macht da?". It really is a shame :cool:
     
  19. DrahtEsel

    DrahtEsel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.04   #19
    Genau so sehe ich das auch. Wenn man keinen blassen Schimmer von Theorie hat kann man zwar das Feeling haben aber man wird sehr schnell an seine Grenzen stossen und sich nur noch in gewohnten/vertrauten Gefilden bewegen. Jazz ist eben doch mehr als nur Feeling.
     
  20. Lutz

    Lutz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.04   #20
    Genau so isses, meine ich. Wichig ist, daß man sich zumindest Grundkenntnisse in Harmonielehre draufschafft. Das Üben von Skalen wäre auch nicht schlecht. Da kann man durchaus mal auf Sachen wie die Play-along-Aebersold-Serie zurückgreifen. Noten sollte man schon einigermaßen lesen und aufs Griffbrett umsetzen können.

    Am Wichtigsten ist aber nach meiner Erfahrung: viel spielen, und zwar möglichst in einer Band. Man kann gemeinsam in einer Band besser werden oder versuchen mit Leuten zusammen zu spielen, die zur Zeit noch besser sind, als man selbst :).

    Noch ein Link, der hier ganz gut paßt, finde ich www.guitar-masters.com



    Grusz Lutz
     
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