Wiedereinsteiger bittet um Starthilfe ;)

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Kumiko
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Hallo liebe Forengemeinde,

als Kind habe ich das Klarinette spielen angefangen. Hatte auch Spaß dabei und habe ungefähr 10 Jahre gespielt (ganz genau kann ich es nicht mehr sagen, müsste aber ungefähr hinkommen) . Leider habe ich - durch einen Umzug in eine 38qm 1 Zimmer Wohnung und aus Zeitmangel - 2 Jahre lang nicht mehr gespielt. Jetzt habe ich aber die Klarinette als Hobby wieder für mich entdeckt. Ich spiele eine B-Klarinette (Fa. Uebel) . An sich weiß ich noch "wie es geht", also die Griffe und so weiter bekomme ich ohne Probleme hin. Leider hat unter der Spielpause der Klang gelitten. Jetzt rauscht es ziemlich beim spielen und die einzelnen Töne klingen irgendwie "hart". Bisher habe ich auf 2 1/2 er Blättchen von Vandoren gespielt, finde aber, mit den 3ern von Rico royal klingt es etwas besser - aber zufrieden bin ich noch lange nicht...
Komme mir mittlerweile ein wenig wie ein Anfänger vor. Ich frage mich auch, ob ich vielleicht das Mundstück falsch ansetze, kann das sein? Oder muss ich einfach wieder mehr üben? Ich würde auch gern wieder in einem Orchester spielen, aber aktuell ist mir der Klang ein wenig peinlich :embarrassed:
Ich bin am überlegen, ob ich mir wieder eine "Klarinettenschule" zulegen soll. Gelernt habe ich mit "die fröhliche Klarinette". Welche Bücher eignen sich für Wiedereinsteiger? Dazu muss ich vielleicht noch sagen, dass ich anfangs keine Noten lesen konnte und noch immer extrem nach Gehör spiele, bin also tatsächlich in Sachen Theorie ein blutiger Anfänger. Vielleicht gibt es ja etwas, womit ich beides lernen kann? Das wäre wirklich schön.

Danke schonmal im Vorraus
Kumiko
 
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Ich würde auch gern wieder in einem Orchester spielen, aber aktuell ist mir der Klang ein wenig peinlich :embarrassed:
In den letzten Jahren wurden in vielen Regionen von den Musikvereinen spezielle Orchester für erwachsene Wieder- und Neueinsteiger gegründet. Bei uns im Verein gibt es sowas schon seit 10 Jahren. Vielleicht gibt es ein ähnliches Orchester auch in deiner Region?
 
Hallo Kumiko

Wenn du was aus dem Instrument rausbringst, hast bereits eine grosse Hürde geschafft, als Wiedereinsteiger. Du solltest das Mundstück zumindest bis zur Hälfte des Blattes in den Mund nehmen. Bei den Blättern scheiden sich natürlich die Meinungen.
Zuallererst ist es wichtig, dass du weisst, ob dein Mundstück für böhmisches System oder für deutsches System ausgelegt ist. Beide Mundstücke kannst du nämlich auf beiden Systemen spielen. Hilfestellung gibt dir der Fachhändler. Bring dein Mundstück beim Blattkauf mit. Wenn das geklärt ist, solltest du auch das Blatt mit dem richtigen Schnitt bekommen. Die Blattstärke richtet sich natürlich nach deinem Ansatz. Mit einem 2 1/2 kannst du nicht viel flasch machen. Mein Lehrer hat mir damals geraten, mit einem 3er zu spielen. Das stärkt die Muskulatur und der Ton ist auch einigermassen gut. Und es hat funktioniert!

Wenn es rauchst, ist es meistens sowieso entweder erledigt oder zu leicht. auch Spucke ist oft schuld. In den Pausen zwischendurch solltest du auch dein Blatt an der Unterseite reinigen - zieh es einfach vorsichtig mit der Unterseite über deinen Handrücken. Vorne aber nicht knicken oder biegen!

Die allerbeste Klarinettenschule, die ich bis jetzt gesehen habe, ist die von Rudolf Jettel. Besorge dir den 2. Teil. Den solltest du ohne Probleme schaffen. Bei Jettel lernst du auch verschiedene Artikulationszeichen und Dynamikzeichen kennen. Das Notenlernen kommt dan von selbst.

Wenn du einigermassen drauf bist, dan nimm einfach Kontakt auf mit einer Musikkapelle. Schau dir vorher an, was sie so spielen. Vielleicht gibts YouTube Videos. Du solltest herausfinden, wie hoch das Niveau ist. Wenn sie nur Marschmusik spielen, dass ist das für dich absolut kein Problem, wird aber langweilig. Schau wieviele Klarinettisten sie haben. Ein Musikverein, der bei allen möglichen Wettbewerben mitmacht, bei seinen Konzerten HarryPotter oder StarWars spielt ist vielleicht doch zu schwer für den Einstieg.
Die meisten Musikvereine suchen ohnehin händeringend nach Musikern. Versuch, erstmal die 3. Klarinettenstimme zu ergattern. Die ist meistens einfach gehalten und man hört nicht alles sofort was schief geht.

Genau gleich hab ichs gemacht, als ich von Österreich in die Schweiz gezogen bin. Und mir ist der Wiedereinstieg nach Jahren nicht leicht gefallen, obwohl ich vorher knapp 25 Jahre in Musikvereinen gespielt habe.
Die Musikvereine werden dich mit offenen Armen empfangen und wenn es einer nicht tut, solltest du sowieso die Finger von diesem lassen!

Du hast das tollste Blasinstrument von allem! (Fast) Kein anderes ist so wendig und so vielseitig einsetzbar wie die Klarinette! Egal in welcher Musikrichtung oder Besetzung!

Ich wünsch dir viel Erfolg!
 
Hallo zusammen,

zuerst einmal @anonymouse und @Hubert Huber, danke für eure hilfreichen Tipps. Dank ein wenig herumprobieren und üben klappt es mittlerweile auch wieder relativ gut. Nur die hohen Töne klingen sehr quietschig aber das wird schon noch.
Für meine Mama will ich jetzt ihre Lieblingslieder nochmal üben: "Jenseits der Stille" kennt das wer? Diese Musik ist "schuld" daran, dass ich überhaupt erst auf Klarinette gekommen bin.

@anonymouse, das hört sich sehr interessant an. Habe mal gegoogelt, aber in meiner Region gibt es so etwas leider nicht.

@Hubert Huber,
Die allerbeste Klarinettenschule, die ich bis jetzt gesehen habe, ist die von Rudolf Jettel. Besorge dir den 2. Teil. Den solltest du ohne Probleme schaffen. Bei Jettel lernst du auch verschiedene Artikulationszeichen und Dynamikzeichen kennen. Das Notenlernen kommt dan von selbst.
vielen Dank für den Tipp. Habe aber doch beschlossen, mir das von Rudolf Mauz "Klarinette spielen - mein schönstes Hobby" Band 1 zu holen. Zwar habe ich mit den Tönen kein Problem, aber ich finde, dort ist die Technik sehr gut beschrieben. Ich glaube, das ist gut für den Wiedereinstieg...
Zuallererst ist es wichtig, dass du weisst, ob dein Mundstück für böhmisches System oder für deutsches System ausgelegt ist. Beide Mundstücke kannst du nämlich auf beiden Systemen spielen.
Ich habe eine deutsche Klarinette und das Mundstück ist das Orginal von damals. Also gehe ich mal davon aus, dass ich mit einem deutschen System spiele. Gibt es da einen großen Unterschied?
Das mit dem Rauschen hat sich mittlerweile weitestgehend erledigt. Ich spiele jetzt mit einem dreier Blättchen. Muss nur noch rausfinden, ob RicoRoyal oder Vandoren besser ist, habe beide da...
Ja da hast du recht, ich habe früher schon in einem Orchester gespielt. 2. Klarinette und überwiegend Marsch und solche Sachen. War schon okay, aber wurde mit der Zeit auch langweilig - die Herausforderung hat gefehlt.

So, wünsche euch allen einen guten Rutsch
Kumiko
 
Die meisten Musikvereine suchen ohnehin händeringend nach Musikern. Versuch, erstmal die 3. Klarinettenstimme zu ergattern. Die ist meistens einfach gehalten und man hört nicht alles sofort was schief geht.
Genau gleich hab ichs gemacht, als ich von Österreich in die Schweiz gezogen bin.
Aha, Du bist das also... ;-)
Ich würde auch gern wieder in einem Orchester spielen, aber aktuell ist mir der Klang ein wenig peinlich (...) Dazu muss ich vielleicht noch sagen, dass ich anfangs keine Noten lesen konnte und noch immer extrem nach Gehör spiele, bin also tatsächlich in Sachen Theorie ein blutiger Anfänger. Vielleicht gibt es ja etwas, womit ich beides lernen kann? Das wäre wirklich schön.
Wenn Du nicht von Null anfangen musst, würde ich das Geld statt in Bücher in eine Lehrperson investieren - falls es bei Dir irgendwo eine Musikakademie oder sowas in der Art gibt, schau Dich nach einem dortigen Studenten um - er kann das Geld und Du die konstruktive Kritik gebrauchen. Die Herausforderung und die Motivation sind auf jeden Fall grösser als mit einem (seeeeeehr geduldigen) Buch.

Des Weiteren kann ich Hubert's Anregung nur wiederholen - such Dir einen Musikverein. Die Hälfte des Repertoires wird Dir vllt nicht gefallen, aber die andere Hälfte ist okay, und die Kameradschaft und die Motivation lassen sich nicht mit Geld aufwiegen. (Bei meinem ersten Besuch war der Verein mit dem Marsch durch, bevor ich nur schon die erste Wiederholdung wieder gefunden habe - soweit zu den Büchern und deren Praxisbezug in der "harten Welt da draussen".)
"Müssen macht wollen" heisst es hier, und ein halbwegs vernünftiger Verein behandelt seine Neuzugänge mit Nachsicht.
 
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Reaktionen: 1 Benutzer
Um einen guten Ansatz herzustellen hat mir bei der Umstellung auf andere Blattstärken sehr geholfen einfach Töne länger auszuhalten. Dies stärkt die Muskulatur.
Jenseits der Stille ist nicht schwer zu spielen. Ich habe es nach 2 Jahren ganz gut gekonnt. Es sind wunderschöne Stücke! Am besten auch den Film dazu anschauen! So schön und traurig!
 

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